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Wenns nicht "klappt"…

Es ist Sommer, wir windelfrei’en hier fröhlich vor uns hin. Dennoch gibt es auch bei uns Tage, da bin ich nicht auf „on“. Kopf voll, im Grübeln, schreiben, der Große braucht mich – tausend Gründe können es sein. Dann hilft mir immer, mich einfach an die Standardsituationen zu halten: Nach dem Schlafen, nach dem Stillen und wenn sie unbedingt aus dem Tragetuch raus will. Und den Rest überlasse ich entspannt der Windel.

Wenn ich höre, dass Mütter mit Windelfrei aufhören, dass sie vielmehr damit aufhören, ihr Baby abzuhalten, dann denke ich mir das oft: hört nicht auf – hört nur auf, es kompliziert zu machen!

Mein Tipp für alle, die derzeit an der Intuition etc. total verzweifeln: Standardsituationen. Einfach regelmäßig, für das Baby verläßlich die Standards anbieten und sich ansonsten „voll krass total entspannen“, wie das hier nebenan in Neukölln so schön heißt ;).

Dann kann man weiter machen und es wieder ausbauen, wenn man gerade Zeit und Lust hat – oder im Urlaub ist…*sehn*

AFS-Kongress: Windelfrei-Kurs und Shopping

Bin seit gestern zurück vom AFS-Kongress, der dieses Jahr wieder mit spannenden Kursen und hochkarätiger Besetzung aufwarten konnte (u.a. war Gonzales da, Autor von In Liebe wachsen). Ein tolles Treffen – lauter interessante Menschen mit glücklichen Kindern in Tragen, Tüchern und auf Armen.

Liane und ich haben einen dort Windelfrei-Workshop machen dürfen und es hat riesig Spass gemacht – Dank Liane und unseren tollen Teilnehmerinnen sowie unseren zwei Windelfrei-Babys, die während unseres Workshops völlig unbeeindruckt und entspannt im Tragetuch schliefen (meine), am Beamer-Kabel zogen (Lianes Junge) und regelmäßig in die Asia-Töpfchen pieschten. Großes Kino.

Außerdem habe ich Matthias Stulz von ohne-windeln.de getroffen, er war als Ehrengast auch beim Workshop. Begeistert war mein Windelfrei-Mama-Herz auch von seinem Messestand, wer nicht dabei sein konnte, dem kann ich seinen Shop empfehlen, da gibts lauter tolle Dinge, die man sonst selten (oder im Falle der exklusiv für sie angefertigten Trainerhosen: gar nirgends) sieht. Hab gleich zwei erstanden :). Er hat mir versprochen, dass sie demnächst auch Splitpants anbieten, aber dank Eva und Julia bin ich ja schon großartig versorgt!

Und jetzt muss ich dringend: Schlafen. 2x über 5 Stunden Zugfahrt nach Köln mit zwei kleinen Kindern hat mich geschlaucht. Aber seitdem bin ich wieder sehr motiviert und die Kleine gut zu 90% windel- und backupfrei, weil es einfach großartig klappt.

Life is good!

Windelfrei!

Wir sind hier übrigens Windelfrei – zumindest immer dann, wenn es schön warm ist. Ich bin eigentlich eine richtige Schönwetterwindelfrei-Mama. Sonne motiviert mich: Unser Baby trägt Splitpants, signalisiert super, ich halte sie viel ab, Unfälle trocknen in der Sonne. Wir haben jetzt schon erste halbe Tage mit trockener Stoffwindel. Nach dem Schlafen macht sie fast immer.

Stand: Das Kind ist jetzt drei Monate alt und einfach viel, viel kräftiger. Jetzt kann man sie richtige abhalten. Sie kennt das Prinzip. Sie meckert laut, schrill und ansatzlos – wenn klar ist, dass sie weder müde noch hungrig sein kann, wissen auch Vater und Oma schon, dass die Kleine jetzt mal muss.

Es ist eigentlich so einfach. So unglaublich einfach. Und muss ich dazu sagen, dass sie nie wund ist, wir keine Feuchttücher brauchen und auch keine Cremes etc.?

🙂

Windelfreistreik – und jetzt?

Heute erreichte mich über Facebook eine Nachricht von einer Mama, deren Kind streikt. Er lässt sich einfach nicht mehr abhalten.

Das Thema taucht immer wieder auf: (Chaos, Pannen, Papa-Blicke, Windelfreistreik – was tun? und „Streik und schon vorbei„) und andere Mamas haben hier schon erzählt, dass z.B. bei J. nach 1 Jahr (!) der Pinkelstreik endlich beendet war, auch bei Kati gabs mal einen Pinkelstreik und Claudias Tochter hat windelfrei irgendwann komplett verweigert.

Streik gehört dazu. Aber es ist doof – was also tun?

Zuerst wäre mein Rat: Entspannen. Loslassen. Wickeln. Wenn das Kind nicht will, will es nicht und zu EC gehören nun mal zwei. Und es sagt überhaupt nichts über eure Qualität als Mutter aus, ob das jetzt klappt oder nicht!

Was bei uns bisher immer geholfen hat und was man auch immer mal wieder hört, ist Abwechslung. Das kann heißen: Neue Position, neuer Ort, neue Stadt, neuer Mensch, neues Bild im Klodeckel, neues Toilettenlied. Einfach mal im Stehen oder im Sitzen, draußen am Baum oder bei einer Freundin, vor einem Spiegel oder alleine in der Wanne stehend probieren. Häufig sind Streiks ein Zeichen dafür, dass das Kind entweder mit etwas anderem beschäftigt ist (Krabbeln, Laufen, Sprechen lernen z.B.) oder eine Selbstständigkeits-Schub hat. Beides ist ja an sich klasse. Jetzt nur nicht nervös werden. Es wird alles gut.

Ist das Kind einfach abgelenkt, kann man wickeln und entspannt warten, bis es wieder vorbei ist. Ist das Kind gerade auf eine neue Stufe der Selbstständigkeit geklettert, kann man versuchen, ob auch das Windelfrei mitklettern kann – mehr Selbstständigkeit anbieten. Also alleine ausziehen oder alleine pieschern oder so möglich? Super, probiert das. Vielleicht im Stehen in der Dusche? Jetzt, da es warm ist, auch mal nackig draußen? Lasst eurer Phantasie freien Lauf. Bei uns z.B. durfte die Oma oft, was ich nicht mehr durfte. Kann mal jemand anders das Kind abhalten? Wenn davon etwas klappt – super. Wenn nicht: Entspannen. Es hilft ja nix. Ohne Kind gehts eben nicht (und das ist auch gut so).

Ich erinnere mich, bei Jean Liedloff gelesen zu haben, dass die Yekana ihre Kinder „vor die Hütte jagen“, wenn sie plötzlich lospinkeln. Liedloff bemerkt dazu, dass die Kinder bis dahin schon soviel Liebe erfahren haben, dass das „Hinauswerfen“ ihren kleinen Seelen nichts ausmache. Mein Gedanke dazu: Streik tritt meistens ein, wenn sie selbstständiger werden, also krabbeln oder laufen können. Dann ist es natürlich super, wenn man dem kleinen Streik-Kind, nennen wir es vielleicht das Selbstständigkeits-Kind, einfach sagen kann: Okay, Du willst nicht mehr mit Hilfe, super, dann mach aber bitte draußen vor der Hütte!

Wer starke Nerven, eine gute Beziehung zu seinem Wischmop, einen Garten oder ein Bad mit Abfluss hat, kann es theoretisch ähnlich machen: Das Kind unten ohne lassen, nur mit Babylegs und Hausschuhen oder nackig, und dann wie einen jungen Hund immer beim Lospieseln an den Ort bringen, an dem es darf (Bad, Dusche, Gartenecke etc.). Das ist allerdings im Moment eine theoretische Überlegung, eine Idee. Hat es schon mal jemand so versucht? Wenn es bei uns soweit ist, probiere ich das auf jeden Fall aus.

Wir hatten Glück und haben alle Streiks mit Entspannung, Windeln und immer-mal-wieder-anbieten „durchgestanden“. Wir sind nie zu Vollzeitwickeln auf Dauer zurückgekehrt. Ich habe immer mal wieder das Abhalten angeboten und irgendwann ging es einfach wieder. Aber ich kenne auch andere Geschichten, von Kindern, die dann einfach nicht mehr mitgemacht haben. Warum auch immer – man erspart sich und dem Kind viel Stress, wenn man das irgendwann akzeptiert.

Meine Empfehlung nochmal in Kürze:

– Wickeln
– neue Positionen oder Orte oder Lieder oder Personen
– Abhalten zu Standardzeiten anbieten, wenn die Blase vorr. voll ist (vor allem morgens nach dem Schlafen)
– Mehr Selbstständigkeit ermöglichen
– Entspannen, entspannen, entspannen.

Und: Laurie Boucke, TopfFit lesen. Das motiviert ungemein. Allen gerade Streik-geplagten alles, alles Gute!!

(Danke an S. für deine Frage!)

Windelfrei – yeah

Kurzes Update von uns: Wir sind jetzt voll im Windelfrei-Modus. Sie macht große Sachen fast ausschließlich „außerhalb“, hat häufig Windeln an, aber die bleiben auch häufig trocken. Wir brauchen ca. 2-3 Windeln auf 24 Stunden, manchmal weniger. Sie weiß jetzt, worum es geht. Wenn sie meckert und satt, ausgeschlafen und auch sonst nicht verärgert ist, ist es 90%ig Pipi machen. Sie sagt es richtig wütend an ;). Beim Stillen dasselbe – wenn sie Hunger haben müsste, aber partout nicht stillen will (und nicht müde ist), dann muss sie mal. Hinterher stillt sie ganz entspannt. Ich mach grad Fotos von unseren Windelfrei-Klamotten – folgen!

Seit heute sind nämlich die ersten Splitpants da – DANKE an Eva!

🙂
nic

Windelfrei: Die "erster Tag"-Regel

Es gibt immer einen ersten Tag, an dem man etwas Neues macht.

Angeblich existiert eine Studie, die besagt, dass man 21 Tage braucht, um eine alte Gewohnheit durch eine neue Gewohnheit zu ersetzen – vielleicht ist es nur eine urbane Legende, die sich im Internet alle zu eigen machen. Aber ob es nun sieben oder siebenundvierzig Tage sind – eins bleibt gleich:

Es gibt immer einen ersten Tag, an dem man eine alte Gewohnheit durch eine neue ersetzt. Und von diesem Tag an muss man eigentlich nix machen außer üben, Spass haben, dranbleiben. Mit Windelfrei ist es genauso. Natürlich ist man nicht von heute auf morgen von Voll-Pampers auf Teilzeit-Windelfrei oder Windelfrei. Aber wenn man sich nicht überwindet und gar nicht erst anfängt, dann kommt man auch nicht dorthin. Wenn es keinen ersten Tag gibt, gibt es auch keinen zweiundzwanzigsten.

Wenn Du also gerade überlegst, ob windelfrei nicht eine gute Idee wäre, lass dies der erste Tag sein! Heute. Einfach mal so. Wenn dein Baby aus dem nächsten Nickerchen aufwacht. Einfach mal abhalten. Und dann vielleicht nach dem nächsten Nickerchen nochmal. Und nochmal. Und irgendwann stellst Du fest: Hey, das damals war der erste Tag, an dem ich es probiert habe. Und jetzt ist es schon Gewohnheit, dass mein Baby nach dem Schlafen ins Töpfchen machen darf. Und ich zieh ihm zum Schlafen schon keine Windel mehr an, weil es ja im Schlaf nicht macht und nach dem Aufwachen wartet, bis ich es abhalte.

Und schwups – schon ist man mal eben den halben Tag windelfrei. Und eine neue Gewohnheit hat eine alte ersetzt. Herzlichen Glückwunsch!

Zurück und – windelfrei!

Wir sind zurück in Berlin! Und wir sind windelfrei. Ich weiß auch nicht, zwei Tage nach unserer Rückkehr fing ich an, sie nach dem Schlafen regelmäßig abzuhalten. Ihr keine Windeln mehr anzuziehen, sondern Hosen, die ich leicht hoch -und runter ziehen konnte zum Pieschern. Und so nahm es seinen Lauf. Wir sind nicht Vollzeit-Windelfrei, aber wir halten wieder regelmäßig ab und wenn der Große vormittags in der Kita ist, denke ich schon gar nicht mehr ans Wickeln, es geht ja auch so. Unfälle – ca. 1 am Tag. Pampers: Ca. 1 am Tag, vor allem dann Nachmittags aufsm Spielplatz draußen (obwohl wir dann dort auch abhalten, derzeit scheint ja gnädig die Sonne).

Klasse. Es macht immer noch Spass. Und die Kleine macht auch schon, wenn sie gar nicht so „voll“ ist – sage mir nochmal einer, die können die „Miktion nicht einleiten“, wie mir ein Kinderarzt letztens erklärte. Klar können sie. Ich kann nur nochmal auf den Aufruf zur Studie hinweisen – danke an alle, die sich bisher gemeldet haben!

🙂