Es ging gerade durch die Medien: Patricia Hermanns, 31-Jährige Mutter, wurde aus dem Bäckerei-Café eines Supermarktes in Krefeld geworfen, weil sie ihren Sohn stillte. Die Verkäuferin begründete: Stillen sei verboten, da sich andere Gäste dadurch belästigt fühlten.
Es gibt einen schönen Artikel zum Thema von Lisa Fehrenbach auf Eltern.de. Nett fand ich auch die Umfrage im Solinger Tageblatt, in der doch tatsächlich eine Dame aus einer Konditorei erklärte, dass die herumstehenden Kinderwagen viel störender seien (Wasser auf meine mit-Tragetuch-wäre-das-nicht-passiert-Mühle).
Dennoch ist es faszinierend, wie darüber in den Foren – von Frauen! – debattiert wird, wie verstörend es sein könne, wenn man eine stillende Frau sieht. Dabei ist auf jeder Fernsehzeitschrift mehr Brust zu sehen als wenn eine Frau ihr Baby stillt – das hat ja korrekterweise hoffentlich den größten Teil der Brustwarze im Mund (kann das Video leider nicht einbetten. )
Ich musste bei der Diskussion immer an unsere Reise nach Kuba denken. Mitten in Havanna saß eine junge Frau auf den Stufen des Capitols. In ihrem Schoß lag ihr Kind. Die Spaghettiträger ihres Hemdchens hielten nur noch eine Seite, an der anderen hing eine Brust heraus, an der das etwa 2-Jährige Mädchen entspannt saugte. Kein Mensch schenkte der Szene größere Beachtung. Niemand regte sich auf.
(Danke an Clara für den Hinweis)

