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Hüftsitz rocks

Hüftsitz ist das Beste.

Die statistisch völlig irrelevante Empirie bei uns zeigt, dass er mich nackt und auf der Hüfte getragen noch nie nass gemacht hat, sondern immer Bescheid sagt. So ausdauernd und vehement, dass es sogar eine Mutter mitkriegt, die gerade die Spülmaschine ausräumt, mit einem Fuß das Spielzeug hochhebt und nebenbei über das Elterngeldantragskauderwelsch grübelt.
Ich hab auch schon häufiger gelesen, dass Babies im Tragetuch generell trocken bleiben, aber das kann ich zumindest bezüglich Kind in WXT nicht bestätigen (oder war es damals ein Hinweis: „Mama, das TT muss jetzt endlich mal in die Wäsche“?).

Wie auch immer: Hüftsitz rocks.

(Wenn Sie Orthopäde oder Osteopath sind, bitte ich um Gnade, ich weiss, dass es auf Dauer nicht gut für den Mutter-Rücken ist).

Windelfrei-Rückkehr

Es klappt wieder!

Bin ich froh! Auch wenn es bei Millionen Babies jeden Tag millionenfach vorkommt, ich war völlig frustriert, wenn mein Kleiner kommentarlos in die Windel gemacht hat. Warum nur?, dachte ich dann. Hab ich etwas übersehen? Mag er nicht mehr? Hört es mit 4 Monaten auch auf, wenn man vorher drauf geachtet hat? Nun – Geduld war angesagt. Unterdessen wurde es wieder warm in der Stadt, das machte das Ausziehen einfacher. Ich war wieder motiviert. Und fing ganz von vorne an: mit Timing.

Bei den meisten Babies gibt es Standardsituationen:

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Kinderwagen-Selbstversuch

Die Top 3 der Kommentare, wenn ich mit dem Baby im Tragetuch auftauche:

„Das wäre mir viel zu kompliziert!“
„Ich würde ja gerne, aber das ist so unpraktisch!“
„Also, mein Rücken würde das nicht mitmachen!“

Okay, da könnte etwas dran sein. Nach fünf Monaten Hardcore-Tragetuching habe ich also heute mal unseren unbenutzten Kinderwagen aus dem unbenutzen Kinderzimmer geholt und für eine Fahrt gerüstet.

Der Plan sah so aus:
Ich packe Kind in den Kinderwagen, bin so ja auch viel schneller zum Bioladen gelaufen, kaufe dort gemütlich ein, kann ja alles total praktisch in den Kinderwagen packen und laufe dann wieder zurück.

Kalkulierte Dauer: 1 Stunde.
Kalkulierter Aufwand: Gering.
Kalkulierte Kosten: Keine (bis auf den Einkauf).

Es kam natürlich alles ganz anders.

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FC Windelfrei und die Deutschen im Halbfinale

Der Fußballsommer ist zurück! Und nicht nur die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zieht verdient ins EM-Halbfinale ein, auch bei uns hat sich das Zusammenspiel der Mannschaft enorm verbessert.

Das Bestreben der Windelfrei-Truppe ist nach wie vor, den FC Pampers aus dem Turnier zu kicken. Das gelang in letzter Zeit trotz vor allem technischer Neuerungen nicht immer. Intensives Kauen an den Füßen und plötzliches auf-den-Bauch-Werfen behinderten den Spielfluss unserer Mannschaft. Doch gerade in eine durch Schlaflosigkeit und Unruhe geprägte Enwicklungsphase hinein ging die Windelfrei-Truppe durch einen sanften Gegenangriff in Führung.

Wie bereits berichtet, traten auch wir mit einer auf „Sicherheit und Stabilität“ ausgerichteten Formation an. Mutter und Kind spielten jeden Morgen einen doppelten Doppelpass und flankten scharf in die Mitte der Badewanne. Den Rest des Tages hieß es: mitlaufen, das Zuspiel perfekt antizipieren und im richtigen Moment reagieren. Hin und wieder ein vergeigter Freistoß, aber dann plötzlich der richtige Moment und wie auf ein stilles Signal hin zirkelt das Team gefühlvoll in Richtung Ziel. Treffer! Das gab dem Spiel die entscheidende Richtungsänderung.

Unsere zweite Halbzeit begann mit Torchancen im Minutentakt. Ein plötzlich zurückgekehrter Teamgeist brachte den Ball immer wieder kraftvoll in den gegenerischen Strafraum, plötzlich war der FC Windelfrei per Kopfball zur Stelle und der gegnerische Torwart hatte keine Chance. Pampers‘ Widerstand war mit dieser erneuten Führung gebrochen. Die Truppe, die uns mit gepflegtem Kurzpasspiel immer wieder zuvorgekommen war, suchte ihr Heil in Scheinargumenten. Ein untaugliches Mittel gegen den wachen FC Windelfrei, der seine Führung ausbauen und festigen konnte.

Deutschland steht im Halbfinale in Basel und wir sind zu Hause wieder weitgehend pampers-los mit 1-2 Unfällen pro Tag – und das ganz ohne Auswechselspieler!

(Danke an Martin Vogt von Focus Online für Fußballnachhilfe und Plagiiererlaubnis)

Strategie: Schwer verliebt sein

Wieder neu mit Windelfrei anzufangen, das ist wie frisch verliebt in einen Unbekannten. Man deutet eine halbe Welt in jede Nuance seiner Stimme, jeden Blick, jede Bewegung.

Er hat mich angesehen! Das war ein Zeichen! Oder doch nicht? War es ein Zeichen? Darf ich mal…uh, sorry, ich wollte nicht stören…. Ah, jetzt war es aber eines? Oder? Sollen wir Zwei es mal versuchen? Ist diese Tonlage ein Signal??

So geht das in meinem Kopf den ganzen Tag – feels like sweet sixteen!

Während ich versuche, aus dem Informationsstrom meines 5-Monats-Kindes die neuen Signale herauszufiltern, ist er vollauf mit anderen Dingen beschäftigt. Seit er entdeckt hat, dass am Ende der Beine zwei immer verfügbare Spielzeuge hängen, kann er gar nicht mehr davon lassen. Außerdem muss er regelmäßig testen, ob er sich wirklich immer noch vom Rücken auf den Bauch drehen kann. Meistens ist er mit dem Test zu seiner Zufriedenheit genau dann fertig, wenn ich das Handy gezückt habe, um ein kleines Video davon zu erhaschen.

Zusätzlich war der Schwierigkeitslevel erhöht, da es kühler geworden ist (= angezogenes Baby) und wir auswärts zu Besuch waren. In anderer Leute Häuser möchten wir natürlich nicht so ungehemmt herumprobieren wie daheim. Zu Hause können Laminat, Küchenfliesen und Ledersofa einiges ab und unsere Waschmaschine hat dieses tolle 15-Minuten-Programm für bitte-schnell-wieder-frischmachen-Wäsche. Aber so zog ich die vergangenen Tage Netz und doppelten Boden vor, in unserem Fall: Sicherheits-Popo-Tüte, Wickelunterlage, an- und ausziehen.

Es bleiben aber auf jeden Fall die Standardsituationen, damit das Erfolgserlebniskonto nicht ins Minus rutscht: Morgens nach dem Aufstehen, nach intensivem Spielen, nach dem Mittagsschlaf. Er sagt zwar nicht mehr Bescheid, aber er nutzt weiterhin freudig die Gelegenheiten, die ihm geboten werden.

Und so haben wir ja auch angefangen: Morgens im Damensitz auf dem Badewannenrand. Nicht der schlechteste Ort, um den Tag mit einem seufzenden, erzählenden, zufriedenen Baby zu beginnen- jedenfalls aus Sicht einer schwer verliebten Mutter :).

Jetzt oder nie!

Dies ist genau der richtige Augenblick, um hier mit dem Bloggen anzufangen. Besser könnte es gar nicht sein.

Gestern noch dachte ich: Wie doof, dass ich nicht von Anfang an mitgebloggt habe, als wir in der 7. Woche mit windelfrei anfingen. Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team, er signalisiert, wenn er mal muss, ich halte ihn ab und alles geht seinen Gang.

Aber mein wunderbarer Sohn hat der Sache wieder Sinn gegeben. Er hat nämlich gerade beschlossen, ernsthaft die telepathischen Fähigkeiten seiner Mutter zu testen: Er signalisiert einfach gar nicht mehr und schaut, ob ich’s trotzdem merke.

Erst dachte ich: Ha! Kein Problem, Schätzchen, ich kenne deinen Rhythmus! Ich kann auch im Blindflug!

Mittlerweile frage ich mich jedoch, ob ich meine telepathischen Fähigkeiten nicht ein wenig überschätze. Denn heute morgen saß er mucksmäuschenstill auf meinem Arm, schaute unschuldig wie ein weißes Kätzchen in die Weltgeschichte und erledigte dessen völlig ungeachtet plötzlich lautstark sein Geschäft in seine windellose Hose. Anschließend schenkte er mir einen Blick, der zu sagen schien: Mama, also Du merkst aber auch gar nichts, ich denke seit 5 Minuten an nichts anderes!

Dies ist genau der richtige Moment für dieses Blog. Drei Monate lang kam ich mehrmals täglich freudig strahlend aus unserem Badezimmer, stylischen Cafe-WCs, engen Flugzeug-Waschräumen. Und egal wie die Umstände waren, ich schmetterte meinen Schlachtruf: „Treffer! Schon wieder Treffer!“.

Damit ist es jetzt vorbei.
Wir fangen wieder bei Null an.
Willkommen bei windelfrei.blog.de!

Wie alles begann

Lebenswoche 1-7: Ich bin viel zu beschäftigt mit Stillen und Mutter-Sein, um an windelfrei zu denken. Zudem erscheint mir der Säugling viel zu zerbrechlich, um ihn irgendwo abzuhalten oder draufzusetzen. Er pieschert mich oft beim Wickeln an und ist ein Mal ein wenig wund. Ich komme ins Grübeln.

Lebenswoche 7: Ich fange an, den Kleinen morgens nach dem Aufstehen über der Badewanne abzuhalten, um mal zu sehen, was passiert. Ich sitze auf dem Wannenrand, er liegt halb schräg über meinen Oberschenkeln, ein Handtuch unter seinem Popo verhindert, dass das große Geschäft auf meiner Hose landet. Gleich beim ersten Mal pieschert er in die Wanne – Erfolgserlebnis! Ich lobe, mache :“psspss“ und halte ihn von da ab jeden Morgen ab. Mit mehr Übung finde ich eine für uns beide angenehme Position (Foto), wenn er noch Hunger hat, aber noch nicht fertig ist, kann ich so sogar stillen. Wir sauen eine Menge Handtücher ein, aber es klappt! Er gewöhnt sich schnell an das Ritual und fängt eines Tages an, auf dem Badewannenrand seine ersten stimmlichen Geräusche zu machen. Ab da „erzählt“ er jeden Morgen an dieser Stelle, wie die Nacht war :).

Lebenswoche 12-20: Ich lasse den Kleinen mal einen Vormittag „unten ohne“ und stelle fest, dass er wirklich eindeutige Zeichen gibt – zappeln, meckern, pischern ist eines. Besonders vor einem großen Geschäft meckert er intensiv.

Ich versuche, ihn ab jetzt ohne Windel und nur mit Hose zu lassen. Wir sauen alle verfügbaren Strampler und Hosen ein und sind nach einem einzigen Tag total gestresst, weil er alle 10 Minuten pieschert und ich ihn ständig ins Bad trage.

Von da ab halte ich ihn für jedes große Geschäft ab, lasse die Windel aber ansonsten dran. Bei jedem Aus- und Einpacken, lasse ich ihn ein bisschen nackt „lüften“, was der Haut sehr gut tut. Der Kleine kriegt zunehmend einen festen Rhythmus: Morgens, mittags nach dem stillen, abends vor dem Schlafengehen. Er meckert und macht sein Geschäft erst, wenn er ausgezogen ist. Anfangs muss ich mich beeilen, mit mehr Übung bei uns beiden wartet er geduldig bis wir auf der Toilette sitzen, schaut mich dann erfreut an, seufzt und los gehts.

Mit dem ersten Urlaub kommen auch die ersten Versuche mit Abhalten über Waschbecken und Toiletten. Je kräftiger er wird, desto häufiger halte ich ihn „richtig“ ab. Irgendwann entdecke ich, dass ich mich rittlings auf ein Bidet oder WC setzen und ihn auf meine Schenkel nehmen kann (Foto folgt). So ist es für beide am bequemsten, wir können uns „unterhalten“, spielen, Augenkontakt aufnehmen, meine Arme werden nicht lahm.

Wir fangen an, unser Kind morgens und abends eine Stunde windelfrei zu lassen, um nackt im Bett mit ihm zu kuscheln. Seine Zeichen sind eindeutig, Unfälle passieren nur, wenn ich nicht aufpasse. Große Geschäfte gehen überhaupt nicht mehr in die Windel.

Lebenswoche 20: Windelfrei-Streik Nr.1. Der Kleine entdeckt die Welt und ist viel zu beschäftigt, um noch Zeichen zu geben. Es ist Sommer und ich hatte gehofft, wir wären jetzt windelfrei. Er bleibt trotzdem zu Hause nackt und teilweise geht es wieder – obwohl die Zeichen ausbleiben. Ich weiß es einfach. Wir beginnen mit windelfrei-Nächten, mittlerweile haben wir ein Asia-Töpfchen, finden endlich eine bequeme Nacht-Auf-Topf-Stillposition (Foto folgt). Wenn es kälter wird, hat er wieder Klamotten und Windel an und ich halte ihn ab. Sobald es warm ist, mach ich ihn nackisch :).