Alle Beiträge von nicolaschmidt

Ina May Gaskin – Alternativer Nobelpreis

Ist ja mal wieder völlig an mir vorbeigegangen:

Die Pionier-Hebamme Ina May Gaskin hat vor zwei Wochen den alternativen Nobelpreis erhalten (hier original, hier die Nachricht im Deutschen Ärzteblatt.

Und eine Freundin hat mir heute erzählt, dass sie keine Angst mehr vor ihrer zweiten Geburt hat (nach einer traumatischen ersten), nachdem sie Gaskins Buch „Selbstbestimmte Geburt“ gelesen hat.

thumbs up.

Blätter, Käfer, Streikumgehung

Unsere Kleine „streikt“ immer noch ein bisschen. Oder besser: Sie reagiert sehr ungehalten, wenn ich zur falschen Zeit anfrage, ob sie nicht mal…? SEHR ungehalten. Aber es klappt trotzdem ganz gut. Ich lerne gerade, sie so abzuhalten, dass wir beide zu unserem Recht kommen.

Großes Kino zum Beispiel: Käfer am Baum. Käfer sind klasse. Sie kann Käfer gucken und versuchen, ihn zu fangen, ich kann sie dabei abhalten und habe hinterher ein leeres Kind. Und sie will ja auch nicht in die Windel machen, sie meckert zum Beispiel wenn sie muss und ich sie in die Manduca setzen will.

Auch Büsche sind meine neuen Freunde. Denn dort kann sie Blätter zupfen (oben) und sich entspannen (unten). Und *zack*, wieder leeres Kind.

Morgens oder nach dem Vormittagsschlaf muss ich auf absolut reizarme Umgebung und aufwandslose Töpfchenverfügbarkeit achten. Sie döst sich dann über selbigem wach, wurschtelt manchmal an einer Holzkette herum, die ich ihr anbiete und wenn’s gut läuft – *zack* – schon wieder (ganz) leeres Kind.

Es geht, es geht. Ich muss allerdings immer ein wenig kreativ sein. Sonst: Empörter Protest. Mama, was soll das denn jetzt.

Ach ja. Kinder sind Klasse (in allen anderen Fällen bin ich einfach weiterhin der personifizierte Benutzerfehler).
🙂

Montags – Mama-Mantra: Halte Dich daran!

Jeden Morgen Beckenbodentraining. Und wenn es nur drei Minuten im Bett sind.
Um 18 Uhr zu Hause – egal wie schön es gerade draußen ist.
Um elf ins Bett – egal wie gerne ich noch bloggen würde *seufz*.

Die Dinge einfach tun. Nicht jedes Mal drüber nachdenken. Einmal entscheiden. Festschreiben. Dran halten. Wie Zähneputzen.

Anders gehts nicht. Ich weiß das. Manchmal würde ich gerne flexibler sein und Dinge anders machen. Aber die Erfahrung hat mir gezeigt, dass sich das rächt. Daher habe ich festgelegt: Beckenboden=Wichtig. Abendessen=Wichtig! Schlaf= Wichtig! etc.

An manchen Tagen denke ich: Naja, eine Ausnahme mache ich… und bereue es.

Kein Training? Rückenschmerzen. Zu spät zu Hause? Hungriges, weinendes, verzweifeltes Kind, stressiger Abend. Um zwölf noch am Rechner? Am nächsten Morgen bin ich wie tot.

Daher ist mein Mantra: Im Zweifel halte Dich an den Prozess, den Du mal innerlich beschlossen hast, weil Du ihn als sinnvoll erkannt hast. Gleich, wie verlockend die Alternative gerade aussieht. Und wenn ich das kontinuierlich mache – dann kann ich auch mal die eine oder andere Ausnahme schultern. Wenn ich aber ständig Ausnahmen produziere, dann kann ich meine Aufgabe nicht vernünftig machen.

Also heute vor allem ein Mama-Wartungsmantra :).

(Was ist das Mama-Mantra? hier

weitere Mantras: Schau nicht auf den Baum!, Reffe! Jetzt!, Prioritäten-Liste, Erst das Wichtige…, Kind, Du bist nicht schuld, , Nichts ist weicher und stärker als Wasser, Diskutiere nicht mit einem müden Kind, Diskutiere nicht mit einem hungrigen Kind.)

Weltstillwoche 2011

Es ist noch den Rest der Woche Weltstillwoche (hier auf Facebook)! Das Motto lautet „Sprich darüber“ – klingt ein bisschen altbacken, finde ich, trifft aber wahrscheinlich den Kern der Sache sehr gut. Darüber sprechen – und so Gleichgesinnte finden, Rücken stärken und Probleme lösen – ist ein wichtiger Baustein für erfolgreiches Stillen. Und damit Teil einer gesunden Säuglingsernährung.

Mal was ganz anderes zum Thema haben sich Aktivisten in Malaysia einfallen lassen: Ein Flash Mob mit Tanz und Gesang, der aufmerksam machen sollte und die Botschaft verbreitete: Stillen ist normal, hat nix mit Sex zu tun und Milchpulver ist ein Wirtschaftsfaktor, der den Babys aber keine Vorteile gegenüber der Muttermilch bringt. Der Tanz steht auf Youtube

der Song geht so:

Lyrics:

listen up /imma rap about breasts/cuz ev’ry other song /has a line about her chest
and the world’s OK with /the sex context /but feed the future and /the world’s like
what the heck?/they call it a rack
turn a gift of god /into a sales contest/and treat ev’ry woman /like an item on the shelf
major corporations and /snakeoil quacks /claim to replace /what’s nature’s best
with powdered potions, /subliminal ads
enough of that/it’s time to act/k and waba say /time to take your breast back

Die AFS hat wie immer zur Welstillwoche ein Info-Paket mit Plakaten im Angebot:

Plakat Weltstillwoche 2011 Plakat Stilllen AFS

Die LLL hat einen Fotowettbewerb ausgeschrieben und Stillbilder prämiert – Stillen im Park, im Wohnwagen, Tandemstillen, alles dabei.

Happy Breastfeeding!!

Parenting Card zum Freitag: Alle Kinder lernen…

learn their way

„Alle Kinder lernen auf ihre ganz eigene Art.“

Das ist auf den ersten Blick vor allem ein guter Satz für Unschooler oder Homeschooler, die sich manchmal fragen, ob ihre Kinder wirklich lernen, was sie brauchen.

Aber auch für mich war es schon hilfreich, mich daran zu erinnern. Zum Beispiel, als mein Sohn in der Kita anfangs alle Kinder bei Meinungsverschiedenheiten kurzerhand haute, da machte ich mir Sorgen, ob er je Sozialverhalten lernen wird. Man sagte mir zwar, nein nein, dass könne am Anfang schon sein, Gruppenstress und so, viele Kinder tun das. Aber trotzdem – ich sorgte mich. Sinnloserweise – er lernte es, nicht durch mich, sondern durch die Kinder.

Dass er seine eigenen Lern-Wege findet, wird mir auch klar, wenn ich sehe, wie er sich für Zählen und Rechnen interessiert. Er lernt Zahlen, weil er etwas gerecht aufteilen will oder weil er wissen will, welche Katze mehr Junge hat. Oder er lernt die Geldstücke kennen in Momenten, in denen er ein Eis will und ich ihn bitte, es selbst zu holen. Kommt er dann zurück, will er stolz wissen, wieviel Wechselgeld er herausbekommen hat – und lernt so.

Er lernt häufig über Wege, auf die ich nie gekommen wäre. Und ich lerne so Stück für Stück, seinem Lernprozess zu vertrauen. Vertraue, dass er lernt. Aber auf seine eigene Art.

Schönes Wochenende allerseits!

Artgerecht-Kurs am Samstag!

Liebe Runde,

am Samstag ist Artgerecht-Kurs in Berlin wie gehabt im Hug&Grow von 11-14 Uhr. Wer kommen will, bitte meldet euch an (hallo(at)hug-and-grow.de), sonst steht ihr evtl. vor verschlossener Türe…

Es geht um aktuelle Infos aus Wissenschaft und Psychologie rund um alles, was auch hier im Blog behandelt wird – und mehr (Stillen, Tragen, Schlafen, Essen, Betreuung etc.).

🙂
Freu mich
Nicola

Wow – bald 5000 Leute hier!

Liebe Leser,

gerade sehe ich, dass das Windelfrei-Blog mit großen Schritten auf die 5000-Besucher-Marke zueilt (: Besuche, ich weiß gar nicht, ob er nach IP-Adressen unterteilt?) . Wow. Ich habe 2008 mit 188 Besuchern und 460 Seitenaufrufen pro Monat angefangen. Und jetzt sind es schon über 10.000 Seitenaufrufe und über 4800 Besucher pro Monat, die sich hier tummeln.

„Ich freue!“ (wie mein Dreijähriger zu sagen pflegte, als reflexive Verben noch nicht zu seinem Repertoire gehörten).

Und damit ihr euch hier nicht langweilt, arbeite ich an einem neuen Projekt, das euch hoffentlich ebenfalls viel Spass machen wird. Ihr dürft gespannt sein! Mehr wird aber noch nicht verraten.

Klickt mal wieder rein, empfehlt uns weiter :),

Eure Nicola

Töpfchen-Päuschen

Streik, Pause – wie immer man es nennen will, ab einem bestimmten Punkt wollen viele Babys nicht mehr abgehalten werden. Wir haben gerade so eine Phase. Und haben sie wieder überstanden. Und sind doch wieder drin. So sieht’s aus:

Sie macht viel weniger als ich denke. Daher halte ich viel weniger ab. Sie meckert SOFORT, wenn ich auch nur in Versuchung komme, sie abzuhalten, obwohl sie nicht muss. Sie kann jetzt den Kopf schütteln und macht eindeutig ein „Nein“, wenn sie nicht will. Entzückend.

Aber damit geht auch das „Präventiv-Abhalten“ verloren. Denn sie macht nur noch, wenn sie fast platzt. Und das dann aber völlig ohne Vorankündigung. Klar, schließlich ist sie ja damit beschäftigt, die Welt zu erobern. Wer hat da schon Zeit für Zeichen? Nee nee. Also entweder, ich ahne es – oder Hose/Body/Wiese/Kind naß.

Was mache ich? Ich nehme die Gelegenheiten, von denen ich sicher weiß, dass sie muss. Nach dem Schlafen, nach dem Vormittagsschlaf (besonders wichtig sonst hinterher volle – also: voll volle – Windel), nachmittags noch ein Mal. Der Rest: Windel oder draußen nackig (dem Wettergott und 24 Grad im Schatten sei Dank).

Und gaaanz manchmal ein sanfter Versuch zwischendurch. Besonders gut klappt es, wenn sie einen Busch oder Zweig studiert. Dann kann ich sie sozusagen am Objekt des Interesses abhalten, sie kann weiter dran rumziehen und ist dann auch nicht sauer, wenn ich sie mal kurz um eine freundliche Entleerung bitte. Und manchmal macht sie’s dann auch.

Mama-Mantra: Schau nicht auf den Baum!!

Habt ihr euch auch schon mal gefragt, wie es sein kann, dass jemand mit dem Wagen einen Unfall baut, weil er auf freier Strecke in den einzigen Baum knallt, der weit und breit steht?

Mein Fahrlehrer pflegte zu sagen:
„Wer auf den Baum schaut, wird auf den Baum fahren.“

Also schaut auf den freien Weg!

Das hilft mir sehr, wenn es stressig wird. Wenn ich einen Tunnelblick kriege: Das geht schief, das wird zu spät, das kann nicht gutgehen, das wird doch nachher wieder so und so…

In solchen Momenten denke ich daran, dass ich dorthin schaue, wo ich hinwill, und nicht auf den Baum. Und siehe da – meistens kann ich dann eine Kollision vermeiden.

(Was ist das Mama-Mantra? hier

weitere Mantras: Reffe! Jetzt!, Prioritäten-Liste, Erst das Wichtige…, Kind, Du bist nicht schuld, , Nichts ist weicher und stärker als Wasser, Diskutiere nicht mit einem müden Kind, Diskutiere nicht mit einem hungrigen Kind.)