Aktuelle Beobachtungs-Bilanz: Bisher nur drei Kinderwägen, keinerlei Tragehilfen außer dem Ergo-Carrier einer Amerikanerin, lauter Kinder jeden Alters, die einfach auf dem Arm getragen werden. Babies häufig in Windeln oder nicht zu erkennen, aber wir waren bisher auch nur in Touristen-Gegenden oder in Großstädten. Keine Flaschen oder Schnuller gesichtet, manche Frauen stillen in der Öffentlichkeit, aber wenige.
Ansonsten wenig Kinder, die weinen, aber auch viele Kinder, die schlicht vernachlässigt werden. Eigenartige Mischung aus Kinderfreundlichkeit und total kinder-unfreundlicher Gesellschaft. Schwer zu erklären. Ich muss noch viel viel mehr sehen, um irgendwie ein Bild zu bekommen.
Schlagwort-Archive: attachment parenting
Kleinkind in Indien: Medizinisches
Also wir hatten alle erstmal Durchfall das war die Auskunft, die ich von so ziemlich jedem bekommen habe, den ich nach seinen Erfahrungen mit Indien fragte. Man liest es überall: Trinkt kein Leitungswasser, esst kein aufgeschnittenes Obst, rette sich wer kann vor Salaten und behandelt Säfte und Eiswürfel, als wären sie mit Arsen vergiftet. Ist das nun richtig oder übertrieben? Mir machte es auf jeden Fall viel Kopfzerbrechen.
Bei uns sieht es derzeit so aus: Kleinkind in Indien: Medizinisches weiterlesen
Reisen mit Kleinkind: Indien
Namaste! Wir sind in Indien!
Es ist großartig. Es ist anders. Es ist windelfrei. Es ist der helle Wahnsinn. Es ist Hindi-Kultur und Business, Hektik und Meditation, heilige Gesänge und ohrenbetäubender Lärm.
GANESH
Aber was soll ich erzählen das haben andere schon vor mir getan und besser, als ich es je könnte. Daher hier in den nächsten Wochen die praktischen, die profanen, die windelfreien Dinge des Lebens.
Mein persönliches Highlight bisher: Minimalisten-Gepäck. Nur sechs Windeln. Nur drei Rucksäcke.
Alles für Vater, Mutter und Kind für zweieinhalb Monate.
Was auf dem Bild allerdings fehlt, ist die groooooße Pickinick-Tüte, in der ich für die lange Anreise (21h) ungefähr drei Tonnen Essen dabei hatte, in der grooooßen Angst, wir könnten verhungern. Sind wir nicht, aber wir haben auch fast alles aufgegessen.
Übrig sind nur die luftdicht schließenden Tupperdosen mit einigen, heiligen Bio-Gummibärchen, die getreu der von mir begründeten Gummibärchen-Pädagogik schon in so mancher Notsituation unsere Rettung waren: Schau mal, wir MÜSSEN jetzt diesem Bagger Bye-Bye sagen, sonst verpassen wir den Flieger. Ich weiß, ein grooooßer Bagger, aber wir müssen jetzt Kind, bitte! Nicht weinen, och Maus, wir MÜSSEN .hey willst Du ein Gummibärchen? Ja? Super! Papa hat sie im Rucksack, er ist schon da hinten komm, wir flitzen da mal schnell hin . Und zack! Anschlußflug tränenlos erreicht :).
Wir sind dann mal…sauber.
Wo zieht man die Linie, dass ein Kind jetzt „sauber“ ist und wo nicht? Unfälle passieren ja noch eine ganze Weile. Aber ich habe jetzt für mich die Schwelle definiert und wir haben sie definitiv überschritten. Und zwar an dem Tag, als mein Sohn mitten in einem mittelschweren Wutanfall wegen einer Packung TicTac plötzlich innehielt und verkündetet: „Mama! Pipi!“, sich abhalten ließ und erst danach weiterwütete ;).
Wir sind dann mal sauber. Einfach so. Er sagt Bescheid, wenn er muss. Der letzte Schritt war mal wieder einfach Vertrauen in ihn. Nachdem er tagelang immer verkündet hatte, wenn es bereits passiert war, habe ich ihm einfach erklärt, dass es für uns leichter wäre, wenn er es mir sagt, bevor er sich nass macht. Und zack – er tat es. Und damit sagt er jetzt Bescheid, bevor er loslegt und wartet, bis wir soweit sind. Allerdings wartet er nicht besonders lange. Um genau zu sein, sprinte ich noch immer ganz schön fix zu ihm, denn wenn ich ein paar Augenblicke zu lang warte, gehts schon los. Aber auch das ist sicher nur eine Frage der Übung!
Damit sind wir in unserem Umkreis definitiv unter den ersten Kindern, die sauber sind. Ich hatte das nie angestrebt, um hier keinen falschen Eindruck zu erwecken. Ich erwähne es, um zu sagen, dass das NICHT selbstverständlich ist, auch nicht bei Windelfrei-Kindern. Wir haben einige Windelfrei-Kinder um uns herum, die noch nicht im Traum daran denken, irgendjemanden vorzuwarnen. Allerdings ging es bei uns immer schon überdurchschnittlich gut.
Und ich bin sehr, sehr froh darüber. Wir haben uns nie Stress mit Vollzeitwindelfrei gemacht. Wir haben Windeln benutzt, wenn es praktischer war. Wir hatten Abhaltestreiks und haben sie respektiert. Und doch hat sich alles einfach so ergeben. Und ich habe keine 10 vollen (ich meine richtig vollen) Windeln wechseln müssen. Wir haben vielleicht 12, maximal 15 Pakete Windeln verbraucht. Was für ein Geschenk!
Mein Dank geht an Claudia, die mich auf die Idee überhaupt erst gebracht hat, an Julia Dibbern, die es in ihrem Buch „Geborgene Babies“ so toll beschreibt, an die TopfFit-Yahoo-Group, die uns immer unterstützt hat und an Laurie Boucke, die mit Rat und Tat und Interview an unserer Seite stand.
🙂
Und jetzt? Und jetzt geht es hier weiter mit Attachment Parenting, mit meinem neuen Buch, das bald herauskommt und mit noch vielen Projekten, die in meinem Kopf in den letzten Monaten gereift sind.
Bleibt bei uns!
Stillen – überall
🙂
just do it as they do:
http://www.youtube.com/watch?v=2KU_k6UkrAI
Maria schläft
„An alle Nutzer/Leser des Blog von Maria:
Am gestrigen Mittwoch, 20.1. ist Maria ganz ruhig eingeschlafen. Sie hatte bis zuletzt gekämpft und mußte sich dann ins Unvermeidliche fügen. Auch dies hat sie voller Bewunderung getragen. Wir werden versuchen, noch einen Haupteintrag auf der Seite einzustellen und mehr zum Schluß des Blog berichten.
Danke an alle, die Maria mitgetragen und gestützt haben.
Frank (Ehemann) und Siegfried (Bruder)
P.S. Wer Kontakt aufnehmen möchte findet die e-mail-adresse unter www.cph-nuernberg.de von Siegfried Grillmeyer“
;|
Bremst AP das Sauberwerden?
Wir sind windelfrei und mein Sohn ist definitiv mit seinen knapp 24 Monaten TopfFit – aber noch nicht sauber. Und ich frage mich heute, ob das am Attachment Parenting liegt.
Denn das Attachment Parenting oder das Natürliche Elternsein beinhaltet ja auch, auf die Bedürfnisse der Kinder zu achten. Möglicherweise hat das bei uns dazu geführt, dass ich erstens seine Bedürfnisse schon versuche wahrzunehmen, bevor er selbst drauf kommt und zweitens unangenehme Dinge sofort beseitige, wenn er das selbst noch nicht kann.
Das führt bezüglich des Sauberwerdens dazu, dass ich regelmäßig frage, ob er mal muss. Und wenn er – was meistens der Fall ist – „Nein“ sagt, dann akzeptiere ich das – aber nicht immer. Manchmal, um nicht zu sagen häufig (oder sogar meistens?) frage ich gar nicht erst, ich weiß ja, dass ich wahrscheinlich ein „Nein“ bekomme. Ich weiß aber mittlerweile, wann er „theoretisch mal wieder müssen müsste“ und dann schnappe ich ihn mir, kündige an, „Wir gehen jetzt mal…“ und dann gehen wir halt. Und nur wenn er dann protestiert, lasse ich es sein. Und es kommt auch immer etwas. Aber hätte er wirklich „gemusst“?
Ich kam ins Zweifeln, als er letztens bei seinem Vater aus dem Mittagsschlaf aufwachte. Ich halte ihn normalerweise nach dem Schlafen immer ab, alte Gewohnheit aus Baby-Tagen. Und er muss auch immer. Aber diesmal war er bei Papa aus dem Mittagsschlaf aufgewacht und als ich geschlagene 1,5 Stunden später dazukam, hatten die Zwei gespielt, aber waren nicht im Bad gewesen. Wider erwarten, war aber die Hose meines Kindes noch trocken! Was mir zeigt: Er muss vielleicht gar nicht mehr immer sofort nach dem Aufwachen. Und er muss vielleicht auch sonst nicht so häufig, wie ich ihn abhalte. Er hat aber gar nicht die Chance, eine so volle Blase zu bekommen, dass er selbst den Drang nach Erleichterung verspürt, weil ich ihn alle 60-90 Minuten präventiv abhalte.
Die zweite Sache: Nasse Hosen. Wenn er eine nasse Hose hat, dann kommt er zu mir, sagt: „Mama, Pipi! Nass!“ und ich wechsele sofort die Hose. Danach wische ich eventuelle Pfützen auf, zu denen er mich auch schon zuverlässig hinführt, wenn ich sie nicht gleich finde oder gesehen habe. Nun frage ich mich auch hier: Ist das vielleicht kontraproduktiv? Er hat ja nie das unangenehme Gefühl, was es heißt, eine nasse Hose zu haben. Zumindest nie länger als zwei oder drei Minuten.
Bei beiden Aspekten frage ich mich nun, ob das eventuell verhindert oder zumindest verlangsamt, dass er selbst Verantwortung übernimmt. Denn ich nehme ihm beides ab: Ich sorge dafür, dass er regelmäßig Pipi macht und damit sorge ich aber auch dafür, dass er nie wirklich den Drang danach hat.
Warte ich hingegen mal wirklich so lange, bis er dringend muss, habe ich auch keine Diskussion im Bad, sondern er lässt sich problemlos abhalten oder aufs Töpfchen setzen. Allerdings habe ich auch häufiger mal eine Pfütze, wenn ich das ausprobiere, weil er es beim Spielen noch allzu häufig vergisst. Wenn das Kind keine Hose anhat und der Topf in der Gegend rumsteht, kann es auch sein, dass er sich von selbst draufsetzt und ein winziges Bächlein macht, einfach, weil er das gerade lustig findet. Hm. Grübel.
Naja und wenn er es mal vergisst, dann ist es nicht lange unangenehm für ihn, weil er sofort umgezogen wird. Ich könnte mir in meinem Erwachsenenhirn schon vorstellen, dass es im Kinderhirn so eine Abwägung gibt: Spiel unterbrechen ist jetzt störender als in die Hose machen, die wird ja schnell gewechselt.
Nein, ich habe noch keine Handlungskonsequenz-Idee aus diesen Gedanken. Es sind minus fünf Grad in Berlin und ich habe nicht vor, ihn ständig in die Hose pinkeln oder gar mit nasser Hose rumlaufen zu lassen. Aber mal sehen, vielleicht werde ich etwas mutiger, lasse die Zügel mehr los und fange an, ihm mehr die Führung zu überlassen.
So wie ich früher schrieb „es ist ja seine Windel“ könnte man also sagen, ich komme mehr dahin zu sagen „es ist ja seine Hose“. Wir werden sehen!
🙂
Hausgeburt – unexpected unassisted
Eine Freundin von PHDINPARENTING bekam ihr Kind wie geplant daheim – allerdings ungeplanterweise ohne Hebamme und nicht in der Wanne, sondern nebendran!
http://hippiehousewife.blogspot.com/2009/12/lukes-birth.html
Wunderschöne Geburtsgeschichte (auf Englisch).
Frohe Feiertage!
Allen Lesern und Freunden des Windelfrei-Blogs wünsche ich an dieser Stelle frohe Feiertage und einen guten Rutsch ins neue Jahr! Let’s keep making a difference. love. nica
Ups – ein Tabu!
Ein Tabu ist laut Wahrig eine „allgemeine Vorschrift, über etwas nicht zu sprechen oder etwas nicht zu tun“. Bevor ich Mutter wurde, bin ich so gut wie nie mit Tabus in Berührung gekommen – eigenartig. Jetzt häufen sich Momente, in denen ich denke: „Ups – ein Tabu!“
Meine aktuelle Favoritenliste: Ups – ein Tabu! weiterlesen


