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Artgerecht-Treffen in Düsseldorf

19.08.2014 Erstmalig Offenes Artgerecht Treffen in Düsseldorf!!!

Eltern-Treffen für alle, die an den Themen Stillen, Tragen, Familienbett und Windelfrei interessiert sind. Zum Austauschen, Kennenlernen, Fragen beantworten. Wir singen mit und für die Kinder, machen eine Kennenlernrunde und eine Fragenrunde. Es geht um alles, was mit „artgerechtem Aufwachsen“ zu tun hat. In Bonn und Berlin bereits ein etabliertes Treffen, jetzt erstmals in Düsseldorf, Neugierige sind herzlich willkommen!

• Zweimal im Monat, immer Samstags
• von 15.00 – 17.00 Uhr
• Ort: großer Kursraum
• Kursleitung: Jessica Schliewe, Hebamme
• Kursgebühr: €8 pro Erwachsener

Jessica Schliewe, Hebamme.Schliewe@web.de, 01785339511

Bei schönem Wetter sind wir draußen auf dem Schillerplatz-Spielplatz!
Kinder jeden Alters sind willkommen.
Mehr über das Artgerecht-Projekt von Nicola Schmidt (www.123-windelfrei.de ; AFS Stillberaterin i.A., Wissenschaftsjournalistin) und Julia Dibbern (Geborgene Babys) unter www.artgerecht-projekt.de

Um Anmeldung wird gebeten!

Babys ohne Windeln-Woche 2014

Windelfrei-Woche 2014

Eine Woche ohne Windeln mit online-Kurs und Verlosung: 28. April bis 4. Mai 2014

Diaper-Free Week in den USA großer Medienerfolg – Windelfrei-Woche in Deutschland mit Verlosungen und Aktionen.

Hamburg-Bonn, Mai 2014 – Die Diaper-Free-Week in den USA sowie die Windelfrei-Woche in Deutschland 2013 waren ein voller Erfolg. Auch dieses Jahr gibt es daher wieder eine Windelfrei-Woche in Deutschland. Babysohnewindeln.de startet ab dem 28. April 2014 die Woche in Deutschland. Ziel ist es, darauf aufmerksam zu machen, welche Fähigkeiten Babys von Geburt an haben, wie deutlich sie mit ihren Eltern zu kommunizieren versuchen und wie Eltern diese Kommunikation verstehen lernen. Babysohnewindeln.de möchte zudem auf den Umweltaspekt hinweisen: In Deutschland landen mehr als acht Millionen Wegwerfwindeln täglich im Müll, ein gigantisches Problem. Windelfrei könnte diese Müllberge langfristig reduzieren.

Windelfreiwoche 2014

Babysohnewindeln.de hat seit 2012 60 Windelfrei-Coaches ausgebildet. Sie beraten interessierte Eltern in Deutschland und der Schweiz zu allen Fragen rund um Windelfrei. Seit 2014 finden erstmals auch Fortbildungen für Hebammen und Kinderärzte statt und stoßen auf großes Interesse.

Während der Windelfrei-Woche 2014 bieten wir Eltern detaillierte Informationen auf 123-windelfrei.de: Wie macht man windelfrei? Was bedeutet das konkret? Wozu der Aufwand? Blogeinträge und Videos werden sollen Mut machen, es einfach mal zu probieren.
In der Windelfrei-Woche stehen BoW-Gründerinnen Nicola Schmidt und Julia Dibbern den Eltern auch auf Facebook täglich Rede und Antwort. Zusätzlich verlosen Babysohnewindeln.de und befreundete Shops Windelfrei-Zubehör, die Coaches bieten in der Woche Sonderkonditionen für interessierte Eltern.

Parenting Card: Glückliche Erfahrungen…

Happy Experiences
Glückliche Erfahrungen bereiten ein Kind auf eine glückliche Zukunft vor.

Vorsicht! Das ist eine hochexplosive Parenting Card. Viele denken jetzt vielleicht: Ich muss meinen Kindern eine glückliche Kindheit basteln. Meine Ansicht dazu ist: Das können wir nicht.

Wir müssen nicht bei den Kindern anfangen. Sondern bei uns!

Menschen sind Gewohnheitstiere. Und unsere Gewohnheiten sind sehr, sehr tief in uns verankert. Wir alle suchen ein Leben lang das, was wir kennen. Sicher können wir negative Prägungen durch Arbeit an uns selbst auch ändern. Aber unsere „Voreinstellung“ steht auf: Suche das, was Du kennst.

Wenn wir wollen, dass unsere Kinder sich selbst ein gutes, glückliches Leben bauen, wenn sie groß sind, ist es also unsere Aufgabe, diese Überzeugungen in ihnen zu verankern:

Das Leben ist gut zu mir, glücklich sein ist mein Normalzustand, geliebt werden ist normal, frei zu sein ist mein Recht, ich bin okay, du bist okay.

Wieviele von uns müssen das erst lernen! Du bist gut! Du darfst träumen! Du bist schön! Du bist okay! Du musst nichts leisten, um anerkannt zu werden, weil du als Mensch etwas wert bist!

Eine ganze Industrie, Bücher, Seminare, Therapeuten leben davon, dass viele Menschen von klein auf beigebracht bekommen, dass sie nur etwas wert sind, wenn sie gut sind, dass sie nur geliebt werden, wenn sie brav sind, dass Stress, Ärger, Streit der Normalzustand im Leben ist.

Es ist also unsere Aufgabe als Eltern, für andere Erfahrungen zu sorgen. Keine einfache Aufgabe! Denn wir alle haben ja auch unsere Prägungen, mit denen wir selbst zu kämpfen haben und die unser Leben schwierig, stressig, langweilig, unausgefüllt, lieblos oder was auch immer unsere Prägung ist, machen.

Der erste Schritt für diese Parenting Card ist daher aus meiner Sicht, dass wir schauen, wie unser Leben sich anfühlt. Wir können unseren Kindern kein glückliches Leben zeigen – kein artgerechtes! – wenn wir selbst unglücklich sind oder nicht artgerecht leben (ein Thema, das übrigens in den Artgerecht-Camps immer wieder aufkommt – mit erstaunlichen Erkenntnissen).

Wenn wir selbst dort sind, wo wir uns wohlfühlen, dann haben wir mehrere positive Effekte:

– wir sind entspanntere, glücklichere Eltern
– wir leben Kindern vor, wie man sich um sich selbst kümmert
– wir leben Kindern vor, dass ein gutes Leben der „Normalzustand“ ist

Und dann ergeben sich die positiven Erfahrungen für eine positive Zukunft von ganz alleine.

Wenn ihr eure Kinder glücklich machen wollt – seid glücklich.

Parenting Card: Kinderenergie

Energy
Diese Energie, die es so schwer macht, ein Kind zu lenken ist es, die es später zu einem Lenker seines Lebens macht. /Henry Ward Beecher

Selbst wenn man Kinder nicht lenken will – ihre Energie…. manchmal bin ich einfach schon fertig, weil meine Kinder nicht müde werden ;).

Ich denke, wenn man Kids anzapfen könnte, wären die Energieprobleme diese Planeten im Handumdrehen gelöst. Fahrt die Atomkraftwerke herunter, wir kommen einfach mal mit der Kita vorbei!

Meine Kids jedenfalls rennen, springen, hüpfen, klettern, reden und fragen DEN GANZEN TAG, der Große rechnet und rennt und malt als ginge es um sein Leben (herrje, TUT es ja auch), die Kleine stellt 300 Fragen – pro Minute!! – und sie werden, werden, werden nicht müde.

Der abendliche Effekt: Meine eine ist nach 19 Uhr eigentlich nicht mehr zu gebrauchen. Todmüde. Der Tag war LANG. Er war ausgefüllt. Jede Minute hatte ihre Bestimmung, die Wäsche ist gewaschen, die Artikel sind geschrieben, der Nach-Umzugs-Kistenberg nähert sich einer überschaubaren Größe, die Freunde-Bücher des Großen sind alle mit Fotos versorgt und ausgefüllt, die täglich dutzendweise einlaufenden Mails zum Artgerecht-Projekt sind beantwortet… und ich bin leer. Da ist nichts mehr. Ich will einfach nur noch ins Bett. Umfallen. Liegen bleiben. Schlafen.

Und die Kids? Keine Spur von Müdigkeit. Oder – noch schlimmer- auch schon langsam müde, aber sie brauchen noch Hilfe, um runterzufahren und sich zu entspannen.

In solchen Momenten gäbe ich ein Königreich dafür, dass meine Kinder NICHT diese Energie hätten, die ich sonst an ihnen so liebe.

Da ich die Kinder nicht herunterfahren kann, muss ich mich also herauffahren. Für mich heißt das: Mittags irgendwie auf die „Ladestation“ – den Akku aufladen, 15 Minuten nichts tun oder sogar 30 Minuten schlafen (und dafür den Clan aktivieren :)). Oder einfach nur mal kurz abschalten und den Kopf leer machen. Wenn ich bis morgens um vier gearbeitet habe, muss auch schonmal der Kaffee herhalten. Und im Idealfall habe ich einen Clan und genug Unterstützung, dass die Energie der Kinder auf soviele Erwachsene verteilt ist, dass immer jemand abends noch vorlesen kann, wenn ich schlafen will oder morgens schon Lego baut, wenn ich noch unter der Dusche stehe :).

Aber selbst wenn nicht, es hilft mir enorm, wenn ich mir sage: Ja, es ist anstrengend, aber wenn sie mit der gleichen Energie später ihre Träume verfolgen mit der heute Lego gebaut, Laufrad gefahren und die Tapete angemalt wird – was kann ich mir für sie mehr wünschen?

Parenting Cards vom Natural Child Project von Jan Hunt – hier bestellen!

"In den Schlaf gewiegt zu werden ist Gewohnheit" – Gedanken zum Interview mit A. Kast-Zahn in der ELTERN – ein fehlendes Puzzleteil

Nachdem eine Petition im Internet die Rücknahme von „Jedes Kind kann schlafen lernen gefordert hat“ („Shitstorm“ hieß es sogar), führte Eltern-Autorin Nora Imlau mit der Autorin Kast-Zahn ein starkes Interview für die Zeitschrift ELTERN. Imlau und Kast-Zahn diskutieren über den Sinn und Unsinn von Schlaflernprogrammen, über Studienergebnisse und darüber ob das sogenannte Ferbern jetzt schädlich sei für die Kinder oder nicht.

Aus Artgerecht-Sicht fehlt bei der Diskussion noch ein wichtiges Puzzleteil. Es geht nicht nur darum, ob Ferbern langfristig schädlich ist, was Eltern oder Babys aushalten können und wer was wie wissenschaftlich nachweisen kann oder nicht. Es geht noch um etwas ganz anderes.

Gleich vorneweg: Aus Sicht des Artgerecht-Projektes ist ein Konzept wie in „Jedes Kind kann schlafen lernen“ völlig indiskutabel. Keine Frage. Und wir werden diese Aussage auch weder relativieren noch zurücknehmen. Keine Kompromisse. Ferbern geht nicht. Aber: Verzweifelte Eltern ohne Hilfe zu lassen, geht auch nicht.

Die AP-Szene hat also ein Dilemma:

Verzweifelte, erschöpfte, unter Schlafmangel leidende Eltern brauchen Hilfe.
Schlaflernprogramme sind keine Hilfe.
Verzweifelte Babys alleine schreien zu lassen geht für uns nicht.
Verzweifelte, erschöpfte Eltern ohne Hilfe zu lassen geht auch nicht – und ist gefährlich.

Was also tun? Was empfehlen?

Nora Imlau löst diesen Konflikt, indem sie Schlaflernprogramme als letzten Ausweg anbietet, wenn sie in ihrem Gastbeitrag auf Geborgen-Wachsen.de schreibt:

„Kurz: Selbst wenn tausend Studien die Unbedenklichkeit von Schlaflernprogrammen belegen würden, es bliebe trotzdem ganz großer Mist, sie anzuwenden – außer in jenen wirklich seltenen Situationen, in denen Eltern kurz davor stehen, ihre Kinder an die Wand zu klatschen von lauter Wut und Frust über die eigene Schlafsituation.“

Herbert Renz-Polster tut in seinem Buch „Kinder verstehen“ dasselbe, er schreibt:

„Wenn Eltern also ihre Kinder „ferbern“, weil sie schlicht am Ende ihrer Kräfte sind und andere Methoden nicht richtig funktioneren, dann kann (kursiv im Original) das eine Notlösung sein – ein schlafendes Kind kann nun einmal für die Eltern den Unterschied zwischen Himmel und Hölle, ja sogar zwischen Gesundheit und Krankheit bedeuten.“

Wir sollen unsere Babys also nicht ferbern – außer, wenn wir nicht mehr anders können. Wie wäre es, wenn wir stattdessen dafür sorgen, dass Eltern erst gar nicht in derart verzweifelte Situationen kommen?

Kast-Zahn sagt auf Noras Frage hin, dass man einem Baby, das nachts acht Mal Mama weckt, durchaus auch kuschelnd Schlafen beibringen kann: „Wenn Eltern dazu die Geduld haben – wunderbar. Aber was meinen Sie, wie viele Eltern das Gebrüll ihrer Babys regelrecht aggressiv macht?“

Genau hier liegt der springende Punkt für mich. Warum macht diese Eltern das Gebrüll ihres Babys aggressiv? Sparen wir uns alle Küchenpsychologie, jeder weiß es: Überlastung und Schlafmangel sind ein explosiver Cocktail, der aus der entspanntesten, liebevollsten Mutter/Vater eine aggressive Furie machen kann.

Diese Eltern machen nichts falsch. Sie haben aus meiner Sicht auch ihren Kindern keine falschen Schlafgewohnheiten antrainiert, wie Kast-Zahn suggeriert. Sie haben eine Situation, mit der sie nicht umgehen können, weil sie am Ende ihrer Kräfte sind. Weil sie übermüdet sind. Weil sie schlafen wollen. Weil diese Situation nicht artgerecht ist.

Menschen waren in den letzten 100.000 Jahren niemals so alleine mit unseren Kindern, wir wir es heutzutage sind. Schon gar nicht mit 24-Stunden-Babys oder Schreibabys. Wir sind auf diese Art von Dauerstress nicht vorbereitet, weil wir ihn niemals aushalten mussten.

Für unsere Situation brauchen wir keine Schlaflernprogramme für die Babys. Die Babys sind okay. Wir brauchen auch nicht noch mehr Schuldgefühle für die Eltern (falsche Schlafgewohnheiten angewöhnt). Die Eltern sind okay. Was wir vor allem brauchen, sind andere Lebensbedingungen für die Eltern.

Wir müssen als erstes die Überlastung der Eltern abstellen. Denn Überlastung ist das Problem. Ohne Überlastung können die Eltern auch ohne „Nothilfe“ oder „Notfallprogramme“ ihren Kindern zeigen, wie in dieser Familie nachts zu schlafen ist.

Ohne chronische Überlastung könnten Eltern ihrem Baby entspannt und gelassen mit Körperkontakt beibringen, dass jetzt Schlafenszeit ist und das Mama nachts nicht acht Mal stillen will oder kann. Und wann sie das macht, kann sie/ können die Eltern dann auch entspannt entscheiden – aus artgerecht-Sicht ergibt es überhaupt keinen Sinn, ständig auf die individuellen Entwicklungsabläufe von Kindern zu verweisen und dann aber pauschal zu sagen: Ab acht Monaten darf man Schreienlassen. Wenn Eltern gar nicht in den Teufelskreis von Erschöpfung, Alleinsein und Schlafmangel geraten, wird sich die Frage ohnehin ganz anders stellen.

Aber warum sind wir Eltern so überlastet? Was ist hier passiert?

Die meisten Eltern – vor allem: Mütter- sind tags wie nachts mit ihren Babys viel zuviel alleine. Würden hingegen immer drei begeisterte Tanten, Großtanten, Omas, Onkels und Nachbarn mit dem Baby auf dem Arm herumlaufen, es trösten, kuscheln, spielen, wenn also Mama und Papa damit nicht alleine sind, kommen die Eltern gar nicht in die Situation, einen „letzten Ausweg“ gehen zu müssen, bevor sie ihrem Kind etwas antun. Aber wenn Eltern 24/7 das „kostspieligste aller Primatenbabys“ (nach Sarah Bluffer Hrdy) alleine großziehen müssen, brechen sie irgendwann zusammen.

Artgerecht ist:

Unterstützung durch andere
Kontakt zu anderen Eltern
mehr Information
Ursachensuche, was die Situation so belastend macht
Lösungen, die die Umgebung ans Kind anpassen und nicht das Kind an die Umgebung

Kurz: Wir brauchen einen Ersatz für unser verlorengegangenes Dorf. Genau deshalb machen wir das Artgerecht-Projekt. Unsere Coaches wollen Eltern dafür sensibilisieren, was sie wirklich brauchen – jenseits aller Rezepte und Vorgaben. Wir wollen Eltern den Clan, das Dorf zurückholen, das ihr Leben so sehr entspannen kann. Jedes Treffen, ob Artgerecht, Stilltreffen, Pikler, aber auch Nachbarschaft oder Familientreffen kann ein Anfangspunkt sein, um das Netzwerk zu bauen, das Eltern stützen kann.

Ich höre jetzt schon die Kritiker: Nicola, das sind doch alles Illusionen. Die Wirklichkeit ist nunmal anders. Aber wird die Wirklichkeit je anders, wenn wir sie so akzeptieren, wie sie ist? Oft ist Hilfe nur eine Tür, ein Gespräch weit entfernt. Wir müssen wieder lernen, sie zu geben, sie zu fordern, sie nehmen zu können.

Und dann erübrigt sich sehr wahrscheinlich auch die Schlaflerndiskussion.

Weinen Facebook

AP-Kinder – sozial kompetent oder was?

Ich höre und lese immer wieder, dass AP-Kinder ja soooo selbstständig und sozial kompetent seien. Ist das so?, frage ich mich oft.
Wenn mein Großer (fast 6) seinem besten Freund mit Wucht ein Plastikschwert über den Kopf zieht oder die Kleine (fast 3) ihre beste Freundin begrüßt mit „ich mag dich nicht! du sollst weggehen!!!“ um dann 5 Sekunden später bitterlich zu klagen, dass eben jene Freundin nicht da sei, denke ich oft:

AP hin oder her, WIR jedenfalls sind noch im Schimpansenstadium. Wir können zwar kooperieren, aber wenn die Ressourcen knapp sind, wird gefaucht und gebissen.

Als Antwort auf diese meiner unfreundlichen Primatenthesen habe ich von meiner Tochter am vorigen Wochenende eine Lektion in Sachen „kompetente AP-Kinder“ erhalten.

Mutter steht im Kinderzimmer und baut am Schrank herum. Es war mir nicht bewusst, aber ich muss ziemlich rumgejammert haben, Tenor: „Welcher Mensch hat nur die Schlitzschraube erfunden? Wieso sitzt ausgerechnet diese hier so fest? Verflixt nochmal! Autsch!“

Ich war die personifizierte Opferhaltung der Haushandwerkerin. Könnte ich an meiner miserablen Lage etwas ändern? Keine Ahnung! Ich konnte darüber nicht einmal nachdenken. Ich ärgerte mich zu sehr über die Schrauben der Einlegeböden, die sich nicht lösen ließen, ich identifizierte mich mit diesen festsitzenden Schrauben, ich WAR die bockige Schraube.

Meine Tochter spielte friedlich zu meinen Füßen mit Duplosteinen und hörte mir offensichtlich aufmerksam zu. Plötzlich sagte sie mit ihrer hellen Stimme ruhig, bestimmt und wie nebenbei:

„Mama, Du brauchst einen Akkuschrauber.“

WIE BITTE?

Das Kind ist noch keine Drei.

Ich stammelte: „Äh, ja… gute Idee, aber ich wir haben keinen und ich weiß nicht, ob unsere Nachbarn da sind und eigentlich MUSS das doch auch mit dem Schraubenzieher gehen!“ #opfer #bastlerstolz

Meine Tochter hörte mir noch etwa 2 Minuten bei meiner nächsten Hasstirade gegen den Schraubenfabrikanten zu und erklärte dann:

„Ich schau mal, ob A. (unsere Nachbarin) da ist. Du brauchst einen Akkuschrauber.“

Und da stapfte sie auch schon los, verließ die Wohnung, ging durchs Treppenhaus, klopfte bei unserer Nachbarin und ich hörte sie deutlich sagen:

„Mama braucht einen Akkuschrauber. Kann ich bitte euren ausleihen?“

Sie bekam ihn. Als sie zurückkam, trug sie den schwarzen Akkuschrauberkoffer und lächelte mich freundlich und ohne eine Spur Besserwisserei einfach nur an. Sie hatte – im Gegensatz zu mir – die Situation erkannt, eine Lösung gefunden und diese trotz meiner bockigen Weigerung mal eben so umgesetzt. Als ich mich erholt hatte, packten wir den Schrauber gemeinsam aus, ich hob sie in den Schrank und so war die Arbeit gemeinsam in fünf Minuten erledigt – und machte sogar Spass!

APKindschraubt

Nachdem ich alles wieder eingepackt hatte, schnappte sie sich wortlos den Koffer, stapfte zurück, sagte „Vielen Dank, wir sind fertig“ und erklärte beim Wiedereintritt in unsere Wohnung: „So, Mama und JETZT spielen wir!“.

Ja, mein Schatz, selbstverständlich, jetzt spielen wir.

Sind AP-Kinder nun selbstständiger oder sozial kompetenter? Ich habe immer noch keine Ahnung. Aber seit Samstag habe ich ein Gefühl dafür, was das heißen könnte.

2008 – 2013 = 5 Jahre Windelfrei-Blog!

2013 war es soweit! Montags-Mantras und Donnerstagsserie, Parenting-Cards und Windelfrei-Tipps, Studien, Interviews und Schmunzelgeschichten5 Jahre Windelfrei-Blog!

5 Jahre

Unfassbar, was in diesen 5 Jahren alles passiert ist.

Als ich 2008 mit dem Bloggen anfing, war windelfrei eine exotische Sache. Das Paar, das mich drauf gebracht hatte (DANKE, DANKE, DANKE), drängte mich: „Schreib doch ein Blog darüber! Wozu bist Du Journalistin?“

Ich fand es erstmal ziemlich albern. Diese Bloggerei, so ein neumodisches Zeugs, das liest doch eeeeeeh keiner! Irgendwann rief ich dann doch bei Blog.de an und traf mich mit dem Gründer, um mal über einen Blog zu sprechen. Sie suchten damals „Content-Blogs“, was eine nette Umschreibung ist für „Leute, die schreiben, weil sie wirklich was zu erzählen haben“. Er fand die Idee mit Windelfrei großartig und sie bauten uns das Design, das das Blog heute noch hat.

Ich fing an zu schreiben und anfangs hatte ich etwa 100, wohl mehr zufällige, tägliche Besucher. Aber dann ging es plötzlich wie von selbst. Eltern fanden den Blog, amüsierten sich, sagten es weiter, fanden Antworten, trugen sie in Foren und schwups – waren wir schon 2010 bei monatlichen Besuchern. Heute haben wir dank Christina einen Blogrekord von 51138 Seitenaufrufen und 24211 Besuchen im November – WOW!!

Was mich immer noch am meisten beeindruckt, sind die Leute, die sich offensichtlich durch das ganze Blog lesen, von denen es immer wieder einige gibt. Wir sind im Moment weder Google-optimiert noch analysiert, aber wir waren immer Leser-orientiert und vor allem praktisch. Daher hat Christina auch voriges Jahr das Blog übernommen (DANKE DANKE DANKE) – meine Kinder waren ja beide trocken und ich konnte aus dem windelfreien Alltag nichts mehr berichten.

Seitdem gibt es weiterhin die Montags-Mantras und Freitags-Parenting-Cards. Seit einem Jahr bloggen wir Euch mittwochs Erfahrungsberichte, was gut von Euch angenommen wurde. Wir freuen uns über jeden einzelnen zugesendeten Bericht und staunen, wie verschiedenartig, aber doch so gleich Windelfrei praktiziert wird.

Auf der unserer 123-Windelfrei-facebook-Seite erfreuen sich schon 639 Fans über Popcorn-News.

Und heute ist Windelfrei dank vieler Blogs (trainyabrain, Natürliches Baby, Geborgen Wachsen, Nestling, Einfach klein u.v.m.) und unserer bundesweit aktiven Coaches (BOW-Seite) in aller Munde – sogar in den Medien. Über uns hat kürzlich RTL berichtet, die Süddeutsche hat uns verrissen, die Frankfurter Rundschau hat uns gelobt, die ELTERN hat uns unterstützt, die Schweizer Eltern hat eine 20-Tage-Challenge mit uns gemacht, viele kleinere Zeitungen haben über uns berichtete, drucken unsere Kurstermine ab und verbreiten die gute Nachricht.

Aber auch das Artgerecht-Projekt ist auf 123windelfrei entstanden. Die Schwangerschaft und Babyzeit verbrachte es noch auf dem Blog und wurde dann flügge…

Und jetzt?

2014 schulen wir Hebammen und Kinderärzte und arbeiten hart daran, das Windelfrei-Blog überflüssig zu machen, weil sich alle Eltern so selbstverständlich darüber austauschen wie übers Essen, Schlafen oder Wachsen.

Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß beim Lesen und Kommentieren, auf unserer Facebook-Seite oder gleich beim Artgerecht-Projekt! Und wenn euch das Thema begeistert, gebt euch einen Ruck, werdet Coach und verbreitet die Kunde weiter – für viele freie Babypopos und entspannte Eltern!

Und da 2014 noch ganz jung ist, wünsche ich euch allen ein frohes und gesundes neues Jahr!

Herzlich,
Eure Nicola

Dein Kind. Dein Herz.

Nicolas 10 Schritte zu einer erholsameren Nacht:

10. Höre nur auf dein Herz

Wenn ein schreiendes Kind unserem Herz wehtut, dann hat das einen Grund. Die These, dass man Schreien auf keinen Fall nachgeben darf, halte ich persönlich für falsch. Wer schreit, hat Recht. Wer schreit, hat ein Problem, auf das wir Eltern zu reagieren haben. Ziel muss sein, dass das Kind nachts durchschläft OHNE zu schreien. Zudem sind Erfolge mit Schlafprogrammen meist nur von kurzer Dauer. Nach wenigen Wochen bricht alles wieder zusammen und ihr seid wieder so weit wie vorher.

Daher: Hört auf euer Herz. Nicht auf Bücher. Nicht auf mich.

 

 

Die 10 Schritte zur entspannten Nacht als Download zum Ausdrucken gibt es hier.