Vor kurzem fragte mich Caroline Oblasser (einige kennen sicher das Buch „Luxus Privatgeburt“), ob ich Lust hätte, eine Rezension für ihre neuestes Buch zu schreiben, es gehe darin um Menstruation ohne Binden Tampons & Co. „Das klingt ja wie windelfrei“, lachte ich und sagte zu. Kurz darauf bekam ich vom österreichischen Verlag Edition Riedenburg ihr Werk zugeschickt:
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Windelfrei – so gehts nicht II
Nicht, dass hier irgendjemand auf die haltlose Idee kommt, bei uns wäre immer alles total perfekt. Wir können auch anders ;)!
Letztens beim Einkaufen.
Wir wohnen ja fast in unsrer LPG, also Kind windellos mitgenommen. Schlief eh in der Trage. Aber dann…
Baby wacht auf. Ab ins Bad und abhalten. Kommt nix. Hm. Komisch. Egal, wieder raus, sonst räumt der Große draußen das Schokoladenregal leer. Einkaufen gehen. Alles paletti. An der Kasse die Kleine auf der Hüfte und einhändig einräumen. Der Große langweilt sich und surft auf dem Kindereinkaufswagen durch die engen Einkaufsgänge. Großer, das kann schiefgehen, bring den Wagen bitte weg. Ich fingere hektisch mit einer Hand nach dem Portemonnaie und packe gleichzeitig den Einkauf in eine leere Obstkiste. Die Schlange der hinter mir Wartenden wird immer länger. Der Große versucht, den Wagen wegzubringen – surfend. Wo in aller Welt ist mein Portemonnaie? Als ich es endlich finde und die EC-Karte rüberreiche, wird es plötzlich warm und nass an meiner Hüfte.
„Nicht jetzt!“ entfährt es mir, die Kassierin schaut irritiert, ich murmele „komme gleich wieder“ und hoffe, dass die EC-Verbindung langsam ist wie sonst auch, renne ins Bad, halte das Baby ab. Nichts passiert. Naja, wir sind ja auch schon beide nass. Ziehe ihr die nasse Hose aus, wasche uns kurz, hetze zurück. Die Schlange ist laaaang geworden. Die Kassierin hat dankenswerterweise schon den nächsten Kunden abgefertigt und hält mir verständnisvoll lächelnd den EC-Beleg hin. Ich kritzele irgendwas drauf, stopfe den Rest meines Einkaufs in die Kiste und flüchte an die Bistrotische, um meinen Kram vernünftig einzuräumen.
„Ich hab Hunger!!“ jammert der Große. Okay, du kriegst die Erdbeeren. Erdbeeren waschen gehen, „setz Dich zum Essen bitte hin“, Baby ist unruhig. Was hat sie nur? „Mama, sie muss mal“, sagt der Große schließlich. Schon wieder? Sie hat doch gerade… in dem Moment macht sie los. Argh. Flitze ins Bad und halte sie ab. Vergesse, die Tür zu schließen. Wasche die Kleine gerade, als ein großes Babygeschäft geräuschvoll und unerwartet im Waschbecken landet. In genau diesem Moment kommt eine Dame herein – „Oh!“ sagt sie, schaut ins Waschbecken, schüttelt sich und geht rückwärts wieder raus. Mist. Das ist mir peinlich. Der Rest geht dahin, wo er hingehört, es dauert ewig, aber ich bin dankbar, dass diese Ladung immerhin nicht auf meiner Hose gelandet ist.
Als ich zurückkomme, begrüßt mich freudestrahlend der Große: „Mama, ich hab was gemalt!“ Ach ja? Hier? In der LPG? Wo genau? „Daaa!“ – er zeigt auf die Bistrobank, auf die er mit Hilfe einer reifen Erdbeere schöne, runde Linien gemalt hat. Zehntelsekunde Nervenzusammenbruch. Dann Lachen. Mama sein. „Schatz, das ist eine schöne Malerei, aber definitiv an der falschen Stelle. Erdbeere-auf-Bank ist keine gute Idee. Das klebt. Komm, wir machen das weg.“ Gottseidank sind die Dinger mit Plastik bespannt.
Ich knie gerade, eine nasse Serviette in der Hand, neben meinem chaotisch in die Kiste gestopften Einkauf und einem diskutierenden Dreijährigen und mit dem halbnackten Baby auf der nassen Hüfte vor der beschmierten Bank, als mir auffällt, wer da neben uns am Zeitungsständer steht. Die Frau, die gerade rückwärts aus dem Bad gegangen ist. Sie wirft mir einen Blick zu, den ich lieber nicht deute.
Yeah. Windelfrei rocks! 😉
(„Die Moral von der Geschicht‘? Windelfrei-Mutter, hetze nicht!“ Ich hätte einfach beim ersten Mal abhalten länger warten oder es nach 3-5 Minuten noch einmal mit Ruhe anbieten sollen. Dann wäre sie nämlich „leer“ gewesen. Nicht genug Ruhe und Zeit ist bei uns derzeit der häufigste Grund dafür, dass sie nicht macht und mich dann später überrascht.)
Windelfrei…
…sagte ich das bereits? Es ist Sommer, wir haben Splitpants, wir sind Windelfrei. Zu 90% des Tages. 1-2 Unfälle pro Tag, machmal auch mehr. Definitiv Unfälle beim Liegen und Spielen und im Babysitz. Nicht, wie ich anfangs dachte, weil sie sich nicht meldet, sondern weil ich es regelmäßig falsch interpretiere (sie langweilt sich? sie will auf den Arm? Nein – sie muss mal *andenKopfhau*).
Alles schick!
Asia-Topf in groß
Heute morgen erreicht mich eine Mail von Dana, dass es eine Alternative zum Asia-Topf gibt und zwar bei Amazon! Das Donut-Töpfchen von Hoppop ist zwar deutlich teurer (22,98 EUR, der kleine Asia 5,50 EUR), lässt sich aber später auch vom Kleinkind weiter benutzen. Der Einsatz lässt sich laut Amazon herausnehmen und säubern.
Dana schreibt:
Wir haben ihn, seit mein Baby 2 Monate alt war, jetzt ist sie 8 Monate alt und der Topf war jeden Cent wert. Es ist quasi ein vergrößerter Asiatopf, nur gemütlicher und es geht nie etwas daneben wie beim kleinen Asiatopf. Ich meine, es gibt wohl auch eine spezielle Variante für Jungs. Wir haben ihn auch unterwegs immer dabei und Baby muss sich später nicht groß umgewöhnen, weil es mit dem weißen Ring ein vollwertiger Topf ist. Selbst meine Große (3einhalb) hat ihn schon benutzt, als die Toilette besetzt war. 😉
Danke, Dana!
Abhalten nachts – so zahlt sich’s aus
Ja, ich weiß, nachts abhalten klingt anstrengend, lästig, überflüssig, doof….
Ich weiß, ich weiß. Ich kann trotzdem nur alle dazu motivieren. Bei uns zahlt sich’s gerade mal wieder aus.
Die Situation: Der Große kommt manchmal abends so müde nach Hause, dass er nicht mehr auf die Toilette gehen will oder schlicht im Auto schon eingeschlafen ist. Ich muss nicht erwähnen, dass mein Dreijähriger es selbstverständlich strikt ablehnt, abends Windeln anzuziehen, geschweige denn sich im Schlaf eine anziehen lässt. Was also tun?
Ohne windelfrei hätte ich ständig ein nasses Bett. Und das ist bei einem Dreijährigen nicht witzig, wie wir alle schon erfahren durften. Aber da er ein windelfrei-Kind ist, halte ich ihn einfach ab, wenn ich ins Bett gehe – so wie ich es mit ihm als Baby auch gemacht habe. Er wacht dabei kein bisschen auf, er liegt schlafend in meinem Arm, lässt sich über die Schüssel bugsieren, pieselt beim Signallaut und schläft weiter, wenn ich ihn wieder hingelegt habe.
DAS soll uns mal jemand nachmachen :).
Morgentoilette
Ich habe in den letzten Wochen immer gedacht: Schade. Der Große hatte morgens einen so regelmäßigen Rhythmus mit den „großen Sachen“, das war viel einfacher. Die Kleine macht morgens nur „klein“ und das Große dann irgendwann – meistens dann, wenn ich nicht damit rechne.
Das ist ungewöhnlich. Die meisten Windelfrei-Kinder machen morgens ihr großes Geschäft und das zuverlässig und regelmäßig. Warum ging das jetzt plötzlich nicht?
Möglicherweise habe ich die Ursache dafür jetzt gefunden. Sie ist unglaublich simpel: Es ist einfach zu spannend auf unserer Toilette für ein 4-Monats-Baby! Während ein größeres Kind ja Abwechslung braucht, scheint meine Kleine so beschäftigt zu sein, dass sie sich weder konzentrieren noch entspannen kann. Und womit beschäftigt? Ich habe keine spannenden Spielsachen dort zu hängen. Nein, es ist viel einfacher, nämlich das hier:
Der Bademantel vom Mann und sein Handtuch. Alles mit Mustern, die ein kleines Baby vollkommen faszinieren können. Heute morgen hab ich sie mal weggehängt und – zack! ihr ahnt es.
Ich muss schon wieder schmunzeln. Es gibt soviele Dinge, die Babys und Kinder sehen, die uns schon gar nicht mehr auffallen… als ich es aus „Babyperspektive“ fotografierte, fiel es mir auch auf: das Muster ist wirklich schön, wenn man es so ansieht…
Windelfrei nachts – so viel!
Tralalalaa…manchmal ist man ja schon ein bisschen – pietätlos…also…ich, die Windelfrei-Mama vom Dienst, ich hab das mal gemessen. Wieviel da so morgens im Asia-Topf ist. Beeindruckend, sage ich euch. Fand ich. Es sind im Schnitt schlappe 150 ml (von zwei Mal Abhalten). Ich find das viel. So ne kleine Person und sooo eine Blasenkapazität. Liebe Kinderärzte, ihr dürft jetzt…ach, was wiederhole ich mich…
😉
Meine Windelfrei-Präsentation
Prezi – mein neuer Präsentationsfund. Bin noch am üben…
Heute! Babywelt-Messe! Hamburg!
Wie schon erwähnt, bin ich heute mit Windelfrei auf der Babywelt-Messe in Hamburg.*Lampenfieber hab*
🙂
Windelfrei nachts – so geht’s
Wie macht man denn windelfrei nachts? Hier meine Tipps zum Anfangen, eine Warnung vor der Still-Abhalte-Falle und die absolute Vorbedingung für nächtliches Windelfrei: Genug Schlaf.
Nachts gilt ja als total schwierig und „Und was machst Du nachts?“ – ist die Klassiker-Frage. Dabei sagt jede Windelfrei-Mama, die ich kenne, dass nachts total einfach ist. Auch Babys pinkeln nicht zehn, sondern vielleicht zwei oder vier Mal. Und nur, wenn sie wach sind. Und meistens beim oder nach dem Stillen. Eigentlich total einfach, zu wissen, wann sie müssen. Und eine prima Gelegenheit, Bettnässen vorzubeugen und den kleinen Po mal zu lüften, wenn tagsüber Windel angesagt ist.
Auch eine gute Vorbereitung für Fiebernächte! Mit Fieber mag ich meine Kinder nicht in heißen Windeln haben, da sie dann nächtliches Abhalten gewöhnt sind, können sie sich immer viel entspannter gesund Schlafen. Und bei uns hat es sich jetzt beim Großen nochmal bewährt: Als er mit Ankunft des Geschwisterchens nachts wieder alles nass machte, habe ich ihn einfach auch wieder mit abgehalten. Er kannte es ja, er wacht dazu nicht einmal auf.
Meine Tipps für Windelfrei nachts:
Neben dem Bett sollten stehen: Asia-Topf und/oder andere Schüssel, kleine Handtücher, ein großes Handtuch (falls man richtig viel danebengeht), Stoffwindeln.
Wie fängt man an? Fangt an mit einer Stoffwindel. Zieht dem Säugling eine Stoffwindel an und immer wenn ihr stillt oder sonstwie wach seid, checkt mit der Hand kurz, ob sie nass ist. Ist sie nass, dann wechseln (einfach ne längs gefaltete Stoffi in die Hose legen oder mit dem Wolle/Seide-Body festknöpfen oder in die Wollüberhose, dann ist sie leicht zu wechseln).
So merkt ihr schnell, wann und wie oft eurer Baby macht. Fast alle Babys haben nachts einen festen Rhythmus, z.B. immer beim ersten Stillen gegen zwölf und dann morgens um fünf wieder oder ähnlich. Sobald das klar ist, könnt ihr das Kind dann zu diesen Zeiten immer abhalten. Und dann irgendwann die Windel einfach weglassen, ohne ist es einfach einfacher.
Vorsicht vor der Still-Falle: Wenn das Baby daran gewöhnt ist (oder es verlangt), dass es zum Abhalten immer gestillt wird, gerät man schnell in einen Teufelskreis: Baby muss eigentlich nur mal, wird beim Abhalten aber gestillt, hat den Magen wieder voll, die Milch wandert hindurch und nach zwei Stunden muss Baby wieder… so kann man ganze Nächte verbringen und ständig oben rein- unten raus spielen. Das wird anstrengend. Mein Tipp: Versucht, schon dem Säugling beim Abhalten nicht die Brust anzubieten und schaut, ob er ohne oder mit nur kurzem Stillen hinterher wieder schläft. Dann ist der nicht wieder „voll“. Wenn ihr merkt, dass ihr im Still-Abhalte-Kreislauf seid – aufhören. Wickeln. Schlafen.
Schlaf hat Priorität.
Später nochmal versuchen. Kind abdocken versuchen. Oder nicht übern Topf abhalten, sondern nur ein Handtuch oder ne Stoffi zum Auffangen nehmen (Matthias Stulz hat erzählt, dass er das so macht, bei uns klappt das nie fleckenfrei, aber bei uns klappt Topf).
Manche Babys weinen, wenn man sie nachts abhält – wenn sie danach nicht wieder einschlafen, auch Abhalten besser einstellen. Schlafen ist wichtiger!
Absolute Vorbedingung: Mamas muss ausgeschlafen sein.
Sobald ich übermüdet bin, „verschlafe“ ich ihre Signale, ihr Strampeln, ihre Unruhe nachts, mit der sich ein Pipi ankündigt. Also muss ich genug geschlafen haben, damit es überhaupt funktionieren kann. Habe ich das nicht, bekommt sie eine Windel an – wenn ich es dann verpenne, ist das Bett nicht nass. Auch gut: Matratzenschoner. Wenn mal was danebengeht (bei uns fast immer ein paar Tropfen, ich krieg das nachts mit dem Asia nicht hin…), machts der Matratze nix und dann kleines Handtuch drüber und weiterschlafen…riecht ja nicht.
(Hab ich wirklich geschrieben, „Mama muss ausgeschlafen sein“? Ausgeschlafen? Mit einem Säugling oder gar zwei oder drei Kindern? Wie das gehen soll? Ich habe keine Ahnung…korrigiere also: Mama sollte in einem Zustand kurz vor statt kurz nach der totalen Erschöpfung schweren Übermüdung sein!)
Uh – bin ich müüüüüde….*gähn*….gute Nacht allseits! Lasst uns wissen, wie ihr es macht und wie es klappt, ja?



