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Mein windelfreier kleiner Kerl

„Bebe“ sagt der kleine Kerl, knapp 1 1/2, und schaut mich an. „Bebe“. Wir gehen schnell zum Abhalten, wo er ein kleines Geschäft macht und wir begeistert den Strahl bewundern. Auch jetzt, nach etwa einem Monat windelfrei, zeig ich noch stets drauf und sage ihm, wie das heisst und was er da gemacht hat. Es ist häufig ein Anlass für Heiterkeit. Kein Wunder also, dass er das Wort blitzschnell gelernt hat!
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Wider die Perfektion: Windelfrei ist kein "Super-Mutter"-Test

Aus den Zeilen einer befreundeten Mutter las ich jüngst, dass Windelfrei sie in zwei Konflikte stürzte. Der Vater des Kindes fand es albern (oder sie glaubte das zumindest) und das Kind streikte und war von Mamas Abhalte-Aktionen genervt. Sie fühlte sich einerseits gestresst und „schuldig“, dass es nicht mehr „klappte“, wollte aber andererseits nach fast einem Jahr windelfrei jetzt auch nicht riskieren, dass ihr Kind alles „verlernt“.

Ich sehe Laurie Boucke vor mir, wie Sie angesichts solcher Gedanken liebevoll den Kopf schüttelt und mit ihrem hinreißenden, niederländischen Akzent sagt: „Ihr deutschen Mütter seid einfach so perfektionistisch…“.

Windelfrei teilt mit dem Stillen das Schicksal, das wir häufig von der Meinung anderer Leute beeinflusst werden und sie uns zumindest unter Druck setzen können. Wenn die Schwiegermutter strikt gegen das Stillen ist, dann stillt die junge Mutter eher ab, bei windelfrei ist es nicht anders: Schüttelt ein Familienmitglied bei jedem Abhalten oder jedem Protest des Kindes genervt den Kopf, vergeht uns bald die Lust (dabei ist Protest normal und auch das Stillen klappt ja nicht immer 100%ig). Laufen lernt man nun einmal nur, wenn man einmal mehr aufsteht als hinfällt.

Dass wir uns immer selbst die Schuld geben, wenn es „nicht klappt“ – ob stillen oder windelfrei – das scheint mir sehr deutsch zu sein. Dabei haben wir das einfach nicht in der Hand. Ich kenne Mütter, die aus meiner Sicht einfach absolute Wunder-Mamas sind und bei denen EC/Windelfrei trotzdem nicht „geklappt“ hat, weil ihre Kinder einfach keinen Bock drauf hatten (siehe Claudias Posting). EC ist kein Wie-gute-Mutter-bist-Du-Test. Es ist ein Angebot. Es sagt ÜBERHAUPT NICHTS über unsere Qualifikation als Mutter, über unsere Liebe, über unser Sein aus, ob unser Baby das gerade gut findet oder nicht.

In anderen Ländern und Umständen kann man ein nicht-abhaltewilliges Kind halt viel einfacher mal in Ruhe lassen. Wenn Kinder in Zentralafrika oder Südindien Krabbeln oder Laufen lernen, sind sie ja eh mehr draußen, so who cares? Das ist anders, wenn ein Kind in der Bonner Innenstadt im Winter Laufen lernt ;).

EDIT: Einen weiteren Gedanken hab ich noch: Die Kernfamilie ist auch hier wieder nur ein HIflskonstrukt. Wo neben den Eltern auch Tante, Schwester, Oma und andere Kinder bei der Pflege des Kleinkindes mithelfen, ist auch windelfrei einfacher. Babies lassen sich gerne von größeren Kindern abhalten, bei uns z.B. darf die Oma alles, auch wenn er sonst gerade einen Anzieh-Abhalte- oder sonstigen Streik hat. Es braucht ein Dorf…./EDIT

Aber selbst wenn wir zur Entspannung von Mutter und Kind auf Windeln oder Mullwindeln zurückgreifen und eine Pause machen, werden die Kinder es nicht verlernen.

Manchmal ist es möglicherweise auch genau unsere Perfektion, die uns ein Schnippchen schlägt. Wenn wir immer sofort Hose oder nasse Mullwindel wechseln, haben die Kinder ja nie ein unangenehmes Gefühl. Ich hatte auch mal so ne Phase, in der ich mich gefragt habe, ob mein aufmerksames sofort-Wechseln vielleicht kontraproduktiv ist, weil sie ja nie nass sind. Aber nass sein gehört vielleicht dazu, um zu merken, was da in der Hose passiert?

Ich hatte auch immer mal wieder das Gefühl, dass wir mit Windelfrei am Punkt Null angelangt waren, dass es einfach nicht mehr ging. Meistens hatte ich mich gerade damit abgefunden und zack – ging es wieder, manchmal einfach nur, weil ich die Windeln daheim vergessen hatte :). Ein Lesetipp von mir: Windelfrei-Mythen. Besagt: Windelfrei-Kinder sind weder mit 10 Monaten selbstständig sauber noch ist windelfrei „streikfrei“ wenn Mama nur ausreichend motiviert „dabei ist“.

Mein Tipp wäre auch: Vergesst bei euren Streikkindern doch mal die kleinen Geschäfte und schaut, ob ihr euch auf die großen „einigen“ könnt. Das war bei uns auch lange so und ist bei vielen EC-Mamas so. Wie sagt Laurie Boucke so schön? „Vollzeit-Windelfrei? Wozu??“

FC Windelfrei im Halbfinale

Hihi – erinnert sich noch jemand an den Post rund um den FC-Windelfrei?

Auszug:

Das Bestreben der Windelfrei-Truppe ist nach wie vor, den FC Pampers aus dem Turnier zu kicken. Das gelang in letzter Zeit trotz vor allem technischer Neuerungen nicht immer. Intensives Kauen an den Füßen und plötzliches auf-den-Bauch-Werfen behinderten den Spielfluss unserer Mannschaft. Doch gerade in eine durch Schlaflosigkeit und Unruhe geprägte Enwicklungsphase hinein ging die Windelfrei-Truppe durch einen sanften Gegenangriff in Führung.

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Und jetzt ist wieder WM – und wir sind schon durch ;).

Windelfrei-Streik – was tun?

Streiks gehören dazu. Mich erreichte gerade eine Mail von einer Streikgeplagten Windelfrei-Mama. Ihre 10 Monate alte Tochter protestiert, weil sie nicht abgehalten werden will, macht dann aber kurz darauf in die Mullwindel. Selbst der Standard nach dem Aufwachen klappt nicht mehr.

Mein erster Rat: Macht eine Pause. Entspannt euch. Nutzt Mullwindeln und Pampers und freut euch, dass es sie gibt ;).

Bei uns waren solche Streiks manchmal genauso schnell vorbei, wie sie gekommen waren und einfach eine Info von meinem Kind, dass gerade wichtigere Dinge im Kinderkopf vonstatten gingen. Das ist auch immer meine erste Frage gewesen: Passiert gerade etwas Wichtiges? Hat es von Außen eine Veränderung gegeben (Besuch, Reise, neues Spielzeug, sonstige Aufregung) oder lernt das Kind gerade Drehen, Krabbeln, Laufen, Sprechen? Als ich feststellte, dass Streiks immer auf einen Lernschritt hinwiesen, freute ich mich manchmal schon drauf, dass jetzt „etwas Neues“ kommen würde und war dann während des Wickelns freudig gespannt, was das wohl sei :). Natürlich hab aber auch ich immer nach Wegen gesucht, um das Wickeln wieder loszuwerden.

Bei uns hat häufig geholfen, für Abwechslung zu sorgen.

Also: Anderer Ort, andere Position (Hocken, Liegen, Stehen, was halt schon geht und bequem für alle ist), ein neues Spielzeug, ein neues Bild im Klodeckel, ein neues Bilderbuch. Oder einfach mal draußen statt drinnen, über einem anderen Topf, überm Waschbecken statt überm Bad etc. Lasst eurer Phantasie freien Lauf!

Das Wichtigste ist: Bleibt entspannt. Es wird sich wieder einstellen. Man wickelt und fragt sich schon, ob dieser Windelfrei-Kram doch nur Quatsch ist und plötzlich hat man dann das Gefühl, Mensch, ich könnte es ja mal wieder probieren und schwups läufts wieder :). Und noch etwas Tröstliches: Meistens läuft es hinterher noch viel besser als vorher!

Update: "Unser" Windelfrei

Es gab einmal eine Zeit (lang, lang ist es her…), da war unsere Variante von „Windelfrei“ genau das Richtige: Vollzeitbewindelung mit Wegwerfwindeln, aber dennoch regelmässig Töpfchen anbieten. Nach dem Schlafen, vor dem Wegggehen oder mal zwischendurch. Es war gut, so wie es war, entspannt und bequem, doch gleichzeitig hatte unser Kind die Gelegenheit, im Kontakt zu seinem Körper zu bleiben.
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Windelfrei auf dem Karmakonsum-GreenCamp

Ich hab mich getraut! Karmakonsum macht auf der diesjährigen Konferenz wieder ein Greencamp, auf dem Teilnehmer Workshops anbieten. Und ich hab jetzt einfach mal unter dem Slogan „Just add milk – Eltern 3.0“ das Windelfrei- und Attachment-Parenting-Konzept als Workshop angeboten – hinsichtlich der Frage, was Eltern und Babys an Produkten wirklich brauchen.

Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen, denn nach dem 6. Juni werden in einer einwöchigen Abstimmungsphase die Teilnehmer online darüber abstimmen, welche der eingegangenen Ideen realisiert werden (nur 12 Workshops finden letztlich statt) und wer weiß, vielleicht gibt es für das Thema ja genug Interessenten… =) Kommt jemand zur Konferenz? Stimmt für uns!
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Autorinnen gesucht

Das Windelfrei-Blog sucht – DICH!

Du hast ein – windelfreies oder teilzeit-windelfreies – Baby oder möchtest es mal ausprobieren? Du beschäftigst Dich mit Themen rund um Tragen, Stillen, natürliche Geburt und Familienbett? Deine Freunde lieben Dich, weil deine E-Mails immer so informativ, lustig, treffend oder herrlich persönlich sind? Dann suche ich Dich!

Das Windelfrei-Blog soll noch größer, schöner und aktueller werden! Dafür suche ich Autorinnen, die Lust haben, über Natural Parenting zu schreiben. Dies bietet die großartige Chance, anderen Müttern den Rücken stärken, ganz neue Menschen kennenzulernen, neueste Entwicklungen im Internet aufzuspüren, auf spannende Kongresse zu gehen und natürlich von den ganz persönlichen Erfahrungen mit dem eigenen Baby zu erzählen.

Klingt das wie etwas, das Du schon immer mal machen wolltest? Kribbelt es in deinen Fingern? Oder hast Du erstmal noch ein paar Fragen? Dann melde Dich bei mir.

Ihr erreicht mich unter nic@nicolaschmidt.de :).

24 Monate Attachment Parenting – Bilanz

Zeit, mal wieder Zwischenbilanz zu ziehen – nach der Bilanz nach 14 Monaten und der Bilanz nach 18 Monaten nun meine Bilanz nach 24 Monaten Attachment Parenting im Allgemeinen und Windelfrei sowie Unerzogen im Besonderen. Wie sich AP auswirkt bei den Themen: Stillen, Tragen, Familienbett, Gleichwürdigkeit, Essen, Windelfrei, Teilen und Spielzeug. 24 Monate Attachment Parenting – Bilanz weiterlesen →

Indien, windelfrei

Wenn man erstmal hier ist, dann liegt windelfrei eigentlich wirklich nahe. Die Badezimmer sind alle so gebaut, dass man sie komplett abspuelen kann, alles verschwindet in einem zentralen Abfluss am Boden. Sogar unser Sohn hat schon entdeckt, wie toll es ist, im Stehen dort hinein zu pieschern. Ausserdem ist es schlicht zu heiss fuer Windeln. Nachts macht er erst gar nicht mehr, er schwitzt alles aus ;). Und es ist nicht wie bei uns in der Stadt alles geteert oder betoniert, sondern viel Erde ueberall, in der auch mal was versickert (nicht mehrvon uns, aber waeren wir noch dabei, waere das super). Selbst in einer Grosstadt wie Dehli gibt es immer wieder Sandstreifen, die hin und wieder auch ein grosser Mensch benutzt, um sich zu erleichtern (mal sehen, ob ich euch noch ein paar Bilder liefern kann ;).

Also kein Wunder, dass „Windelfrei“ als Konzept von Laurie hier entdeckt wurde. Hier nennt es sicher niemand so, man macht es einfach. Habe gestern wieder versucht, eine junge Frau, die wir im Hotel trafen, auf das Thema anzusprechen. Aber als ihre Tochter klein war, wohnten sie gerade in Toronto, seufz, verflixte Globalisierung, jetzt sind sie wieder hier, aber sie sagte nur, dass die das im Kindergarten innerhalb einer Woche hingekriegt haetten, aber sie wisse nicht wie.

Ich bleib dran :).