Schlagwort-Archive: erfahrungsberichte

OT: Nutzt eure Körper!

Wir haben Kinder. Wir werden dick. Oder ausgezehrt. Wir sind gestresst. Oder völlig erledigt. Wir werden faltig. Keine Zeit fürs Fitness-Studio, für Massagen, Eincremen, Sex. Die Frisur eine Katastrophe (oder eben: wild), Make up? Nur zu besonderen Anlässen. Schönheitsschlaf? Soll das ein Witz sein??

Eine gute Freundin klagte kürzlich darüber, dass sie nach zwei Geburten dann doch nicht mehr aussieht, wie mit zwanzig. Tjahhaaa – das ist wohl Mama-Schicksal (falls man nicht eine Heidi-Klum-Maschine oder eine Victoria-Beckham-Maschine ist) . Mit zwanzig war ich durchtrainiert, ausgeruht und voller Flausen im Kopf.

Und jetzt? Falten statt Flausen, viel zu oft viel zu müde, chronisch untertrainiert. „Mütter altern einfach schneller“, sagte jene Freundin, und das stimmt.

Warum erzähle ich das in diesem Blog? Weil Attachment Parenting oder „artgerechtes Kinderleben“ m.E. eine besonders körpernutzungsintensive Angelegenheit ist. Und ich erzähle es, weil es mich überhaupt nicht kratzt, dass ich nicht mehr aussehe wie mit zwanzig. OT: Nutzt eure Körper! weiterlesen

Neugeborenes im Haus – Tipps und Ideen

Wickeln:

Wir sind derzeit voll auf Stoff 😉 – wie gesagt – sowie „Pampers New Baby“ im Wechsel.

Wir benutzen übrigens auf Anraten unserer Hebamme von damals aus der FERA keine Feuchttücher. Sie kosten Geld und sind nicht gut für die Baby-Haut. Stattdessen hat der Mann drei seiner alten Baumwoll-T-Shirts ausrangiert, die haben wir in kleine Stücke geschnitten. Damit waschen wir den Babypo mit einer Mischung aus warmem Wasser und Olivenöl. Das säubert prima und fettet die kleine Haut gleich mit ein. Wenn sie wund ist oder trockene Stellen hat, mache ich Muttermilch drauf, das hilft perfekt. Wir haben also definitiv wieder ein Equipment-armes Neugeborenes.

Schlafen:

Eine bekennende Safe-Co-Sleeping-Mama schreibt hier. Wir machen das so:

Sie schläft neben mir auf einer festen Matratze. Ich habe ein festes Kissen und liege mit meinem Kopf auf Höhe ihres Kopfes – außer zum Stillen. Gegen die nachts auslaufende Milch habe ich ein Handtuch unter uns beiden. An ihrer einen Seite liegt das Stillkissen, damit sie mir nicht rausfällt. Auf ihrer anderen Seite liege ich. Neben mir steht das Bett vom Großen, der gegen morgen zu uns gekrabbelt kommt. Er ist sogar im Halbschlaf super vorsichtig und als esie letztens einen Ton von sich gab, fragte er sofort: „Habe ich sie geweckt? Habe ich ihr weggetan?“ Ganz toller, großer Bruder.

Tragen:

Was ich mir beim ersten Kind für einen Kopf gemacht hatte, ab wann man Babies ins Tragetuch packen kann! Jetzt machen wir es seit dem dritten TAg und zwar so, wie es für ihre Physis angenehm ist. Und wenn ihr was nicht passt, meckert sie ja sofort.

Derzeit also: Tragetuch, Wickelkreuztrage. Allerdings mit angehockten Beinchen, sie sitzt wie in einem Sack. Oder ich trage sie vorne im T-Shirt, nackt, siehe unten unter „Kleidung für Mama“.

Kleidung fürs Baby:
Ich hatte mir außerdem vorher den Kopf zerbrochen, was ich meinem Windelfrei-Baby eigentlich untenrum angezogen hatte. Die Antwort ist: Nix. Windel, Söckchen und dann ab in den Pucksack. Da drin ist es schön warm, man kann das Kind darin auch ins Tragetuch packen, zur Not mal in den Maxi-Cosi ins Auto (der Pucksack hat eine Anschnallöffnung) und selbstverständlich ins Bett. Super Ding. Sie trägt also Wolle-Seide-Body oder Hemdchen (von Sanetta zum Wickeln, die langen) sowie Stoffwindel mit Wollüberhose oder Pampers und dann ist sie im Pucksack.
Wolle-Seide-Bodies sind übrigens Gold wert – sie sind ja auch teuer genug. Aber das lohnt sich m.E., wir haben eigentlich von jeder Größe nur zwei oder drei, denn sie trocknen schnell, riechen auch nicht, wenn sie mal angepieschert werden und wärmen auch dann noch, wenn sich ein halber Babymagen Milch über sie ergossen hat. Heißt: Weniger Waschen, Baby weniger Umziehen-müssen.

Kleidung für Mama:
Auch sehr praktisch ist die H&M MAMA-Serie von Oberteilen. Die meinen haben alle einen wirklich breiten Ausschnitt, sind aus dehnbarem Stoff und am Bauch schön weit. Ich benutze sie jetzt dazu, das nackte oder halbnackte Kind einfach oben in den Ausschnitt hineinzupacken (Haut an Haut mit mir) und dann ziehe ich manchmal noch den breiten Bauchbund eine SSW-Hose drüber. So ist sie nah bei mir, schläft wunderbar und kann nicht rausfallen. Und ich ruiniere mir keines meiner anderen Oberteile.

Bücher:

Ich habe definitiv vieles, vieles vergessen, was ich beim ersten Kind noch wußte und bin sehr froh, dass ich sowohl die „Hebammen-Sprechstunde“ als auch das „Handbuch der stillenden Mutter“ dabei hatte. Beide Titel sind zwar wenig sexy, aber sehr, sehr hilfreich. Weiterhin würde ich immer, immer Julia Dibberns „Geborgene Babys“ empfehlen sowie „TopfFit“ von Laurie Boucke, mein Favorit zum Thema Windelfrei. Gerade sehe ich eine tolel DVD zum Thema Stillen: „Mamas Milch“. Sie ist zwar sehr für stilldemente Mamas konzipiert ;), jede Info so aufbereitet, dass auch wirklich JEDER sie kapiert, aber wirklich vollgepackt mit guten Tipps und hilfreichen Videos – inklusive Rückbildungsyoga.

Windelfrei mit Neugeborenem – Woche 2 – sie kann es!!

Heute ist der Tag!! Gute zwei Wochen nach ihrer Geburt habe ich das zum ersten Mal das Gefühl, dass sie weiß, worum es geht. Wow! Was für ein Effekt! Was für ein Gefühl! Was für ein grinsendes Baby!!!

Ich hielt sie heute schon zwei Mal ab und jedes Mal kam prompt eine kleine Fontäne aus der jungen Dame. Heute mittag hatte ich zum ersten Mal den Eindruck, dass sie meckert und erwartet, dass ich jetzt endlich etwas tue und als ich mir endlich selbst traute und reagierte, entleerte sich ein lächelndes Baby geräuschvoll ins Waschbecken und sank dann zufrieden in sich zusammen.

Wow. Ich meine – hey, ich kenne das ja schon. Aber erstens war ihr Bruder schon sieben Wochen alt, als wir angefangen haben und zweitens ist es immer wieder total faszinierend. Sie kann noch nicht mal den Kopf halten! Sie schläft noch fast den ganzen Tag! Und sie soll schon das Windelfrei-Prinzip verstanden haben? Das glaubt doch kein Mensch!

Aber heute war es wirklich eklatant. Was nicht heißt, dass sie nicht wenig später auch kommentarlos in die Stoffwindel gepieselt hat (das Meckern war fürs Grobe). Aber wenn sie jetzt aufs Abhalten reagiert, wird die Sache natürlich in jeder Hinsicht einfacher, denn ich weiß ja ungefähr, wann sie macht – auch ein Vorteil der Stoffwindeln, mit der Wollüberhose wird zwar von außen nix mehr nass, aber warm wird es trotzdem und so weiß ich immer, wann sie gerade gemacht hat und hab so langsam schon ein Gefühl für ihren Rhythmus.

Bin gespannt, wie das weitergeht…

Windelfrei mit Neugeborenem

Mein erster Gedanke nach der Geburt: Windelfrei?? Kommt nicht in Frage!!!

Viiiiel zu anstrengend nach der Geburt! Wo kommen wir denn dahin? Nöööö…. Pampers „New Baby“ sind meine Freunde – so dachte ich mal wieder. Ich weiß auch nicht, eigentlich bin ich fast eine windelfrei-wider-Willen-Mutter ;), denn auch diesmal sprang es mich quasi wieder an, ich konnte einfach nicht anders. Aber der Reihe nach:

In den ersten Stunden nach unserer wundervollen Hausgeburt brachte ich es einfach nicht übers Herz, diese zarte, warme, nackte Baby in eine Plastikwindel zu packen. Also wickelte ich sie in Stoff – die wunderbare Andra (www.homoepathie-berlin.de) war bei uns und hatte mir die Falttechnik gezeigt – und wartete auf das Mekonium.

Als das kam, hatte sie also Stoff an. Die erste Ladung verpasste ich völlig und war ebenso hilflos, als ich merkte, wie sehr das schwarze Zeug dann am Babypo klebt (warmes Wasser mit mallorquinischem Bio-Olivenöl haben es dann sanft gelöst – der zweifache Vater ist in Hochform). Schon beim zweiten Mal war ich wachsamer und so ging der Rest zwar in die Stoffwindel, aber die hielt ich mit etwas Abstand unter den Po, so dass uns die Säuberungsaktion erspart blieb.

Als alles „draußen“ war, stieg ich auf Pampers um. In den nächsten Tagen stellten wir fest, dass ihre Haut eigentlich ständig sehr rot war und konnten uns nicht einigen, ob sie nun schon wund war oder ob das einfach sehr gute Durchblutung sein könnte. Ich entschied mich, sie abwechselnd in Stoff und Pampers zu wickeln. Meistens trug sie nachts zwei oder drei Pampers und tagsüber Stoffwindeln und die eine oder andere Pampers. Hatte sie gerade ein großes Geschäft erledigt (was bei Neugeborenen ja wirklich niedliche Mengen sind), zog ich ihr immer erstmal Stoff an.

Allerdings war der Effekt bald, dass die Mullwindeln schon nach einem Pipi total klatschnass waren – und Body, Strampler oder Tragetuch dann auch. Es musste also der Wolle-Seide-Body her (der trocknet schneller) sowie eine Wollüberhose (dann wird der Body oder Strampler erst gar nicht nass). Jetzt ging es besser. Aber jetzt wurde auch klar, dass Stoffwindeln definitiv angebracht waren, denn als ich sie nur einen einzigen Tag mal komplett in Pampers hatte, war sie trotz häufigem Wechseln sofort wund.

Wirklich windelfrei waren wir bisher überhaupt kein Minibisschen. Ich fing viele große Geschäfte im Asia-Topf auf, aber das war eher Zufall oder weil ich gehört hatte, dass es in ihrem Bauch rumpelt. Ich mach zwar immer Abhalte-Haltung und Geräusch, aber ich habnicht das Gefühl, dass sie „reagiert“.

Vorsicht! Attachment Parenting funktioniert nicht

Es gibt ein Problem. Attachment Parenting funktioniert nicht. Auch Unerzogen funktioniert nicht. Und doch glauben alle daran – und machen sich selbst und einander das Leben zur Perfektionshölle.

Letztens erzählte ich einer anderen AP-Mutter, dass unser Sohn Karies hat und jetzt eine zahnärztliche Behandlung braucht. Jene Mutter fragte zuerst die Dinge ab, die uns auch Familienmitglieder, Zahn- und Kinderärzte fragen: Wieviel Zucker bekommt er? Wie oft putzt ihr Zähne? Womit? Als ich alle diese Fragen offenbar zu ihrer Zufriedenheit beantwortet hatte, sagte sie: „Hm, klingt so, als hättet ihr alles richtig gemacht.“ (Subtext: Es hätte funktionieren müssen)

Ja, irgendwie schon, dennoch stehen wir vor der Frage nach dem Warum, die derzeit mit „vielleicht hat er einfach extrem empfindlichen Zahnschmelz“ beantwortet wird. Aber sie war ja eine AP-Mutter…und sie hatte eine viel bessere Idee: „Und trotzdem Karies…ich finde, ihr solltet euch Gedanken darüber machen, was euer Kind euch damit sagen will, wenn ihm quasi der Mund wegfault.“ (Subtext: Wenn es nicht funktioniert hat, ist bei euch irgendetwas falsch!)

Wow. Das saß. Ich war sprachlos. Verletzt. Schließlich wütend. Dann habe ich – wie immer – versucht, nachzudenken. Und heraus kam: Tausend Dank für diese Replik! Denn ja, genau hier liegt eines der größten Probleme des Attachment Parenting.

AP-Mütter glauben – und bekommen fast überall in der Szene gesagt – dass man bei einem Kind nur die richtigen Knöpfe drücken muss und es wird ein zufriedenes, gesundes, freundliches, unerschrockenes, aufmerksames, kooperatives Baby und Kleinkind sein. Vorsicht! Attachment Parenting funktioniert nicht weiterlesen

Reisen mit Kleinkind: Indien

Namaste! Wir sind in Indien!

PleaseFastenSeatbelt

Es ist großartig. Es ist anders. Es ist windelfrei. Es ist der helle Wahnsinn. Es ist Hindi-Kultur und Business, Hektik und Meditation, heilige Gesänge und ohrenbetäubender Lärm.
GANESH
Aber was soll ich erzählen – das haben andere schon vor mir getan und besser, als ich es je könnte. Daher hier in den nächsten Wochen die praktischen, die profanen, die windelfreien Dinge des Lebens.
Mein persönliches Highlight bisher: Minimalisten-Gepäck. Nur sechs Windeln. Nur drei Rucksäcke.

Gepaeck

Alles für Vater, Mutter und Kind für zweieinhalb Monate.

Was auf dem Bild allerdings fehlt, ist die groooooße Pickinick-Tüte, in der ich für die lange Anreise (21h) ungefähr drei Tonnen Essen dabei hatte, in der grooooßen Angst, wir könnten verhungern. Sind wir nicht, aber wir haben auch fast alles aufgegessen.

Übrig sind nur die luftdicht schließenden Tupperdosen mit einigen, heiligen Bio-Gummibärchen, die getreu der von mir begründeten Gummibärchen-Pädagogik schon in so mancher Notsituation unsere Rettung waren: „Schau mal, wir MÜSSEN jetzt diesem Bagger Bye-Bye sagen, sonst verpassen wir den Flieger. Ich weiß, ein grooooßer Bagger, aber wir müssen jetzt… Kind, bitte! Nicht weinen, och Maus, wir MÜSSEN….hey – willst Du ein Gummibärchen? Ja? Super! Papa hat sie im Rucksack, er ist schon da hinten… komm, wir flitzen da mal schnell hin….“ Und zack! Anschlußflug tränenlos erreicht :).

Test: Manduca Gürteltasche (Note: Sehr gut)

Nutzer der Manduca schielen schon länger rüber zu den Ergo-Baby-Carrier-Nutzern – der Ergo hat nämlich diese schöne, praktische Tasche mit dem Reißverschluss, während die Manduca-Tasche aus zwei Gründen eigentlich nicht zu benutzen ist: Erstens drückt alles, was man dort hineintut, direkt auf das Kind und zweitens fällt alles heraus, sobald man die Manduca herunterklappt.

Statt die Ergo-Tasche einfach zu kopieren, hat der Hersteller der Manduca, die Wickelkinder GmbH, jetzt eine eigene Lösung entwickelt: Die Manduca Gürteltasche. Sie wird mit einem Klettumschlaggurt direkt am breiten gepolsterten Gurt der Babytrage befestigt

Manduca Gürteltasche Test: Manduca Gürteltasche (Note: Sehr gut) weiterlesen

Manduca im Dauer-Test

Es waren ideale Bedingungen: Als 99,9% Tragemama habe ich unsere Manduca einem gnadenlosen Dauer-Test unterzogen. Ich hab es heute mal überschlagen: 14 Monate, 29.270 Flugmeilen, etwa 2500 Stunden, drei Klimazonen (Tropen, Wüste, Mitteleuropäisch) – unsere Manduca hat ganz schön was mitgemacht. Ich habe wohl mehrere hundert Mal die Schnallen geöffnet und geschlossen, sie herunter und hinaufgenommen, auf ihr gesessen, auf ihr gewickelt, sie in Koffer und Rucksäcke geknautscht, in Zügen über der Klima-Anlage frieren, sie an Stränden in der Sonne braten lassen. Das hat Spuren hinterlassen…
Manduca1 Manduca im Dauer-Test weiterlesen

Windelfrei auf 9monate.de

Auf dem Portal 9Monate.de gibt es einen Grundlagenartikel zu windelfrei von Miriam Funke, der kurz und anschaulich erklärt, worum es geht und wie es funktioniert. Es gibt auch ein recht aktives Forum zum Thema.

Außerdem gibt es einen Erfahrungsbericht über Windelfrei mit einem 4,5 Monate alten Säugling.

Fazit: Ja, Windelfrei ist aufwendig, aber das ist mir mein Kind allemal wert und es macht einfach unheimlich viel Spaß und Freude und macht außerdem süchtig. Es täte mir mittlerweile im Herzen weh, ihn stundenlang in die Windeln machen zu lassen.

9monate ist ein Portal der Qualimedic AG, ein Ärzteberatungsportal im Internet.