Archiv der Kategorie: Allgemein

Bloggen hilft…

…wie mit dem Auto, so mit dem Abhalten. Seit ich geschrieben habe, dass wir kaum abhalten – halten wir ab, es hält uns nichts mehr ab, kaum auszuhalten *hicks* *kicher*!

Also, mal sachlich: Nach dem Schlafen abhalten und pieschern ist jetzt schon fast Standard, gerade wenn wir unterwegs sind, hol ich sie einfach kurz aus dem Tuch und zack. Nach dem Stillen – manchmal. Große Sachen – manchmal, aber da eher weniger Treffer. Klingt vielleicht nicht viel, aber es geht ganz klar bergauf. Und es fühlt sich genauso an wie beim Großen. Ist ja jetzt auch dieselbe Zeit. Vielleicht bin ich einfach eine Windelfrei-ab-Woche7-Mutter.

Auf WindelfreiWolkeSieben seitdem auch 😉

OT: Stillstreik – was tun?

Ein Stillstreik ist (m.M.n.) so ziemlich das Grausamste, was einer Mutter mit vollgestilltem Baby passieren kann. Uns traf es gestern.

Es fing damit an, dass sie die Nacht fast durchschlief. Was haben nur immer alle mit dem Ziel, ein Baby zum Durchschlafen zu bewegen? Ich fand das überhaupt nicht witzig. Ich platzte morgens fast… klar, das sieht toll aus, aber es fühlt sich definitiv sehr viel weniger toll an ;). Sie trank nachlässig und wenig. Mittags auch nicht. Schlief viel. Und fing dann am nachmittag an zu weinen. Untröstlich. Klar, dachte ich, sie hat Hunger, aber wann immer ich ihr etwas anbot, schrie sie noch mehr.

Abends gegen 21 Uhr war ich mit den Nerven runter. Mein Baby schrie, meine Brust tat weh, ich wusste nicht, was sie hatte, „wie würdest Du dich fühlen, wenn…“ half überhaupt nicht. Sie war definitiv hungrig – ich hatte begonnen, Milch auszustreichen und sie ihr mit dem Löffel zu füttern, was sie immer mal wieder dankbar annahm. Aber stillen? Keine Chance.

Der Mann suchte uns also die Notrufnummer der Kinderärztin und ich die Stillhotline von der AFS heraus: 0180-5-STILLEN (7845536). OT: Stillstreik – was tun? weiterlesen

OT: Basteln statt Youtube – so gehts

Der Große guckt seit Wochen leidenschaftlich gerne Gerrits Tagebuch, der Bau eines Modellflughafens. Vor ein paar Tagen kapierte ich endlich, dass er es nicht nur sehen wollte – er wollte es tun!

Gerrits Tagebuch zeigt, wie er mit seinem Team einen Flughafen für das Miniaturwunderland in Hamburg baut – und es gibt dazu gefühlte eine Millionen Filmchen auf Youtube. Der Große ist total begeistert von Flugzeugen und geradezu süchtig nach diesen Filmchen.

Irgendwann in den letzten Tagen erinnerte ich mich an ein Blogposting im Unerzogen-Blog von Johanna. Sie erzählt darin von der Erkenntnis, dass ihr Sohn gar nicht so sehr Super Mario spielen oder sehen, sondern dass er Super Mario SEIN wollte. Und da hat sie mit ihm zusammen einfach die Super-Mario-Welt ins Wohnzimmer gebastelt und das Kind hüpfte und spielte begeistert darin (statt vor der Mattscheibe zu sitzen und zu daddeln). Ich war total inspiriert, als ich diesen Blogeintrag las. und dachte, wow, Johanna, was für eine geniale Idee!

In den letzten Tagen musste ich wieder daran denken, wenn der Große imitierte, wie Gerrit seine Modellflugzeuge erklärt. Flugzeuge haben wir schon. Was fehlte uns also? Ein Flughafen! Aber wie soll ich einen Modellflughafen bauen, ohne Material und vor allem ohne jedes Basteltalent? Egal, einfach machen…

Wir haben also mit der Landebahn angefangen. Wir haben sie aus alten Corn-Flakes-Schachteln, Toilettenpapierrollen und einer Plastikflasche gezimmert, mit Tower und Landelichtern. Das sieht dann so aus:

Landebahn1

Und es hat dem Kind als Modellflughafen vorerst völlig ausgereicht, er hat begeistert mitgeschnitten, mitgeklebt und vor allem damit gespielt. Warum der Helikopter allerdings nicht auf dem Boden, sondern im Tower gelandet ist, bleibt allein ein Geheimnis des Großen ;).

Landebahn2

Vier Schritte zur Achtsamkeit – nicht nur für Familien

Wir haben hier gerade eine Lektion in praktisch angewendeter Achtsamkeit gelernt. Der Prozess lässt sich in vier einfache Schritte aufteilen, die ich in Zukunft hoffentlich mehr beherzigen werde.

Die Situation: Der Große geht hier nicht mehr in die Kita. Wir hatten in vergangenen Wochen viele Freunde und auch Familie zu Besuch, da war das kein Problem, ein bisschen wie ein kleines Steinzeitcamp. Aber derzeit ist keiner mehr hier und es wird auch bis zu unserer Abreise vorraussichtlich niemand mehr kommen, der sagt: Hey, ich nehme die Kids jetzt mal für zwei Stunden mit auf den Spielplatz. Soweit, so gut. Kein Problem, wir sind ja selber groß.

Aber nach einigen Tagen Alleinsein merkten wir, dass es doch ein Problem war. Dass uns die Energie ausging, das wir auf Spielplatz keine Lust mehr hatten. Wir waren müde, genervt, unzufrieden. Die Kinder unausgeglichen und entsprechend anstrengend.

Achtsamkeit, Buddhismus und Byron Katie haben uns (mir) herausgeholfen.
Das ging so: Vier Schritte zur Achtsamkeit – nicht nur für Familien weiterlesen

Windelfrei heute: Windeln und Abhalten

Meine bisherige Bilanz zu Windelfrei mit Neugeborenem ist: Wickeln plus Abhalten. Wie macht ihr das, Anna und Claudia? Sie ist definitiv 24 Stunden (naja: 22) in Windeln oder Backups. Sie macht definitiv mehr als 80 Prozent ihrer Geschäfte dorthinein. Bei uns ist es derzeit wirklich mehr ein Auf-Verdacht-Abhalten und regelmäßig „Lüften“.

Unsere Kleine macht oft und manchmal kündigt sie es auch an. Etwa zwei bis drei Mal am Tag „erwische“ ich etwas. Häufig die großen Geschäfte, aber nicht immer. Sie hat noch nicht den Rhythmus, den ihr Bruder damals schon hatte, als wir mit zwei Monaten mit Windelfrei anfingen. Außerdem finde ich es wirklich schwer, ein Neugeborenes nach dem Stillen abzuhalten (vorher macht sie nix), wenn dann immer fröhlich die Hälfte der Milch wieder aus ihr rauskommt. Wir suchen da noch die perfekte Haltung, derzeit spuckt sie auch im halberhöhten Liegen noch viel, ich muss sie einfach zum Aufstoßen über die Schulter legen, aber da macht sie dann auch schon…wir arbeiten dran.

Aber offensichtlich halten wir oft genug ab, dass der Große schon anfängt, es zu imitieren: Seine Puppe macht seit Neuestem ins Bidet 😉

PuppeBidet

Windelfrei? Pampers aus’m Spätkauf!

Es war Sonntag Abend und wir hatten vergessen, neue Windeln zu kaufen. Macht nix, dachte ich mir, wir haben ja Stoff und außerdem sind wir ja die Windelfrei-Fraktion. Aber dann gegen Abend bekam ich doch Sorge: Ich hatte keinen Bettschoner für die Kleine (der, den wir dabei haben, hat der Große im Bett, man weiß ja nie) und nur noch Stoffwindeln, keine zweite Wollhose und überhaupt…ich hatte schon eine Nacht nur mit Stoffwindeln mit ihr verbracht und das Gewurschtel hat sie jedes Mal geweckt. Ein unnötig waches Baby des nachts – der Alptraum der zweifachen Mutter.
Ich rang mit mir: Windelfrei oder nicht? Pampers oder nicht? Und die Pampers gewann. Ich stiefelte also runter zum Spätkauf von OPENCOR, die freundlicherweise 365 Tag im Jahr offen haben und nur wenige Schritte von uns entfernt ihren Laden haben.

Spaetkauf

Dort erstand ich eine Packung DODOT, wie die hiesigen Pampers heißen, „Recien Nacido, Sensitive“.

Dodots

Und wie das so ist mit mütterlicher Intuition: Ich war heilfroh. Nur eine Stunde später verpassten wir den Schlafenszeitpunkt der Kleinen, worauf sie mit anderthalb Stunden untröstlichem Weinen reagierte und danach in eine mehrstündigen Erschöpfungsschlaf fiel. War ich froh, dass wir die guten alten Pampers im Haus hatten! Ich hätte weder das weinende Baby noch das dann endlich schlafende Baby mit Abhalten oder Stoffwindelwechseln zusätzlich stören wollen. So bekamen wir alle doch noch eine Mütze Schlaf und am nächsten Tag Stoffwindelte ich umso motivierter :).

Zähneputzen beim Kleinkind – Problem gelöst!!

Wie schon im Posting „Attachment Parenting funktioniert nicht“ erzählt, haben wir ein Zahnputzproblem gehabt. Lange. Immer wieder. Das Problem bestand schlicht darin, dass ICH zwei Mal am Tag die Kinderzähne putzen wollte, DAS KIND das aber überhaupt nicht einsah. Wie ich in Foren lese, haben das Problem viele: Kleinkind will keine Zähne putzen. Was tun? Ich habe keine Tipps, keine Liste. Aber eine Geschichte, wie wir das gelöst haben.

Wir hatten nämlich schon alles probiert, was man so in den Foren liest.

Wir haben gesungen.
Wir haben Spass gemacht.
Wir haben einen Wettbewerb draus gemacht.
Wir haben es gemeinsam gemacht.
Wir haben eine elektrische Zahnbürste gekauft.
Wir haben getanzt.
Wir haben erklärt.
Wir haben einschlägige Literatur gekauft.
Wir haben „Karius und Baktus“ angehört (GRAUENHAFT!! Beim zehnten Mal kommt mir das… und ich will selbst nicht mehr Zähne putzen und nicht mehr Eltern sein…)
Wir haben…

Ich weiß schon nicht mehr, was wir alles gemacht haben. Es half zwar immer kurzfristig, aber es nutzte sich auch ab. Immer wieder mussten neue Ideen her. Gute Freunde erklärten mir, dass sie ihren Kindern schlicht die Wahl lassen: „Mit Dir oder gegen Dich“. Sprich: Mit Festhalten und „einfach putzen“, ein Euphemismus für „mit Gewalt putzen“. Ich habe das probiert. Mehrmals. Es waren die schlimmste Momente meiner Elternzeit. Nie wieder.

Aber was dann? Wir waren auf Mallorca und er wollte mal wieder nicht putzen. Beziehungsweise ließ er sich eine Stunde lang jeden Abend bitten/überreden/überzeugen. Ich hatte keine Lust mehr. Welche Affenmutter hat soviel Zeit? Ich fühlte mich nicht artgerecht gehalten. Ich war genervt. Aber Zähneputzen ist auch nicht artgerecht, ich weiß.

Da kam der Mann auf eine geniale Idee: Artgerechte Selbstregulation. Aber Selbstregulation nicht im Sinne von „soll er halt selbst entscheiden“, denn das kann er unserer Meinung nach nicht überblicken und dazu sind mir die Zähne zu wichtig. Wenn er draußen nass wird z.B. ist Selbstregulation ne prima Sache, er zieht seine Jacke mittlerweile meist klaglos an, nachdem er auf dem Balkon war und gemekrt hat, dass es regnet. Aber die Zähne? Kam nicht in Frage.

Also haben wir Selbstregulation mit Logik kombiniert. Das geht so:

Wir haben (der Mann hat) ihm erklärt: Du musst keine Zähne putzen. Wir putzen nur Zähne – anders als z.B. die Affen – weil wir soviele Kohlenhydrate und Zucker essen. Wenn Du das nicht isst, musst Du nicht putzen. In Kindersprache übersetzt hieß das: „Wenn Du morgen ein Honigbrot zum Frühstück willst, müssen wir heute die Zähne putzen. Wenn nicht, dann nicht.“ „Dann darf ich nur Salat essen?“ war die Antwort. „Naja, nur Dinge, die die Zähne nicht kaputt machen, Salat, Gurke und so“. Das verstand er. Ich gestehe, dass wir Nudeln und Brot aus der Liste genommen haben, damit uns das Kind nicht verhungert. Es ging also um Honigbrot, Eis, unsere persönliche Zahnkillerliste.

Er hat drei Tage lang tapfer, ohne zu murren und ganz deutlich erklärt, er wolle kein Honigbrot und auch nicht putzen. Wir ließen ihn. Nach dem Frühstück gab es eine zweite Option: Willst Du nachher am Strand ein Eis? Dann müssen wir jetzt Zähne sauber machen. „Nein, ich will kein Eis.“ Okay. Und am Strand verlangte er dann ganz cool ein Stück Gurke, während alle anderen ein Eis aßen. Kein Getobe, nichts. Er wusste ja, warum, so schien es mir.

Am vierten Tag beschloß er: „Ich will ein EIS! Ich will Zähne putzen!“ Und er putzte. Seitdem putzt er an 9 von 10 Tagen. Und wir diskutieren abends nicht mehr, sondern fragen nur noch: „Wie siehts heute aus? Willst Du putzen?“ Und dann entscheidet er.

Noch etwas hat geholfen: Der Mann hat das putzen übernommen, das vorher 100% mein Job war und sich auch schon ziemlich zwischen mir und dem Großen festgefahren hatte. Und er darf jetzt immer ERST selbst putzen und DANN putzt einer nach.

Ich weiß nicht, ob das noch „unerzogen“ ist. Ob das eine fiese andere Manipulation ist. Wie seht ihr das? Wir fühlen uns wohl damit – vor allem, weil wir die „Konsequenz“ nicht durchsetzen müssen, sondern sie offenbar so logisch ist, dass er das ganz leicht nimmt und von selbst erklärt: „Nee, heute will ich gar keinen Honig ins Müsli, ich will nur nicht putzen.“ Hmmm…egal. Es funktioniert. Ich bin nicht mehr jeden Abend genervt. Und wir machen es nicht mit Gewalt. Das ist auf jeden Fall richtig für uns!

Wie habt ihr das gelöst – wenn ihr das Problem hattet?

Windelfrei mit Neugeborenem – Woche fünf

Diese Woche mal so mal so – aber ein Gedanke: Windelfrei „klappt“ natürlich auch dann wirklich gut, wenn die wenn die Kleinen nicht nur meldne, wenn sie mal müssen, sondern auch machen, wenn man es ihnen anbietet. Obwohl ich meinen Großen nie „trainiert“ habe, so dass er auf Kommando immer macht oder so, ist es doch so, dass sie manchmal auch machen, obwohl sie noch nicht „voll“ sind. Das in Kombination damit, dass die Blase mehr halten kann, führt einfach zu mehr trockenen Windeln.

Wir hatten jetzt unseren ersten halben Tag mit komplett trockener Stoffwindel :). Aber dennoch bleibt es dabei, dass ich beim Essen nicht aufstehe und losrenne, weil die Kleine aufwacht, stillt und dann mal muss. Das ist mir noch zu unruhig. Ich denke, wir werden intensiv-windelfrei erst machen, wenn der Große wieder in ie Kita geht und dann eben ganz intensiv, wenn er dort ist und weniger intensiv, wenn er wieder zu Hause ist. Sonst ist es einfach zu, ja: unruhig alles. Sie macht oft, aber eigentlich weniger, als ich es in Erinnerung hatte, schließlich schläft sie auch noch lange Strecken. Und sie meckert wirklich so eindeutig, wenn sie mal muss, dass man schon blind sein muss, umd as nicht zu bemerken. Obwohl – letztens hat sie mich auch kommentarlos angepieschert. Es ist mal so mal so – wie immer im Leben…

Schnuller oder nicht?

Ich halte nichts von Schnullern. Absolut nichts. Aber ich bin kurz davor, einen zu kaufen.

Schnuller sind aus Plastik. Sie produzieren Müll. Sie werden verwendet, um nähebedürftige Babys ruhigzustellen, um hungrige Babys hinzuhalten. Sie sind voller Schadstoffe. Sie sind schlicht – nicht artgerecht.

Aber ich habe schon wieder ein Baby, das seine Autobabyschale hasst. Der Mann sieht das anders und ich weiß, dass alle immer erzählen, wie ihre Kinder ja soooo toll in der Babyschale einschlafen. Nun – meine Kinder nicht. Dieses auch nicht. Sie bleibt drin, wenn sie in quasi-komatösem Tiefschlaf ist. Sonst nicht. Sie schläft dort nicht ein, sie lässt sich darin nicht stillen, sie schreit. Und schreit. Und dann nehme ich sie raus, wir halten an und warten auf den Tiefschlafzustand – was mit einem müden Dreijährigen im Auto kein Spass ist.
Das Einzige, was sie zu beruhigen vermag ist – was zu Nuckeln. Derzeit hat ihr Bruder den „Zauberfinger“, aber das ist auch keine Dauerlösung. Also kaufe ich jetzt einen Schnuller? Will ich das? Wird das funktionieren? Lohnt sich das? Ist das Auto nicht schlicht auch keine artgerechte Transportmöglichkeit? Aber wie komme ich dann von Palma nach Son-Severa – quasi unmöglich, ohne Auto auf dieser Insel…

Schnuller oder nicht? Noch bin ich standhaft. Aber jedes Mal, wenn sie wieder im Auto zu weinen anfängt und wir anhalten hört man mich verzweifelt rufen: „Morgen kaufe ich einen…!“