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Lass Dein Kind entscheiden…

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Hier erzählt Joana ihren Windelfrei-Weg:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Über www.nfp-forum.de, danach eigene Recherche und Windelfrei im Umfeld.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Ich habe ab der Geburt nach dem Wickeln angeboten, er hat immer nur gepupst. Das erste Mal geklappt hat es mit fünf Monaten. Ab diesem Tag mehrfach, im ersten Jahr sehr oft, um den ersten Geburtstag Windelfrei-Pause, ab 14 Monaten wieder mehrfach. Jetzt ist er 16 Monate alt und zeigt zur Tür, wenn er mal muss (und nicht gerade etwas Besseres vorhat ). Das große Geschäft macht er schon immer in die Windel, bis auf wenige Ausnahmen.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
8

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
4 plus eine für das große Geschäft.

Nutzt Du auch andere Backups?
Im Sommer manchmal Mittagsschlaf ohne Windel mit Unterlage.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Nein.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Nach dem Aufwachen und vor dem Schlafengehen.

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufwachen und wenn wir zu Hause sind und mein Sohn mir Bescheid gibt. Abgesehen vom Winter klappt es draußen so gut wie immer.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
2-15 Minuten

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Am Anfang Waschbecken. Wegen Zielschwierigkeiten dann Dusche. Im Moment nur in der Badewanne im Stehen. Ein Töpfchen von Ikea haben wir bereits, allerdings noch nicht benutzt.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Genauso viel Arbeit wie beim Wickeln.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Ja, ich kann ihm so schnell helfen, wenn ihn die volle Blase stört. Auch wenn es mir selbst nicht so sehr auffällt, sagen mir immer wieder Außenstehende, wir gut ich mein Kind „lesen“ kann (vor allem die, die eher „Detachment Parenting“ machen).

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Das Kind sollte entscheiden, ob es gerade windelfrei sein möchte oder nicht. Für meinen Sohn waren einige Monate lang andere Dinge wichtiger. Es hat ihn eher gestört, aus dem Spiel gerissen zu werden. Also haben wir pausiert, bis er wieder wollte. Tipp für Eltern von Kindern, die im Stehen pinkeln wollen oder beim Abhalten turnen: einen Druckknopf vom Body über der Schultern schließen, dann wird nix nass!

Ein liebes Dankeschön für das Ausfüllen des Interviewfragebogens!

Windeln sind nicht tabu!

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Auch Dorothea aus der Schweiz macht mit und gibt im Interviewformat ihre Windelfrei-Erfahrung weiter:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Über meine Hebamme im Geburtshaus.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Camilla war 1 Woche alt und Robin 3 Tage.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Kann ich leider nicht sagen, da sie so klein waren! 

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?

Camilla hat keine mehr (seit 1,5 Jahren und ist jetzt 3 Jahre und 3 Monate alt) und Robin 1 Windel/Nacht (15 Monate alt).

Nutzt Du auch andere Backups?
Die flopis von Topffit-Babyshop.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Noch nie Probleme gehabt!

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Nach dem Aufwachen, das ist klar. Beim Stillen habe ihn und sie während übers Töpfchen gehalten. Nach dem Stillen war nicht mehr nötig, da sie während schon gemacht haben. Nach dem Spielen. Andere: Wenn ich das Gefühl habe, dass sie müssen, dann gehe ich.

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufwachen.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Weiss es nicht genau, aber sicher keine 2 minuten.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Ein uraltes Asiatöpfchen noch aus Russland (ist ca 30 Jahre alt von meiner Schwiegermutter).

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Im Gesamten betrachtet weniger Arbeit als beim Wickeln. Es ist aufwendig die Zeichen kennen zu lernen und in den „sogenannten Streikphasen? zu waschen, aufzuputzen etc. Aber in den Phasen, wo es super klappt, finde ich es nicht sehr aufwendig. Auf die Länge der Zeit hin betrachtet, sind sie einfach viel früher trocken und ich muss kein mühsames Töpfchentraining anbieten.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Sie sind selbständiger und selbstbewusster als andere Kinder (stelle ich fest). Und ich merke, ich traue ihnen viel mehr zu, als ich es vorher erwartet hätte! 

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Dranbleiben! Es lohnt sich auch, wenn es zwischendurch frustig ist!!! Und Windeln sind nicht tabu!!! Sie sind super Helfer für zwischendurch – eine gute unterstützende Erfindung!

Merssi!

Mehr wagen!

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

So läuft Windelfrei bei Uta:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Ich habe von Windelfrei schon vor Jahren gehört, weil eine Freundin es praktizierte. Dann habe ich 2006 in China (in Jilin am Flughafen und in der Stadt) sogar im Winter Babys mit Splitpants gesehen. Als mein Sohn immer auf dem Wickeltisch sein Geschäft erledigte, fing ich an, abzuhalten. Jetzt ist er ein Jahr alt.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
6 Wochen

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
8-10

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
ca. 3 pro Tag

Nutzt Du auch andere Backups?
Gelegentlich aufklappbare Stoffies, Splitpants.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Überhaupt nicht.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen ja
beim Stillen nein
nach dem Stillen oft
nach dem Spielen nein
andere: nach dem Tragen; beim Tragen, wenn zappelig.

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufwachen und Tragen.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Beim großen Geschäft kann er unterwegs sogar 15 min warten; sonst vielleicht 5?

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Nur Toilette.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Eher weniger Arbeit, aber man kann das Kind nicht „abschieben“, ignorieren, sonst geht es schief…

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Vor allem bei meinem Mann: Wenn das Kind schimpft oder weint, hat es etwas; manchmal muss er einfach nur. Deshalb war „Schreienlassen“ keine Option.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Immer wieder noch mehr wagen! Wenn sich Windel-Benutzen eingeschliffen hat, muss man es immer wieder versuchen, sie wegzulassen.

Besten Dank, liebe Uta!

Entspannt bleiben!

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Das sind Schnocels Antworten:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Ich bin durch eine Freundin dazu gekommen.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
6 Wochen

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
8-10

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
3-5

Nutzt Du auch andere Backups?
nein

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
In den ersten 2 Wochen, sonst nicht.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Nach dem Aufwachen und zwischen durch, wenn ich merke sie muss oder ich das im Gefühl habe.

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufwachen hat es am besten geklappt und nun merke ich deutlich, wenn sie groß muss.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Ich reagiere immer sofort darauf. Aber sie kann auch kurz aushalten, aber mehr als 2 Minuten glaube ich kaum.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Wir hatten ein Asiatöpfchen und nun setze ich mich auf die Toilette und halte sie vor mich.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein:
Etwas weniger wie beim Wickeln, da ich nicht extra wickeln und sauberwischen muss.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Sie war etwas ausgeglichener.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Entspannt bleiben, auch wenn es nicht klappt.

Herzlichen Dank!

Die Winter-Windel(-Schlitz-)hose

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Ganz begeistert war ich von Jasmins eMail: Sie hat uns ein Foto zum ausgefüllten Fragebogen mitgesendet. Lest und seht selbst!

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
In der Schwangerschaft habe ich per Zufall ein Buch in der Stadtbibliothek entdeckt: „Es geht auch ohne Windeln.“ Ich habe es zum Teil gelesen und dachte ja gut viel Esoterisches, aber auch interessant. Als unser Kind auf die Welt kam, habe ich erstmal keinen Gedanken an diese „total anstrengende“ Methode verwendet. Erst als zwei Wochen später eine gute Freundin ihren Sohn auf die Welt brachte, die von ihrer Hebamme zu Windelfrei sehr motiviert worden war, wollte ich es auch versuchen. Mit eigenen Augen durfte ich sehen, dass es tatsächlich funktioniert und so schön sein kann. Wenn ich kein Beispiel gehabt hätte, und niemanden zum Austauschen, wäre es sehr schwer gewesen, sich ständig an anderen Orten, in der Familie oder in der Stadt durchzusetzen und einfach mein Baby an den „unmöglichsten“ Orten, beim Sitzen im Café oder Restaurant über mein Asia Töpfchen zu halten. Durch die geschickte Kleidung haben viele Passanten oder Gäste gar nichts bemerkt. Den Asia Topf hatte ich immer seitlich mit einem Gummi an meiner Gürtelhosenschlaufe befestigt. Ein Freund hat mir in den runden Rand ein Loch in den Plastiktopf gebohrt, um den Gummi zu befestigen. Mein Mann war voll auf meiner Seite und hat unsere Kleine auch sehr oft abgehalten. Wenn wir gemeinsam unterwegs waren, gab es oft die Arbeitsteilung: ich stille, er hält ab und bringt das Töpfchen weg.
Anfangs habe ich mir oft Gedanken gemacht, ob ich jetzt hier in dieser Situation mein Kind abhalten kann. Aber klar, ich kann! Nur weil es grade nicht schick ist, ist es nicht vornehmer in großer Runde, oder im guten Restaurant in die Hose zu kacken. Natürlich kam es auch zu Pippipfützen in Boutiquen und Geschäften, aber oft haben die Verkäufer nett reagiert, oder irgendeinen Hund verdächtigt. Aufwischen, fertig.
Am schwierigsten fand ich anfangs das Gesellschaftsproblem. Die Meinungen und Blicke von manchen einzustecken, die einen immer wieder verunsichern. Meine Kinderärztin reagierte sehr empört über Windelfrei und meinte, das Kind sei doch wie ein Computer, die ganzen Kabel seien noch gar nicht angeschlossen, das merkt doch gar nix und es kann doch gar nicht funktionieren.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
1 Monat

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
4-5 Windeln

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
keine

Nutzt Du auch andere Backups?
nein

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
nein

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Nach dem Aufwachen. Inzwischen ist sie 28 Monate alt und sagt immer Bescheid.

Wann klappt es am besten?
Wenn sie gesund und ausgeschlafen ist.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Lange, oft können wir noch eine öffentliche Toilette aufsuchen, in der Kita muß sie immer in den 1. Stock hochlaufen.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Hoppop

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Ich denke, viel weniger Arbeit.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Wir haben sie von Anfang an mehr als eigene Person mit eignen Bedürfnissen und Willen wahrgenommen. Kein Objekt, dass nichts kann.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Windelhosen aus Schurwolle für den Anfang im Winter: im Schritt aufschneiden und Druckknöpfe anbringen. Einlage: eine Mullwindel gefaltet. Darüber nur Schlitzhosen.

Winter-Schlitzhose

Jasmin erwartet Anfang Januar ihr zweites Windelfrei-Mädchen. Diesmal möchte sie bereits nach zwei Wochen WWW mit Mullwindeln und Abhalten beginnen. Für den Anfang haben sie den Asia Topf. Sie freut sich schon riesig und ist gespannt, wie es läuft.

Vielen lieben Dank für den Einblick in Euer Windelfrei-Leben! Alles Gute für die Geburt! Oder vielleicht kuschelt Ihr schon zu viert?

Ein Windelfrei-Erfahrungsbericht aus Berlin

Heute wieder die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

A. stand uns Frage und Antwort zu ihren Erfahrungen:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Durch Freunde und das Continuum-Concept-Forum.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Fast einen Monat etwa.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Viele. Ich habe Stoffwindeln verwendet und recht bald, wenn sie nass waren, gewechselt.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
Schwierig… Windelfrei klappt bei uns gerade gar nicht. Sie ist 11 Monate alt und möchte nicht abgehalten werden und auch selten aufs Klo oder Töpfchen. Sie beugt sich immer durch. Je nach dem wie wir unterwegs sind, setzen wir Stoffwindeln oder WWW ein. Stoffwindeln sind etwa 8 am Tag. WWW weniger.

Nutzt Du auch andere Backups?
Meist Wollüberhose und Einlagen.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Ja, aber nicht oft.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Nach dem Aufwachen, andere und zwischendurch.

Wann klappt es am besten?
Zur Zeit gar nicht oder kaum beziehungsweise nur wenn große Ablenkung da ist oder sie frisch ausgeschlafen ist.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Zeichen empfange ich gerade keine. Abbhalten keine 3 min am Tag. Wir waren mal mit etwa 5 Monaten einige Wochen fast ohne Windeln, da habe ich tagsüber alle 20-60 min abgehalten und 3 mal in der Nacht.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Als erstes einen ehemaligen Plastikbecher, den man zum Sahnesteifschlagen verwendet. Dann auch Toilette mit vor das Kind knien und es selber auf die Klobrille setzen oder klassisch unterwegs irgendwohin abhalten.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Genauso viel Arbeit wie beim Wickeln: durch das ständige An- und Ausziehen und ein Baby, das sich fast nie auf den Rücken legen lässt, seit es mobiler ist.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Ja. beim ersten habe ich noch kein Windelfrei gemacht und mit dem zweiten fühle ich mich teilweise verbundener, weil ich viel besser erfassen kann, was es braucht.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Ich bin unsicher, ob Windelfrei (da wir schon seit drei Monaten wenig Erfolg haben) wirklich sinnvoller ist… Es hat Vorteile, aber auch Nachteile. Ich würde es wieder versuchen, aber ich empfinde es als keine Erleichterung zur Zeit. Ich habe aber die Hoffnung, dass es besser wird. Und ich bin mir sicher, dass ich es besser hinbekommen würde, wenn ich nicht selber so weit am Limit meiner Kräfte wäre. Aber nach 10 – fast 11 – Monaten Stillen, Tragen und noch einem Kind ist das so.

Ein großes Dankeschön für Deinen offenen und ehrlichen Bericht! Ich bin mir sicher, Deine Mühe ist und war nicht umsonst.

Wer von den anderen Blog-LeserInnen kennt noch diese schwierige Phase, wenn es auf den ersten Geburtstag zu geht?

Der Spiegeltrick

Heute gibt es den zweiten Windelfrei-Erfahrungsbericht einer Blog-Leserin:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Als ich in der Schwangerschaft mit der ersten Tochter irgendwann zum Thema Wegwerfwindeln oder Stoffwindeln im Internet recherchiert habe, habe ich in irgendeinem Forum die Frage gelesen, ob denn jemand schon mal was von Windelfrei gehört hat und das macht. Da bin ich neugierig geworden und habe ganz viel dazu gesurft und gelesen – und mir war klar, dass genau dies unser Weg sein würde, weil eben viel mehr dahinter steckt als nur Windeln sparen. Eben die ganze natürliche Säuglingspflege, Artgerecht und überhaupt die ganze Einstellung und Wahrnehmung des Kindes. Ich habe daraufhin von Anfang an auch die Kleidung dementsprechend ausgesucht, also z.B. keine Strampler und für nachts nur Nachthemden und so weiter.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Mit der einen Tochter (2 Jahre und 2 Monate alt) habe ich nach 3 Wochen begonnen, nachdem wir aus dem Krankenhaus kamen. Mit der anderen Tochter (5 Monate alt) habe ich gleich nach Geburt angefangen.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Bei der Großen waren es ca. 8 Wegwerfwindeln.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
Die Große ist schon seit einer Weile trocken. Die Kleine hat nur Stoffwindeln an. Wenn sie einmal reingemacht hat, bekommt sie eine neue Einlage. Manchmal ist sie auch unten ohne Windel und darf auf ein Molton pieseln, wenn ich es nicht mitbekomme oder sie es nicht sagt, dass sie muss.

Nutzt Du auch andere Backups?

Wie oben gesagt, nutze ich nur Stoffwindeln, habe ich bei der Großen nach der Klinik auch gemacht. Bei der Kleinen bin ich schon „mutiger“ und ziehe ihr daheim neben „unten ohne“ recht oft nur eine Unterhose und Hose an, vor allem wenn ich sie in der Manduca habe. Einfach damit sie auch den Unterschied zur Windel spürt.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Bei der Großen nie. Die Kleine ist sehr empfindlich mit dem, was ich esse wegen dem Stillen. Da ist sie ab und an mal rot, außerdem hat sie ab und zu Durchfall, da wird sie auch rot. Aber das hat dann mit der Ausscheidung selber zu tun und nichts mit der Windel bzw. nicht-Windel.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?

nach dem Aufwachen ja
beim Stillen ja
nach dem Stillen ja → mit dem Abhalten ist das Stillen bei der Kleinen normal beendet, sie trinkt nur ganz kurz, bei der Großen ging es dann immer weiter
nach dem Spielen ja
andere: Zwischendrin, wenn sie es sagt, dass sie muss – zum Beispiel in der Manduca, da sagt sie es sehr vehement oder wenn sie auf einer Decke liegt, meckert sie auch meistens. Oder wenn ich das Gefühl habe, dass sie mal „müssen könnte“.

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufwachen, beim / nach dem Stillen, unterwegs.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Nach dem Aufwachen muss es schon recht flott gehen, ansonsten kann ich sie mit „Moment“ auch 5-10 Minuten hinhalten, vor allem unterwegs klappt das super. Da ist der Begriff „elimination communication“ genau der Richtige. Wenn sie merkt, dass ich es kapiert habe und mit ihr rede, kann sie gut anhalten. Daheim muss ich allerdings recht bald reagieren.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Für die Kleine habe ich ein Asia-Töpfchen, die Große auch ewig darein gemacht, vielleicht bis sie laufen konnte, seither hat sie ein normales Töpfchen, wo man den Innentopf rausnehmen kann zum Ausleeren. Dieses nehmen wir immer mit ins Bett für nachts, damit ich nicht aufstehen muss.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Auf jeden Fall mehr Arbeit, man muss immer präsent und wach sein – aber es lohnt sich, und die Kinder und ihre Bedürfnisse sind es wert!

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Da ich es ja quasi von Anfang an mache, bei beiden, habe ich keinen Vorher-Nachher-Vergleich. Aber ich bin mir sicher, dass ich sehr genau mitbekomme, was mein Kind für ein Bedürfnis hat. Man ist einfach näher dran am Kind.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Ich nehm das Asia-Töpfchen überall mit hin, da hat sie überall die gleiche vertraute Situation zum Pieseln, falls sie nicht abgehalten werden will. Wenn es kalt ist, decke ich sie draußen, während ich sie zwischen meinen Beinen auf dem Töpfchen habe, mit meiner Jacke zu, dann hat sie schön warm. Ein anderer Tipp ist ein kleiner Spiegel am Waschbecken direkt in Wasserhahn-Höhe, damit sich das Baby sieht. Das kommt richtig gut an, das Baby hat Spaß, entspannt sich – und pieselt, auch wenn es grad bissl schwieriger ist oder vielleicht sogar eine Streikphase dran ist.

Großes Dankeschön, liebe Steffi!

Wer mag auch gerne seine Windelfrei-Erfahrung mit uns teilen? Dann bitte hier entlang: Interviewfragebogen – Windelfrei-Erfahrungsbericht

Probier’s einfach aus!

Ihr lieben, lieben Blog-Leserinnen! Ihr seid sooo klasse. Es sind schon mehr als eine Handvoll Erfahrungsberichte in meinem eMail-Postfach gelandet. Ich werde nun immer mittwochs einen Eurer Berichte online stellen…

Helga war die Erste, die mir den ausgefüllten Fragebogen zurückschickte… Hier kommt ihr Windelfrei-Erfahrungsbericht:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?

Noch bevor ich mit meiner Tochter schwanger war, hab ich Anfang 2009 in einer österreichischen Tageszeitung einen Bericht über Windelfrei mit einem Interview mit Lini Lindmayer gelesen und war damals schon davon fasziniert. Als ich dann mit meiner Tochter schwanger war (geboren Juni 2010) ist das Thema zwar wieder durch meinen Kopf gespukt, ich hab mich damals aber einfach nicht getraut und sie dann mit Stoffwindeln gewickelt (auch eher ungewöhnlich). Als ich dann mit meinem Sohn schwanger war, hab ich 4 Wochen vor der Geburt mit einer Windelfrei-praktizierenden Mutter gesprochen und wieder drüber nachgedacht. Ich hab mir dann noch schnell das Buch „Windelfrei?! So geht’s“ von Lini Lindmayer gekauft und dann beschlossen, es einfach zu versuchen.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
3 Tage (mein Sohn ist jetzt etwas mehr als 4 Monate alt)  Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)? 7 bis 8, weiß das aber nicht mehr so genau.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
2 an guten Windelfrei-Tagen. Wenn wir viel Auswärts sind oder es nicht so gut klappt, mehr.

Nutzt Du auch andere Backups?
Wenn wir daheim sind, hat er eine gefaltete Mullwindel um, die ich mit dem zugemachten Body „fixiere“ (also sowas wie ein Moko mini), wenn wir unterwegs sind oder in der Nacht, wickle ich mit Mullwindel/PUL-Überhose. WWW verwende ich sehr selten.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Schon zweimal: im Alter von ca. 3 Wochen einige Tage lang und von ca 6. bis 9. Lebenswoche (in dieser Zeit hat er ca. 6 bis 8 Mal am Tag Minimengen gekackt, ll irgendeine Umstellungsgeschichte?) Seitdem nie wieder.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen JA
beim Stillen Manchmal
nach dem Stillen Manchmal
andere: JA, bevor ich ihn ins Tragetuch setze, wenn wir nach Hause kommen und ich ihn aus dem Tragetuch nehme.

Wann klappt es am besten?

Zur Zeit in der Nacht; unter tags, wenn ich daheim bin und wenig nebenbei mache bzw. wenig Stress habe.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?

Ca. 2 min  Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt? Asiatopf oder alten Kunststoffblumentopf in etwa der gleichen Größe.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Je nachdem, wie gut es klappt. Wenn’s gut klappt, eindeutig weniger, Lulu ist schnell entsorgt, großes Geschäft mit zwei Blättern Klopapier weggewischt. An schlechten Tagen mehr. Was mehr „Arbeit“ macht: man muss aufmerksamer sein. Insgesamt würd ich sagen, gleich bis sogar weniger Arbeit.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?

Ich bin einfach aufmerksamer meinem Sohn gegenüber, bzw, weiß, dass raunzen und quengeln auch heissen kann: „Ich muss ganz dringend einmal!“

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Wenn Windelfrei dich anspricht, probier’s einfach aus. Beim ersten Kind ist es sicher einfacher, weil man da seine Aufmerksamkeit nicht teilen muss.

Vielen Dank nochmal an dieser Stelle für Deinen Bericht!


Wer möchte auch gerne seine Windelfrei-Erfahrung mit uns teilen? Dann bitte hier entlang: Interviewfragebogen – Windelfrei-Erfahrungsbericht

Interviewfragebogen – Windelfrei-Erfahrungsbericht

Nicola hatte einmal vor längerer Zeit einen Interviewfragebogen erstellt, der im Groben die Windelfrei-Erfahrungen abklopft. Diesen will ich gerne aufgreifen und Euch liebe Blog-LeserInnen fragen, wer gerne mitmachen mag, seine Erfahrungen mit anderen zu teilen.

Der Interviewfragebogen

Interviewfragebogen - Windelfrei-Erfahrungsbericht

Sehr gerne würde ich ein Interview von Euch wöchentlich bloggen, um eventuell zu zeigen wie gleich oder auch wie unterschiedlich wir alle Windelfrei handhaben. Wer mitmachen möchte, schickt mir einfach das ausgefüllte Interview an christinabpunkt@gmail.com.

Ich freue mich auf eine rege Beteiligung!

Rückblick: Unser Weg zu EC

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Manchmal blickt frau/man zurück…

Vor der Geburt unserer Kleinen – nun Großen – hatte ich mir gar nicht so viele Gedanken zu Windeln und Co gemacht. Ich wusste, es gibt Wegwerfwindeln und Stoffwindeln, aber nichts von Schattierungen dazwischen. Ich glaube, dass ich irgendwann mal zufällig im WorldWideWeb auf Windelfrei stieß, doch den Gedanken daran total abwegig fand. Meine Familie kam mal mit Windeldienstflyern und Katalogen an, in denen Stoffwindeln zu bestellen waren. Ich vertagte aber die Planung dafür auf den Zeitpunkt nach der Geburt. Doch dieser Zeitpunkt kam irgendwie nie. Unser Baby zog Zuhause ein und wir nutzten die Wegwerfwindeln vom Marktführer Pampers und Drogerie-Hausmarken.

Trotz allem war es uns schon von Anfang an wichtig, dass unsere Tochter stets eine saubere Windel trug und nicht so ein Gel-Batzen aus Urin, Kot und Chemie am Po hatte. Dadurch konnten wir schon beobachten, wann sie in etwa muss. Aber wir haben zunächst noch nichts weiter in Sachen „Elimination Communication“ unternommen, außer die Windel zu wechseln, wenn etwas frisch drin war. Dies tat zwar nicht der Umwelt gut, aber unserem Gewissen gegenüber unserer Kleinen.
Als sie knapp 4 Monate alt war, ist mir dann irgendwann bewusst aufgefallen, dass sie stets kurz vorm In-die-Windel-machen richtig ordentlich quengelte. Ich fragte mich immer: „Mensch, was hast Du denn?! Satt, trockene Windel und ich trag Dich hin- und her…“ Ich dachte oft, dass eventuell die Windel drücken könnte und öffnete sie und schwups… ein goldener Strahl und mein Kind war ruhig. Das wollte ich ausnutzen. Und ab diesen Zeitpunkt habe ich mich rund um „Windelfrei“ belesen und bin schließlich auch auf diesen tollen Blog gestoßen.
Das Prinzip „Abhalten“ war für mich nicht befremdlich (für manch andere Eltern scheint dieses Thema negativ behaftet: Toilettentrainig), weil meine Eltern uns immer wieder erzählten, dass sie uns Kinder damals im Alter von einem halben Jahr begonnen haben abzuhalten beziehungsweise, wenn wir sicher sitzen konnten, auf das Töpfchen gesetzt haben). Zwar war es nicht ganz mit Kommunikation, aber nach unserem Muster, also nach dem Schlafen, nach dem Essen, einmal nachts und wenn es ganz auffällig war, dass wir mussten. Somit hatten sie uns, laut ihren Erzählungen, zum ersten Geburtstag windelfrei.
Unsere Kleine war selten richtig windelfrei. Ich habe es am ehesten gewagt, sie komplett ohne Backup zu lassen, wenn wir unterwegs waren. Dann waren ihre Signale für mich am deutlichsten. Und ansonsten dienten uns die Wegwerfwindeln als Backup. Mit ca. 20 Monaten war sie dann tagsüber windelfrei. Ihre Meldungen und unser Timing passten dann, um häufig pannenfrei durch den Tag zu kommen. Nachts dauerte es noch etwas länger, zum einen weil sie sich lange nachts nicht abhalten ließ und zum anderen der Papa, jedes Mal gestöhnt hat, wenn es 1-2 mal pro Woche nasse Bettwäsche gab. Aber das Beste am Abhalten für uns war, dass wir ab den 6. Lebensmonat die großen Geschäfte fast an der Hand abzählen konnten, die in der Windel landeten.

Schade, dass wir „Windelfrei/TopfFit/EC“-Späteinsteiger waren. Wir hätten uns bestimmt so manche Quengelei ersparen können. Andererseits sind wir jetzt total gespannt, wie es mit unserem Winterkind wird. Etwas Übung haben wir ja schon…