Schlagwort-Archive: attachment parenting

Ratgeber? Nö: Mutmacher.

Anfangs dachte ich, ein Buch zu schreiben, dass sei so wie mit der Diplomarbeit: Ich denke mir eine möglichst originelle These aus, wühle mich durch die passende Literatur und schreibe einen artigen, schön belegten Überblick. Basta. Jetzt zeigt sich: Klar, die Literaturwühlerei ist wieder dabei – aber es ist gleichzeitig etwas ganz anderes.

Denn mein derzeitiger Stand nach all den Studien und Fakten ist: Die Einzigen, die exakt wissen, was ein spezifisches Baby gerade braucht, sind seine Eltern. Sie brauchen für diese Entscheidungen zwar Informationen und damit die Studien und die Fakten. Aber sie brauchen auch noch etwas anderes: Vertrauen.

Vertrauen in sich selbst,
Vertrauen in ihre Instinkte,
Vertrauen in ihr Baby.

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Los Angeles!

Da sind wir also an unserer nächsten Station: Los Angeles!

Und wir sind wieder bei Teilzeit-Windelfrei angekommen. Warum? Einfach, weil unser neues Zuhause mal wieder ein paar Anpassungen erfordert. Und wie immer brauche ich ein paar Tage, um mich wieder zu einzufinden.

Der Versuch einer windelfreien Nacht ging gleich zwei Mal daneben…so haben wir jetzt wieder windelfreie Morgende, manchmal windelfreien Vormittag am Strand, ansonsten mittags windeln und abends wieder windelfrei und nachts teilzeit-windelfrei (beim einschlafen ist er meistens „leer“, dann ziehe ich sie ihm ab ca. 11 Uhr an, ab ca. 4 Uhr morgens weiß ich, dass er nicht muss bis morgens, da zieh ich sie ihm dann aus).

Windelfrei am Strand – sieht man gleich, oder ;)?

WindellosSpielplatz

Er hat übrigens soviel an, weil’s vom Pazifik her ganz schön reinweht.

Und: Ich habe mich getraut. Ich hab festgestellt, dass wir auf dem Weg hierher bei Americas Attachment-Parenting-Begründer William Sears vorbeigefahren sind und hab ihm eine Mail geschickt – vielleicht empfängt er ja das Windelfrei-Blog zu einem Video-Interview! Und Jean Liedloff ist auch „gleich um die Ecke“, was soviel heißt wie: nur 400 Meilen entfernt…*kribbel* *kribbel* trau ich mich wieder…?

Panta rhei 🙂

Linda Palmer: "Wissenschaftler unterstützen AP!"

Vorgestern habe ich Linda Palmer, Autorin von Baby Matters zu einem Interview getroffen! Linda ist Expertin für Baby-Ernährung, hat mehr wissenschaftliche Artikel über Babypflege gelesen, archiviert und analysiert als irgendwer, den ich kenne, und hat ihr Wissen zu einem Buch verarbeitet, das demnächst in der dritten Auflage erscheint und in den USA bereits ein Standardwerk zum Thema Attachment Parenting ist.

LindaPalmer

Sie sagt nach mehreren Jahren Recherche: „Meine größte Entdeckung war, dass die Wissenschaft das „Natural Parenting“ unterstützt!“

Außerdem sprachen wir über ihr Spezialthema: Kuhmilch und die Folgen, außerdem um die Frage, ob man Milchersatznahrung auch selbst herstellen kann, Stress durch Schreienlassen und Tipps und Tricks rund ums Attachment Parenting.

Wo? Hier – sobald ich die Kamera den Mac angeschlossen kriege!

OT: Kinderkonferenz

Der Arbeitskreis Neue Erziehung lädt zu einer Konferenz über demokratische Erziehung nach Berlin:

Demokratische Erziehung im Neuen Europa:
Herausforderungen für Eltern und Familien
Datum: 02.-03.03.2009
Ort: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Markgrafenstr. 38, 10117 Berlin

Das Programm der Konferenz finden Sie auf: www.conference.ane.de.

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Business of Being Born – Film

Gerade bin ich auf den Trailer zu diesem Film gestoßen (in Englisch), der offenbar zeigt, dass Geburten im Krankenhaus eine Geld- und Zeitfrage sind, die nicht mehr berücksichtig, wie schön, wundervoll, natürlich und angstfrei es sein kann, ein Kind zur Welt zu bringen. Ich hoffe, das sich die DVD hier in den USA bestellen kann. Der Trailer für alle Interessierten hier:

http://www.thebusinessofbeingborn.com/trailer.php

Save the Natural Child Project!

Jan Hunt hat einen Aufruf herumgeschickt: Das Natural Child Project steckt in Schwierigkeiten. Sie bittet um Spenden, um die Arbeit fortsetzen zu können.

Mit Fünf Dollar ist man dabei – das sind 3 Euro 90 Cent! Das ist ein Cafe Latte, ein Stück Kuchen, das ist ein Betrag, den man schnell mal auf der Straße für Kaugummis und eine Zeitung ausgibt. Warum also nicht auch für ein weltumspannendes, vielleicht weltveränderndes Projekt? Spenden Sie jetzt!

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Trage-Werbung in NY

Im Whole Foods-Store im Time Warner Center am Columbus Circle in New York.

Ich stehe mit dem schlafenden Kind in der Manduca vor dem Bauch völlig überfordert vor dem Regal mit Babynahrung und suche Reisschleim für meinen kleinen Schonkost-Patienten. Obwohl ich extra im Wörterbuch nach der passenden Vokabel geschaut habe („Rice-Gruel“ meint LEO), haben mich bisher alle Verkäufer nur verwirrt angesehen und mir Instant Oatmeal, eine Art Haferbrei, zu verkaufen versucht. Jetzt stehe ich also hier ganz alleine vor dem großen Regal, in dem alles großartig bio, aber irgendwie nichts Reisschleim ist.

Eine Asiatin kommt hinzu und bietet Hilfe an. Dankbar nehme ich an. Ihr Sohn ist circa neun Monate alt und sitzt im Bugaboo, während wir nun gemeinsam die Regalreihen durchgehen. Aber es ist nichts zu machen. Alles vom Butternuß-Kürbis-Gläschen bis zum Bio-Organic-Rice-Cracker, aber kein Reisschleim. Schließlich geben wir beide auf und ich will gerade weitergehen, als ihr Baby anfängt zu greinen und sie den Kleinen ohne zu Zögern auf den Arm nimmt.
Ich freue mich, lächle und kann mir den Öko-Mama-Kommentar nicht verkneifen:
„Yeah, that’s the best place!“
Sie hingegen schaut schuldbewusst, und erklärt sich sofort:
„Well, I try not to do it too often, I am always scared he might get used to be carried around.“
„But that’s what they’re designed for!“ sage ich, doch sie verzieht nur das Gesicht als wollte sie sagen, jaja, aber der Charakter, der Charakter.

Schade, denke ich, eigentlich nimmt sie ihn instinktiv auf den Arm, glaubt aber gleichzeitig, dass sie damit seiner Erziehung schadet und versucht daher, es „nicht zu oft“ zu tun. Dabei ist es ja das Beste, was sie machen kann. Aber Sätze, die beginnen mit „Es gibt Studien, die belegen…“ sind am Supermarktregal total fehl am Platze. Und wer bin ich denn schon? Eine Fremde im Whole-Foods, mehr nicht.

Aber dann denke ich mir, hey, ich bin doch nicht erst seit gestern (sondern schon seit vorgestern ;)) hier und habe meine Hausaufgaben gemacht. Das heißt: Ich habe bereits einige Blicke in Müttermagazine und Frauenzeitschriften geworfen sowie sämtliche Cover am Newsstand gescannt, und das gibt mir eine Ahnung, worauf es in den USA ankommt. Ich versuche mein Glück:
„And being carried is best for their brains, too“. Jetzt bin ich gespannt. Ist das ein zugkräftiges Argument? Frühförderung ist in den USA wahnsinnig hip und Leistung sehr wichtig.
Und siehe da: Ihr Gesicht hellt sich sofort auf, sie hebt die Augenbrauen, öffnet die Augen, öffnet den Mund und ruft:
„Really? Oh, that’s goood!“ und sie lacht ihren Sohn an und drückt ihn fest an sich, „so carrying is good for him? That’s great! That’s interesting!“
Ich lächle freudig, wir verabschieden uns und sie trägt ihren Kleinen weiter durch den Laden, den Bugaboo mit einer Hand schiebend.

☺ Selbst wenn sie ihn fünf Minuten später wieder hineingesetzt hat, ihr Lächeln und ihr erleichterter, freudiger Blick haben mich so gefreut – she made my day..

Hausmittel gegen Husten – Seminar in Berlin

Noch einen zum Thema Husten etc.:

Andra Dattler ist Windelfrei-Mama und außerdem Homöopathin in Berlin. Das ist eine super Kombination, denn sie weiß genau, was man alles gegen Husten, Schnupfen und sonstige Winterinfekte tun kann. Jetzt verrät sie es auch anderen und ich darf ihre Seminarankündigung hier posten – einige wenige Plätze sind noch frei! Ab 5 TeilnehmerInnen macht sie das Seminar auch zusätzlich an der „Wunsch-Location“ und wir hier im Kungerkiez hatten gestern „unser“ Seminar hier bei uns. Es war sehr spannend und schon heute (!) ist der Husten unseres kleinen Windelfrei-Prinzen besser, dank Thymian-Tee, feuchtem Bettlaken, Thymianbutter und Heilwolle. Interessiert? Dann hier: Hausmittel gegen Husten – Seminar in Berlin weiterlesen

Weinen lassen?

Immer wieder hört man, man solle Kinder doch weinen lassen. Eine Freundin fragte mich, was es zu dem Thema an Studien gibt. Ich hab das mal zusammengetragen – und freue mich, wenn jemand noch andere Studien kennt, Kritik oder Nachfragen äußern möchte!

Babys, deren Eltern sofort auf das Schreien ihres Kindes reagieren, sind insgesamt friedlicher. Das ist ein Ergebnis der Freiburger Säuglingsstudie unter Leitung von Dr. Joachim Bensel von der Forschungsgruppe Verhaltensbiologie des Menschen in Kandern.

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