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Windelfrei-Streik – was tun?

Streiks gehören dazu. Mich erreichte gerade eine Mail von einer Streikgeplagten Windelfrei-Mama. Ihre 10 Monate alte Tochter protestiert, weil sie nicht abgehalten werden will, macht dann aber kurz darauf in die Mullwindel. Selbst der Standard nach dem Aufwachen klappt nicht mehr.

Mein erster Rat: Macht eine Pause. Entspannt euch. Nutzt Mullwindeln und Pampers und freut euch, dass es sie gibt ;).

Bei uns waren solche Streiks manchmal genauso schnell vorbei, wie sie gekommen waren und einfach eine Info von meinem Kind, dass gerade wichtigere Dinge im Kinderkopf vonstatten gingen. Das ist auch immer meine erste Frage gewesen: Passiert gerade etwas Wichtiges? Hat es von Außen eine Veränderung gegeben (Besuch, Reise, neues Spielzeug, sonstige Aufregung) oder lernt das Kind gerade Drehen, Krabbeln, Laufen, Sprechen? Als ich feststellte, dass Streiks immer auf einen Lernschritt hinwiesen, freute ich mich manchmal schon drauf, dass jetzt „etwas Neues“ kommen würde und war dann während des Wickelns freudig gespannt, was das wohl sei :). Natürlich hab aber auch ich immer nach Wegen gesucht, um das Wickeln wieder loszuwerden.

Bei uns hat häufig geholfen, für Abwechslung zu sorgen.

Also: Anderer Ort, andere Position (Hocken, Liegen, Stehen, was halt schon geht und bequem für alle ist), ein neues Spielzeug, ein neues Bild im Klodeckel, ein neues Bilderbuch. Oder einfach mal draußen statt drinnen, über einem anderen Topf, überm Waschbecken statt überm Bad etc. Lasst eurer Phantasie freien Lauf!

Das Wichtigste ist: Bleibt entspannt. Es wird sich wieder einstellen. Man wickelt und fragt sich schon, ob dieser Windelfrei-Kram doch nur Quatsch ist und plötzlich hat man dann das Gefühl, Mensch, ich könnte es ja mal wieder probieren und schwups läufts wieder :). Und noch etwas Tröstliches: Meistens läuft es hinterher noch viel besser als vorher!

Reflux – die unbekannte Speikrankheit

Die aktuelle Ausgabe von Kidsgo beschäftigt sich unter anderem mit Reflux und bringt mich dazu, auch selbst mal wieder dieses Thema zu recherchieren. Reflux ist im Prinzip das, was wir als „Sodbrennen“ bezeichnen würden. Es fließt Magensäure die Speiseröhre hoch und das tut sehr weh.

Allgemeine Infos dazu findet man unter Wikipedia und auf der Seite einer betroffenen Mutter (Englisch). Dr. William Sears beschäftigt sich online ebenfalls mit Reflux allgemein und Reflux als unerkannter Grund für nächtliches Aufwachen. Der Netdoktor hat ebenfalls eine Seite dazu.

Sears schreibt zu der Krankheit, dass „Kolik“ häufig die – falsche- Diagnose ist, die schlicht heißt: „Wir wissen nicht, was los ist“ und dass Reflux eine Ursache für unklare Schmerzen und anhaltendes Schreien sein kann.

Hinweise auf möglichen Reflux sind: Plötzliche Schmerzattacken, manchmal häufiges Spucken (aber nicht immer), Bauchschmerzen, wachen nachts auf mit plötzlichem Weinen, sind nach dem Stillen unruhig, winden sich in Schmerzen, ziehen es vor, aufrecht getragen zu werden, wollen auf dem Bauch schlafen oder auf einem erhöhten Kissen, sauer riechender Atem.

Ein Reflux-Kind kann einige oder nur wenige dieser Symptome aufweisen.

Was hilft:
– Baby nach dem Essen noch mindestens 30 Minuten aufrecht tragen
– Häufigere, kleine Mahlzeiten und Stillen nach Bedarf
– Baby viel am Körper tragen
– Schreien vermeiden – beim Schreien kommt mehr Magensäure hoch, also besser immer sofort reagieren
– Stillen, gestillte Kinder haben weniger starken Reflux, weil Muttermilch schneller verdaut wird
– Flaschenmilch kann angedickt werden (VORSICHT: das Forschungsinstitut für Kinderernährung rät davon eher ab )
– Reflux-Babys schlafen besser auf dem Bauch, allerdings erhöht das statistisch gesehen die Gefahr des plötzlichen Kindstodes, daher mit dem Kinderarzt darüber sprechen, ob und wie man das Baby z.B. halbhoch lagern kann

Bei unserem Kind ist bis heute nicht ganz klar, ob er Reflux hatte, aber wir hatten einige der Symptome und das war nicht schön. Bei uns haben das hohe Lagern, viel Tragen, nicht Schreien lassen, häufiges Stillen ganz gut geholfen.

Ich wünsche allen Betroffenen viel Kraft, Liebe und gute Besserung!

Windelfrei auf dem Karmakonsum-GreenCamp

Ich hab mich getraut! Karmakonsum macht auf der diesjährigen Konferenz wieder ein Greencamp, auf dem Teilnehmer Workshops anbieten. Und ich hab jetzt einfach mal unter dem Slogan „Just add milk – Eltern 3.0“ das Windelfrei- und Attachment-Parenting-Konzept als Workshop angeboten – hinsichtlich der Frage, was Eltern und Babys an Produkten wirklich brauchen.

Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, denn nach dem 6. Juni werden in einer einwöchigen Abstimmungsphase die Teilnehmer online darüber abstimmen, welche der eingegangenen Ideen realisiert werden (nur 12 Workshops finden letztlich statt) und wer weiß, vielleicht gibt es für das Thema ja genug Interessenten… =) Kommt jemand zur Konferenz? Stimmt für uns!
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Hebammen: Haftpflicht gefährdet Existenz

Der Deutsche Hebammenverband warnt, dass hohe Haftpflichtprämien freiberufliche Hebammen aus dem Beruf drängen. Das bedeutet: Wer eine Hausgeburt will, wird vor allem in ländlichen Gebieten, Probleme kriegen, eine Hebamme dafür zu finden. Und auch in Krankenhäusern könnte es knapp werden, wenn viel mit Beleghebammen, also Freiberuflerinnen, gearbeitet wird.

Müssen Frauen ab dem 1.7.2010 auf Hebammenhilfe verzichten?
Unbezahlbare Haftpflichtprämien bedrohen die Existenz des Hebammenberufes und die flächendeckende Versorgung der Gebärenden.

Ein ausführlicher Artikel dazu hier erklärt die Zahlenwerke:

Ab dem 1. Juli müssen freiberufliche Hebammen, die Geburtshilfe anbieten, 3700 Euro pro Jahr in ihre Haftpflichtversicherung einzahlen. Zum Vergleich: Im Jahr 2003 mussten sie noch 1353 Euro einzahlen – eine Steigerung um 250 Prozent.

Grund sind nicht die häufigen Schadensfälle, sondern dass die Behandlungen, falls etwas schiefgeht, immer vielfältiger, langwieriger und teurer werden.

Am 5. Mai, dem Welttag der Hebammen, wollen die Hebammen eine Online-Peition im Bundestag zeichnen. Infos hier.

USA: Stillen könnte Leben retten – und Geld sparen

Wenn mehr Frauen in den USA stillen würden, könnte das 900 Babys jedes Jahr das Leben retten – und dem Gesundheitssystem eine Menge Geld sparen, behauptet die Autorin einer Studie zum Stillen in den USA, Dr. Melissa Bartick.

Die Studie spricht von 13 Milliarden Dollar, die den USA entgehen, allerdings basiert diese Zahl unter anderem auf den hochgerechneten, lebenslangen Löhnen der Babys. Doch es gibt aus 2001 offenbar einen Regierungsbericht, der ebenfalls davon ausgeht, dass 3,6 Miliarden Dollar eingespart werden können (im Gesundheitssystem, nehme ich an), wenn die Hälfte der Mütter ihre Babies wenigstens 6 Monate voll stillen würde:

„The findings suggest that there are hundreds of deaths and many more costly illnesses each year from health problems that breast-feeding may help prevent. These include stomach viruses, ear infections, asthma, juvenile diabetes, Sudden Infant Death Syndrome and even childhood leukemia.
The magnitude of health benefits linked to breast-feeding is vastly underappreciated, said lead author Dr. Melissa Bartick, an internist and instructor at Harvard Medical School.

Die Leute halten Stillen für eine Entscheidung des persönlichen Geschmacks, aber Bartick erklärt es zu einem Thema der öffentlichen Gesundheitssysteme.

The methods were similar to a widely cited 2001 government report that said $3.6 billion could be saved each year if 50% of mothers breast-fed their babies for six months. Medical costs have climbed since then and breast-feeding rates have increased only slightly.“

Und man erinnere: Die WHO empfiehlt 6 Monate voll stillen und mindestens zwei (!) Jahre weiter stillen, um alle medizinischen Vorteile des Stillens für Mutter und Kind auszuschöpfen.

Müttersterblichkeit in USA hoch

Dieser Tage geht es durch die Zeitungen und Blogs: Noch immer sterben pro Jahr etwa 343.000 Frauen bei der Schwangerschaft oder Geburt ihres Kindes, so neuesten Zahlen einer Studie. Das sind definitiv zuviele:

„Eine neue UN-Initiative will diese Zahl weltweit, vor allem aber in Afrika, Indien, Afghanistan und Pakistan bis 2015 weiter abbauen. „Keine Frau sollte ihr Leben verlieren, weil sie Leben in die Welt setzt“, forderte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Mittwochabend in New York.“ (Quelle: Ärztezeitung).

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Im Jahr 1980 starb – statistisch gesehen – noch fast jede Minute eine Frau an Komplikationen ihrer Schwangerschaft, eine halbe Millionen Frauen weltweit. Vor zwei Jahren waren es schon etwa 180.000 Todesfälle weniger.

Die Frauen sterben, weil sie entweder zu spät Hilfe aufsuchen (z.B. nach illegalen Abtreibungen), zu spät Hilfe erreichen oder zu spät Hilfe erhalten.

In Kanada, Dänemark und den USA ist die Zahl der Tode gestiegen. In den USA stiegen die Zahlen nach Aussage der Studienautoren „enorm“, Amnesty Internationel hat dazu gerade einen Bericht „Deady Delivery“. herausgebracht:

Amnesty International ruft US-Präsident Barack Obama auf, mehr gegen die steigende Zahl von Todesfällen aufgrund von Mutterschaft und Schwangerschaftskomplikationen zu unternehmen. In den USA sind vor allem jene Frauen davon betroffen, die Minderheiten angehören oder in Armut leben.

In Indien und China ist die Müttersterblichkeit gesunken (unter anderem wegen besserer Versorgung in ländlichen Gebieten, wie z.B. bei diesem Projekt hier in Gujarat), in Sub-Sahara-Afrika ist sie nach wie vor am höchsten. Mehr als die Hälfte aller Frauen weltweit, die während Schwangerschaft und Geburt sterben, verlieren ihr Leben in Indien, Nigeria, Pakistan, Afghanistan, Ethiopien und der Demokratischen Republik Kongo. Auch Aids spielt eine Rolle: Ohne HIV, so schätzen die Studienautoren, wären 2008 280.000 Mütter weltweit während Schwangerschaft oder Geburt.

Sichere Schwangerschaft und Geburt sind Chefsache, um die Milleniumsziele der UN zu erreichen.

Die Weltgemeinschaft hatte 2000 beim Millenniumsgipfel in New York beschlossen, Armut und Krankheit in den Entwicklungsländern um wenigstens die Hälfte zu reduzieren und allen Heranwachsenden in diesen Ländern eine Grundschulausbildung zu bieten. Nach UN-Angaben sieht Ban Ki Moon in der Bekämpfung der Müttersterblichkeit die Voraussetzung für die Erfüllung der anderen Millenniumsziele, erläuterte eine seiner Sprecherinnen.

Weitere Infos zu entsprechenden Projekten hier „Partnership for Maternal, Newborn and Child Health“ und hier bei Make Pregnancy Safer (WHO).