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Windelfrei nachts? Jetzt nicht.

Momentan habe ich das Projekt „Windelfrei nachts“ gestoppt. Völlig ohne schlechtes Gewissen. Schlaf hat Priorität. Das sage ich immer in allen Kursen, das schreibe ich. Und das gilt auch für mich. Derzeit hat mein Schlaf absolute Priorität und ich hab schlicht nicht die Kraft, sie nachts abzuhalten. Glücklicherweise schläft sie trotzdem weitgehend ruhig weiter, zumindest so ruhig, dass ich stillen und weiterschlafen kann.

Wenn die Zeiten wieder besser sind, fangen wir wieder an. Und ich bin mir total sicher, dass sie es bis dahin nicht vergessen hat. 🙂

Montags-Mantra: Jedes Kind ist anders

Jedes Kind ist anders – klar wisst ihr das schon. Aber wissen wir das wirklich? Mit dem Vergleich stirbt die Liebe – bei unseren Kindern stimmt das zwar nicht in ganzer Form, aber ein bisschen unsicher macht es uns doch:

Das Nachbarskind ist schon trocken.
Die Kindergartenfreundin haut NIE zurück.
Das Baby der besten Freundin schläft IMMER im Tragetuch ein
.

Dein Kind ist anders als andere? Meins auch! Vorgestern traf ich eine Mutter, deren Baby im Kinderwagen einfach ruhiger schläft als im Tuch. Sie macht sich Sorgen (getreu dem AP-Motto: „Liegt es an mir? Mach ich etwas falsch?“). Gestern traf ich eine Mutter mit Schreibaby trotz Windelfrei und AP – sie macht sich Sorgen, weil es nicht „klappt“ bei ihr. Heute unterhielt ich mich mit einer Mutter, deren 5-Jähriger schüchtern ist, nie zurückhaut und noch nicht trocken ist. Und sie macht sich große Sorgen. Mein Vierjähriger ist zwar schon trocken (*smile*), aber er haut so gut wie immer als erster und ist der geborene Draufgänger. Und ich mach mir auch Sorgen!

Wir sollten uns weniger Sorgen machen. Jedes Kind ist anders. Und jedes Kind ist an anderen Stellen „reif“ und „unreif“ nach unseren Erwachsenenmaßstäben.

Das Schöne ist: Jedes Kind hat seine Qualitäten. Wir müssen sie nur sehen. Ob das Glas halb voll oder halb leer ist, entscheiden wir: Ist er eigentlich ein ganz tolles Kind, wenn er nur nicht so draufgängerisch wäre? Oder ist er einfach ein tolles Kind und das mit dem Draufgängertum, nunja, eine Phase, das gehört dazu?

Schaut eure Kinder an. Vergleicht sie nicht. Nehmt sie als die Unikate, die sie sind. Jedes Kind ist anders. Jedes Kind hat das Recht, dann zu reifen, wenn es soweit ist. Sauberkeit ist ein ganz wichtiger Punkt dabei. Ich kenne Kinder, die waren mit 15 Monaten so gut wie sauber. Ich kenne andere, die Windelfrei komplett verweigert haben. Alles in Ordnung. Alles gut.

Es liegt nicht an Fehlern der Eltern. Es liegt daran, dass jedes Kind anders ist und seinen eigenen Weg geht.

Einladung zum Quartalstreffen: diesen Samstag 11-14 Uhr, Berlin

Liebe Runde,

für alle Berliner: Samstag ist das Artgerecht-Quartalstreffen in der Judohalle bzw, bei dem herrlichen Sonnenschein bei der Judohalle draußen:

Quartalstreffen Nr. 1/2012 naht…

Wann: 24. März (Beginn der Sommerzeit) von 11 Uhr bis 14 Uhr.

Was: Toben und Krabbeln oder einfach nur Beisammensitzen und Quatschen auf der Judomatte/ draußen

Wo: SCB-Vereinsjudohalle im Sportforum Hohenschönhausen (Judohalle in
der Herberge neben der Lilli-Hennoch-Halle in Fritz-Lesch-Str. 13053
Berlin).

Sonstiges: 1 EUR pro Person für die Hallennutzung als Spende an den
Verein.

Was noch: Picknick auf der Judomatte. Jeder bringt eine Decke sowie
Trinken und Essen für sich und seine Lieben mit.

Interessierte und Freunde und alle sind herzlich eingeladen :).

Falls uns wer nicht findet, ihr erreicht mich unter 0179 695 72 88. Es freut sich und rührt schon im Nudelsalat,

eure
🙂
nica

Parenting Card: Versuchs mal mit Flüstern

Whispering

„Versuch es mit Flüstern, wenn deine Worte nicht gehört werden“

Flüstern??? Bitte komm jetzt! Bitte lass uns jetzt gehen! Lass das bitte! – Das soll funktionieren?

Nein, es „funktioniert“ nicht, denn wie ich schonmal ausführlich ausgeführt habe, Attachment Parenting funktioniert nicht. Aber es ist eine Möglichkeit, die ihr versuchen könnt. Flüstern und Warten können sehr effektiv sein. Nicht drohendes Flüstern und genervtes Warten. Sondern freundliches Flüstern und entspanntes Warten.

Kind will sich nicht anziehen?
Bitte, wir müssen gleich los, ich schaffe es jetzt nicht, euch beide fertig zu machen…“ und dann rausgehen, etwas ganz anderes machen und der Versuchung widerstehen, doch noch mal zu kontrollieren, ob sich das Kind auch wirklich anzieht. In 80% der Fälle klappt das bei uns. Erst ist es lange still und dann plötzlich steht er stolz und angezogen vor uns. Grinst. Ich grinse. Alles gut.

Aber da ist noch mehr. Flüstern ist nach meiner Erfahrung häufig einfach eine Frage der Fairness und Höflichkeit. Ich bin z.B.  immer wieder in der Situation, dass ich dem Großen etwas sagen möchte, das ihn vor anderen aber bloßstellen würde.

Beispiel heute: Seine Spielplatzfreundin sucht einen Eisplastiklöffel. Ich weiß, dass er ihn in der Hosentasche hat. Er hat sie offensichtlich nicht gefragt. Was mache ich jetzt? Viel zu oft höre ich in solchen Situationen: „KINDNAME, du hast doch den Löffel, gib den jetzt SOFORT heraus! KINDNAME! Sonst hol ich ihn aus deiner Tasche! Los! Hör auf zu Heulen, ich habe gesagt…“ etc.

Solche Dinge laut zu sagen, stellt das Kind vor anderen bloß. Das ist superpeinlich. Das tut weh. Das verletzt die Beziehung.

Also habe ich geflüstert, so dass es keiner hören konnte: „Du, ich glaube, du hast den Löffel in der Tasche, oder?“ Er überlegt. Schaut mich an. Ich lächle und wühle weiter im Sand. Schaue ihn nochmal an. Lege den Kopf schief. Er nickt. Ich hatte ihn nicht bloßgestellt und er hat es sofort gemerkt und schwups waren wir nicht Gegner, sondern Komplizen, er war ehrlich, weil er wußte, ich bin bei ihm. Ich flüsterte: „Okay, das ist jetzt doof, weil sie weint und ihn wiederhaben will. Ich kann dir auch so einen besorgen, die gibt es an jeder Eisdiele. Ist das okay?“ Er überlegt einen Moment. Und nickt dann. „Okay, wenn keiner guckt, leg ihn hier in den Sand und ich geb ihn ihr wieder.“ Und so haben wir es gemacht. Er hat den Löffel in einem unbeobachteten Moment in den Sand gelegt, ich habe ihn genommen und „guck mal, hier ist er gerufen“ und der Mama seiner Freundin in die Hand gedrückt. Sie hat etwas erstaunt geschaut, aber das Mädchen hörte auf zu weinen, alles war gut. Mein Sohn war nicht sauer, dass er seinen Schatz rausrücken musste, wir haben auf dem Weg nach Hause noch Ersatz besorgt. Kein Thema.

Flüstern. Ich hab mal wieder lange gebraucht, bis ich es kapiert hatte. Ich übe jeden Tag. Manchmal bin ich auch richtig laut. Aber jedesmal, wenn ich im richtigen Moment flüstere, hat es erstaunliche, ungeahnte, meist schöne Effekte. Es ist keine „Geheimwaffe“, um elterlichen Willen durchzusetzen. Aber für mich ist es einer von vielen schönen Wegen, gemeinsam ans Ziel zu kommen.

Euch allen ein schönes Wochenende!

Windelfrei mit 14 Monaten – Zickzack zum Ziel

Wir sind auf der Zielgeraden – manchmal. Manchmal sind wir auch eher verzweifelt. Oder himmelhochjauchzend. Manchmal sagt der Vater: „Wieso ziehst Du ihr eigentlich keine Windel an???“ und manchmal erzähle ich stolz: „Sie geht ganz alleine! Und sagt Bescheid!!“

Folgende Situationen hatten wir ALLE in den vergangenen Wochen. Windelfrei mit 14 Monaten – Zickzack zum Ziel weiterlesen

Stokke 3 in 1 Babytrage – Fehlkonstruktion?

Stokke hat einen neuen Baby-Carrier auf den Markt gebracht, „MyCarrier“. Soweit, so gut.

Wie ich das sehe, fördert er nicht die korrekte Spreiz-Anhock-Haltung bei den ganz Kleinen. Es heißt zwar: „Bei Babys stützt die innovative einstellbare Sitzhaltung Hosenboden, Schenkel und Becken – die natürliche „Happy Hips“-Position (auch „Anhock-Spreizhaltung“ genannt)“, aber auf den Videos sieht es nicht danach aus. Auch auf den Bildern zum Design sind die Knie nicht oberhalb der Hüften. Hab ich was übersehen?

Außerdem wir explizit das nach-vorne-tragen erwähnt und mit ganz kleinen Babys gezeigt. Der Hüftgurt sieht nicht sehr unterstützend aus, er heißt auch „Taillengurt“, was ja total sinnlos ist, weil das Gewicht doch von der Eltern-Hüfte getragen werden soll wie beim Treckking-Rucksack, oder?. Seitlich tragen ist offenbar nicht möglich.

Hm. Auf halbem Weg zwischen Baby-Björn und Manduca stehen geblieben? Wie seht ihr das?

ARTE: Wickeln, Windeln, Wegwerfen

Der ARTE-Film über Windeln und die Umweltprobleme, die sie verursachen, ist auf Youtube:

Ich war ziemlich platt, obwohl ich vieles schon wußte. Zwei Gedanken, die mich nicht loslassen: a) wir wissen gar nicht, welche Chemikalien in Windeln stecken, weil es nicht auf der Packung steht; b) wir zahlen jede Windel doppelt – beim Kauf und als Entsorgungsproblem. Und das zahlt auch jeder mit, der gar keine Kinder hat!