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Artgerecht-Treffen im Mai

Der Mai ist schon einige Tage alt, aber der erste Dienstag im Monat steht noch aus:

Dienstag, 7. Mai 2013, 10:00 – 13:00 Uhr im extraVeganz – Schivelbeiner Strasse 34, 10439 Berlin

Kosten pro Erwachsener 3,00 € (Raummiete) inkl. 1 Suppe

Die offenen Artgerecht-Treffen sind eine tolle Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen und kennenzulernen. Hier kommen in einer regelmäßigen Runde Eltern zusammen, die an den Artgerecht-Themen interessiert sind. Es geht um alle Fragen rund um Tragen, Stillen, Windelfrei, Familienbett, artgerechte Betreuung und vieles mehr.
Außerdem entstehen hier auch immer wieder weitere Projekte rund ums Artgerecht-Projekt, z.B. gemeinsame Ausflüge, Camps und Tagesbetreuung.

Artgerecht-Quartalstreffen 2013

Ich habe nun endlich die Termine für unsere Artgerecht-Quartalstreffen festgemacht…

Bitte Kalender zücken und mitschreiben!

Wann:
29. Juni – Sommeranfang entfällt
28. September – Herbstanfang
14. Dezember – Weihnachts- und Jahresabschlusstreffen

je von 11 bis 14 Uhr.

Was: Toben und Krabbeln oder einfach nur Beisammensitzen und Quatschen auf der Judomatte oder bei schönem Wetter draußen vor der Halle mit Blick zum Sportplatz.

Wo: SCB-Vereinsjudohalle im Sportforum Hohenschönhausen (Judohalle in der Herberge neben der Lilli-Hennoch-Halle in Fritz-Lesch-Str. 13053 Berlin).

Sonstiges: 3 EUR pro Erwachsener

Was noch: Picknick auf der Judomatte. Jeder bringt eine Decke sowie Trinken und Essen für sich und seine Lieben mit.

Ich freu mich jetzt schon drauf!

BabyWelt-Messe Hamburg – Windelfrei und Artgerecht-Projekt

Vom 22. bis 24. März 2013 ist die BabyWelt Messe in Hamburg zu finden.

Nicola und Julia sind am Samstag, den 23. März, mit einem Vortrag zu Windelfrei um 13:30 und mit einem Workshop zum Artgerecht-Projekt um 14:00 vertreten!

Liebe Hamburger und die, die in der Umgebung wohnen, streicht Euch diesen Termin schon einmal ganz dick im Kalender an!!!
Dann nix wie hin und kommt zahlreich zum Vortrag und zum Workshop. Nur so können wir dem BabyWelt-Veranstalter zeigen, wie wichtig die Themen Windelfrei und artgerechtes Leben sind!!!

Nicht verpassen – erstes Artgerecht-Treffen 2013 im Veganz!

Es ist endlich wieder soweit…

Am kommenden Dienstag, den 5.2.2013, von 10 bis 13 Uhr findet das monatliche Artgerecht-Treffen im Veganz statt.

Wie gehabt, geht es um alle Fragen rund um Tragen, Stillen, Windelfrei, Familienbett, artgerechte Betreuung und Zusammenleben.

Neue wie alte Gesichter sind zum Suppe schlürfen und munteren Austausch willkommen!

Fremdbetreuung aus evolutionsbiologischer Sicht

Herbert Renz-Polster hat sich in dem Interview „Die neue Kinderarmut: Ist unsere Gesellschaft in Gefahr?“ von SpielundZukunft.de zur artgerechten Betreuung kleiner Kinder geäußert:

[…] Für die Betreuung ihrer Kinder stützten sich Mütter schon immer auf ein Netz von Helfern. Fest steht: Fremdbetreuung ist nicht etwa gegen die menschliche Natur. Denn rund um den Globus entwickeln Babys ihr Urvertrauen, auch wenn sie nicht ausschließlich von einer, sondern von mehreren Bezugspersonen versorgt werden. Viel interessanter ist aus evolutionärer Sicht eine andere Frage, nämlich die nach der Qualität der Betreuung. Denn im ursprünglichen Lebenskontext der Menschen wurden kleine Kinder immer schon von vertrauten, in das soziale System der Eltern eingebundenen Menschen betreut. Das ergab sich ja schon aus der kleinen Gruppengröße von Jäger- und Sammlergemeinschaften. Man kannte sich, war in ein gemeinsames Netz eingebunden. Die „Fremdbetreuung“ fand in einem räumlich und personell vertrauten Umfeld statt. […]

Seine Lösung für unsere heutige Zeit sieht wie folgt aus:

Kleine Kinder brauchen erstens möglichst verlässliche und stabile Verhältnisse und feste Bezugspersonen. […] Zweitens führte Fremdbetreuung im evolutionären Modell das kleine Kind nicht in eine fremde Welt. Vielmehr kümmerten sich vertraute Personen an einem vertrauten Ort um das Kind. Das lässt sich auch heute schaffen – allerdings nur mit einer langen Eingewöhnungsphase, während der die neuen Bezüge wachsen können. Im Gegensatz zu den Forderungen mancher Bildungspolitiker brauchen Krippen drittens auch kein Personal, das an Universitäten ausgebildet wurde. Viel wichtiger sind erfahrene, kompetente, liebevolle und möglichst verlässlich verfügbare Betreuungspersonen. Viertens sieht das evolutionäre Betreuungsarrangement vor, dass Mütter ihr Kind bei der Arbeit möglichst weitgehend und flexibel bei sich haben können. Das ist das Ur-Modell der Babybetreuung. […]
Last but not least: Die Mutter entscheidet – nicht  irgendwelche Krippen-Skeptiker (die ja meist Männer sind und denen ihr Beruf über alles geht). Es gibt Kinder, die von ihrem Naturell her nicht so gut in einer Krippe zurechtkommen und vielleicht bei einer Tagesmutter besser aufgehoben sind. Und umgekehrt sind manche Kinder in einer gut geführten Krippe besser dran. Eltern wissen am besten, was ihrem Kind und auch ihnen selber gut tut. Wichtig ist auch, dass die Mutter selbst hinter ihrer Entscheidung steht. Denn nur zufriedene Mütter haben zufriedene Kinder.

Lies auch hier:
Fremdbetreuung: Jedes Kind ist anders
Jesper Juul und KiTa

!Kung-Frauen und Schwangerschaft – DEUTSCH

So verläuft für die !Kung-Frauen eine Schwangerschaft

… nun reiche ich hier die deutsche Übersetzung nach……

Auszüge aus dem Kapitel 8 „Das erste Kind“:

Die Kung wissen, dass es durch sexuellen Verkehr zur Schwangerschaft kommt, und sie sehen in der Menstruation ein Zeichen, dass keine Empfängnis stattgefunden hat. Sie glauben jedoch, dass es am Ende der Menstrualblutung zur Empfängnis kommt, wenn das Sperma sich mit dem letzten Blut mischt. Von der Dauer der Schwangerschaft haben sie eine etwas genauere Vorstellung: Ein Ehemann, der zum Zeitpunkt der Empfängnis längere Zeit abwesend war, wird vermutlich von seiner Frau Rechenschaft über den Vater des Kindes verlangen.
Kungfrauen berechnen ihre Periode nach den Mondphasen. Wenn der Mondzyklus vorüber geht, ohne dass die erwartete Menstruation einsetzt, rechnen sie mit einer Schwangerschaft. Wenn dazu noch andere Symptome kommen – dunkler Brustwarzenvorhof, unerklärliche Abneigung gegen bestimmtes Essen, wiederholte Übelkeit und Erbrechen, Heißhunger nach Fleisch und ungewöhnliche Empfindlichkeit -, fühlt sich die Frau ihrer Annahme bestärkt, und nach dem zweiten oder dritten Mondzyklus wird die Vermutung zur Gewissheit. Eine Frau spricht nicht offen über ihre Schwangerschaft, bis ein weiterer Mondzyklus vorüber ist, selbst wenn andere schon etwas bemerken. Vielleicht tut sie das, um die geforderte Bescheidenheit angesichts dieses beneidenswerten Ereignisses unter Beweis zu stellen. Das Schweigen bietet der Frau auch einen gewissen psychologischen Schutz im Fall einer überraschenden Fehlgeburt, zu der es wahrscheinlicher in den ersten Monaten der Schwangerschaft kommen kann. […]

Sobald die Schwangerschaft in der Gruppe bekannt wird, bieten die anderen Hilfe an – in dem sie ein älteres Kind tragen, Nahrung beschaffen oder die Frau bei ihren Haushaltspflichten unterstützen. Aber eine Schwangere gilt nicht als schutzbedürftig, und man erwartet nicht, dass sie ihre täglichen Pflichten vernachlässigt. Sie geht weiterhin die üblichen Strecken beim Sammeln, und sie kehrt mit den üblichen Mengen ins Dorf zurück. Wenn sie sich nicht wohl fühlt,  ruht sie sich aus, bis es ihr besser geht. Aber viele Frauen halten ihre normale Arbeitsroutine bis zum Tag der Geburt aufrecht. Man nimmt die Schwangerschaft als etwas Gegebenes hin. Sie ist „eine Arbeit der Frau“.
Aber die Gefühlswallungen gefährden den Gleichmut, den die Frauen während der Schwangerschaft aufrechterhalten wollen. Viele Kungfrauen erleben während der Schwangerschaft extreme Gefühlsschwankungen. Diese Launenhaftigkeit gilt als normal. Man akzeptiert und toleriert sie, aber sie wird nicht unterstützt. […]

Die meisten Kung lieben Kinder, und es ist ihr Ideal, viele zu haben. Aber die Kungfrauen kennen den körperlichen Preis einer Schwangerschaft nur zu gut und ebenso die Arbeit und die Verantwortung, die Kinder bedeuten. […]

Eine Kungfrau hat durschnittlich vier oder fünf Lebendgeburten.

[Nisa erzählt – Das Leben einer Nomadenfrau in Afrika. Shostak M.  Rowohlt Taschenbuch Verlag Neuausgabe 2001; Seite 164-167]

Artgerecht Schwanger – wie geht das? – Ein Lesetipp

… von Herbert Renz-Polster.

Nic hat für uns den Autor von „Kinder verstehen“ gefragt, ob er eine Antwort auf „Artgerecht Schwanger – wie geht das?“ weiß. Und das war seine Antwort:

Es gibt viel mehr über die Geburt als über Schwangerschaft, vielleicht auch deshalb, weil die Dimension des subjektiven Erlebens ohne schriftliche Überlieferung nicht wirklich weiterzugeben ist. Wulf Schievenhöfel hat einiges über Schwangerschaft, Geburten und Wochenbett im Kulturvergleich zusammengetragen, aber dadurch sind die wenigsten der Fragen zu beantworten, zumal es sicherlich je nach Lebensbedingungen auch unterschiedliche Schwangerschaftsbedingungen gab (so wie das Leben in Jäger-Sammler-Gruppen auf sehr unterschiedliche Weise angegangen wurde, so dürfte das auch mit der Schwangerschaft gewesen sein).
Interessant ist da vielleicht „Nisa – The life and words of a Kung woman„, von Marjorie Shostak. Denn diese von einer Humanethologin niedergeschriebenen Tonbandaufnahmen einer „steinzeitlich“ lebenden Sammlerin sind vielleicht das zugänglichste Dokument des „inneren Erlebens“ einer Sammlerin überhaupt, zumal von Frau Shostak gut mit den über die Kung bekannten Informationen abgerundet. Das wäre also Kapitel 8 in dem Buch – gibt es antiquarisch für wenige Euro. Wenn man reinkommt (wegen mancher uns fremden Themen, wie etwa das Zurücklassen von Babys nach der Geburt, nicht ganz einfach), ist es echt toll zu lesen! Was sie über die Schwangerschaft schreibt, passt gut zur Kinder- und Lebensfreudigkeit insgesamt die einem da entgegenkommt: Schwangere werden geachtet, aber auch nicht auf einen anderen Stern gehoben – dazu war schwanger sein einfach zu „normal“. Also: einfach mal reinlesen…!