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Windelfrei auf dem Karmakonsum-GreenCamp

Ich hab mich getraut! Karmakonsum macht auf der diesjährigen Konferenz wieder ein Greencamp, auf dem Teilnehmer Workshops anbieten. Und ich hab jetzt einfach mal unter dem Slogan „Just add milk – Eltern 3.0“ das Windelfrei- und Attachment-Parenting-Konzept als Workshop angeboten – hinsichtlich der Frage, was Eltern und Babys an Produkten wirklich brauchen.

Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, denn nach dem 6. Juni werden in einer einwöchigen Abstimmungsphase die Teilnehmer online darüber abstimmen, welche der eingegangenen Ideen realisiert werden (nur 12 Workshops finden letztlich statt) und wer weiß, vielleicht gibt es für das Thema ja genug Interessenten… =) Kommt jemand zur Konferenz? Stimmt für uns!
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Artgerecht – essen, bewegen, leben wie in der Steinzeit?

„Artgerecht“ – dieses Wort fasst für mich am besten zusammen, was „bindungsorientierte Elternschaft“ ist. Artgerecht scheint mir für uns Menschen, als Babies ständig getragen zu werden, tags und nachts körperlich nah bei den Bezugspersonen zu sein, nach Bedarf gestillt zu werden und nicht in eine Windel machen zu müssen. Mir geht es da wie vielen anderen: Ich lese über indigene Völker und denke, ja, klar, das ergibt Sinn. Über die Details streiten sich natürlich auch hier die Geister, aber die generelle Linie erscheint mir immer so simpel und einleuchtend: Man kann ein Baby in Wald/Busch/Steppe eben nicht einfach mal ablegen und stundenlang liegenlassen. Welche Mutter würde das selbst heute in einem Wald oder sogar Park tun? Wer würde sein Baby auf dem Zeltplatz nachts im Zelt nebenan alleine lassen?

Und nicht nur hier, auch in anderen Bereichen fragen sich die Leute, was wohl für uns Menschen „artgerecht“ ist. Gerade habe ich auf meinen Streifzügen eine Seite gefunden von Mark aus Hattingen, der sich der „artgerechten“ Bewegung verschrieben hat: Primalmoves.de. Er folgt nach eigenen Worten Georges Hébert und seiner „Methode naturelle“. Es geht darum, sich in der Natur zu bewegen und den Körper dort zu schulen, natürliche Hindernisse zu überwinden und – im Falle von Mark – auch barfuß zu laufen.


Auf seiner Seite las ich von der „Paleo-Diät“, die man im Prinzip als „Neandertaler-Diät“ bezeichnen könnte. Es gibt natürlich bereits ein Buch dazu. Und sicher viele, viele Diskussionen, was davon nun richtig ist, wo es fanatisch wird, wie sich der Mensch doch an die Ernährung der Seßhaftigkeit in den letzten 10.000 Jahren angepasst haben mag. Milch z.B. tolerieren mittlerweile 70% der Nordeuropäer, viele Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass dieses Merkmal erst mit der Seßhaftigkeit aufgetreten ist und sich sehr schnell durchgesetzt hat – wir haben uns also an die „moderne“ Ernährung angepasst.

Für mich ist das mal wieder eine Idee, die nicht sagt „ab, zurück in die Höhlen!“, denn auch Mark rennt im Winter mit Schuhen durch seinen Wald. Sondern eine Idee, die – genau wie das Windelfrei-Blog – fragt: Woran sind wir Menschen eigentlich angepasst? Und was davon können wir uns bewahren, wenn uns das guttut? Für unser Steinzeitbaby kann ich jedenfalls bestätigen: Es macht die Sache viel, viel einfacher und artgerechter für alle :).

24 Monate Attachment Parenting – Bilanz

Zeit, mal wieder Zwischenbilanz zu ziehen – nach der Bilanz nach 14 Monaten und der Bilanz nach 18 Monaten nun meine Bilanz nach 24 Monaten Attachment Parenting im Allgemeinen und Windelfrei sowie Unerzogen im Besonderen. Wie sich AP auswirkt bei den Themen: Stillen, Tragen, Familienbett, Gleichwürdigkeit, Essen, Windelfrei, Teilen und Spielzeug. 24 Monate Attachment Parenting – Bilanz weiterlesen

Reisen mit Kleinkind: Sicherheit

Simple, aber effektive Sicherheitsmaßnahme: Wenn wir z.B. auf Märkten unterwegs sind oder sonst an Orten, an denen eine einzige unaufmerksame Sekunde dazu führen kann, dass man das Kind aus den Augen verliert,

MarktGOA
fischmarkt

schreiben wir dne Kindsnamen und den Namen des Hotels (und wenn er, wie die Tochter einer Freundin, uns lässt, auch unsere Handynummer) auf den Arm

SicherheitaufArm
Handynr

In der Hoffnung, dass ein aufmerksamer Mensch ihn dorthin zurückbringt oder uns anruft. War bisher aber nie nötig, wir passen auf wie … naja, wie Eltern eben 🙂

Gedanken: Indische Kinder

Indische Kindheit – meistens dachte ich an zwei Dinge: Armut und Windelfrei. Das eine ergibt sicher oft das andere. Aber je laenger ich hier bin, desto mehr habe ich das Gefuehl, dass da noch etwas ist. Jenseits der schockierenden Bilder, die wir alle kennen.

Von aussen betrachtet, sind natuerlich viele Kinder nach unseren Massstaeben vernachlaessigt und das kann einen gar nicht kaltlassen. 80% der Inder leben von weniger als 2 $ am Tag, das hinterlaesst ueberall seine Spuren.

Ich sehe sie, die Kleinkinder, die unbeachtet und an den lautesten Strassen auf den Baustellen spielen, waehrend ihre Eltern Koerbe mit Baumaterialen auf dem Kopf hin und her tragen. Ich sehe sie, die bettelnden kleinen Haende am Connaught-Platz in Delhi. Ich schaudere beim Anblick der auf Tueten auf dem Boden schlafenden Kinder, gesehen auf einem Markt auf der Insel Diu. Keine Frage.

Aber ich sehe auch noch etwas anderes und moechte es nicht unter den Tisch fallen lassen (auf die Gefahr hin, hier ordentlich ausgeschimpft zu werden).

Ich sehe Kinder auf dem Arm, an der Hand, im Tuch. Ich sehe Kinder mit Kindern, Kinder, die spielen, rennen, lachen, an ihren Geschwistern haengen. Ich sehe Kinder, die arbeiten, die aber ein Laecheln im Gesicht haben. Ich sehe keine weinenden Saeuglinge in Kinderwaegen. Ich sehe keine teilnahmslosen Mamas. Ich sehe keine gestressten Muetter, die ihre „bockigen“ Kleinkinder auf offener Strasse anschreien.

Ein Aspekt davon ist sicher, dass indische Kinder mehr auf Gehorsam oder Gruppenkompatibilitaet getrimmt sind als unsere, und zwar von klein auf. Das sieht man immer wieder, wenn man Schulklassen in Museen oder im Zoo sieht. Aber auch indische Kinder sind mal unleidlich. Auch indische Saeuglinge weinen. Und daher ueberlege ich: vielleicht ist der Umgang irgendwie noch mehr als anders als bei uns.

Wenn unser Sohn z. B. auf der Strasse weint, weil er muede ist oder weil er sich weh getan hat, dann schauen sofort alle. Und ich meine zu bemerken, dass die Blicke erwartungsvoll sind. Und dass sie erschrocken bis entsetzt sind, wenn wir nicht innerhalb von Sekunden reagieren (weil ich erst das Glas wegstellen muss, weil Papa gerade die Rikscha bezahlt…). Sie schauen. Und sie sind immer kurz davor, unser Kind fuer uns zu troesten. Als ich einmal zu weit weg war, um sofort als Mama-von-weinendem-Kind identifiziert zu werden, hat ihn auch schon mal jemand zu troesten versucht.

Die Kinder werden hier einerseits viel mehr in Ruhe gelassen, sie sind viel mehr auf sich gestellt und das ist bestimmt nicht immer gut. Gleichzeitig werden sie soweit ich das bisher sehe sofort auf den Arm genommen, wenn sie weinen, sie sind nie alleine mit einem gestressten Elternteil, die Grossen sind haeufig in Gruppen mit ihren Freunden.

Kinder

Ich will das erstmal nur feststellen und nicht bewerten. Es ist einfach anders. Und auch hier sieht man natuerlich Eltern, bei denen man eher das Wort „vernachlaessigend“ im Kopf hat als andere.

Man sieht eben alle Arten von Eltern auch hier und vielleicht hier noch viel offener, weil sich das Leben vor allem in laendlichen Gegenden noch viel mehr auf der Strasse abspielt. Aber ich hab so das Gefuehl, dass die Haltung Kindern gegenueber grundsaetzlich positiv ist. Sie duerfen laut sein, spielen, weinen, sie werden nicht angeschrien. Das kenne ich von zu Hause auch anders…
MaedchenBadende

Kleinkind in Indien: Dont touch!!

Kulturschock blondes Kind – ein Kulturschock für beide Seiten, würde ich sagen.

Denn definitiv anders als in Deutschland ist der Umgang mit Kindern. Fremde Kinder werden angefasst. Und zwar ohne Vorwarnung. Unser Sohn ist zudem hellblond und blauäugig, was einen gewissen Exoten-Effekt hat und alle wollen ihn berühren, seine Hand halten und ihn fotografieren.
Grundsätzlich habe ich auch überhaupt nix dagegen. Aber die Art und Weise ist eindeutig ein Kulturschock. Die Inder kommen meistens zu zweit, zu dritt oder gerne auch zu fünft oder zu zehnt auf das Kind zu. Sie haben ihre eigenen Kinder auf dem Arm, deren Hände sie nehmen, auch wenn das Kind das offensichtlich nicht möchte, und versuchen, unsere Kind dazu zu bringen, diese Hand zu ergreifen. Dreht mein Sohn sich weg, greifen sie schon mal nach seiner Hand und ziehen ihn dorthin, wo sie ihn haben wollen – bzw. sie versuchen das, denn seit ich das kapiert habe, springe ich freundlich lächelnd dazwischen, verkünde „very shy – sehr scheu!!!“ und stelle mich vor meinen flüchtenden Sprößling.

blondeskind
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Reisen mit Kleinkind: Packstrategie

Die 2er-Regel

Urlaub – und irgendwie hab ich doch immer zuviel Gepäck dabei. Immer. Egal, was ich mir vornehme, das Ergebnis ist: Zuviel Gepäck. Diesmal war ich fest entschlossen, es anders zu machen und habe die ZWEIER-Regel entwickelt:

Von jeder Art Kleidungsstück nur ZWEI. Wenn eines dreckig ist, kann man eines waschen, wenn eines kaputt geht, kann man eines ersetzen. Also:
Zwei lange Hosen, zwei langärmelige T-Shirts, zwei paar Schuhe etc.
Beim Packen hat sich gezeigt, dass sich doch kleine Abweichungen nach oben und unten ergeben. Ich brauche mehr bezüglich Unterwäsche, Socken und T-Shirts. Und weniger bei Badesachen und kurzen Hosen, warmen Pullis/Jacken. An Schuhen habe ich ein Paar Trekkingschuhe und ein Paar Flipflops dabei.

Das Ergebnis der Zweier-Regel ist phänomenal. Ich wasche nicht ständig, sondern bisher nur 1x nach 8 Tagen große Wäsche. Wir haben wenig Gepäck, aber bisher klamottenmäßig keinerlei Engpässe.

Kleinkind in Indien: Essen

Das Essen war etwas, das vor allem unseren Freunden viel Sorgen bereitete: Würde nicht alles viel zu scharf für das Kind sein? Ich kann hier völlige Entwarnung geben: Auch indische Kleinkinder essen kein höllenscharfes Curry. Es gibt immer und überall Daal, Linsenbrei, der fast immer vollkommen Chili-frei ist.
Wir haben das Glück, das unser Sohn diese Linsengerichte schon von zu Hause aus kennt und mag. Ich habe mal durch Zufall von zwei Indern ein Rezept gelernt, das ich immer mal wieder koche und das zu seinen Lieblingsgerichten zählt. Manche sagen, das wiederum läge daran, dass ich während der Schwangerschaft rasenden Appetit auf thailändisches und indisches Essen hatte 😉 – wie auch immer, er isst es gerne und wir kriegen es hier überall.

Wenn man „Baby-Daal“ bestellt, bekommt man auch in Restaurants oder Hotels ohne Englischkenntnisse das richtige Gericht, die Inder zeigen dann auf das Kind, neigen lächelnd und verständnisvoll den Kopf von rechts nach links und zaubern kinderkompatible Kost aus der Küche. Zusätzlich kann man immer „Curd“ oder „Raita“ bekommen, also Yoghurt oder Dickmilch, die eine eventuell doch am Daal vorbeigesegelte Chili sofort entschärfen. Unser Reise- Kind wird also immer satt und eintönig ist es auch nicht, denn es gibt gelben Daal, roten, schwarzen und jede Küche hat ihr hauseigenes, köstliches Rezept.

Chilii