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Frühling in Berlin!

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Frühling!!! Es tut so gut. Keine Mützen, kein Schal, keine dicke Jacken. Dafür Sonnenschein und wärmende Strahlen auf der Haut.

Und das Beste… Open-Air-Pinkeln für meinen kleinen Mann. Kind wird unruhig, raus aus dem Tragetuch und ein goldener Strahl in die Büsche, eine Runde stillen und ein zufriedenes Kind wieder rein ins Tragetuch. So einfach kann das Leben sein!

Spuki, aber wunderschön.

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Schon vor der Geburt ihrer Tochter hatte Katharina mit eigenen Augen gesehen, dass Windelfrei funktioniert. Und das sind ihre persönlichen Praxiserfahrungen:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Mein Patenkind wächst windelfrei auf, so konnte ich schon vor der Geburt meiner Tochter (Jan 2012) die ganze Praxis hautnah erleben und war sofort überzeugt.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
3 Tage

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Unzählige Stoffwindeln, nach jedem Geschäft halt eine.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
Keine, meine Tochter ist jetzt 1 Jahr und wir benutzen seit ca. 10 Monaten nur Backups, in seltenen Ausnahmefällen kommt mal eine Stoffwindel zum Einsatz (Flugzeug z.B.).

Nutzt Du auch andere Backups?
Wir benutzen Backups in Form von 40×40 Molton-Tüchern, welche ich gefaltet in den Body reinlege und neuerdings eine zusätzliche Wolleinlage als Nässesperre.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Nein, nie.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen – Immer.
beim Stillen – seit ca. dem 4. Monat nicht mehr.
nach dem Stillen – ja.
nach dem Spielen – nein.
Andere: wenn sie quengelt; nachts wenn sie unruhig ist; wenn ich überlege, ob sie mal muss.

Wann klappt es am besten?
Morgens nach dem Aufwachen und unterwegs.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Beim großen Geschäft lange, beim Kleinen schon mal bis zu 15 Min. wenn ich ihr kommuniziere, dass ich verstanden habe, jetzt aber keine Gelegenheit zum Abhalten ist. Sage aber auch immer mit dazu, dass sie einfach pipi machen soll, wenn sie nicht anhalten kann.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Asia-Topf (unterwegs) und Rührschüssel (nachts), tagsüber oft noch Waschbecken oder neu Toilette mit Aufsatz.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Genauso viel Arbeit wie beim Wickeln, aber sie ist anders verteilt. Bei Windelfrei ist man ja viel mit dem „Kontakt halten“ beschäftigt und macht sich Gedanken, wie man mit Neuem umgeht etc. Die Signale und Zeiten verändern sich ja immer. Wenn meine Tochter Bescheid gibt oder aufwacht, muss ich sie zeitnah abhalten egal womit ich eigentlich grad beschäftigt bin. Also insgesamt ist Windelfrei eine recht konstante, aber meist erfreuliche Beschäftigung. Wenn man windelt dann ist man oft mit unerfreulichen Arbeiten beschäftigt, aber man kann man meist selbst bestimmen, wann man diese erledigt, also wann man den Windelmüll runter bringt, den wunde Po behandelt (was ich zur „Windelarbeit“ dazu zähle) oder Windeln kauft und vor allem, wann man wickelt (und unerfreulicher Weise die ganze Ladung vom Kind runterwischen muss), ich seh das bei meinen Freunden, da kommt es auf 30 Minuten oder so oft nicht an, es wird meist gewechselt wenn die Eltern Zeit haben.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
Ich weiß ja nicht, wie es ohne Windelfrei wäre mit meinem Kind, aber ich denke, ich weiß viel besser alle ihre Signale zu deuten, da ich sie ja eh immer im „Blick“ habe, auch mental. Und ich nehme sie viel eigenständiger wahr und vertraue auch bei anderen Sachen ihrem eigenen Urteilsvermögen.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Vertraut auf eure Intuition, hört auf eure innere Stimme. Windelfrei ist perfekt um die mentale Kommunikation mit eurem Kind zu erleben, zu nutzen und auszubauen. Hört sich spuki an, kommt aber von selbst und ist einfach wunderschön.

Vielen lieben Dank für Deinen  Bericht nochmal an dieser Stelle!

Windelfrei – wie funktioniert es bei uns

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Fast 8 Wochen kennen mein kleiner Mann und ich uns jetzt schon…

Wann funktioniert Windelfrei am besten bei uns?

  • Trage ich ihn beziehungsweise habe ihn einfach an mir, klappt es am besten. Wird unruhig er und zappelig/quengelig, dann wird es Zeit zum Abhalten.
  • Nach dem Schlafen sowie beim nächtlichen Erwachen.
  • Während des Stillens

Wann läuft es weniger gut?

  • Mittlerweile lässt er sich für einige Zeit direkt in meiner Nähe ablegen und strampelt munter vor sich hin, doch verpasse ich dann oft seine „leisen“ Zeichen (z.B. kurzes Innehalten oder er fixiert mich intensiver mit seinen Augen).
  • Wenn meine Große volle Aufmerksamkeit von mir einfordert, habe ich keine Antennen für mein Baby.
  • Haben Papa oder Oma ihn auf dem Arm geht es meist in die Hose oder es ist dann schon zu knapp zum Abhalten, wenn er mir ziemlich unruhig übergeben wird, und er entleert sich schon beim Freimachen.
  • Nachts, wenn ich mich nicht an die goldene Regel „Sleep when your baby sleeps“ gehalten habe und einfach zu müde bin, auf seine ersten Zeichen beim Stillen zu reagieren.

Generell ist es ein stetiges Auf und Ab. An einigen Tagen läuft es gut, an anderen Tagen weniger gut. Oder es läuft den größten Teil des Tages gut und dann zack! 3-4 mal verpasse ich es hintereinander.

Aber was soll’s?! Wir tanzen. *Don’t worry, be happy!*

Gleichgesinnte suchen!

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Heute ist Freyas Erfahrungsbericht dran: Kennt Ihr schon Freyas Töpfchen-Variante? Für mich war sie neu…

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Während der Schwangerschaft habe ich das Wort gelesen. Aber es war einfach nur ein Wort für mich- mehr nicht. Dann erzählte ich meiner Hebamme während der Nachsorge, dass meine Tochter immer sehr weinen würde, bevor sie k*ckt. Da meinte sie: „Na, wenn sie es ankündigt, dann kannst du sie ja abhalten.“ Hääää???? Daraufhin habe ich wie wild im Internet geforscht und Bücher bestellt. Das Schönste ist, dass meine Tochter seit dem Tag an dem wir angefangen haben, sie abzuhalten, weniger geweint hat. Und sie hat vorher VIEL geweint.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
2 Monate.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
6-8.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
Den letzten Monat haben wir 2 Windeln benutzt. Dann ging es plötzlich gar nicht mehr gut und siehe da, gestern habe ich den (wahrscheinlichen) Grund entdeckt: Zähne! Also sind wir jetzt bei 2-4 Windeln pro Tag (9 Monate alt).

Nutzt Du auch andere Backups?
Ich benutzte manchmal Trainerhosen und meine selbstgenähten Wollwalkunterhosen, da lege ich noch ein Viertel Mullwindel rein. Oft muss ich dann nur die Einlage wechseln.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Nie.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen – Ja
beim Stillen – schon lange nicht mehr
nach dem Stillen– eher nicht, außer sie will nach dem Aufwachen erst trinken, dann direkt nach dem Stillen
nach dem Spielen – das Spielen kann man schlecht eingrenzen. Meine Tochter ist mit ihren 9 Monaten noch zu 90% auf dem Arm oder in der Trage.
Andere: zwischendurch nach Timing oder Intuition.

Wann klappt es am besten?
Wenn sie ausgeschlafen und lustig ist. Draußen geht es auch sehr gut.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Nach dem Aufwachen will sie oft erst Stillen, da werden es manchmal 10 Minuten bis ich sie abhalten darf. Ihre Zeichen sind bis heute für meinen Mann und mich eher diffus.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Einen unaufgeblasenen Wasserballon, zur Schale geformt (super für unterwegs, weil er sich ganz flach machen lässt!).

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein – eher mehr Arbeit, eher weniger Arbeit oder genauso viel Arbeit wie beim Wickeln ?
Mittlerweile eher weniger Arbeit. Aber der emotionale Aufwand ist deutlich höher, oder? 

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
So wie die meisten es empfinden, sehe ich es auch: Ich sehe meine Tochter eher als Ganzes, ich fühle mich ihr unwahrscheinlich verbunden und möchte ihr mit dem helfen, was sie einfach noch nicht alleine kann. Unter anderem auf Toilette gehen.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Geduldig und locker bleiben, die innige Verbindung genießen und Gleichgesinnte zum Austausch suchen!

Ein herzliches Dankeschön für das Beantworten des Interviewfragebogens

Wofür steht Windelfrei? – Ein Gedankenspiel

Wortwörtlich ohne Windeln zu sein.

Die Freiheit zu haben, auf Windeln jederzeit verzichten zu können.

Sein Baby frei – ohne Windeln – das kleine und große Geschäft verrichten lassen.

Windelfrei als Wort für sein Kind abhalten.

Als kurzes Wort für Ausscheidungskommunikation (die Amerikaner nutzen ECing für Elimination Communication).

Habt Ihr noch mehr Ideen? Was bedeutet Windelfrei für Euch ?

Windelfrei-Treffen rocken!

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

… da bin ich mal wieder mit unseren Erfahrungen…

Heute habe ich mich auf den Weg zum Windelfrei-Treffen von Franzi gemacht (heute im Eltern-Kind-Café Zuckerschnute – übrigens sehr zu empfehlen für Krabbelkinder: Fußbodenheizung!).

Wow tut das gut, macht das Spaß! 9 Mamas und ein Papa und 9 1/2 Kinder von Baby inside bis 2 Jahre alt, von Windelfrei-Interessierte über Neulinge und alte Hasen in einem Raum!!!

Ein reger Austausch und freundliche Gesichter. Fragen über „Wie fange ich an?“ bis „Wie halte ich draußen ab?“ wurden geklärt und Unsicherheiten wie „Ich nutze gerade Wegwerfwindeln und verpasse oft ein Pipi – geht’s nur mir so?“ versucht zu nehmen.

Und immer wieder hier und da ein Kopfnicken: „Ja, so denke ich auch / das habe ich mich auch schon gefragt / das kenne ich…“

Ich kann nur jedem empfehlen: Sucht Euch Kontakte, vernetzt Euch! Facebook, Foren oder Sonstiges. Traut Euch andere wegen einem Treffen anzuschreiben. Und trefft Euch!!!

Nächstes Treffen mit Franzi: Erster Donnerstag im Mai. Genaueres bloggt sie auf Einfach klein.

Ein wenig Off Topic: Nicola und Julia versuchen schon an einer Lösung zu basteln, wie wir uns in einem geschützten Raum besser vernetzen können. Vielleicht kann einer von Euch hier weiterhelfen? Wer kennt sich mit diversen Google-Maps-Funktionen für Webseiten aus und kann seine Hilfe anbieten?

Gelassen bleiben und weitermachen

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Claudia erzählt uns von ihrem späten Windelfrei-Einstieg:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
In der Schwangerschaft hatte ich schon etwas von dieser Möglichkeit gehört, war aber zu unsicher, um meine Skepsis abzulegen und es einfach auszuprobieren; In meinem Freundeskreis gab es auch niemanden, der das so praktizierte. Wir haben uns dann für das Wickeln mit Strickwindeln entschieden, unterwegs auf Reisen haben wir WWWs benutzt. Mit der Zeit und der zunehmenden Beweglichkeit unserer Tochter stieg dann alsbald bei ihr der Unwille, auf dem Rücken still zu liegen und damit auf beiden Seiten der Frust beim Wickeln. Da habe ich mir gedacht, dass das doch auch anders gehen müsste. Habe dann angefangen, mich im Netz zu informieren und bin auf den Windelfrei-Blog gestoßen und auf das Buch von Ingrid Bauer (Es geht auch ohne Windeln) – Beides hat mir den entscheidenden Schub gegeben, die Windelfreiheit auszuprobieren, was mich umgehend vom Mehrwert der Einstellung, die dahinter steckt, überzeugt hat! Ich war richtig froh über meine Entdeckung, die sich mir da auftat und unsere Tochter hat es ganz neugierig angenommen und sich alsbald begeistert mit aufs Klo setzen lassen.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Unsere Tochter war etwa 11 Monate alt. Wir haben ihr davor auch schon immer wieder gezeigt und gesagt, wann wir aufs Klo gehen und was wir da machen. Wir haben sie oft dahin mitgenommen oder die Tür aufgelassen, dass sie es mitbekommen konnte. Sie hat dadurch vermutlich doch recht schnell verstanden, wie das so zusammen hängt mit dem Auf-dem-Klo-sitzen und den Ausscheidungen. Mit dem Kaka-Ansagen ging es recht bald sehr zuverlässig, das Pipi-Ansagen schwankt sehr, oft sagt sie es erst an, wenn es gerade passiert oder das Werk schon vollbracht ist. Sie hat es auch recht bald verstanden, das Pipi eine Weile anzuhalten. Das Abhalten lief Nachts eine Weile ganz gut, irgendwann hat sie sich aber durchgebogen, weil sie das kurze Aufwachen aus dem Schlaf nicht mehr haben mochte. Seitdem lasse ich sie mit Backup schlafen und wechsle die Einlage, sobald sie nass geworden ist, was meist kurz nach dem Stillen passiert. In Phasen der Neuerungen (wie das Laufen oder das Zahnen), die ihre Aufmerksamkeit, Konzentration und Nerven stark beanspruchen, steht das Zeichen geben dann klar hintenan und setzt auch gerne mal ganz aus oder sämtliche Erfahrungswerte werden auf den Kopf gestellt, was die zeitlichen Rhythmen angeht. Wenn sie krank ist, verhält es sich meist ähnlich.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Zwischen 7 und 9

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
18 Monate – An guten Tagen sind es max. zwei Windeln, ansonsten bis zu 6. Zuhause wickeln wir nicht mehr, wir lassen unsere Tochter oft unten ohne laufen oder legen eine Mullwindel zusammengefaltet wie eine Einlage in die Wollüberhose, neuerdings nutzen wir auch sehr gern kalifornische WIndeleinlagen, da sie sich so einfach handhaben lassen.

Nutzt Du auch andere Backups?
Eine Wollüberhose mit Einlage, an sehr kalten Tagen oder wenn sie krank oder angeschlagen ist.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Nein, nur wenn über das Stillen ihre Ausscheidungen eine aggressive Note bekommen und das Kacka doch mal ins Backup geht und dadurch Hautkontakt einsteht. Als wir noch gewickelt haben, gab es zuweilen Rötungen vor allem bei den WWWs, da wurde sie schneller auch mal schwitzig.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen – Ja, fast ausnahmslos
beim Stillen – Nein, das passiert nur nachts, dass während des Stillens zuweilen ein Pipi kommt (hier passierts zumeist kurz darauf).
nach dem Stillen – Je nach dem.
nach dem Spielen – Je nach dem.
andere: Wenn ich das Gefühl habe, sie müsste mal wieder, was etwa alle volle Stunde vorkommt, wenn sie nicht inmitten einer Beschäftigung steckt und mein Vorschlag bejaht wird. Manchmal sage ich auch an, wann ich aufs Klo muss und frage sie, ob sie auch mal muss. Für gewöhnlich auch, wenn wir nach Hause kommen und ich sie aus dem Ergo Carrier herausnehme. Vor dem Zu-Bett-gehen gehört seit kurzem auch zu unseren Ritualen.

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufstehen, hier am besten morgens, ist zu einem unserer liebsten Rituale geworden, bei dem wir gemütlich Bilderbuch schauen oder den Inhalt der Schublade des Badcontainers erkunden, herausnehmen und wieder einsortieren.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
5 bis 10 Minuten, kommt auf die Länge der vorangegangenen Schlaf- bzw. Trockenphase an.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Im Bad haben wir ein einfaches Plastetöpfchen herumstehen, dass sie sich langsam aneignet (sie übt seit längerem das Draufsetzen und Aufstehen). Ansonsten sitzen wir gemeinsam auf dem Klo (ich hinter ihr, quasi als lebender Sitzverkleinerer, da meine Beine ihr Halt geben und wir so zusammen Bilder-Bücher schauen können)

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
An guten Tagen weit weniger Arbeit. An Tagen, wo sie keine Zeichen gibt/streikt und/oder ich unaufmerksam oder schnell abgelenkt bin wegen blöder Stimmung oder irgendeinem Stress, kann es mal etwas mehr Arbeit sein, die dem Aufwand beim Wickeln gleich kommt. Abgesehen von dieser zuweilen höheren Quantität hat diese „Arbeit“ aber immer eine ganz andere Qualität, die ich nicht als die Belastung empfinde, die mir und uns das Wickeln war.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
Ja, einiges! Ihre Bedürfnisse so umfassend zu erfahren und immer besser einschätzen zu können, ist neben dem Stillen und Tragen zu einer essentiellen Erfahrung geworden, die uns beide sehr verbindet und mir so ein emphatisches Verhalten in einer Beiläufigkeit lehrt, ohne dass ich mir diese Einstellung intellektuell „auf den Schirm holen“ müsste. Es ist eine große Bereicherung, die ich rückblickend gern schon viel früher gemacht hätte, also am liebsten vom ersten Tag an. In Kombination mit dem Tragen und Stillen macht mich die WIndelfreiheit wissender, gelassener, geduldiger und verständnisvoller im Umgang mit meiner Tochter, ihren Bedürfnissen, deren Zusammenspiel und all den damit einherkommenden Veränderlichkeiten.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Gelassen bleiben und weitermachen, wenn’s manchmal wie verhext scheint und wochenlang nichts mehr so klappt, wie es in anderen Momenten schon mal war. Aufmerksam sein und neue Wege finden.
Generell möchte ich allen Mut machen, die erst wie ich recht spät auf die Windelfreiheit stossen, es auszuprobieren, egal wie lange das Kind nun schon an Windeln gewöhnt war. Ich war überrascht, wie unsere Tochter es angenommen hat. Einer Freundin ging es nicht so, die etwa zeitgleich die Windelfreiheit mit ihrer gleichaltrigen Tochter ausprobiert hatte: Die Kleine hatte lange Angst, auf dem Klo zu sitzen und hat das Abhalten voll abgelehnt, hat aber von sich aus recht bald einen Signallaut kultiviert, den sie von sich gibt, wenn sie Pipi macht. Und freundet sich mittlerweile langsam mit dem Töpfchen an.

Jedes Kind geht also seinen ureigenen Weg. Und ein Ausprobieren und Anbieten ist es wert!

Vielen lieben Dank Claudia!

Nächtliche Arbeitsteilung

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Katharina R lässt uns auch an ihren Windelfrei-Erfahrungen teilhaben:

Wie bist Du zu windelfrei gekommen?
In einem Forum für Natürliche Empfängnisregelung erzählte eine windelfrei-Mama davon. Das hat mich sofort interessiert und ich hab angefangen, im Netz zu lesen. Als ich dann auf den windelfrei-Blog stieß, hab ich diesen systematisch von Anfang bis Ende durchgelesen. Das war und ist meine wichtigste Informationsquelle zum Thema.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Seit er ca. 2 Wochen alt ist haben wir seine Ausscheidungen (sofern wir sie mitbekommen haben) mit dem Schlüssellaut begleitet. Mit ca. 3 1/2 Wochen haben wir ihn erstmals abgehalten. Inzwischen ist er 7 Monate alt.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Viele. Vielleicht 15? Vielleicht auch mehr. Wir haben immer sofort gewickelt, wenn wir mitbekommen haben, dass er was gemacht hat.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
Je nach Tagesform: an guten Tagen verbrauchen wir ca. 7-10 Einlagen, an schlechten mehr als 20. Zum Glück alles waschbar. Wegwerfwindeln benutzen wir nur noch, wenn wir so lange außer Haus unterwegs sind, dass auch einmal Backup wechseln nicht reicht.

Nutzt Du auch andere Backups?
Tagsüber benutzen wir mehrlagig genähte Stoffeinlagen (Form und Größe ähnlich einer Damenbinde) mit Frotteeoberfläche. Die fassen (falls wir arg unaufmerksam sind) bis zu zweimal Pipi (falls er mal so ins Spiel vertieft ist, dass er nach dem ersten Pipi noch nicht meckert), machen aber nur wenig Wäschevolumen. Nachts und außer Haus nehmen wir eine gefaltete Mullwindel.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Nö. Ich hab von Anfang an alles gegessen, worauf ich Appetit hatte. Inklusive Erdbeeren, Südfrüchte, Chili etc. Das äußerste an Wundheit ist mal eine leichte Rötung. Dann kommt ein bisschen Stadelmann-Gesichtscreme drauf und beim nächsten Wickeln ist alles wieder gut.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen – Inzwischen immer. Das klappt auch mit Abstand am zuverlässigsten.
beim Stillen – Hab ich ganz am Anfang probiert, aber auf Anraten der Hebamme gleich wieder gelassen. Er musste dabei den Kopf so verdrehen, um mit dem Po im Töpfchen an die Brust zu kommen. Da war es mir dann wichtiger, dass er in Ruhe essen kann, als dass er gleichzeitig in den Topf machen kann.
nach dem Stillen – Praktisch immer. Klappt oft. Die größte Herausforderung dabei: den richtigen Zeitabstand zum Stillen zu erwischen.
nach dem Spielen
– Momentan vor allem noch BEIM Spielen. Ansonsten ginge es mit Sicherheit in die Hose.
Andere: Bevor wir das Haus verlassen. Klappt häufiger als ich erwartet hatte. Und ansonsten: Timing. Klappt mal perfekt und mal gar nicht.

Wann klappt es am besten?
Nachts. Ab den späteren Abendstunden bis in den Vormittag hinein gelingt es uns mittlerweile an fünf von sieben Tagen, ihn 10-14 Stunden am Stück trocken zu halten oder höchstens ein einzelnes nächtliches Mini-Pipi zu verpassen.  Und eben direkt nach dem Schlafen auch tagsüber.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Sehr unterschiedlich. Wenn er Zeichen gibt, haben wir schon bis zu 10 Minuten Zeit gehabt. Aber derzeit gibt er nur selten Zeichen. Nach dem Aufwachen hatten wir schon bis zu 3 Minuten Zeit. Aber in der Regel sehen wir zu, dass wir ihn beim Erwachen direkt schnappen und zum Wickeltisch tragen.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Anfangs hatten wir eine hohe Rührschüssel. Das hat sich gar nicht bewährt. (Ich dachte, das sei dem Asia-Töpfchen am ähnlichsten, ist aber zu wackelig.) Dann hatten wir eine flache Plasteschüssel (ca. 7 cm hoch, Durchmesser ca. 20 cm) für einen Euro von Kaufland, die hat sich sehr bewährt. Seit er da rausgewachsen ist, nehmen wir ein ganz gewöhnliches Töpfchen. Allerdings benutzen wir es verkehrt herum: die höhere Rückenlehne verhindert, dass das Gespritze in alle Richtungen geht. Wenn er bald selbst sitzen kann, werden wir es dann richtig herum benutzen. Außer Haus nehmen wir in der Regel das Waschbecken. (Selbst bei längeren Wegen zwischen Auszieh-Platz und Waschbecken hatten wir da auch noch nie einen Unfall.)

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Im Vergleich mit konventionellem Wickeln ist es sicher mehr Arbeit. Aber wir haben ihn ja von Anfang an deutlich häufiger als üblich gewickelt. Von daher ist für uns die Arbeitsbelastung deutlich geringer als vor Beginn des Abhaltens. Ich wasche inzwischen nur noch alle paar Tage Windeln (anfangs war es fast täglich). Seit ein paar Wochen geht außerdem praktisch jedes große Geschäft ins Töpfchen. Und das ist die eigentliche Arbeitsentlastung. – Keine Kackewindeln mehr, kein kackeverschmiertes Kind mehr, keine kackeverschmierten Klamotten mehr. Einfach kurz Po abwischen, Töpfchen ausleeren und fertig. Und ein anderer Aspekt, der nicht zu unterschätzen ist: wenn er quengelt oder meckert, dann weiß ich fast immer, was der Grund ist. Wenn ich all sein Ich-muss-mal-Quengeln ohne das Wissen um windelfrei hätte, dann würde ich vermutlich ganz schön viele Nerven lassen. – So oft am Tag ein anscheinend grundlos unleidliches Kind. Da finde ich mehrmals stündlich Wickeln und am Wickeltisch mit meinem Baby schäkern und rumalbern die entspanntere Variante. 

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Ja. Ich nehme ihn als viel selbständiger und „erwachsener“ wahr, als ich das jemals einem Baby zugetraut hätte. Und ich genieße es sehr, dass wir einander oft so gut verstehen. Sein glückliches Lächeln, wenn ich verstanden hab, dass er mal aufs Klo muss und er sich erleichtern konnte, das ist nicht mit Gold aufzuwiegen. Neuerdings zieht er in solchen Situationen beim Anziehen auf dem Wickeltisch mein Gesicht zu sich runter und gibt mir Küsschen auf beide Wangen. – Da quillt mein Mutterherz über vor Rührung. 

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Bei uns hat es sich nachts bewährt, abwechselnd für den Kleinen zuständig zu sein. Meistens kümmert sich mein Mann im ersten Teil der Nacht und ich mich im zweiten Teil. So haben wir beide eine Phase, in der wir entspannt schlafen können und weder aufs Kind achten noch aufstehen müssen. Mein Mann reicht ihn mir nach dem Abhalten zum Stillen an die Brust. Und umgekehrt gibt er dem Baby seinen kleinen Finger zum nuckeln, wenn ich nach dem Abhalten selbst noch kurz auf Toilette muss, bevor ich ihn wieder stillen kann. Aber das geht beides auch im Halbschlaf. So können wir beide deutlich erholsamer schlafen, als wir anfangs dachten (und weshalb wir nächtliches Abhalten anfangs für zu strapaziös gehalten hatten).

Dankeschön!