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Offen sein für Neues

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Liane als Mehrfach-Windelfrei-Mama berichtet:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Das erste mal von Windelfrei habe ich 2003, als mein 1. Kind 14 Monate jung war, gehört und zwar im CC Forum (Continuum Concept) Freundinnen von dort haben ihre Kinder abgehalten.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Ich habe mein 2. und 3. Kind ab Geburt abgehalten.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Ich habe in den ersten Lebensmonaten verschiedene Stoffwindeln als Backup benutzt.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
Mein 3. Kind ist 2 ¼ Jahre und hat seit seinem 6./7. Lebensmonat keine Backups mehr an.

Nutzt Du auch andere Backups?
Ich habe bei Flugreisen Wegwerfwindeln oder Backups benutzt und nachts Stoffwindeln (meist FuzziBunz). Ansonsten habe ich eher Hosen gewechselt.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Nein nie.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Nach dem Aufwachen, beim Stillen, nach dem Stillen und andere.

Wann klappt es am besten?
Als meine Kinder noch nicht sprechen konnten, also im ersten Lebensjahr, hat es in den Standardsituationen und unterwegs am besten geklappt.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Oh, da haben wir mittlerweile alle Zeit der Welt.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Asiatopf in der Nacht.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Im ersten Lebensjahr ganz klar mehr Arbeit. Ab dem Moment, wo meine Kinder laufen und zunehmend verbal kommunizieren konnten, weniger Arbeit als beim Wickeln mit Windeln.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Ja, auf jeden Fall. Ich erkenne die verschiedenen Bedürfnisse viel eher und kann viel besser auf sie eingehen.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Einfach ausprobieren und offen sein für Neues.

Lieben Dank für das Beantworten des Interviewfragebogens!

Montags-Mantra: "Es war eine Phase…"

Das häufigste Mantra bei Müttern um mich herum ist wohl „Es ist nur eine Phase…“. Ich habe dieses Mantra erweitert und empfehle zusätzlich regelmäßige Dosen von: „Es war mal eine Phase…!“

„Es war“? Ja, es war.

Denn viele Verhaltensweisen unserer Kinder (Klammern, Dauerstillen, Einnässen, Schüchternheit, Schlafstörungen, Ungeduld…) machen uns auch deshalb große Sorgen, weil wir fürchten, das könnte jetzt für immer so bleiben.

Wenn der Vierjährige jedes Kind nach fünf Minuten mit seinem Lego-Auto schlägt, was lässt das für seine Zukunft befürchten? Wenn die Fünfjährige immer noch niemandem die Hand geben will und sich hinter Mama vor Fremden versteckt, hört das je auf?

Die Antwort ist: Ja, es hört auf. Es hört oft nicht von alleine auf, aber es hört auf, wenn wir uns darum kümmern. Und mit ausreichend Zuwendung, achtsamem Verhalten und richtiger Reaktion ist so ziemlich allem beizukommen, das sieht man immer wieder.

Wenn eine Mutter mir daher erzählt, dass ihr Kind mit HIER ALTER EINSETZEN leider und schrecklicherweise immer noch HIER VERHALTEN EINSETZEN und dass sie sich nicht mehr ein noch aus weiß, kaum noch schläft und große Sorgen macht, dann empfehle ich einen kurzen

Perspektivwechsel:

Stelle Dir vor, wie du in ein paar Jahren jemandem erzählst: „Jaja, als er/ sie zwei/drei/vier/fünf war, da dachten wir, das geht nie vorbei mit dem XXXX, aber natürlich ging es vorbei, wir brauchten vor allem Geduld!“

Lasst mich nochmal deutlich machen: Ich glaube NICHT, dass alle Probleme mit der Zeit von selbst verschwinden. Mitnichten! Wir müssen sie wahrnehmen, wir müssen uns kümmern, wir müssen uns schlau machen, wie müssen gegebenfalls handeln.

Aber wir müssen mitnichten gleich in Panik ausbrechen, wenn wir den Knopf nicht sofort finden oder wenn uns klar wird, dass wir Fehler gemacht haben. Wir machen alle Fehler. Und wir können sie auch wieder korrigieren.

Es gibt kaum etwas, das liebende, kluge, informierte Eltern nicht auch wieder ausbügeln könnten. Ich erlebe eher, dass Eltern viel zu schnell denken, dass sie jetzt „fürs Leben“ was „verbockt“ haben und ihr Kind da nie wieder rauswächst, wenn sie mal einen Fehler gemacht haben. Aber so ist es nicht. Irgendwann werdet ihr sagen:

„Jaja, es war mal diese Phase, da hatten wir dieses Problem und wir haben echt lange gebracht, um herauszufinden, wie wir damit richtig umgehen und als wir es wussten, brauchten wir nochmal ziemlich lange Geduld, bis es wieder gut war, aber jetzt ist es schon lange vorbei und fast vergessen….“

in diesem Sinne allen einen schönen Wochenanfang!

Die flopi aus der Schweiz

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Gestern hatte ich Post aus der Schweiz, genauer gesagt vom Topffit-Babyshop. Ich habe mir die flopi® bestellt.

Nun ist meine kleine Backup-Sammlung neben den allgemeinen Stoffwindeln auf drei gewachsen. Zuhause zu liegen hatte ich schon die Amsterdamer Wolwikkel und die PoPoLiNi WoolWrap.

Hier ist sie, die flopi:
flopi von vorneflopi Rückenansichtflopi geöffnet

(Das eigentliche Model lässt noch auf sich warten… Dabei blühen hier bei uns in der Gegend schon die Schneeglöckchen.)

Wer oder was ist die flopi?

Sie ist keine Windel im eigentlichen Sinne aber auch keine gewöhnliche Unterhose. Sie ist die ideale Begleiterin für windelfreie Kinder.
Wenn das Baby abgehalten wird, muss die flopi nicht ganz ausgezogen werden wie bei herkömmlichen Windeln oder Unterhosen. Man öffnet bequem mit einer Hand den hinteren Klettverschluss, während die flopi am Kind hängen bleibt. Nachdem das Geschäft verrichtet wurde, wird die flopi wieder im Rücken verschlossen. Falls nun doch eine „Panne“ geschieht, schützt die flopi Kleidung und Wäsche vor Verschmutzung, doch das Baby behält das Nässegefühl. Natürlich muss in diesem Fall die flopi sogleich ausgewechselt werden. Da sie sich ganz öffnen lässt, geschieht dies einfach ohne dass das Kind zusätzlich schmutzig gemacht wird.

Mein Mann meinte vorhin beim Präsentieren dieser Überhose: „Die sieht ja cool aus!“
Mein erster Eindruck im Vergleich zu den Wollüberhosen: Sie macht einen kleineren „Windelpo“ und ist viel weicher und anschmiegsamer.

… Wir sind gespannt auf den Praxistest.

Ein paar Worte hat mir Isabelle Jacot, der Erfinderin der flopi, zu meiner Bestellung dazu geschrieben, die ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Es ist für mich jeweils ermutigend die Erfahrungsberichte der Windelfrei-Mütter auf 123-windelfrei zu lesen. So sehe ich es auch, dass es nicht einfach darum geht, möglichst wenig zu verpassen, sondern dass es allen Beteiligten gut geht und wohl dabei ist. Auch wenn man nicht wirklich immer auf Windeln verzichtet oder eben „Backups“ wie die flopi verwendet. Es ist jedenfalls immer befriedigend, wenn man die Bedürfnisse der Kinder richtig versteht und darauf reagieren kann.

By the way: Happy Valentine’s Day @all!

Windelfrei: Was tun, wenn trockenes Kind wieder Windeln braucht?

Viele Eltern kennen das: Kind war trocken und plötzlich wird ein Geschwisterchen geboren. Oder eine Trennung. Umzug. Mama geht arbeiten. Betreuerwechsel. Plötzlich ist das Kind nicht mehr trocken, sondern alles andere als das! Bettnässen. Einkoten. Nasse Windeln. Frust… aber es gibt Hilfe! Heute dazu 10 Tipps und mein persönlicher drei Stufen-Reaktionsvorschlag für gestresste Eltern

Eine Windelfrei-Mutter nennt obige Situation wahrscheinlich einen Windelfrei-Streik, weil viele Kinder sich dann auch nicht mehr Abhalten lassen, wenn man sicher weiss, dass sie müssen. Das ist frustrierend und oft schwer zu ertragen. Viele fragen sich: Warum hab ich mir die Mühe gemacht? Was hab ich falsch gemacht?

Wir sind jedenfalls gerade an einem solchen Punkt. Wir waren mit windelfrei so ziemlich fertig. Alles schick. Wie beim Großen. Dann sind wir umgezogen. Und jetzt isses schlicht vorbei. Nasse Hosen, nasse Trainerhosen, nasse Böden, nasse Teppiche (argh.)

Wie gehe ich damit um?

1. Hilfe:

1. Lächeln, Wischen, Waschen.
2. Vertrauen. Das wird wieder.
3. Entspannen. Es wird wieder.
4. Loslassen. Es wird wieder.

alsdann Tipps für den Weg zurück zur Windelfreiheit

5. immer mal höflich Abhalten anbieten (klappt es nachts? morgens? abends, wenn alle gehen? oder gar nicht?). Sofort aufhören, wenn Protest kommt.
6. Abhalten interessant machen: Vorlesen, Kuscheln, Spielen
7. Tür offen lassen, wenn man selbst oder Geschwister ins Bad gehen
8. neuen Topf/Ort anbieten
9. Selbstständigkeit erleichtern: Hocker vor die Toilette, Klamotten, die das Kind leicht an- und ausziehen kann
10. Viel Zuwendung, viel Kuscheln, viel Zeit
11. Abwarten, abwarten, abwarten

Am wichtigsten ist, dass KEIN DRUCK auf das Kind ausgeübt wird. Niemals schimpfen, nicht meckern, nicht ungeduldig werden.

Reaktionsmöglichkeiten für gestresste Eltern in drei Stufen:

Stufe 1: Wem entspannt sein schwerfällt, der sage einfach nichts, wenn Bett oder Hose nass sind. Durchatmen. Ruhig wechseln. Fertig.
Stufe 2: Wer es schafft, der kommentiere sachlich „Das Bett ist nass. Ich beziehe das jetzt neu.“
Stufe 3: für die ganz Entspannten ein Vorschlag aus den Kloeters Briefen. Dem Kind die Absolution und das ich-stehe-hinter-Dir-Gefühl mitteilen: „Alles okay, Du darfst solange in die Windel machen/laufen lassen, wie das für Dich wichtig ist.“

Ich hätte nie gedacht, welche zusätzlichen, positiven Effekte dieser Satz hat. Meine 2-Jährige schaute mich beim ersten Mal erstaunt an und fragte nochmal dezidiert nach: „Darf ich?“ „Ja, darfst Du.“ seitdem sagt sie: „Mama, hab inne Winnel macht. Ich darf das!“ und strahlt. Na, das ist mir die Bum-Genius-Wäscherei doch wert!

Natürlich wäre es mir auch lieber, wenn ich nicht Windeln waschen, umziehen und abhalten müsste. Schließlich war sie schon so gut wie selbstständig und ich musste kaum noch aufpassen. Aber es ist mir auch klar, dass es für sie gerade total wichtig ist, sich nicht darum kümmern zu müssen. Und ich habe das Glück, dass sie „große Sachen“ weiterhin dort macht, wo sie alle machen *danke*.

Es wird!

Ich habe schon viele Familien durch solche Phasen begleitet. Es wurde immer!

Windelfrei-Kinder verlernen nicht. Aber es gibt einfach Phasen, da ist „laufenlassen“ wichtig. Viele Kinder haben dieses Bedürfnis übrigens auch, wenn ein neues Baby in die Familie kommt. Wichtig ist nur, dass nie nie nie geschimpft wird, egal wie schwer es uns fällt. Das Kind drückt ein Bedürfnis aus. Es ist unser Job, das zu achten, nicht zu schimpfen.
Oft hilft stattdessen vermehrtes Kuscheln, mehr Zuwendung, mehr Zärtlichkeit, um die Situation zu entspannen und zu verbessern.

Einfach anfangen…

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Mary Maus ist Afrikanerin und wurde als Baby auch abgehalten. So verlief ihr Windelfrei-Weg bisher:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Über eine Freundin in unsere Schwangerschaft, da haben wir uns das Buch TopfFit! gekauft und es durchgelesen.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Meine Tochter war Ende des 3. Lebensmonats, als ich angefangen habe.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Hauptsächlich Stoffwindel. Zum Anfang sehr viel, weil ich sehr unsicher und doch ängstlich war.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
Meine Tochter ist mittlerweile 7 Monate alt und ich benötige am Tag nur noch eine Windel mit Pannen natürlich.

Nutzt Du auch andere Backups?
Nein.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Meine Tochter hatte Ende Oktober Durchfall und sie wurde davon wund, aber seitdem konnte ich mich bis jetzt nicht weiter beklagen.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Alle die hier stehen: nach dem Aufwachen, beim Stillen, nach dem Stillen, nach dem Spielen.

Wann klappt es am besten?
Nachts klappt es am besten. Mittlerweile schläft sie ohne SW und sie steht so ungefähr 3 x in der Nacht auf und ich halte sie während des Stillen ab und es klappt gut.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
So circa 2 min.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Ich benutze einen ganz normalen kleinen Eimer, den ich im 1 Euro Shop gekauft habe

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein – eher mehr Arbeit – eher weniger Arbeit – genauso viel Arbeit wie beim Wickeln?
An guten Tagen eher weniger Arbeit und an nicht so guten Tagen genau soviel wie beim Wickeln

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Ich bin der Meinung, dass meine Tochter viel entspannter ist, seit ich auf ihre Signale achte und sie fleißig abhalte.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Einfach anfangen, sich kein Ziel setzen sich nicht Unterdruck stellen dann funktioniert es ganz von alleine und ihr Baby wird sich dafür bedanken.

Dankeschön!

Montags-Mantra: Frage erst!

Wir kennen unsere Kinder. Wir wissen, wie sie ticken. Wir kennen ihre Streiche, ihre Blicke, ihre „Unarten“. Wir müssen gar nicht mehr fragen. Oder?

Ich erlebe immer wieder Situationen, in denen Kinder offensichtlich etwas ganz anders tun wollten, sagen wollten oder getan haben als die Eltern dachten. Weil auch Eltern Menschen sind. Und wenn die große Schwester dem kleinen Bruder schon 100 Mal das Auto entrissen hat, dann erwarten wir, dass es auch diesmal der Grund sein wird, wenn er weint und sie ein Auto in der Hand hat. Oder wir hören etwas, das das Kind gar nicht gesagt hat. Oder wir hören nicht, was das Kind eigentlich gerade sagen wollte.

Daher mein Mantra – besonders mit den Kindern, aber auch gegenüber Erwachsenen – : Frage erst!

„Oh, das ist kaputt. Was wolltest Du machen?“
„Oh, XY weint. Braucht ihr Hilfe?“
„Wie bitte? Was hast Du gesagt? Ich habe dich leider gerade nicht verstanden.“
„Worum geht es gerade?“

Die eine Sekunde, die ich brauche, um von einer Sofort-Reaktion auf „Frage erst!“ umzuschalten, hat mich gefühlte 300 Jahre inneres Training gekostet. Aber sie lohnt sich.

Frage erst! Hat sich hundertfach bewährt. So oft höre ich – hören andere, die es auch tun – Unerwartetes, Erfreuliches, Friedliches. Und es gibt dem anderen das Gefühl, das er wirklich auf Interesse stösst und nicht auf vorgefertigte Verhaltensschablonen à la „Ich habe Dir hundertmal gesagtdassdudnicht….sollst!!!“.

Frage erst! ist bei uns oft der Anfang einer sinnvollen, konstruktiven und respektvollen Problemlösung.

Funktioniert übrigens auch mit meiner Zweijährigen: „Oh, Du rennst mit der Schere herum. Was willst Du machen?“ „Will Buch schneiden.“ „Hm, ich will nicht, dass Du Bücher zerschneidest. Schau, ich habe hier buntes Papier, wie wäre es damit?“ „Oh, danke Mama! Ja, will Papier schneiden!!“ (sie sagt wirklich: „oh daaaaanke, Maaama“ – umwerfend). Papier gebracht, Buch gerettet, freundliches Betriebsklima :).

BabyWelt-Messe Hamburg – Windelfrei und Artgerecht-Projekt

Vom 22. bis 24. März 2013 ist die BabyWelt Messe in Hamburg zu finden.

Nicola und Julia sind am Samstag, den 23. März, mit einem Vortrag zu Windelfrei um 13:30 und mit einem Workshop zum Artgerecht-Projekt um 14:00 vertreten!

Liebe Hamburger und die, die in der Umgebung wohnen, streicht Euch diesen Termin schon einmal ganz dick im Kalender an!!!
Dann nix wie hin und kommt zahlreich zum Vortrag und zum Workshop. Nur so können wir dem BabyWelt-Veranstalter zeigen, wie wichtig die Themen Windelfrei und artgerechtes Leben sind!!!

Wie oft hat ein Baby Stuhlgang?

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Wenn man wissen will, wie häufig ein vollgestilltes Baby seinem Darm entleert, braucht man nur in gute Still-Literatur zu schauen und findet unter anderem folgendes:

Stuhlgang bei Stillkinder: 1.-3. Lebenstag: Dunkelgrün bis schwarz gefärbt, zäh und klebrig. 4.-6. Lebenstag: Farbe wird heller, gelblicher, der Stuhlgang häufiger. Ab 7. Lebenstag: Wenigstens drei bis viermal 3x3cm-große, gelbe Stühle pro Tag. (Ab der 4. Lebenswoche haben manche voll gestillte Babys nur noch sehr selten Stuhlgang, bis zu 1x innerhalb von 10 Tagen. Wenn es dem Baby sonst gut geht, es weiterhin reichlich Urin in die Windeln macht und gut gedeiht, ist das normal.)  (http://www.stillkinder.de/genug_mm.html)

Hilfreich für den Alltag ist noch etwas zu wissen: Der gastrokolische Reflex

Zwei- bis viermal pro Tag kommt es zu sogenannten Massebewegungen des Dickdarms, welche den Stuhl/Kot bis in den Enddarm transportieren. Sie treten nachts nicht auf, wohl aber morgens nach dem Aufstehen und gehäuft nach der Nahrungsaufnahme auf. Dieses wird irreführender Weise als „gastrokolischer Reflex“ bezeichnet, doch diese Bewegungsform wird nicht allein vom Magen aus gesteuert. Die Massebewegungen werden vom autonomen Nervensystem kontrolliert. Die zunehmende Füllung des Enddarms wird durch Dehnungsrezeptoren in der Darmwand erfasst, daraufhin wird über einen lokalen Reflex eine Entspannung des inneren Schließmuskels verursacht. Nun tritt der Stuhl in den oberen Analkanal ein, was eine Spannungssteigerung des äußeren Schließmuskels und das Gefühl des Stuhldrangs bewirkt. [Quelle: In jedem guten Physiologie-Buch nachzulesen]

Ich bin mir sicher, dass unsere Kleinen das sehr wohl spüren und es uns durch Unruhe anzeigen. Wie die anschließende Stuhlentleerung aus physiologischer Sicht abläuft, hatte ich schon einmal hier zusammengetragen.

Lass Dein Kind entscheiden…

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Hier erzählt Joana ihren Windelfrei-Weg:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Über www.nfp-forum.de, danach eigene Recherche und Windelfrei im Umfeld.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Ich habe ab der Geburt nach dem Wickeln angeboten, er hat immer nur gepupst. Das erste Mal geklappt hat es mit fünf Monaten. Ab diesem Tag mehrfach, im ersten Jahr sehr oft, um den ersten Geburtstag Windelfrei-Pause, ab 14 Monaten wieder mehrfach. Jetzt ist er 16 Monate alt und zeigt zur Tür, wenn er mal muss (und nicht gerade etwas Besseres vorhat ). Das große Geschäft macht er schon immer in die Windel, bis auf wenige Ausnahmen.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
8

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
4 plus eine für das große Geschäft.

Nutzt Du auch andere Backups?
Im Sommer manchmal Mittagsschlaf ohne Windel mit Unterlage.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Nein.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Nach dem Aufwachen und vor dem Schlafengehen.

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufwachen und wenn wir zu Hause sind und mein Sohn mir Bescheid gibt. Abgesehen vom Winter klappt es draußen so gut wie immer.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
2-15 Minuten

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Am Anfang Waschbecken. Wegen Zielschwierigkeiten dann Dusche. Im Moment nur in der Badewanne im Stehen. Ein Töpfchen von Ikea haben wir bereits, allerdings noch nicht benutzt.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Genauso viel Arbeit wie beim Wickeln.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Ja, ich kann ihm so schnell helfen, wenn ihn die volle Blase stört. Auch wenn es mir selbst nicht so sehr auffällt, sagen mir immer wieder Außenstehende, wir gut ich mein Kind „lesen“ kann (vor allem die, die eher „Detachment Parenting“ machen).

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Das Kind sollte entscheiden, ob es gerade windelfrei sein möchte oder nicht. Für meinen Sohn waren einige Monate lang andere Dinge wichtiger. Es hat ihn eher gestört, aus dem Spiel gerissen zu werden. Also haben wir pausiert, bis er wieder wollte. Tipp für Eltern von Kindern, die im Stehen pinkeln wollen oder beim Abhalten turnen: einen Druckknopf vom Body über der Schultern schließen, dann wird nix nass!

Ein liebes Dankeschön für das Ausfüllen des Interviewfragebogens!

Windeln statt Kaidangku – wie Windelhersteller China erobern

Vielleicht hatte jemand von Euch schon die Nido Novemberausgabe 2012 gelesen…

Endlich ist DER Artikel für alle online zu lesen, die das Heft nicht in den Händen hatten.

Die chinesische Windelrevolution

Im Westen werden immer weniger Babys geboren. Den Profit suchen Windelhersteller daher in China und anderen Schwellenländern. Wo bislang niemand Windeln gebraucht hat.

Ein Artikel über die Machenschaften von Windelherstellern in China geschrieben von der für den Deutschen Reporterpreis 2012 nominierten Autorin Xifan Yang.