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Windelfrei – Elevator Pitch

Man kann Windelfrei auch in 2 Minuten erklären, wie beim Elevator Pitch, und dabei alle grundlegenden Infos rüberbringen, glaube ich. Gestern sah mir eine türkische Familie dabei zu, wie ich die Kleine an einem Baum am Straßenrand abhielt. Wie sich herausstellte, waren es Mutter, Großeltern, Tante und 3-Monate altes Baby.

„Macht dein Baby da an einen Baum?“, fragte die Tante.

„Ja.“

Die Mutter mit dem Baby auf dem Arm lachte:

„Das ist ja toll! Ich wollte damit auch anfangen, aber erst, wenn sie zehn Monate alt ist.“

„Naja, man kann eigentlich jederzeit damit anfangen.“

„Und woher weißt Du, wann sie muss?“

„Sie müssen eigentlich fast immer, wenn sie aufwachen. Und wenn man sie nach jedem Aufwachen abhält, hat man bei einem Baby so klein wie deines ja schon vieles, was nicht in die Windel geht. Und wenn sie dann das Abhalten kennen, kannst Du es auch sonst mal anbieten, so etwa oder so (ich zeigte zwei Abhalte-Haltungen für so kleine Babys). Wenn sie aus der Trage rauswill zum Beispiel, dann muss eine Kleine auch immer. Oder bei oder nach dem Stillen.“

Und was sagt sie? Sie guckt weder entsetzt noch verwundert. Sie sagt einfach nur ganz ernst:

„Das ist ja super! Das probiere ich mal aus.“

🙂

Jetzt gehts los: Regelmäßige Tipps etc.

Liebe Leser,

so, es wird nach drei Jahren mal Zeit, Ordnung in die Blog-Woche zu bringen. Ich habe mir folgendes für euch ausgedacht.

Montags gibt es jetzt immer das Montags-Mama-Mantra. Kleine Weisheiten, die durch den Alltag (mit Kindern) helfen.

Mittwochs schreibe ich einen Test oder eine Rezension (spannende Produkte? Bücher? Ihr wollt etwas rezensieren? Wunderbar, schickt mir eine Mail :))

Freitags stelle ich die Parenting-Card der Woche Woche ein. Das sind Karten, die man auf Naturalchild.org kaufen kann und die ich einfach großartig finde.

Dienstags und Donnerstags natürlich weiterhin hoffentlich spannende Windelfrei-Berichte, Nachdenkliches, Praktisches, Lustiges. Und am Wochenende – mal sehen. Was halt so angeschwemmt wird hier bei mir am Windelfrei-Strand.

Herzlich,
Eure Nicola

Windelfrei im Kindergarten

Es bleibt nicht aus: Ich hole den Großen aus der Kita ab und genau da muss die Kleine mal und ich halte sie ab – auf der in unserer Kita leicht einsehbaren Kindertoilette. „Trägt sie keine Windeln?“ – mittlerweile wissen alle Erzieherinnen und einige Mütter, dass unser Baby keine, bzw. fast keine, Windeln trägt. Im Moment fällt es natürlich extrem auf, da wir durch das gute Wetter oft noch im Kita-Garten sitzen, weil der Große noch spielen will und weil sie bei der Hitze praktisch keine Windeln mehr anhat.

Gestern sprach mich dann eine Erzieherin nochmal drauf an. Wie ichs mache, warum ichs mache. Und dann:

„Aber bis drei Jahre können sie das doch gar nicht kontrollieren!“

Ich hatte mir ganz fest vorgenommen auf solche und andere Repliken immer erstmal zu fragen, woher die Leute ihre Infos haben. Ich habs leider wieder nicht geschafft. Ich hab mir aber immerhin verkniffen, zu sagen, das sei ein Mythos (obwohl ich das mittlerweile glaube, aber ich kanns halt nicht beweisen).

Ich hab ihr stattdessen umständlich sowas gesagt wie: „Naja, ich weiß, aber sie wartet, bis man sie abhält, sie meldet sich, sie pinkelt, wenn ich es anbiete, sie hält an, wenn sie erschrickt und macht weiter, wenn man es danach nochmal anbietet…also ich kann das nicht bestätigen…“

Ich vergesse immer wieder, dass das die Info ist, die alle haben: Bis drei geht das nicht. Mir kommt das mittlerweile so weit weg, so altmodisch, so fern vor…so wie Wissen aus einer anderen Zeit. Ich kenne so viele Mütter, bei denen es anders ist, ich habe jetzt zwei Kinder, die warten, signalisieren, bei „jetzt kannst Du“ machen – lange vor dem dritten Lebensjahr und ohne Zwang oder Druck, sondern von sich aus.

Eigentlich kann ich gar nicht glauben, dass es nicht längst schon alle anderen auch wissen. Sind es nur die älteren Semester, die das „noch“ gelernt haben oder lernt man das an der Uni immer noch? Wer lehrt das eigentlich? Wo steht das? Auf welcher Grundlage wurde das in die Lehrbücher aufgenommen? Lauter Fragen, die mich beschäftigen, aber ich weiß nicht wo (und wann…) ich nachschauen soll…

Was ich schön finde: Niemand in unserer Kita findet windelfrei abartig oder gefährlich oder macht sich Sorgen. Alle sind mehr oder weniger interessiert und offen. Das erleichtert mich sehr. Am Anfang habe ich eher versucht, niemanden unsere Abhalterei merken zu lassen.

Was sie möglicherweise beruhigt ist, dass der Große ja ganz normal ist, obwohl ichs mit ihm auch schon gemacht habe ;).

Test Ulrich Natur Fleckensalz

Stoffwindeln werden grau. Da ist nix zu machen. Besonders, wenn man gerne mit Waschnüssen oder sonstwie ökologischem Kram wäscht. Das ist zwar total PC, aber der Kram wird einfach nicht schöner.

Aber dann kam es – das Testpaket von Ulrich Natur. Und mit ihm das Ulrich Natur Fleckensalz.

Fleckensalz

Fleckensalz? Nie gehört (kein Scherz)… Also erstmal die Gebrauchsanleitung gelesen, drei Esslöffel davon in die helle Wäsche.

Fleckensalz in Maschine

Und – staunen. Kein Scherz. Klingt total hausfrauig, aber ich hab echt gestaunt – das Zeug wird weißer. Mittlerweile habe ich die Sachen ein paar Mal damit gewaschen und die Sachen leuchten richtig. Nicht nur die Stoffwindeln, sondern auch solche Dinge wie weiße Röcke – oder weiße Hemden. Schwer zu fotografieren…

Laut Ulrich Natur, funktioniert das so: „Besteht aus Natriumpercarbonat, das in Verbindung mit Wasser in bleichenden, keimtötenden Sauerstoff
und Soda zerfällt.“. Kommt in der 1kg Dose oder 1 kg Nachfüllpack.

Prädikat: Funktioniert. Und total öko. Prima! Preis ca. 7 EUR/Dose.

"Wir sind begeistert!"

Es gibt kaum entsetzte Blicke, wenn wir das Baby abhalten. Eigentlich fast nie – außer wenn es schief geht so wie kürzlich in der LPG. Die meisten Menschen sind sehr positiv, manche interessiert. Und gestern waren sogar zwei Frauen (etwa Mitte 40? so schwer zu schätzen) ganz angetan:

„Wir haben schon gesehen, sie ist ohne Windel?“

„Ja.“

„Wir sind begeistert, das ist wirklich toll, bei der Hitze muss das mit den Windeln auch schrecklich für die Babys sein!“

Ja, das denke ich auch oft, dachte ich…und sie fuhr gleich fort:

„Wir haben früher ja auch früh versucht, abzuhalten. Wir hatten halt Stoffwindeln, die wir waschen mussten. Wie machen sie das denn?“

„Naja, ich halte sie halt ab, wenn sie muss, nicht nach Zeitplan oder so.“

„Und woher wissen sie, wann sie muss?“

„Wenn sie geschlafen hat oder wenn sie aus der Trage raus will, muss sie eigentlich immer. Und dann noch so 1-2 Mal zwischendurch.“

„Toll! Na dann weiterhin alles Gute!“

Hach, da gings mir gleich gut. *freu*

Schlechte Laune = Windel? Vorsicht!

Wenn das Baby – oder die Mama – einen schlechten Tag hat, schlechte Laune, Kind zahnt, Kind hat Bauchweh, Schnupfen, Mama in Eile – was auch immer – dann greift vielleicht die eine oder der andere gerne mal auf die Wegwerf-Windel zurück. Ich mach das auch. Immer wieder. Und ich bereue es jedes Mal.

Denn dann passiert folgendes:

Baby hat schlechten Tag. Also lieber Windel anziehen. Baby meckert. Ich denke: „Ja, ich weiß, schlechter Tag heute.“ Baby meckert weiter. Ich denke: „Wow, du hörst ja gar nicht auf zu meckern, wirklich, wirklich schlechter Tag…“ Baby will aus der Manduca/dem Tuch raus. Ich denke: „Uff, nicht mal in der Trage fühlst Du dich heute wohl? Wirklich schlechter Tag…“ Sie will nicht spielen? Ihr ahnt es, ich denke…. naja und erst wenn sie das dritte oder vierte, fünfte Mal richtig schimpft, kapiere ich: Mist, sie muss mal!! Sie schimpft, weil sie mal muss! Halte sie also ab. Packe sie wieder in die Windel. Eine Weile Frieden. Dann geht das Spiel von vorne los.

Seufz. Das ist mir schon so oft passiert. Ich sollte einfach NIE denken, dass sie einen schlechten Tag hat. Dann wird der Tag nämlich „schlecht“, weil ich ständig verschlafe, wann sie mal muss und sie das wirklich nicht witzig findet und dann viel meckert. Und ich bin dann ständig frustriert, weil ich nicht weiß, warum sie nicht ruhig stillt/ nicht spielen will/ aus der Trage raus will. Dabei will sie mir einfach nur sagen: Mama, bitte halte mich ab. Und wenn ich das dann endlich mache, stillt sie ruhig, spielt, bleibt entspannt im Tuch (und schläft ein). Aber wenn sie eine Windel anhat, denke ich zu oft nicht dran- schon gar nicht, wenn ich an den „schlechten Tag“ glaube.

Selbsterfüllende Prophezeihung par excellence – geht das euch mit euren Babys auch manchmal so?

Windelfrei – so gehts nicht III

Einen hab ich noch – wo ich immer wieder strauchele, weil es „nicht klappt“:

Zum Beispiel nachts.
Wenn sie ohne Windel ist – was sie oft ist – und ich das erste Abhalten verschlafe, dann aber aufwache, wenn das Bett nass wird. Handtuch drauf, weiterschlafen. Jetzt ist sie ja leer. Zweites Mal stillen, weiterschlafen, sie ist ja leer. Klappt. Drittes Mal stillen, jetzt muss sie sicher, Topf drunter, nee, sie macht nicht, schläft weiter, okay, weiterschlafen. Nicht einschlafen. Beim nächsten Mal stillen so müde sein, dass ich erst total spät an den Topf denke – Bett nass. Nerv. Oder noch besser: Topf druntergehalten, Baby hat artig reingemacht und dann Topf umgekippt. Yeah. Was mir auch gerne passiert, ist ein falscher Anstellwinkel, so dass nachts die Hälfte in den Topf geht -und die andere Hälfte hinten raus. Ich werde nie verstehen, was da passiert, habe jetzt aber vier Euro in eine größere Schüssel investiert, der Asia überfordert mich nachts einfach (klappt das bei euch?).