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Kinder sind richtige Individuen

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Nadines Babyjunge kam 5 Wochen zu früh, doch trotzdem war es ihr wichtig schon von Anfang an auf seine Ausscheidungen zu achten:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Vor bald 3 Jahren wurde ich plötzlich und unerwartet schwanger. Ich war 22 und hatte mehr als wenig Erfahrung mit Kindern – bis dato haben alle Kinder meine Nähe eher gemieden. Kurz darauf habe ich angefangen Informationen einzuholen, was man alles braucht – oder auch nicht.  Und natürlich sind mir auch auf der Straße immer mehr Mütter, Schwangere, Kinder aufgefallen und ich habe etwas beobachtet. Der ganze Umgang und das zugehörige Verhalten der Kinder haben mich zum Teil schon etwas stutzig gemacht – ich wollte es einfach anders, liebevoller! Dann habe ich etwas im Internet gestöbert und bin bald darauf auf Windelfrei und Co gestoßen. Ich war sofort begeistert und wusste ohne Zweifel, das ist das Richtige!  Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast? Wir haben gleich nach der Geburt angefangen (unser Kleiner kam 5 Wochen zu früh – das hat auch funktioniert!). Allerdings haben wir das so gemacht, dass wenn wir es gemerkt haben, dass er muss, ihm eine Windel daruntergehoben haben, da er noch so klein war. Mit circa 3 Monaten haben wir ihn dann richtig abgehalten.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Im Krankenhaus und dann die ersten 3 Wochen zu Hause haben wir ca. 8 Unterlagen/Windeln gebraucht.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
Ab dem 3. Lebensmonat haben wir nur noch zeitweise Unterlagen benutzt und Windeln gar nicht mehr, es hat so wunderbar geklappt, dass bald keine Unterlagen mehr nötig waren. Unser Kleiner ist jetzt 2 Jahre alt und kann komplett alleine auf’s Klo gehen. Er war ab dem 6. Lebensmonat so zuverlässig trocken, dass wir nicht einmal mehr im Auto eine Unterlage gebraucht haben. Auch mit den Verwandten hat es ab dann sehr gut funktioniert und auch dort hat er keine Unterlage/Windel gebraucht.

Nutzt Du auch andere Backups?
Nein.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Nur einmal, da hatte er Durchfall. Das war am nächsten Tag auch schon wieder weg. Seither hatten wir das nicht mehr.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen – immer
beim Stillen – noch nie gemacht
nach dem Stillen – ab und zu
nach dem Spielen – er spielt immer , daher zwischendurch, wenn er es merkt
andere: eigentlich warten wir immer, bis er sich von selbst meldet, ansonsten halten wir ihn provisorisch vor jeder länger andauernden Aktivität ab.

Wann klappt es am besten?
Wenn er von sich aus möchte, das war von Anfang an so. Oder aber auch nach dem Schlafen, da muss er meist immer.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Für gewöhnlich so lange wie er möchte. Außer wir haben es eilig, aber das merkt er dann und macht auch ganz schnell und unkompliziert.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Anfangs hatten wir eine große Schüssel. Zwischendurch mal ein richtiges Töpfchen, das mochte er aber nicht, dann haben wir wieder zur Schüssel gewechselt:

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Ich habe jetzt keinen direkten Vergleich. Aber wenn ich andere beobachte, habe ich es für mich persönlich viel einfacher. Vor allem weil es von Anfang an so einfach war. In dm-Märkten gibt es eine Wickelstation, auf der ich schon einiges beobachtet habe, wie zum Beispiel das Schreien der Kinder (vor allem die Größeren!) beim Wickeln, das Gezappel, dann geht was daneben, und die entnervten Mütter! Auch bei meiner Cousine und ihrer Kleinen habe ich genau das beobachtet. Ich stelle mir das in der Form sehr anstrengend vor. Zumal man ja auch immer alles mitnehmen muss, wenn man mal das Haus verlässt. Wir haben außer einer Wechselgarnitur sonst nichts dabei, auch keinen Wagen, von daher würde ich sagen, dass es eine deutlich geringere Arbeitsbelastung ist als mit Windeln. Weniger Müll, Schmutz, Zubehör, Arbeit – weniger gestresstes Kind – Weniger gestresste Mama.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
So ziemlich alles! Ich hatte ja keine Ahnung und dachte von Kindern sie seinen kleine schmutzige Monster mit klebrigen Fingern, denen man alles zeigen muss! Dass Kinder richtige kleine Individuen mit Selbstwahrnehmung sind und gar nicht so „blöd“ (mir fällt kein anderes Wort ein ), hat mich sehr verwundert, beziehungsweise verwundert mich immer noch. Durch diese ganze Winderfreithematik bin ich auf so vieles gestoßen, was so nicht passiert wäre. Ich bin wirklich froh, dass ich es einfach gemacht habe. Ich sehe Kinder seither mit ganz anderen Augen und kann dadurch viel besser mit ihnen umgehen, also ich es sonst täte, da man einfach für vieles mehr Verständnis und auch etwas „Hintergrundwissen“ hat.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Einfach mal ausprobieren. Es schadet nicht und man hat es zumindest einmal versucht. Es ist vielleicht etwas schwer einen richtigen Anfang zu finden, da man kaum jemanden hat, der Erfahrung damit hat. Aber wenn man es versucht und es dann auch noch klappt, ist das ein wunderbares Gefühl! Und wenn nicht, gibt es ja genügend andere Alternativen zur WWW.
Bei 2 Kindern kann ich mir gut vorstellen, dass es weniger gut geht. Aber mit nur einem Kind lohnt es sich auf jeden Fall, es zumindest zu versuchen.

Dankeschön Nadine für Deinen ausführlichen Bericht!

Windelfrei – die ersten 4 Lebenswochen

… schon wieder hänge ich hinter her. Die kreativen späten Abendstunden dienen nun überwiegend dem Kuscheln und dem Schlaf…
Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Wo ist die Zeit nur hin?! Mein Winterbaby ist nun schon 4 Wochen alt. 4 Wochen Neuland und doch bekannt: Windelfrei.

Hier unsere Erfahrungen:

Viel weniger Pipis als gedacht. So grob geschätzt um die 12 Mal am Tag – leider habe ich bis jetzt noch keine Strichliste gemacht. In den Wachphasen in etwa halbstündlich bis stündlich. Dafür zum Teil recht große Ladungen. (Ich habe es ein paar mal abgemessen: um die 30 ml, nach einem langen Schlaf sogar 40 ml. Passt gar nicht so recht zu der hier zitierten Studie.)

Viel mehr große Geschäfte als erwartet. Wir hatten ziemlich viel Mekonium in den ersten Tagen und dann eine ganze Zeit lang fast zu jedem Pipi ein Kacki dazu. Dann wurde es auch mal weniger (3x/Tag). Aktuell ist wieder sehr häufig und der kleine Po vermehrt rot in der Pofalte.
Ich fand das große Geschäft zu erwischen beim Tochterkind (Windelfrei-Start mit 4 Monaten) am einfachsten; es spielte sich schnell eine Regelmäßigkeit ein (meistens morgens). Darauf warte ich beim Sohnemann noch. Weiß jemand, wann der Zeitpunkt kommt?

(Stoff-)Windeleimer stinkt nicht. Ich hatte irgendwie die Befürchtung, dass wir uns mit dem Windeleimer eine Geruchsbelästigung einfangen. Aber nach 3 Tagen befüllen riecht es nicht wirklich beim Öffnen, auch kippe ich beim Beladen der Waschmaschine nicht um. Es riecht säuerlich, mehr nicht.

Viel nacktes Kuscheln. Ich weiß nicht, ob es an unserer Hausgeburt und den ersten Kennenlernstunden oder das Wissen um Windelfrei liegt. Wir kuscheln ganz viel nackig. Tochterkind hatte zwar damals auch viel sehr Körperkontakt bekommen, aber in den Genuss von purem Haut-auf-Haut-Kontakt ist sie fast gar nicht gekommen.

Seine Zeichen: Spitzes Schreien in den ersten Tagen. Nun „knurrt“ er, wird hektisch beim Stillen (An- und Abdocken), seine Bewegungen werden hektisch/abgehackt, wenn er muss. Verpasse ich seine ersten Anzeichen, fängt er an in einer höheren Lage zu jammern bis schreien. In den vergangenen Tage ist er zu nehmend wacher geworden und lässt sich jetzt einige Momente ablegen, in welchen er unbemerkt sein großes Geschäft einige Male gestartet hat.

Meine Signale/Schlüsselaute: Ich erzähle ihm, was ich vor habe. Halte ich ihn in der Abhalteposition mache ich „pssssch“ oder, wenn ich ein großes Geschäft erahne, „Aa“. Erstaunlicherweise entleert er sich immer – auch wenn das letzte Mal nicht lange her ist – , wenn ich ihm sage: „Komm, wir wollen uns jetzt fertig machen zum Rausgehen. Nochmal schnell Pipi machen.“ Er versteht mich!?

Die bisher getesteten Abhalteorte: Sohnemann im linken Arm gehalten (ggf. mit meinem Oberschenkel zusätzlich gestüzt) über dem Töpfchen, Badewanne, Waschbecken und Toilette.

Die Standardsituationen: nach dem Aufwachen, beim Stillen, nach dem Stillen, nach dem Tragen (derzeit sind diese noch ziemlich fließend miteinander verbunden) sowie vor dem Rausgehen.

Unsere Nächte: Er weckt mich ungefähr dreimal in der Nacht. Wir stillen dann und meistens meckert er danach so lange, bis er mich aus dem Halbschlaf ganz zum Abhalten / Windeln wechseln geweckt hat.

Unsere Stoffwindelbilanz: ca. 5-6 Stoffwindeln pro Tag und alle paar Tage eine WWW sowie bis jetzt eine Rolle Toilettenpapier.

Noch Fragen?

Ist windelfrei zu anstrengend?

Immer wieder hört man: Windelfrei sei ja viiiiel zu anstrengend. Attachment Parenting sowieso – Stillen, Tragen, Familienbett, Windelfrei, alles zuviel Arbeit. Ist das so?

Meine These: Nein, ist es nicht. Wie Monique das in ihrem Blog so schön formuliert hat: Was Du heute kannst besorgen (Nähe geben, stärken, Körperbewusstsein stärken, da sein), das verschiebe nicht auf… den dritten Geburtstag. Oder später.

Was meint ihr?

Vertrau Deinem Kind!

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Lucia durchforstet gerade für sich den Windelfrei-Blog von vorne nach hinten und füllte fleißig den Fragebogen für uns aus:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Über einen Nutzer-Kommentar bei urbia.tv. Eigentlich wollte ich nur wissen, ab wann Babys keine Windeln mehr brauchen, also aufs Töpfchen gehen. Da ich in einem Urlaub zwei Freundinnen sah, die ihre 2 Jahre alten Töchter noch immer wickelten – was mich sehr erschreckte! So große, aktive uns sonst selbstständige Mädels müssen sich (mehr oder weniger) wehrlos auf den Rücken legen und die Windelprozedur über sich ergehen lassen. Kein Wunder, wenn wir dann auch später vieles mit uns machen lassen und auch so gebären…

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
4 Monate

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
6-12. Nach der anfänglichen weit verbreiteten Info, die Windel etwa alle 4 Stunden zu wechseln, ging ich bald dazu über, die WWW möglichst oft zu wechseln, das heißt, ich wechselte, sobald ich merkte, dass sie nass war.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
6 Monate. 1-2 WWW auf 3 „normale“ Tage. Bei längeren Autofahrten oder Flügen mehr, weil ich dann „klassisch“ wickle.

Nutzt Du auch andere Backups?
WWW wenn unterwegs, Zuhause ist der junge Herr meist nackisch oder mit normaler Stoffhose/Strumpfhose.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Ein wenig im 3. Monat. Zur Zeit ist der Po allerdings auch leicht gerötet. Eventuell wegen dem rauen Klopapier und weil gerade oft ein wenig „mitgegangen“ ist?

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen – JA
beim Stillen -> einmal in der Nacht zwischen dem Stillen probiert (ab-/angedockt); hat geklappt, mag ich aber nicht, ist auch nicht erforderlich; direkt beim Stillen kann ich mir persönlich kaum vorstellen
nach dem Stillen – JA
nach dem Spielen – NEIN, nicht bewusst
andere: JA beim Herausnehmen aus dem Tragetuch

Wann klappt es am besten?
Wenn wir bei Freunden/Verwandten sind, dann signalisiert er stärker. Die Standardsituationen klappen so gut wie immer. Wenn alle Beteiligten entspannt sind.  Wenn er keine WWW trägt.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Nach dem morgendlichen Aufwachen nur wenige Minuten (er mag meist in der Nacht nicht pinkeln und bleibt trocken), sonst bei Zeichen bis zu 15/20 Minuten, hängt aber von vielen Faktoren ab, zum Beispiel wer ihn gerade hält (bei mir pinkelt er, denke ich, schneller als bei eher fremden Personen).

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Toilette, Waschbecken (Favorite), Badewanne, Pott (Töpfchen mit extra breiter Sitzfläche und schmalem Loch), Rührschüssel, andere Kunststoffschüsseln. … nach anfänglich kleineren Gefäßen wieder größere, weil das Treffen einfacher ist und auch das große Geschäft, sollte es einmal unverhofft mitkommen, zuverlässig aufgefangen wird.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Eher weniger Arbeit. Nachdem wir kein Backup verwenden, geht es super schnell mit An- und Ausziehen und der Po war auch noch nie so schnell wieder sauber.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Ich gehe noch stärker auf ihn ein, alle seine Bedürfnisse sind mir in der Summe wichtiger geworden.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Den Blog lesen!  Was mir sehr hilft, vor allem bei „Streik“: kurze Zeit wieder windeln zur Entspannung, Abhalteposition wechseln, Abhalteort wechseln, Person wechseln, bei zu vielen Personen auf weniger (eine) reduzieren, immer wieder daran denken, dass es ein Angebot ist! Kinder spüren, wenn wir sie zwingen möchten, auch wenn der Zwang sehr subtil ausgeübt wird. Und einfach mal wieder dem Kind vertrauen! Auch wenn ich manchmal genau weiß, dass er doch muss, darauf warten, dass er signalisiert (wenn es einmal schlechter klappt; „normalerweise“ darf ich ihn auch da abhalten). Denn manchmal mag er einfach nicht, weil ich ihn – meist aus Angst vor nassen Hosen (zum Beispiel bei Besuch) – zu oft abhalte.

Diese Frage muss ich einfach noch ergänzen: Was findest Du am besten an Windelfrei? Das nackig Kuscheln!!!

Auch Dir, Lucia, gilt ein herzlicher Dank!

 

Windelfrei-Streik mit 24 Monaten – Tipps und Ideen

Wie bereits berichtet hat unsere 2-Jährige nach dem Umzug beschlossen, dass sie 1. nicht mehr ansagt, 2. wieder Windeln haben will und 3. in die Windel machen „darf“. Ich habe ihr erklärt, dass sie das so lange machen darf, wie das für sie wichtig ist und dabei bleibt es auch. Sie macht weiterhin alles Große dorthin, wo es hin soll.

Dennoch habe ich natürlich ein Interesse daran, sie sanft wieder zur Selbstständigkeit zu führen.

So mach ich’s:

1. „Kommst Du mit?“
Ich nehme sie immer mit, wenn ich ins Bad gehe

2. „Willst Du zuerst?“
Ich mache eine interessante Sache daraus.

3. „Willst Du ein Buch?“
Wir kuscheln und lesen, wenn sie für große Sachen mal länger sitzt, machen es angenehm.

4. „Kommt nicht in Frage!“
Kürzlich verkündete sie im Zug: „Mama, ich mach jetzt groß in die Windel!“ Meine Antwort war: „Das kommt nicht in Frage“, ich nahm sie auf den Arm, schritt zur Zug-Toilette und erklärte ihr, dass das dorthin gehört und wir überdies – das war die Wahrheit – auch nichts zum Saubermachen oder Wechseln dabei haben. Sie sagte nur entspannt und gedehnt „Ach soooo“ und tat wie gebeten. Für mich ein Zeichen, das ich auch ganz klar sagen muss, was ich will und was mir wichtig ist. Daher:

5. „Das ist okay, aber für mich ist es einfacher, wenn…“
Ich erkläre ihr, dass sie natürlich in die Stoffwindel machen darf, dass es für mich aber einfacher ist, wenn sie die Toilette benutzt. „Statt Windeln waschen und umziehen können wir dann nämlich spielen!“ Da sie alles versteht und in ganzen Sätzen selbst spricht, kommt das auch an.

6. „Kannst Du mal mit ihr gehen?“
Wenn ich weiß, dass sie muss (nach dem Aufstehen z.B.) und sie nicht mit mir gehen will, bitte ich unseren Mini-Clan: Oma, Opa oder den großen Bruder. In 99% der Fälle geht sie sofort und freudig mit.

7. „Maus, bitte denk dran, Du hast KEINE Windel an“
Manchmal ziehe ich ihr bewusst keine Windel an und informiere sie dann darüber, dass die Hose nass wird, wenn sie jetzt einfach laufen lässt. Effekt: Ein paar Mal eine nasse Hose und dann der Lerneffekt, dass das doof ist. Sie verlangt manchmal eine Windel (und zwar „die grüne! nicht blaue, will die grüne *off*indel!!!“), aber wenn sie keine anhat oder keine da ist, bleibt sie jetzt meist trocken.

Und so puzzlern wir uns Stück für Stück wieder zur Windelfreiheit…wir werden sehen, wie es weitergeht :).

puzzle

Montags-Mantra: "Pflüge dein Feld!"

Manche Dinge muss man einfach TUN.

In den USA habe ich mal eine Postkarte gekauft mit dem Text: Du kannst ein Feld nicht pflügen, indem du es im Geiste hin und herwälzt („You cannot plough a field by turning it over in your mind.“).

Manchmal stehen wir vor Aufgaben und grübeln und grübeln und grübeln und wollen es PERFEKT machen – und machen es dann gar nicht.

Ich hab mir zur Regel gemacht: Perfekt ist nicht nötig. Denn: Mit 20 Prozent meiner Arbeit erreiche ich 80 der Effekte. . Die restlichen 20 Prozent zu erreichen, muss ich unverhältnismäßig viel tun! Dahinter steht das Pareto-Prinzip: Mit 20 % des Aufwandes erreichen wir 80% der Effekte (schön erklärt und auch kritisiert hier)

Beispiele:

– Besuch kommt! Schnell aufräumen und Saugen – 80% Effekt. Man kann noch wischen und staubwischen, dann ist es perfekt, aber das sieht doch eh keiner ;).

– 6-Monats-Baby regelmäßig nach Essen und Schlafen abhalten – 80% der Windeln trocken. Jetzt kann man noch versuchen, zwischendrin ständig abzuhalten, um ALLE Windeln trocken zu halten, aber was für ein Aufwand!

Für mich führt 80/20 zu dem Mut, vieles einfach mal zu tun, um dann zu sehen: Hey, es MUSS nicht alles perfekt sein und vielleicht ist das in dem einen oder anderen Fall sogar erstaunlich gut. Also höre ich auf zu grübeln und tue es einfach.

Und so fängt sich auch windelfrei viel einfacher an: einfach mal versuchen. Einfach mal machen. Und dann weitersehen. Es muss nicht perfekt sein. Es muss nicht 100% windelfrei sein. Un-Perfekt ist völlig ausreichend :)!.

Gelernt habe ichs mal wieder von meinem Sohn, der mich vor einiger Zeit rief und sagte:
– Mama, schau mal, eine Ente!
– Eine Ente? Wo?
– Hier!

80 Prozent. Ich war platt. Völlig ausreichend!

ENTE

Rezension: Ben&Bella Learning English

Wir haben der Early Learning Group das Set „Reisen“ aus der Reihe Ben& Bella zum Testen bekommen. Ben&Bella ist ein Englisch-Lernprogramm für Kinder unter sieben Jahren. Es folgt der Immersionsmethode. Kinder lernen eine Fremdsprache dabei ähnlich wie die Muttersprache einfach durch hören, wiederholen, fragen.

Das Set kommt mit einer DVD mit Zeichentrickfilmen, Filmen mit „echten“ Schauspielern und von Kindern getanzten Liedern zum Thema. Außerdem mit einem Vorlesebuch, einem Begleitheft für Eltern und einem Stickerbook.

Ben und Bella Set

Wir haben uns gemäß der Anleitung zuerst mit dem Vorlesebuch beschäftigt, dann einige der DVD-Filme gesehen und anschließend das Stickerbook verwendet.

Ben und Bella gucken

Das Ergebnis gleich vorweg: Meine Kinder können jetzt „suitcase“, „bus“, „airplane“ und einige andere Englische Wörter sagen und verstehen. Die Idee, Kindern eine Sprache ohne Druck und Grammatik-Pauken beizubringen, finde ich nach wie vor sehr schön und artgerecht.

Wenn ich aber mittlerweile Buch heraushole, ruft mein Großer sofort: „Nicht das! Das ist total langweilig!“

Was ist passiert? Wir haben das Set in einer Phase bekommen, in der der Große sehr am Englisch-Lernen interessiert war (und sie dauert im Prinzip auch noch an). Wir haben also abends ein paar Mal das Buch gelesen. Auf Englisch las ich vor und die Kinder zeigten mir auf den Bildern, wo sie die Dinge finden, von denen im Text die Rede ist.

Dabei stellten sich für uns schnell zwei Dinge heraus:

a) die Idee, Vokabeln herauszugreifen und mit Bildern zu unterlegen (unten auf jeder Seite) funktioniert bei meinen Kids sehr gut. Sie verknüpfen Bild und Wort und lernen das Wort schnell.
Ben und Bella

b) eine Story braucht einen Spannungsboden. Die Geschichte von Ben& Bellas Reise jedoch hat keinen solchen – es gibt keine Hindernisse, keine Widersacher, keine Bösewichter. Es wird schlicht und einfach erzählt, wie Ben&Bella mit dem Bus zum Zug fahren und mit dem Zug zum Flughafen und dann losfliegen.

Der Geschichte fehlt es an einer Storyline Der Bus ist nicht verspätet, im Zug verlieren sie nicht ihre Fahrkarte, das Flugzeug ist nicht kaputt – es passiert einfach nichts. Das führt dazu, dass das Interesse meiner Kinder schnell abflaute. Das war schade, denn sonst muss ich jedes Buch mindestens ein Dutzend Mal vorlesen, bevor sie gesättigt sind.

Die Bilder im Buch machen mir zudem den Eindruck, als seien sie aus dem Zeichentrickfilm übernommen. Und das macht sie irgendwie… auch langweiliger. Auf zwei Seiten zwei Bilder zu haben, die sich praktisch nicht unterscheiden, ist für meine Kinder nicht lange spannend.

Ben und BellaBen und Bella

Ich dachte anfangs, dass das Vokabular zu komplex sein könnte, aber dies war definitiv nicht der Fall.

Die Filme sind nett, aber auch hier fehlt ein wenig der Spannungsbogen, die Zeichentrickfilme sind vorwiegend deskriptive Sequenzen. Allein in den Filmen mit echten Schauspielern – von denen einer zufällig ein Freund von mir ist 🙂 – finden sich Hürden, die überwunden werden müssen und Humor, den die Kinder teilen.

Insgesamt hat das alles dazu geführt, dass die Kids am Ende nur noch die Filme sehen wollten und das Buch schon nach 5 Mal Lesen nicht mehr interessant genug war. Viel Spannender fanden sie die Deckelinnenseiten – da sind nämlich Vokabeln und Bilder noch einmal aufgeführt und wir haben uns ein lustiges Suchspiel dazu ausgedacht, das wir dann auch oft gespielt haben.

Ben und Bella Buch

Die Lieder auf der DVD habe ich kurz versucht, mit den Kindern nachzumachen, aber da hat evtl. einfach mein Unterhaltungstalent nicht gereicht, sie waren jedenfalls nicht zu begeistern. Als ich versuchte, beim Stickerbook auch nochmal Englisch einfließen zu lassen, wurde ich schon genervt zurechtgewiesen. Der Zauber war verflogen. Ich fand das sehr schade, da ich den Ansatz und die Idee an sich toll finde und auch die Bücher grundsätzlich prima gemacht sind.

Da wir eher bücherlastig sind, würde ich dennoch kein zweites Set bestellen. Für meine Kinder funktionieren stattdessen besser „echte“ Englische Kinderbücher mit einfachen Vokabeln (z.B. die Maisy-Reihe oder Todd Parrs Bücher), die eine kleine Geschichte erzählen oder Klappen haben, zu denen ich mir eine spannende Geschichte ausdenken kann.

SAMSTAG; Kleidermarkt im Hug and Grow

Shopping! Am Samstag verwandelt sich das Hug and Grow für einen Tag in einen wunderschön sortierten Second-Hand-Laden:

Samstag
11:00 bis 15:00

Unser Frühlings-Secondhandladen für einen Tag. Jede Menge tolle Baby- und Kinderkleidung bis Gr. 140, Umstands- und Stillmode, Spielzeug, Bücher und Zubehör von der Baywindel bis zum Laufrad.

Ab 14 Uhr gibts gleich die Stoffwindelberatung dazu!

Von uns sind auch ein paar Sachen dabei – der Erlös geht ans Artgerecht Projekt!

Happy Shopping!

Unser Snappi-Stoffwindel-Backup

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Wir sind fast am Ende der dritten Woche…

Zuerst ein kleines Geständnis: Die erste Öko-Wegwerfwindelpackung steht hier angebrochen. Für eine Familienfeier in einem Restaurant fand ich es dann doch praktischer, die WWW dabei zu haben. Abgehalten wurde Sohnemann trotzdem.

Wir spielen uns langsam richtig ein. Mehr reibungslose Treffer in Badewanne/Waschbecken/Töpfchen als nasse Windeln. Das Pipi-Strahl-Lenken gelingt mir immer besser. Kacka wird weniger, dafür breiiger (und weicht nicht mehr sofort die gefaltete Stoffwindel total durch). Somit können die mehr reinen Pipi-Pannen-Windeln einfach zum Trocknen übergehangen werden und kommen einfach zur normalen hellen Wäsche in die Waschmaschine. Ich habe festgestellt, dass das 40°C-Energiesparprogramm für 1-2 Tage gelagerte Milchstuhlwindeln nicht ganz ausreicht. Es bleiben Schatten zurück.

Wir hatten einige Tage das Problem, dass er für vollen Bauch mit Luft genauso meckerte, wie als das er muss, was noch mehr Protest beim Abhalten zur Folge hatte. Also machen wir nun nach dem Stillen erstmal eine kleine Bäucherchenrunde. Ist er das Lüftchen dann los und meckert immer noch, dann ist es unsere Zeit zum Abhalten.

Unser Snappi-Stoffwindel-Backup zum schnellen Abhalten

StoffwindelSnappi verschließtStoffwindelSnappiStoffwindel geöffnetAbhalten über dem TöpfchenStoffwindel wieder verschlossen

Die Stoffwindel habe ich wie hier gefaltet. Diese wird mit einer Snappi zusammengehalten. Zum Abhalten hake ich den unteren „Anker“ des Snappis aus, ziehe die Stoffwindelbahn hervor und klemme den losen „Anker“ nach oben weg. Das freie Stoffwindelende schlage ich nun nach hinten um und der Weg ist für das Geschäft frei. Gerne nutze ich das Stoffwindelende als Polster zwischen Kind und Töpfchen, so spare ich mir einen Töpfchenbezug. Wenn alles erledigt ist, schlage ich die Stoffwindel wieder nach vorne und schiebe das freie Ende jetzt als oberste Lage unter die Snappi und hake den „Anker“ wieder in den Stoff ein.