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Deutsche Welle berichtet über Windelfrei

Die Deutsche Welle hat einen schönen Artikel in Englisch auf ihrer Homepage veröffentlicht:

Diaper-free parenting without poo on the couch

Mit dabei sind unsere Windelfrei-Coaches Freya Donner und Dr. Heinrich Ratz.

Und was ich ganz toll finde, sie haben den unbeteiligten Chefarzt der Universitätsklinik von Bonn Prof. Rainer Ganschow befragt, was er von Windelfrei hält:

„Obwohl ich die Windelfreie oder Teilzeitfreie Erziehung unterstütze, brauchen wir mehr Forschung zur Ausscheidungskommunikation. Die meisten Kinderärtzte sind nicht genügend über diese Methode informiert oder erfahren darin.“

Das tun, was möglich ist.

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie…

Helgas Tochter ist schon ein Schulkind, doch für uns hat sie sich zurück erinnert:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Ich habe zwei Bücher davon von meiner Hebamme bekommen, die meinte, das könnte mich vielleicht interessieren, wenn ich schon mit Stoff wickele.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Ich habe es zwischen ihrer zweiten und dritten Lebenswoche probiert, aber es hat zu meinem Lebensrhythmus nicht gepasst. Wir mussten direkt nach ihrer Geburt eine neue Wohnung suchen und beziehen. In dem Durcheinander habe ich nicht das Gefühl gehabt, ich kriege das auf die Reihe, mich so auf sie und mich und unsere gegenseitige Körper-Intuition einzustellen, dass das klappen kann. Wenn ich Zeit und Ruhe hatte, habe ich sie abgehalten, aber nicht regelmässig und auch nicht mit dem Ziel, windelfrei zu werden, sondern mit dem Gefühl, es ist eine schöne Chance, neben der Ebene des Stillens auch eine andere Körperebene als Beziehungsraum zu haben. „Zeichen“ in dem Sinne habe ich nicht mitbekommen. Ich fand aber, dass sie in einer ganz speziellen Art unruhig wurde, wenn sie musste. Wenn sie Stuhlgang haben musste, hat sie manchmal auch aus der Unruhe heraus geweint. Dann konnte ich sie leicht und erfolgreich abhalten. Aber wie gesagt, ich habe nicht genügend Gelegenheiten gefunden, meine Aufmerksamkeit dem Ausscheiden zu widmen.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Durch das gelegentliche Windelfreie habe ich vielleicht zwei Windeln am Tag weniger gebraucht. Aber wie gesagt, das Windelfreie war nicht mein Ziel, sondern eher der Wunsch, meiner Intuition für mein Kind mehr Raum zum Entwickeln zu geben.
Ich habe selber eine Mutter, die ständig auf mich projizierte, aber nichts von mir mitgekriegt hat. Die körperliche Ebene fand ich da eine gute Chance, mich einzufühlen und eine Verbundenheit zu entwickeln, ohne mir einzubilden, dass alles, was ich will, auch das ist, was meine Tochter will, wie meine Mutter es oftmals gemacht hatte.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
Ich kann mich nicht mehr erinnern, weil meine Tochter inzwischen 8 Jahre alt ist.

Nutzt Du auch andere Backups?
Ich habe fast nur Stoffwindeln benutzt; ganz windelfrei habe ich sie nur zu Hause/oder im Sommer draußen gehabt (wenn wir es denn gemacht haben).

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Gelegentlich, aber das lag an bestimmten Lebensmittelunverträglichkeiten; sie wird auch heute noch gelegentlich von ihrem Urin wund, wenn sie etwas gegessen hat, was sie nicht verträgt (vor allem Bananen).

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Ich habe ausprobiert: nach dem Aufwachen, nach dem Stillen und wenn ich auf die Toilette musste, habe ich sie mitgenommen und danach über dem Waschbecken abgehalten bzw. später mit auf den Topf gesetzt, so dass wir gemeinsam aufs Klo gingen. Das war super.

Wann klappt es am besten?
Abends/nachts nach dem Stillen, beim gemeinsamen Toilettengang

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Ich habe mir immer ca. 5-10 Minuten Zeit nehmen können.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Erst hatten wir eine kleine Plastikschüssel, dann eine größere, dann habe ich sie über der Toilette abgehalten. Mit ca. 1,5 Jahren fand sie das auf einmal total gruselig und mochte dann nur noch auf dem Töpfchen sitzen bzw. über dem Waschbecken abgehalten werden.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein: eher mehr Arbeit – eher weniger Arbeit – genauso viel Arbeit wie beim Wickeln?
Die echte, reine Arbeitsbelastung, wenn man das Gespür entwickelt hat, schätze ich als eher weniger Arbeit ein. Die eigenen Aktivitäten aber so zu strukturieren, dass einfach Zeit und Raum ist, mein mütterliches Gespür für die Ausscheidungszeichen meines Kindes zu entwickeln, das habe ich nicht hingekriegt. In diesem Sinne war es mehr Arbeit. Beim Wickeln habe ich allenfalls einen Zeitrhythmus oder einen Geruch, und dann erledige ich das. Wäsche wäscht sich mit den anderen Sachen, da ist es egal, ob ein paar Windeln dazukommen. Aber meinen Alltag so zu strukturieren, dass ich die Ruhe und Geduld für Windelfrei hinkriege, das war mir damals zu viel Arbeit.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
Auf jeden Fall, dass ich bei allem, was ich von ihr wahrnehme, erstmal hingucke und herauszufinden versuche, was jetzt ihr Bedürfnis ist. Und nicht, meinem Zeitplan folge oder meiner Meinung, was sie jetzt wollen sollte. Diese Grundhaltung hat unsere Beziehung auch in vielen anderen Situationen unterstützt. Also ich hoffe und glaube, dass ich mein Ziel, intuitiver und vertrauensvoller auf meine Tochter zu reagieren, erreicht habe, indem ich es so gemacht habe, wie es halt für mich möglich war.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Immer gucken, was für dich geht. Wenn ich das unbedingt gewollt hätte, aber dann bei jedem Schiefgehen erst auf mich sauer gewesen wäre und dann meine Tochter mit meiner miesen Laune verunsichert hätte, wäre das doof gewesen. Wir waren nie wirklich windelfrei, aber ich habe gelernt, mir für Aufmerksamkeit Raum zu nehmen, anderen Bedürfnissen neben meinen Raum zu geben, und das fand und finde ich super. Und meine Tochter hatte viel Spaß an ihren Stoffwindeln und den gemeinsamen Toilettengängen und ist mit zwei tagsüber trocken gewesen und ab 2,5 auch nachts. Und das ganz entspannt und mit einem Gefühl für sich selbst. Das war auch ein Ergebnis unserer teilwindelfreien Zeit.

Lieben Dank für Deinen Bericht! 😀

Radio anschalten!

Morgen gibt es bei Bayern 2 in der Sendung „Notizbuch“ (02.08.2013, 10:05 bis 12:00 Uhr) etwas spannendes. 😉

Schnell abhalten! – Windelfreie Babys / Pieseln auf Pfiff? – Sauberkeitserziehung in China / Sauberkeit in der Kinderkrippe; Gespräch mit Edeltraud Prokop, Leiterin einer Städt. Kinderkrippe in München

Ich denke, Einschalten lohnt sich. 😀

Wer diesen Radiosender nicht empfangen kann, hier geht es zum Livestream: Bayern 2

Intensiver Augenkontakt

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie…

Daniela ist von Windelfrei total fasziniert, weil sie dachte, dass es nie so zeitig schon so gut funktionieren kann. Hier ist ihr Bericht:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Bei meinem ersten Sohn habe ich gemerkt, dass er bei bestimmten Situationen Pipi machen muss. Damals habe ich (ohne vom Windelfrei-Konzept zu wissen) es ohne Windel probiert; allerdings war er da schon ein knappes Jahr alt. Als unser zweiter Sohn unterwegs war, habe ich mich intensiv mit dem Thema auseinander gesetzt. Sehr wertvoll fand ich „Es geht auch ohne Windeln“ von Ingrid Bauer.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Bei meinem zweiten Sohn habe ich von Anfang an Windelfrei praktiziert.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Beim ersten Sohn waren es um die 10 Windeln pro Tag.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
Mein zweiter Sohn ist 12 Wochen alt und mittlerweile verbrauchen wir etwa 3 Sicherheitswindeln pro Woche. Er trägt sie nachts, doch meistens sind sie früh noch trocken.

Nutzt Du auch andere Backups?
Gefaltete Mulltücher.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Nein, noch nie. Beim ersten Sohn allerdings schon. Ebenso haben wir keine Probleme mit den so genannten Koliken.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen – ja
beim Stillen – selten; wenn er währenddessen muss, zeigt er es, indem er unruhig wird
nach dem Stillen – nein
nach dem Spielen – nein
Andere: nach Gefühl und wenn er mir Zeichen gibt

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufwachen und wenn wir beide Ruhe haben.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Unterschiedlich. Im Normalfall kann ich ihn problemlos bis ins Bad tragen und ausziehen. Manchmal hält er auch mal einige Minuten an, wenn es gerade mit Abhalten nicht geht. Nach dem Aufwachen wird es spätestens nach 10 Minuten dringend.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Wir haben daheim diverse Behälter. Nachts einen Eimer, ansonsten nutzen wir Toilette oder das normale Töpfchen. Für unterwegs habe ich eine kleine Schüssel, falls mal kein Gebüsch in der Nähe ist.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Ich empfinde es anfangs als mehr „Arbeit“, da mein Sohn manchmal alle 10 Minuten abgehalten werden musste bzw. ich seine Signale nicht richtig deutete und einiges daneben ging. Da wäre das Windeln sehr viel bequemer gewesen, aber wir sind auch gerne mal unbequem. Mittlerweile ist es für mich bedeutend weniger Aufwand als beim Wickeln. Ich ziehe ihn aus, halte ihn ab und ziehe ihn wieder an. Wir haben keinen Müll und ich muss ihn auch nicht von oben bis unten saubermachen, weil er „übergekackt“ hat.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
Meine Rückbildungshebamme hat ganz erstaunt und beeindruckt festgestellt, dass mein Sohn viel intensiveren Augenkontakt mit mir hält als jedes andere Baby, das sie bisher kannte. Ich selbst merke, dass mich mein Sohn mit einem bestimmten Gesichtsausdruck anschaut, wenn er abgehalten werden will.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Ich kann es nur jedem empfehlen, es selbst zu probieren. Allerdings muss es sowohl für die Eltern als auch für das Kind stimmen. Es kann nicht erzwungen werden, man muss damit wachsen. Und wenn es nicht passt, dann kann man es auch später noch einmal versuchen.

Vielen lieben Dank!
😀

Windelfrei-Kurs in Berlin

Es sind noch Plätze in Anne Zietmanns Windelfrei-Kurs frei!

Was? Windelfrei Kurs

Wann? Freitag, 9. August 2013, 14:30 – 16:30 Uhr

Wo? Mühmer Andreas Kinderarztpraxis, Rathenower Straße 52, 10559 Berlin Kosten? 20 € pro Frau

Anmeldung? per E-Mail an: windelfrei@wir-haben-nachwuchs.de

Mehr Infos auf: http://trainyabrain-blog.com/windelfrei-beratung/windelfrei-kurs-termine/

Windelfrei-Start mit 21 Monaten?!

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Derzeit liegt mir kein neuer ausgefüllter Interviewfragebogen vor, aber vielleicht kennt Ihr diesen noch nicht:

Windelfrei-Start mit 21 Monaten?! Klar! Es spricht nichts dagegen, seine Kinder achtsam wieder an die Ausscheidungswahrnehmung heranzuführen. Ein klasse Erfahrungsbericht von Kathrin – Bloggerin von Nestling


Dein Kleinkind will nicht in den Fahrradsitz? Dann kann Abhalten eine Lösung sein…

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Anais bot fand Windelfrei zu öko und fing dann trotzdem an ihrer Tochter das Abhalten anzubieten:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Als meine Tochter ca. 7 Monate alt war, habe ich einen Bericht in der Kidsgo gelesen. Ich fand das ganz interessant und habe es gegoogelt, dann aber erstmal gedacht, das sei nichts für mich, denn meine Tochter war ja schon viel zu alt dafür und irgendwie kam es mir dann doch etwas zu „ökig“ vor… Im Hinterkopf habe ich es aber behalten, für’s zweite Kind vielleicht, so dachte ich. Es kam dann doch anders. Unsere Tochter hatte dann zweimal einen richtig richtig schlimm wunden Po, wirklich böse, mit fast offenen Stellen… Da hab ich mich gefragt, ob wir nicht doch damit anfangen sollten. Ich habe Nicola eine Mail geschrieben und sie gefragt, ob es mit inzwischen elf Monaten noch machbar sein, mit Windelfrei anzufangen. Sie hat ja gesagt und noch ein paar Links geschickt. Ich habe die Tips für Spätstarter gelesen und auch ein paar englischsprachige Seiten zum Thema Parttime-EC (das war nämlich mein zweiter Zweifel, ob es Sinn macht, damit anzufangen, wo unsere Tochter doch bald in die Krippe kommen würde). Dann habe ich ein Töpfchen bestellt – und los ging’s! Vom ersten Tag an übrigens mit Erfolg – schon das erste Kacka nach dem Aufwachen ging ins Töpfchen, und seitdem (es ist jetzt drei Monate her) haben wir nur zwei Kacka-Windeln gehabt.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Elf Monate. Dein Kleinkind will nicht in den Fahrradsitz? Dann kann Abhalten eine Lösung sein… weiterlesen