Archiv der Kategorie: Allgemein

Tu Dir ‚was Gutes!

Nicolas 10 Schritte zu einer erholsameren Nacht:

7. Schlaf bleibt Schlaf, egal wann

Schlaft, wann immer ihr könnt. Auch Mittags, nachmittags, morgens nochmal – holt den Schlaf nach, koste es, was es wolle. Ihr müsst nicht putzen, nicht einkaufen, nicht Mails checken. Schlaf hat Priorität.

8. Tausche Dich mit Leuten aus, die Dir guttun

„Na, meiner schläft ja schon durch!“ – hilft euch gar nicht und ist meistens auch gelogen. Sucht euch Mamas, denen es ähnlich geht und tauscht euch aus. Gebt euch keine Tipps – jedes Kind ist anders, Ratschläge sind auch Schläge. Jede Familie muss ihren Weg finden, aber es tut gut, dies mit anderen gemeinsam zu tun.

9. Trinkt Kaffee!

Nutzt Dinge, die euch guttun – schafft euch Oasen der Kraft oder, wenn es nicht anders geht, weil die Nacht noch zu anstrengend ist und ihr noch Kraft für ein paar Tage Geduld braucht: Trinkt Kaffee! Oder Tee oder Energy-Drinks oder Schokolade oder was immer euch hilft, noch weiter Geduld aufzubringen.

… und morgen kommt der letzte Schritt…

Geduld für mehr als 3 Nächte

Nicolas 10 Schritte zu einer erholsameren Nacht:

5. Wappne dich mit Geduld

Wappnet euch mit Geduld. Dies ist kein Rezept à la „in 3 Nächten schläft das Kind durch“. Fangt mit den Tipps an, BEVOR ihr total runter seid. Lasst es wachsen. Kinder entwickeln sich, entwickelt euch mit ihnen. Bleibt in Kommunikation. Wer schreit, hat Recht. Dann ist das Kind noch nicht so weit, ihr seid zu schnell oder habt tagsüber nicht genug geübt. Weitermachen, geduldig bleiben, dran bleiben. Wartet ab, bis die Mantras (z.B. Mimi schläft noch) auch nachts wirken, OHNE dass es Geschrei gibt.

6. Bleibe im Gespräch und auf der Suche

Wenn nichts hilft und das Kind nachts weiter schreit, ist vielleicht etwas anderes im Busch. Habt ihr tagsüber genug Zeit zum Kuscheln? Ist irgendetwas aufregendes gerade los? Kinder sind Seismographen, die die kleinste Erschütterung im Familiengefüge sofort anzeigen. Nachschauen.
Im Gespräch bleiben. Man kann auch einem 1-Jährigen Kind erklären, warum man möchte, dass es nachts Banane ist und Reismilch trinkt statt zu stillen. Das funktioniert vielleicht nicht nach 3 Nächten, aber es funktioniert, wenn man beharrlich und freundlich dran bleibt.

Das Wochenende naht mit Schritt 7,8 und 9 für den Sonnabend…

Mantras für die Nacht

Nicolas 10 Schritte zu einer erholsameren Nacht:

4. Etabliere Nacht-Mantras

Kinder sind extrem lernfähig. Wenn wir ihnen tagsüber bestimmte Mantras beibringen, funktionieren diese auch nachts. Zum Beispiel:

  • „Mimi schläft jetzt ein bisschen“

Lehrt eure Kinder Geduld. Das geht so: Tagsüber gebt ihr die Brust erst ein paar Minuten später als angefragt, weil die jetzt noch „schläft“. Erst lasst ihr das Kind nur ein paar Augenblicke warten, dann langsam immer länger. Das Kind niemals schreien lassen. Wenn es nicht warten kann, möglichst gleich stillen. Wer schreit, hat in diesem Alter recht und so weit wollen wir es nicht kommen lassen.

  • „Nimm mal kurz das hier.“

Tagsüber das Kind vor dem Stillen eine Weile ablenken und dann erst 5 Minuten später stillen (NICHT ausfallen lassen, es sei denn, ihr wollt abstillen). Das Kind lernt: Aha, wenn Mama das sagt, kriege ich zwar nicht gleich, aber später etwas. Effekt: Es wird auch nachts ohne Panik warten und in den allermeisten Fällen einfach wieder einschlafen beim Warten.

  • „Hast Du Hunger? Hast Du Durst? Komm, wir essen/trinken jetzt etwas und DANACH stillen wir“

Das Kind lernt, dass sein Bedürfnis nach Muttermilch ein Zeichen ist, das auch anders befriedigt werden kann. So manch 2-Jähriges Kind verlangt immer noch bei Hunger nach der Brust, obwohl es davon längst nicht mehr ausreichend satt wird. Das kann man sanft gemeinsam herausfinden und üben, Alternativen zu akzeptieren. Wenn das Kind hinterher noch die Brust bekommt, hat es nicht das Entzugsgefühl (das zu weinen führt), sondern es ist klar, aha, so läuft das jetzt. Und es wird – nachts angewandt – hinterher vielleicht mit Brust, aber viiiiiel länger schlafen, weil es richtig satt ist.

Noch einmal schlafen, dann gibt es Schritt 5 und 6…

Es ist nie zu spät!

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Justine hat erst spät von Windelfrei erfahren und fing trotzdem mit ihrem 9 Monate alten Kind noch an:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Durch eine Bekannte. Daraufhin habe ich im Netz nach Erfahrungsberichten gesucht.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
9 Monate!

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Ca. 7-9 Windeln.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
Mein Sohn ist jetzt 11 Monate alt. An guten Tagen gar keine, sonst wird die Stoffwindel bzw. die Hose im Durchschnitt 2 Mal nass. Die Pipis nach dem Einschlafen konnte ich bis jetzt nicht auffangen, also schläft er immer mit Windel ein und ich entferne sie wenn ich schlafen gehe.

Nutzt Du auch andere Backups?
Wenn ich mich nicht hundertprozentig auf ihn konzentrieren kann (Besuch/ ältere Kinder/ unterwegs) bekommt er eine Stoffwindel um. Ansonsten entweder eine Unterhose oder Hose.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Ja, wenn die Windel zu lange um war.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen – immer
beim Stillen – Leider stille ich nicht mehr.
nach dem Stillen = vor und nach dem essen
nach dem Spielen – Nach dem Spielen gibt es nicht.
Andere: Wenn er pupst, drückt, seinen typischen Gesichtsausdruck macht. Oder wenn wir nach Hause kommen und wenn ich meine es wäre Zeit.

Wann klappt es am besten?
Wenn er gut drauf und ausgeschlafen ist.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Wenn er so tut, als würde er drücken, um mir zu sagen, dass er Pipi machen möchte, habe ich weniger als eine Minute um ihn auf das Töpfchen zu setzten! Er pinkelt sonst einfach auf den Boden. Nach dem Aufwachen kann ich aber schon 5-10 Minuten brauchen, weil er ganz genau weiß, er wird gleich die Gelegenheit haben. Morgens wartet er auch meistens geduldig bis ich soweit bin.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Wir haben ein ganz normales Töpfchen. Das Abhalten über dem Waschbecken sowie die Toilette hat ihm gar nicht gefallen.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein: eher mehr Arbeit – eher weniger Arbeit – genauso viel Arbeit wie beim Wickeln?
Seitdem er Windelfrei kennt macht das Wickeln sowieso riesen Probleme, deshalb ist es deutlich weniger Arbeit ihm seine Freiheit zu lassen. Eigentlich möchte ich den Arbeitsaufwand nicht abwägen, denn bei Windelfrei geht es primär um artgerecht leben  und das Recht auf einen trockenen Popo!

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
Ja, auf jeden Fall! Manchmal ist es so, als würde er mir ein Bild in Gedanken zuschicken. Wenn ich in Gedanken vertieft oder beschäftigt bin, weiß ich plötzlich genau, dass er mal muss! Wir sind viel besser aufeinander eingestellt. Ich kann ihn einfacher verstehen.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Ich würde, wie viele andere, euch ermutigen weiter zu machen! Die ersten 3 Tage waren total schlimm, ich konnte mir nicht vorstellen, wie das klappen sollte. Ich dachte, es ist einfach zu spät. Dann habe ich gelesen, man sollte mindestens 5 Tage abwarten, um überhaupt mal die Lage einschätzen zu können. Gleich am nächsten Tag hat er ins Töpfchen gemacht! Er hat gemerkt, was das Ganze soll und daraufhin mitgearbeitet. Ich denke, es ist nie zu spät! Auch wenn die älteren Kinder es nicht einverleiben wie die Neugeborenen, sie haben zumindest ein Gefühl dafür, was mit ihrem Körper passiert. Wenn mal doch was auf dem Boden landet, dann spielt mein Sohn nicht damit, denn er weiß inzwischen genau, was es ist! Er ruft mich einfach, damit ich es entfernen kann.

Ein dickes Dankeschön für Deinen Bericht!

Was braucht Dein Kind?

Nicolas 10 Schritte zu einer erholsameren Nacht:

3. Finde heraus, was das Kind braucht

Manche Kinder sind nachts schlicht hungrig oder durstig, um nicht zu sagen: viele. 1-2 Jährige, die nachts noch viel stillen, haben oft einfach einen leeren Magen. Dagegen hilft:

  • abends ein leckeres, gesundes, nahrhaftes Abendessen (kocht, was ihr gerne mögt und was euren Ernährungsvorstellungen entspricht, aber ein leichter Salat ist nicht wirklich hilfreich)

Wir haben z.B. eine Zeitlang jeden Abend Griesbrei mit Sahne, Butter und Zimt abends gekocht, damit der Grosse satt genug war, um durchzuschlafen. Oder Nudeln mit Käse. Für Veganer: Cashews und Nussmuse machen herrlich lange satt -alles, was viel Fett hat.

  • legt eine Banane oder ähnliches neben das Bett (Nahrung, die man schnell ohne Sauerei einem hungrigen Einjährigen nachts in die Hand drücken kann, damit er etwas isst)
  • stellt eine Trinkflasche neben das Bett (eine, aus der man nachts auch ohne zu kleckern im Liegen trinken kann) mit etwas, das euer Kind gerne trinkt (manche Eltern nehmen Reismilch oder warmen Tee, manche in der Anfangszeit sogar Kakao – probiert aus, was euer Kind nachts akzeptiert!)

Schritt 4 folgt morgen…