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Montags-Mantra – Verpasst den Bus!

Da heute Dank Zeitumstellung bei einigen auf Facebook schon die Panik ausbrach, holen wir heute mal ein schönes Montags-Mantra wieder hervor, das das hieß: „Verpasst den Bus!“

Losgehen mit Kindern ist in den meisten Familien Stress. Das muss nicht sein! Doch bis alle angezogen, alles gepackt und der Bus erreicht ist, wird gehetzt, geschimpft, geflucht, es wird gebockt, gebrüllt, es fließen Tränen. Das geht auch anders. Ich hab mal ein paar Ideen gesammlt, wie. Kerngedanke: Seid gut vorbereitet. Und im Zweifelsfall, verpasst den Bus.

Grundsätzlich geht das so:

1. Plant mehr Zeit ein für ALLE Wege mit den Kindern
2. Seid den Kindern einen Schritt voraus
3. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr die Kinder hetzt: Ist das nötig?
4. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr es eilig habt: Ist das nötig?
5. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr zum Bus rennt: Ist das nötig?

Warum eilen wir, hetzten wir, rennen wir?

Es gibt m.E. drei Arten von Zwang, der uns zu Eile antreibt:

1. der innere Zwang (Perfektion, Moral, Erziehung, Verabredungen)
2. der äußere Zwang (Busabfahrtzeiten, Zugzeiten, Öffnungszeiten, Kursanfangszeiten)
3. schlechte Vorbereitung

Häufig vermischen wir die die drei zu einer explosiven Stressmixtur.

Beispiel: Familie ist zum Schwimmen gehen verabredet. Um pünktlich zu sein, müssen sie den Bus zum 12:34 kriegen. Beim Rausgehen muss der Große nochmal auf Toilette, dann fällt Papa ein, dass er das Handy vergessen hat, unten will Mama nochmal kurz in den Briefkasten gucken und schwups ist der eingeplante Zeitpuffer weg und alle hetzen zum Bus.

Was kann man konkret dagegen tun?

1. Liste machen

Schreibt die nächsten Male im Bus auf einen Notizblock, was heute die Abreise mal wieder verzögert hat. Macht das jedes Mal. Schaut euch nach1-2 Wochen diese Liste an und macht daraus eine „Vor dem Rausgehen-drandenken-Liste“ daraus. Je nach Alter der Kinder kann das z.B. sein:

– Taschen packen
– Essen einpacken
– Weg/Busverbindungen VORHER raussuchen
– wichtige Telefonnummern aufschreiben/speichern/mitnehmen
– Handy, Geld, Monatskarte, Schlüssel bereitlegen
Baby rechtzeitig nochmal stillen und abhalten
Kleinkind rechtzeitig nochmal füttern, stillen, abhalten (das vermeidet z.B. auch Anzieh-Streiks, viele Kinder lassen sich nicht anziehen, wenn sie hungrig/durstig/Blase voll ist)
großes Kind rechtzeitig dran erinnern, dass es Buch/Spielzeug/Hör-CDs/wasimmereurekindermitnehmenwollen einpackt
– wasimmereucheinfällt…

2. Zwang reduzieren

Seid frühzeitig: plant gegen äußeren Zwang IMMER einen Bus/Bahn früher ein, damit ihr ggf. einen Puffer habt
Seid noch frühzeitiger: wenn ihr Züge oder Flugzeuge erreichen müsst, plant 2-3 Fahrten früher ein (oder 20 Minuten mehr für die Autofahrt)
seid vorbereitet – ein Segler sagte mir mal, dass er immer Angst vor Stürmen hat und sich deshalb perfekt drauf vorbereitet -dann müsse er im Sturm selbst keine Zeit mehr mit Angst verschwenden, weil ja schon alles getan sei….
– geht NIE auf den letzten Drücker ins Schwimmbad/Theater etc. („Kinder, wenn wir jetzt nicht gehen, hat es ZU!!!“)
Beziehunge hat Priorität: seid euch bewusst, dass 45 Minuten „jetzt macht endlich!!“ für eure Beziehung wahrscheinlich schädlicher ist als 10 Minuten zu spät beim Puppentheater anzukommen
bleibt flexibel: Man kann Verabredungen auch anrufen und Bescheid sagen, dass es später wird, wenn wir merken, dass es heute nicht klappt
lasst euch nicht ablenken: Ihr MÜSST jetzt NICHT noch schnell in den Briefkasten oder eure Mails schauen, geht JETZT los
Keine Angst, nicht perfekt zu sein: wenn ihr jetzt das eine oder andere nicht dabei habt (doch noch einen Apfel extra einstecken? Doch noch schnell die Haare der Kinder kämmen? doch noch ein zweites vorlesebuch? Oh Gott, die BADELATSCHEN!!!), dann habt ihr es eben nicht dabei. Seid offen dafür, dass sich eine Lösung finden wird, vielleicht eine überraschende!, bevor ihr nochmal zurückhetzt
Im Zweifelsfall: nehmt den nächsten Bus. Seid halt zu spät. Kommt halt später. Mantra: Dann ist das halt so ;).

Und warum? Ich stell mir immer vor, was Kinder später von ihrer Kindheit erzählen.

„Meine Eltern haben uns immer überall hin gehetzt, das war stets total stressig, ich habe losgehen gehasst….“
oder
„Naja, wir waren nicht immer pünktlich und wir mussten uns oft von anderen die Buddelsachen leihen, aber wir sind immer ganz entspannt, singend und glücklich umhergezogen…“

Es ist eure Entscheidung. Es ist euer Leben. Nehmt euch die Freiheit.

Das Original hier: hier.

Ich wünsche allen einen stressfreien Wochenanfang!

🙂
nic

Hebammenprotest: Unterstützen, Abgeordneten schreiben, vernetzen!

Heute erreicht mich ein Nachtrag mit Infos zum Hebammenprotest:

Elterninitiative Hebammenunterstützung

http://www.hebammenunterstuetzung.de/

facebook Gruppe der Hebammenunterstützung
https://www.facebook.com/groups/hebammenunterstuetzung/

Gruppe Abgeordneten-Gespräche, dort bekommen Interessierte komprimierte Infos, können sich mit anderen austauschen, Berichte lesen (Treffen mit MdB, MdL, Bürgermeistern, Stadträten, Kommunalpolitikern, …)

https://www.facebook.com/groups/245958908946371/

Der Elternprotest Düsseldorf und Umgebung hat auch einen blog:

http://elternprotestduesseldorf.wordpress.com/

Vielen Dank an Julia!!

Montags-Mantra: Findet eure Wut II – Rettet die Hebammen!

Wut ist immer ein sekundäres Gefühl. Die spannende Frage ist: Was steckt hinter meiner Wut? Heute mal anders:

Nutzt eure Wut und arbeitet weiter an der Hebammenrettung!

Voriges Jahr hatte ich mich mit Wut schonmal beschäftigt, als Mantra „Finde deine Wut“.

Heute stoße ich auf ein Posting auf Facebook „VERBOGENES HANDY IPHONE6 VS. DIE ZUKUNFT DER GEBURTSHILFE IN DEUTSCHLAND“.

Und es macht erst wütend – „Warum ist die Welt so?“ fragt Christina in der Artgerecht-Timeline und ich frage mich: Warum macht es mich wütend?

Weil es mich traurig macht. Weil ich verzweifelt bin. Und warum bin ich verzweifelt? Weil ich hilflos bin.

Aha! Ich weiß nicht, was ich tun soll und fühle mich einem System ausgeliefert, das etwas entscheidet, das ich nicht will und es ist schon soo viel gekämpft worden, aber es passiert nichts. Nichts? Es passiert viel! Und es muss weiter viel passieren!

Die Seite Elternprotest Jena/Weimar versorgt ihre Leser mit aktuellen Infos.

Aktuelle Termine von Hebammenfuerdeutschland.de findet ihr hier.

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Ein Blick auf den Facebook-Feed von Katharina Hartmann, die sich für die Hebammen und eine freie Geburt stark macht, zeigt, dass auch international ganz schön viel passiert.

Auf Facebook findet ihr Rettet unsere Hebammen mit immer aktuellen Infos.

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Unterstützt die Postkartenaktion: Das erste Gesicht.

Ruft eure Abgeordneten an und sprecht das Problem an – je mehr Leute sich persönlich melden, umso besser!

Und nicht zuletzt: Schaut euch den Film an, „Podiumsdiskussion“ klingt trocken und abgedroschen, das ist es aber nicht!!! Er ist absolut sehenswert.

Findet eure Wut. Findet euren Weg, etwas zu tun.

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Montags-Mantra: "Mach was Neues!"

„Wenn Du willst, was Du nie gehabt hast, tue, was Du nie getan hast“

ergänze: „Oder was Du selten tust.“ Und das können ganz einfache Dinge sein.

Familie bedeutet ja oft: Viel zu tun, knappe Zeitpläne, immer gleiche Abläufe, Alltag, Alltag, Alltag…

Ich persönlich liebe Alltag. Ruhe und Rhythmus sind meine Freunde – was auch daran liegt, dass ich schon immer viel unterwegs war und diese Inseln der rhythmischen Tage sehr genießen kann. Aber ich weiß auch, wie ich manchmal in meinem eigenen „Saft“ versinke, nicht mehr rechts und links schaue, sondern nur noch am Rechner sitze, auf Facebook starre oder zwischen Wald, Spielplatz und zu Hause pendele.

Dann hilft es mir, mich umzuschauen. Mal etwas zu machen, was wir nicht jeden Tag machen, auch wenn es einen kleinen zusätzlichen Kraftaufwand kostet. Unser Mini-Beispiel vom Wochenende:

Wir sind ins Neanderthaler-Museum gefahren und haben uns – wie immer beim Artgerecht-Projekt alles ganz genau angesehen ;):

Nic_Neanderthaler Kopie

Und ein paar erstaunliche Entdeckungen gemacht, z.B, diesen schönen Text hier über Kindheit in Sibirien (als Teil der Schamenen-Sonderaustellung) – klingt verdammt nach Attachment -Parenting:

2014-09-28 14.27.13_Kindheit_

Sogar die menschliche Frühgeburt, die uns zu abhängigen Säuglingen macht, wurde erwähnt inklusive Omas und Einbindung des Clans!

2014-09-28 16.12.44_Frühgeburt Mensch

Und dass dicke Frauen schon immer schön waren, zeigten mir mal wieder diese Figurinen:

2014-09-28 15.32.05_Frauenfigurinen_Steinzeit

Nicht zuletzt hatten wir eine Menge Spass :), wie z.B. hier beim Bestaunen der Höhlenmalereien:

2014-09-28 15.31.46_FamilieMuseum_Neanderthal

Klar, es war anstrengend, aber es hat uns sooo gut getan. Einfach mal rauskommen. Einfach mal die Perspektive wechseln. Einfach mal bestaunen, was andere Menschen so wunderbares machen und nicht zuletzt – wunderbare, echte Menschen treffen :).

Schon Pläne fürs Wochenende :)?

Einen schönen Wochenanfang wünsche ich allen!

Montag-Mantra: Fehler sind erlaubt

Immer wieder höre ich von Müttern und Vätern:

„Erzähle mir blooooß nicht, was Du dazu denkst, dann krieg ich immer so ein schlechtes Gewissen, was ich schon alles falsch gemacht habe.“

Und sie sind immer sehr erstaunt, wenn ich antworte:

„Das macht nichts. Man lernt sich halt Stück für Stück kennen. Die Kinder gehen ja nicht gleich kaputt.“

Es ist wie ein Slogan eines befreundeten Projektes sagt: Liebt euch selbst, liebt einander. Fehler sind erlaubt!

Love each other

Eltern sind Menschen. Eltern sind heute stärker gefordert als je zuvor. Deshalb ist es gut, sich hin und wieder zu sagen:

Fehler sind erlaubt.

Aus meiner Sicht ist nur wichtig, dass wir a) uns unseres Verhaltens und seiner Auswirkungen bewusst sind und b) Fehler zugeben.

a) ist der erste Schritt dorthin, Verhalten, das wir selbst an uns nicht mögen, zu ändern
b) ist die Möglichkeit für unsere Kinder, mit unseren Fehlern zu leben, sie als solche – und uns als Menschen – zu erkennen und es selbst ggf. sogar anders zu machen.

Bei Babys ist es wie in der Liebe: Wir lernen erst einander zu verstehen und lernen einander erst kennen. Natürlich interpretieren wir am Anfang vieles falsch oder finden schlicht nicht heraus, was das Kind hat – bei Windelfrei: Ob es jetzt wirklich muss oder nicht. Und das gehört dazu.

Es ist ein gemeinsamer Lernprozess, der zu allen Zeiten zwischen allen Eltern und Kindern stattgefunden hat. Nur, dass andere Kulturen und Zeiten mehr Hilfe hatten. Erfahrungsgemäß merkt meine Mutter drei Mal schneller als ich, wenn mein Kind Hunger hat oder mal muss. Wenn ich mir vorstelle, wie das Leben wäre, wenn ich lauter erfahrene Mütter alltäglich um mich herum gehabt hätte, die viel mehr Erfahrung haben und so viele Fehler schon gemacht haben, die ich nicht mehr machen muss (und was für tolle neue Fehler ich dann hätte wohl machen können ;)).

Und selbst wenn wir es wirklich mal verbockt haben und das Kind Symptome von Stress zeigt: Es gibt fast nichts, was man nicht mit Zuwendung, Liebe und Ruhe wieder gut machen könnte. Also -macht euch nicht verrückt! Macht euch keine Selbstvorwürfe und ärgert euch nicht – vor allem nicht über euch selbst und schon gar nicht über euer Kind. Anstrengende Kinder sind immer Benutzerfehler, aber Stress, Schuld und Selbstvorwürfe machen aus Eltern keine besseren Eltern, sondern gestresstere Eltern. Also dürfen wir uns getrost entspannen und aus dieser Warte anschauen, wo wir Fehler machen, uns sagen: „Fehler sind erlaubt“ und uns dann vornehmen, dass wir es morgen ein einziges Mal besser machen. Nur ein Mal. Das reicht.

Ein Mal am Tag nicht verschlafen, nicht das abhalten verschieben, nicht an der falschen Brust stillen (und dann eine zu volle zweite haben), nicht Tragetuch falsch binden, nicht aufbrausend sein, ruhig und passend reagieren, den Wutanfall des Kleinkindes liebevoll und geduldig begleiten… was immer es ist, freut euch, wenn ihr einen Fehler, den ihr oft macht, einmal nicht gemacht habt. Und lobt euch dafür! Am nächsten Tag wird es garantiert noch besser werden. Das funktioniert viel besser, als sich abends aufzuzählen, wo ich heute schon wieder überall nicht angerufen habe, obwohl so viel zu tun ist. Ich habe EINEN Anruf erledigt, EIN Buch vorgelesen – also prima! Gut gemacht! Weiter so :). Nicht nur unsere Kinder profitieren von positiven Rückmeldungen, auch wir – vor allem in unserem Gedankenkarussel im Kopf!

Mein Lieblingsfehler ist übrigens: Ich bin ungeduldig. Oft. Leider. Immer wieder. Und ich sage mittlerweile: „Es tut mir leid, ich bin total ungeduldig, aber ich habe es jetzt gerade innerlich so eilig, ich finde keine Ruhe, ich will einfach, dass das jetzt fertig wird!“ Und das hilft den Kids. Der Große erinnert mich sogar schon daran: „Mamaaaa… nicht so ungeduldig, du wolltest dich doch bessern!“ Was nett ist – im Gegenzug kann ich nämlich zu ihm sagen, wenn er mich irgendwohin hetzt: „Hm, mein Schatz, jetzt bist Du aber ungeduldig….ja….manchmal ist Geduld so schwer, ich kenne das.“ – und dann grinsen wir beide.

#Vereinbarkeitsgeschichten: Mein Nach-Beitrag zur Blogparade

Liebe Runde,

ich werde sooo oft gefragt: „Wie MACHST Du denn all das mit zwei kleinen Kindern daheim???“

Die Kurzform meiner Antwort lautet: Erst mit wenig Schlaf, dann mit viel Hilfe und mittlerweile mit viel Organisation. Und mit ein bisschen Mut. 🙂

Die Langform lest ihr hier:

(das neue Buch hat mich total in Beschlag genommen, aber jetzt isses raus und ich kann nochmal meinen Nachtrag zur Vereinbarkeit hier posten)

#Vereinbarkeitsgeschichten: Mein Nach-Beitrag zur Blogparade weiterlesen

Montags-Mantra: Fasse Dich kurz!

Das Leben mit AP-Kindern – so könnte man meinen – ist eine Aneinanderreihung von erbaulichen Momenten und seliger Glücklichkeit. Nun – zumindest bei uns ist es nicht immer so. Es gibt auch Momente, in denen ich genervt, sauer, gereizt, wütend, müde oder traurig bin. Und dann meckere ich. Doof, ist aber so.

Was ich gelernt habe und was grooooß an meiner Küchentafel steht, ist: Wenn Du schon meckerst oder Dich beschwerst (oder gar belehrst): FASSE DICH KURZ!

Sätze à la: „Wieso liegt der Schulranzen schon wieder mitten im Zimmer? Das nervt! Ich will da weder drüberfallen, noch alles wegräumen! Ich habe Dir schon hundert Mal gesagt, dass ich will, dass hier jeder Verantwortung für seine Dinge übernimmt und sie wegräumt, wenn wir nach Hause kommen. Was ist daran so schwer zu verstehen? Ich finde…“

Vergesst es. Kein Kind hört länger zu als bis „Zimmer“, ganz abgebrühte (und viel angemeckerte) Kinder drehen ab „Warum“ bereits die Ohren ab. Und ich kann sie verstehen. Wie würde es sich anfühlen, wenn uns jemand so angehen würde? Ich würde mich auf dem Absatz umdrehen.

Besonders bei meinem Sohn machen lange Ausführungen absolut keinen Sinn. Auch wenn ich manchmal gerne die gesamte Philosophie von Sinn und Kraft einer Gemeinschaft hinterherschicken würde – er hört es sowieso nicht.

Also habe ich gelernt, mich freundlich und kurz zu halten.

1. Zuerst benenne ich das, was ist, ohne Bewertung: „Der Schulranzen liegt mitten im Zimmer.“

In den allermeisten Fällen ist das vollkommen ausreichend. Sehr effektiv ist auch: „Die Wohnungstür ist noch auf“ – und viel besser als das „Mach die Tür zu!“, was ja schon wieder einen Vorwurf beinhaltet.

2. Wenn das nichts hilft, sage ich klar und kurz, was ich möchte: „Räum bitte den Ranzen weg.“

In 90% der Fälle hilft das jetzt. Allerdings nur, wenn ich mich vorher vergewissert habe, dass ich nicht gerade mit Lego-Yoda um die Aufmerksamkeit meines Sechsjährigen konkurriere (bei uns ist es wie bei Star Wars: Yoda gewinnt immer).

3. Wenn jetzt immer noch nichts passiert, versuche ich erstmal herauszufinden, was beim Kind gerade los ist – oft arbeitet er innerlich an etwas, das seine Kooperationsfähigkeit blockiert. Ist dem nicht so, dann verkünde ich nochmal meine persönliche Dringlichkeit:

„Bitte. Jetzt!“

Genauso gehe ich (in meinem persönlichen Idealfall) vor, wenn mich etwas ärgert, wobei ich a) Du-Botschaften vermeide und b) möglichst sage, was ich will und nicht darüber lamentiere, was ich nicht will.

„Ich will kein Spielzeug am Tisch, ich will essen und mich ohne R2-D2s Geräusche unterhalten.“

Immer wieder erlebe ich – auch bei anderen Kindern – dass lange Vorträge überhaupt keinen Effekt haben, kurze Infos hingegen sehr viel. Vor allem, wenn das Kind genau weiß, was der Punkt ist.
Lustigerweise machen wir das bei kleineren Kindern oft automatisch, wir sagen nicht:

„Ich möchte nicht, dass du an den Herd gehst, du weißt , dass der heiß ist, dass habe ich schon 100 Mal gesagt und ich finde das wirklich nervig, dass ich das immer wieder wiederholen muss und außerdem..“
sondern wir sagen: „Vorsicht! Heiß!“

Es scheint mir – auch bei mir selbst – dass ich mit zunehmender Größe des Kindes auch längere Vorträge halte, was nicht immer sinnvoll ist. Damit soll nicht gesagt sein, dass ich später, wenn der Streit vorbei und der Ärger bei allen abgeklungen ist, mich nicht hinsetze und mit dem Kind bespreche, warum wir uns eigentlich über den doofen Ranzen gestritten haben und was heute los war, dass alles so schwer ist. Aber im Moment selbst führt Kürze bei uns eher zu Verständnis.

Daher ist mein Mantra, besonders beim Großen: Fass Dich kurz!

Puh – hab ich lange gebraucht, um das auszuführen ;)?

Allen eine gute Woche!

Windelfrei und Tragen – Tricks und Erfahrungen

Windelfrei und Tragen – für uns ganz klar zwei, die zusammen gehören

Was hat Windelfrei mit Tragen zu tun?
Es gibt aus Siche von BabysohneWindeln.de DREI wichtige Effekte, die Eltern kennen sollten:

1. Nicht in die Trage zu wollen, heißt oft: Ich muss mal!
2. In der Trage signalisieren Kinder oft deutlicher – und der oder die Tragende merkt es besser.
3. Wenn wir ein Kind, das in der Trage aufwacht, konsequent danach abhalten, lernt es, uns beim Tragen nicht anzupinkeln und wir können bald die Windeln weglassen.

Im Detail:
1. Wenn ein Kind nicht in die Trage will, kann das an einer vollen Blase (oder vollem Darm ) liegen. Viele Babys wollen ihren Träger nicht beschmutzen, daher weigern sie sich, lassen sich nicht einbinden, zappeln, quengeln oder weinen sogar.

Klassische Situation:

Mama wartet auf ihr schlafendes Kind, weil sie eigentlich längst los muss. Das Kind wacht auf, Mama freut sich, nimmt das Kind sofort ins Tuch und will los. Aber nach dem Schlafen ist bei allen Babys die Blase voll und manche signalisieren jetzt sehr deutlich, dass etwas nicht stimmt und wollen nicht ins Tuch. Oft wird das als „Mein Kind wird nicht gerne getragen“ fehlinterpretiert. Einfach mal abhalten anbieten – oft geht es danach viel ruhiger ins Tuch!

2. In der Trage oder im Tuch signalisieren Kinder – aus oben beschriebenem Effekt heraus – oft viel deutlicher. Viele versuchen, aus der Trage herauszukommen, wenn sie mal müssen, werden unruhig, drücken sich vom Körper des Trägers weg. Einfach mal abhalten!

3. Wenn das Kind in der Trage aufwacht, sollte es möglichst immer abgehalten werden. So lernt es: Wir entleeren uns nicht in der Trage. Der Effekt ist im Idalfall dass das Kind in der Trage sehr zuverlässig signalisiert (und der Träger ist oft beim Tragen auch viel sensibler, weil der Körperkontakt so eng ist) und schon kleine Babys warten unglaublich lange im Tuch, wenn sie mal müssen, weil sie Mama nicht anpinkeln wollen.

Lassen wir unser Kind jedoch nach dem Aufwachen in der Trage, bis es sich in Windel oder Back-Up entleert hat, lernt es: Ich entleere mich auch in der Trage. Wenn wir dann später versuchen, die Windel wegzulassen, wird es sich nicht mehr melden, weiterhin einfach laufen lassen – was dann sehr unangenehm ist, weil beide die Klamotten wechseln müssen ;).

Hab ich was vergessen? Wie sind eure Erfahrungen damit?

Herzlich,
nic

Windelfrei Coaches in Bern und Topffit-Tag

Gestern haben wir die Ausbildung der Windelfrei-Coaches in Bern abgeschlossen, Rita Messmer getroffen und gesehen, wieviel Interesse es in der Schweiz an Windelfrei gibt!

Bern_CoachesKursSzeneKursszeneII

Hinterher hieß es: fix zusammenpacken und flugs in den Bus zum Topffit-Tag von Topffit.ch.

Caroline und Isabelle hatten Vorträge organisiert, es wurden Windelfrei- und Trageberatungen angeboten und es gab natürlich einen Stand mit den Topffit-Hosen, Flopis, Einlagen und allem, was das Windelfrei-Shopping-Herz begehrt.

Isabelle

Die wunderbare Sarah Schäppi (Windelfrei-Coach, hier auf Facebook) hatte ein riesiiieges Artgerecht-Plakat gemacht und wurde von interessierten Eltern umlagert – wow, ich war sooo glücklich, das zu sehen!!

Sarahs Plakat

Um 16 Uhr kamen wir gerade noch rechtzeitig (Danke B. und deinem IPhone!!) zum Vortrag von Rita Messmer.. Wir sind zwar nicht in allem der gleichen Meinung, was Babys angeht, gleichzeitig war es eine Freude, diese so engagierte, lebendige und energiegeladene Frau zu treffen!

Topffit_TagRita MessmerVortrag_Rita

(Gerade hab ich entdeckt, dass auf ihrer Website ein ganze Reihe von Abhalte-Videos steht. Da wir ja grundsätzlich keine Kinder ins Netz stellen, wenn ihrs aber doch sehen wollt schaut mal rein.)

Danke für die tollen zwei Tage mit euch – danke an die Coaches, danke an Sarah, die das alles erst möglich gemacht hat, danke für ein wunderbares Picknick und danke an die wunderbar verwinkelte, verwunschene und so freundliche Bern, für ihr herrliches Wetter und die schöne Aare…

(in die ich statt des berühmten „Aare-Schwimmens“ bisher nur einen Zeh reingehalten habe, war doch etwas kalt ;))

Windelfrei-Coach Ausbildung in Bern!

Ihr lieben,

ich bin schon wieder on the road: Windelfrei-Ausbildung im schönen Bern! Es war eigentlich nur eine fixe Idee von unserem Artgerecht-Coach Sarah Schäppi und jetzt ist es wahr geworden!

Schon im Zug nach Bern war ich beeindruckt – statt dröger Bordbistros haben sie hier Starbucks auf Rädern:
Starbucks im Zug!

Die Stadt empfing mich mit freundlichem Sonnenschein:


Bern

Für den Kurs hatte ich neben den Ausbildungsordnern aus der Umweltdruckerei auch Julias neues Buch „Geborgenheit“ dabei (alle Exemplare waren ratz fatz weg 🙂 )

Windelfrei Coach Ausbildugnsordner

Nach dem Kurs lief Sarah mit mir noch über die schönen Brücken über die Aare

Brücke in Bern

Und ich staunte über die vielen romantischen kleinen Häuschen

Romantik in Bern

Und freute mich an sooooo freundlichen Schildern, sowas hab ich in Deutschland noch nie gesehen :)))

Fußball erlaubt!

Morgen zweiter Tag, ich freue mich schon!

Eure Nic