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Und zack!

Und ich schreibe meine Zweifel – und da wacht sie auf, stillt, ich ziehe sie aus und – zack! entleert sich ein hochkonzentriertes, 4 Wochen altes Neugeborenes in die Badewanne.

Vergesst meine Zweifel. Sie wissen es.

(ja, die Badewanne. Wer es schafft, diese sonnengelbe Fontäne gezielt in ein WC zu kriegen, möge es mir bitte schnell sagen, wie!!)

Windelfrei mit Neugeborenem – Woche vier

Hmmmm….

…also, sicher bin ich mir nicht. Ehrlich nicht. Und jedes Mal, wenn ich dann bloggen will: „Ich glaube, Windelfrei mit einem vier Wochen alten Kind ergibt keinen Sinn“, dann lächelt sie und pieschert fröhlich in die Wanne ;).

Alles ist anders. Sie hat einen völlig anderen Rhythmus als ihr Bruder. Sie schläft und trinkt und macht zu völlig anderen Zeiten. Sie will nach dem Aufwachen erstmal trinken und sich erst dann erleichtern. Ich habe in der Tat nicht so viel Zeit wie beim Kleinen, um mich ihr zu widmen, denn wenn sie z.B. gerade aufwacht und ich ihm eine Geschichte vorlese, kann und will ich nicht jedes Mal aufstehen und sie abhalten gehen.

Andererseits findet er es total toll, wenn seine Schwester ins WC oder Bidet macht und freut sich tierisch. Und sie sich auch. Wir wechseln immer noch sehr häufig die Windeln – Stoff sowieso, Pampers auch.

Dennoch…wir halten eher wenig ab. Wir haben allerdings auch fast keine großen Geschäfte in Windeln. Es bleibt dabei, dass sie kleine Mengen absetzt und dann meckert und wartet, bis sie den Rest „draußen“ machen darf. Allerdings macht sie auch nur 1x am Tag.

Sie ist schlicht noch so klein! Sie schläft ja noch so viel und hat so kurze Wachphasen, dass wir kaum zum Abhalten kommen. Wenn sie im Schlaf macht, sehe ich ihr das schon an – sie machen ja nicht „im Schlaf“, sondern wachen leicht auf und schlafen dann weiter. Wenn sie beim Stillen pieschern muss, merke ich das auch, halte sie aber seltenst dann ab, sondern mache einfach nur „Sssss – nimm die Windel, Schatz“. Sie jedes Mal auszupellen ist mir einfach zu kritisch, sie wird so schnell müde und weint dann herzzerreißend, dass ich lieber warte bis ihre Wachphasen länger sind. Wie machen andere das mit den ganz Kleinen?

Bin gespannt, wie Windelfrei im zweiten Monat mit ihr wird. Manchmal denke ich, ja, sie hat das Prinzip schon verstanden, manchmal denke ich, nee, das ist alles Unsinn, sie ist viel zu Klein. Vielleicht liegt die Wahrheit wie immer irgendwo dazwischen…

Neugeborenes im Haus – Tipps und Ideen

Wickeln:

Wir sind derzeit voll auf Stoff 😉 – wie gesagt – sowie „Pampers New Baby“ im Wechsel.

Wir benutzen übrigens auf Anraten unserer Hebamme von damals aus der FERA keine Feuchttücher. Sie kosten Geld und sind nicht gut für die Baby-Haut. Stattdessen hat der Mann drei seiner alten Baumwoll-T-Shirts ausrangiert, die haben wir in kleine Stücke geschnitten. Damit waschen wir den Babypo mit einer Mischung aus warmem Wasser und Olivenöl. Das säubert prima und fettet die kleine Haut gleich mit ein. Wenn sie wund ist oder trockene Stellen hat, mache ich Muttermilch drauf, das hilft perfekt. Wir haben also definitiv wieder ein Equipment-armes Neugeborenes.

Schlafen:

Eine bekennende Safe-Co-Sleeping-Mama schreibt hier. Wir machen das so:

Sie schläft neben mir auf einer festen Matratze. Ich habe ein festes Kissen und liege mit meinem Kopf auf Höhe ihres Kopfes – außer zum Stillen. Gegen die nachts auslaufende Milch habe ich ein Handtuch unter uns beiden. An ihrer einen Seite liegt das Stillkissen, damit sie mir nicht rausfällt. Auf ihrer anderen Seite liege ich. Neben mir steht das Bett vom Großen, der gegen morgen zu uns gekrabbelt kommt. Er ist sogar im Halbschlaf super vorsichtig und als esie letztens einen Ton von sich gab, fragte er sofort: „Habe ich sie geweckt? Habe ich ihr weggetan?“ Ganz toller, großer Bruder.

Tragen:

Was ich mir beim ersten Kind für einen Kopf gemacht hatte, ab wann man Babies ins Tragetuch packen kann! Jetzt machen wir es seit dem dritten TAg und zwar so, wie es für ihre Physis angenehm ist. Und wenn ihr was nicht passt, meckert sie ja sofort.

Derzeit also: Tragetuch, Wickelkreuztrage. Allerdings mit angehockten Beinchen, sie sitzt wie in einem Sack. Oder ich trage sie vorne im T-Shirt, nackt, siehe unten unter „Kleidung für Mama“.

Kleidung fürs Baby:
Ich hatte mir außerdem vorher den Kopf zerbrochen, was ich meinem Windelfrei-Baby eigentlich untenrum angezogen hatte. Die Antwort ist: Nix. Windel, Söckchen und dann ab in den Pucksack. Da drin ist es schön warm, man kann das Kind darin auch ins Tragetuch packen, zur Not mal in den Maxi-Cosi ins Auto (der Pucksack hat eine Anschnallöffnung) und selbstverständlich ins Bett. Super Ding. Sie trägt also Wolle-Seide-Body oder Hemdchen (von Sanetta zum Wickeln, die langen) sowie Stoffwindel mit Wollüberhose oder Pampers und dann ist sie im Pucksack.
Wolle-Seide-Bodies sind übrigens Gold wert – sie sind ja auch teuer genug. Aber das lohnt sich m.E., wir haben eigentlich von jeder Größe nur zwei oder drei, denn sie trocknen schnell, riechen auch nicht, wenn sie mal angepieschert werden und wärmen auch dann noch, wenn sich ein halber Babymagen Milch über sie ergossen hat. Heißt: Weniger Waschen, Baby weniger Umziehen-müssen.

Kleidung für Mama:
Auch sehr praktisch ist die H&M MAMA-Serie von Oberteilen. Die meinen haben alle einen wirklich breiten Ausschnitt, sind aus dehnbarem Stoff und am Bauch schön weit. Ich benutze sie jetzt dazu, das nackte oder halbnackte Kind einfach oben in den Ausschnitt hineinzupacken (Haut an Haut mit mir) und dann ziehe ich manchmal noch den breiten Bauchbund eine SSW-Hose drüber. So ist sie nah bei mir, schläft wunderbar und kann nicht rausfallen. Und ich ruiniere mir keines meiner anderen Oberteile.

Bücher:

Ich habe definitiv vieles, vieles vergessen, was ich beim ersten Kind noch wußte und bin sehr froh, dass ich sowohl die „Hebammen-Sprechstunde“ als auch das „Handbuch der stillenden Mutter“ dabei hatte. Beide Titel sind zwar wenig sexy, aber sehr, sehr hilfreich. Weiterhin würde ich immer, immer Julia Dibberns „Geborgene Babys“ empfehlen sowie „TopfFit“ von Laurie Boucke, mein Favorit zum Thema Windelfrei. Gerade sehe ich eine tolel DVD zum Thema Stillen: „Mamas Milch“. Sie ist zwar sehr für stilldemente Mamas konzipiert ;), jede Info so aufbereitet, dass auch wirklich JEDER sie kapiert, aber wirklich vollgepackt mit guten Tipps und hilfreichen Videos – inklusive Rückbildungsyoga.

Windelfrei mit Neugeborenem – Woche 2 – sie kann es!!

Heute ist der Tag!! Gute zwei Wochen nach ihrer Geburt habe ich das zum ersten Mal das Gefühl, dass sie weiß, worum es geht. Wow! Was für ein Effekt! Was für ein Gefühl! Was für ein grinsendes Baby!!!

Ich hielt sie heute schon zwei Mal ab und jedes Mal kam prompt eine kleine Fontäne aus der jungen Dame. Heute mittag hatte ich zum ersten Mal den Eindruck, dass sie meckert und erwartet, dass ich jetzt endlich etwas tue und als ich mir endlich selbst traute und reagierte, entleerte sich ein lächelndes Baby geräuschvoll ins Waschbecken und sank dann zufrieden in sich zusammen.

Wow. Ich meine – hey, ich kenne das ja schon. Aber erstens war ihr Bruder schon sieben Wochen alt, als wir angefangen haben und zweitens ist es immer wieder total faszinierend. Sie kann noch nicht mal den Kopf halten! Sie schläft noch fast den ganzen Tag! Und sie soll schon das Windelfrei-Prinzip verstanden haben? Das glaubt doch kein Mensch!

Aber heute war es wirklich eklatant. Was nicht heißt, dass sie nicht wenig später auch kommentarlos in die Stoffwindel gepieselt hat (das Meckern war fürs Grobe). Aber wenn sie jetzt aufs Abhalten reagiert, wird die Sache natürlich in jeder Hinsicht einfacher, denn ich weiß ja ungefähr, wann sie macht – auch ein Vorteil der Stoffwindeln, mit der Wollüberhose wird zwar von außen nix mehr nass, aber warm wird es trotzdem und so weiß ich immer, wann sie gerade gemacht hat und hab so langsam schon ein Gefühl für ihren Rhythmus.

Bin gespannt, wie das weitergeht…

Hausgeburt auf Mallorca

Ihr Lieben, wir haben es getan. Wir haben unsere sieben Sachen gepackt, die Wohnung vermietet und sind nach Mallorca gegangen. Nochmal ein Kind im Winter in Berlin zur Welt zu bringen, erschien uns einfach eine wenig anziehende Vorstellung. Jetzt sind wir also auf der Insel und sitzen in einer Finca, umgeben von Orangenbäumen, Vogelgezwitscher und der Mandelblüte und haben hier unser Baby zur Welt gebracht. Die Geburtsgeschichte, wie es dazu kam, wie lustig es ist, auf Mallorca schwanger zu sein und warum wir uns für eine männliche, spanische Hebamme entschieden haben, lest ihr demnächst auf Urbia.de.

Und jetzt sofort weiter mit dem Windelfrei-Teil der Geschichte, wie versprochen!!

Gorillamama macht’s vor

Wenn ihr mal ein wirklich tolles Video über Mutter-Kind-Kontakt sehen wollt, hier die Gorilla-Mama aus dem Londoner Zoo im Oktober mit ihrem Neugeborenen – Körperkontakt, Windelfrei, Stillen nach Bedarf, Spielen…
(Dank an Utta von der AFS!):

Im Off-Text erklärt Phil Ridges, Chef der Gorilla-Pfleger im Port Lympne Wild Animal Park, das sie derzeit das Problem haben, das Baby mit dem dominanten Männchen der Gruppe bekannt zu machen. Der Vater des kleinen ist dieses Jahr verstorben, so dass es keinen Beschützer gibt und dominante Männchen sind dafür bekannt, dass sie nicht-verwandte Nachkommen attackieren und auch töten (spannende Hintergrundgeschichten zur Frage, warum Männchen Babys töten und wie die – auch menschlichen – Weibchen darauf im Laufe der Evolution möglicherweise reagiert haben übrigens bei Sarah Bluffer Hrdy in Mutter Natur).

Windelfrei-Nachwuchs!

Liebe Blog-Leser, Besucher, Freunde,

für alle, die es nicht eh schon wissen, ist es jetzt gaaaanz offiziell: Wir erwarten fröhlich und begeistert im Winter unser zweites Kind! Und damit geht es dann auch hier im Windelfrei-Blog endlich wieder live um den Windelfrei-Alltag mit Neugeborenem. Ich bin mal gespannt, ob wir es diesmal „von Geburt“ an machen oder ob ich mich wieder erstmal mit dem Kind einfinden und sammeln muss. Diesmal ist ja keine Hemmschwelle da, ich weiß ja jetzt, wie’s geht. Jedenfalls gibts dann endlich wieder Windelfrei-Live zu bloggen und zu lesen. Und natürlich weiterhin alles rund um Tragen, Stillen, Schlafen, Spielen, Entwickeln, Netzwerken, Surfen etc. :).

Eure Nicola