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Webtipp: NeueKinder.de

Neuekinder.de

Die Website von Tobi und Kate gibt einen Überblick über Stillen, Tragen, Windelfrei und Körperkontakt.

Was ich an der Seite besonders mag: Sie gaukelt keine fertigen Rezepte vor, sondern motiviert Eltern, in sich hineinzuhören und auf ihre Kinder zu hören. So wie Kate es von sich selbst erzählt:

Ich lernte daraus,
noch mehr in mich hineinzufühlen,
wenn mich jemand nicht nur in Bezug auf mein Kind
von etwas zu überzeugen versuchte.

Lesenswert!

Sommerfest bei Sanni

Auf dem Sommerfest bei Sanni im Outdoorzentrum habe ich Kate und Tobi kennengelernt. Sie sind die Autoren der Website NeueKinder.de!

Neuekinder.de NeueKinder.de - Tobi und Kate

Sie machen nicht nur schöne Websites, sondern auch tolle Videos und hatten jede Menge Musikinstrumente mit – bis hin zu Kates elektrischem Bass inklusive batteriebetriebener Verstärkerbox. Tobi hatte seinen „Sack“ dabei – eine Tasche voller Rhythmusinstrumente, mit denen er vor allem die Kinder begeisterte. Und so saßen wir rasselnd, klampfend und singend jeden Abend ums Lagerfeuer vor unseren Tipis und das Leben war einfach nur herrlich.

Tipis im Outdoorzentrum

Auch Sanni habe wir dort endlich wieder getroffen! Sie lebt mit Manni und den Kindern im Sommer im Outdoorzentrum im Baumhaus – traumhaft. Ein idealer Ort für Kinder, an dem die Kinder in der Natur sein können, jede Menge spannende Dinge für die Großen und viele Tiere für die Kleinen (Pferde, Esel, Hühner, Pfauen, Katzen, Karnickel…). Dass die Kinder windelfrei herumlaufen durften (Sannis Kleiner ist ja mit von der Partie), ergab sich quasi von selbst, wer hat auch schon mal kleine Indianer in Windeln gesehen ;)? Wir fühlten uns ein Wochenende lang selig und ausgesprochen artgerecht gehalten!

Sanni in Deutschland

Besonders gefreut hat mich, dass Bettina sich auf den Weg zu uns gemacht hat und wir so einen nachmittag lang über alternative Betreuungsmöglichkeiten, Windelfrei-Websites und Homeschooling philosophieren konnten :).

Bücher verschenken lohnt sich doch!

Kennt Ihr das? Jemand schenkt Euch ein Buch, was er Euch ganz dick empfiehlt. Ihr stellt es in den Schrank, wo es erstmal eine Weile herumsteht und Euch vorwurfsvoll anschaut. Dann landet es irgendwann, je nachdem wie wichtig Euch Bücher sind, entweder auf dem Müll oder im Keller. Daher verschenke ich eigentlich ungern Bücher. Neulich habe ich es aber doch wieder getan und einer sehr guten Bekannten Gonzales „In Liebe wachsen“ geschenkt. Ich wollte sie einfach in ihrem Gefühl bestätigen und gleichzeitig unterhalten – und dafür eignet sich Gonzales einfach unglaublich gut. Tja, mein Geschenk blieb nicht ohne Wirkung:
Bücher verschenken lohnt sich doch! weiterlesen

Statistik

Wir haben seit der Rückkehr aus den USA (Ende April) bis jetzt genau 1 Paket Moltex Ökos verbraucht, also 42 Windeln in ca. 90 Tagen. :). Die von dem durch Windelfrei gesparten Geld gekauften Nutellagläser stapeln sich mittlerweile nicht nur im Keller, sondern auch unterm Dach ;).

Eine tolle Statistik ist hier von Michi:

http://kleine-griebe-luisa.unsernachwuchs.de/statistik.html

Zur Info, was man in den ersten Wochen so braucht und wie Windelfrei den Windelverbrauch langfristig doch senkt. Bei Ihnen von 45 auf 19 Windeln pro Woche.

To Signal or not to Signal II

Noch ein Gedanke bezüglich der Signale: Natürlich geht es auch Signalgeräusch, die Kinder erkennen ja an Ort, Gefäß und Position, dass jetzt WC-Zeit ist (man erinnere die Säulen von Topffit: Intuition, Signale, Timing, Position, Ort).

Wir haben für uns jedoch festgestellt, dass es doch eine Gelegenheit gibt, zu der das Signal höchst nützlich ist: Nämlich auf dem Töpfchen. Ich hätte es ihm vielleicht vormachen können…aber es war wirklich super einfach, einfach das „ssss“ zu machen und er wußte sofort, worum es bei dem neuen, blauen „Hocker“ ging ;).

Zwergensprache? So ein Schmarrn!

Also was mich angeht – ich hielt Zwergensprache für so ein neumodisches Zeugs für Prenzlauer-Berg-Muttis, die nix anderes zu tun haben, als ihren Babies schon frühzeitig ordentlich Leistungsdruck zu machen. Hielt? Ja, hielt. Bis mein Sohn mir selbst gezeigt hat, dass neumodisches Zeugs genau das ist, was er total toll findet.

Ich hatte ihm – etwas halbherzig – schon einige Zeit mal ein paar Zeichen vorgemacht und er hatte ebenfalls halbherzig manchmal etwas gemacht, das man als das Zeichen für Stillen (Hand auf und zu) hätte interpretieren können oder auch nicht. Irgendwann hatte ich aufgegeben: Meinen Sohn interessiert das nicht und mich ja eigentlich auch nicht. Neumodisch halt.

Bis ich beim Kind einer Freundin fasziniert sah, wie gut und freudig sich der 16 Monate alte Zwerg mit seinen Händen verständigte. Er zeigte das Flugzeug, das er gehört hatte, kommentierte, wenn ihm ein Geräusch zu laut war und warnte vor Motorrädern, weil die ja „heiß“ sein können. Ich war platt. Mein Kind tat nichts dergleichen, schaute seinem Spielkameraden aber mindestens so fasziniert zu wie ich.

Ich beschloss, einen letzten Versuch zu wagen. Eine Freundin gab mir den entscheidenden Tipp: Zwergensprache? So ein Schmarrn! weiterlesen

Wir können das im Schlaf

Immer wieder werde ich gefragt:

Nachts abhalten? Ist das nicht viel zu anstrengend?

Ja, manchmal ist es mir zu anstrengend. Und dann trägt er nachts eine Windel, die er auch mehr oder weniger kommentarlos benutzt. Aber meistens ist es völlig okay. Es ist ja nur noch ein Mal. Bis elf bin ich meistens eh noch wach, halte ihn also ab, bevor ich schlafen gehe. Und dann eben ein Mal nachts so gegen vier. Der Gedanke, dass er – besonders jetzt im Sommer – die ganze Nacht in der Windel verbringt, nur weil er ein einziges Mal macht, der nervt mich. Das erscheint mir so unnötig.

Und nachts zeigt sich auch, dass all das Gerede von Babies-haben-keine-Kontrolle irgendwie unglaubwürdig ist. Ich meine: Er weckt mich, wenn er muss. Er wartet, bis ich ihn ausgezogen habe. Und er wacht dabei nicht auf. Soll mir mal einer erzählen, die können vor 24 Monaten nicht entscheiden, wann sie machen. Mein – sonst eher völlig unwunderkindmäßiges – Kind kann das – sogar im Schlaf.

(Und ich übrigens auch, ich werde kaum wach und schlafe sofort hinterher weiter.)

Welt-Still-Woche

Claudias Posting kommt genau zur richtigen Zeit: Es ist Weltstillwoche!

In Deutschland allerdings erst im September.

Das Motto der Weltstillwoche 28.09. – 04.10.2009 lautet
„Stillen ist lebenswichtig! Bist Du dabei?“

Info-und Aktions-Pakete für alle, die Frauen oder Institutionen über die Wichtigkeit des Stillens informieren möchten gibt bei der Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen oder beim Hebammenverband.

Weibliche Perspektive zur Sicht des Mannes auf die stillende Brust

Stillen, Tragen, Kinder ohne Windeln, Familienbett – attachment parenting oder – auf Deutsch – die Familie, die sich voll und ganz auf die Bedürfnisse ihres Nachwuchses einstellt, ist Thema dieses Blogs. So weit, so klar. Seit ein paar Tagen allerdings frage ich mich: Stellen wir, die Autorinnen hier und an anderen Stellen im Familienteil des Internets, nicht allzu häufig die Frau und das Kind allein in den Mittelpunkt und vergessen den Mann.

Nachdenklich gemacht hat mich ein Posting von Philippe Zweifel über „Die Schreckensherrschaft stillender Brüste“. Allerdings nicht so sehr des Postings wegen, sondern vor allem wegen der zum Teil wütenden Diskussion, die in den Kommentaren entbrannt ist. Deshalb an dieser Stelle eine weibliche Sicht auf die Sicht des Mannes. Ich kann mich nämlich gar nicht so aufregen, wie einige der Kommentatorinnen.

Betrachten wir folgende Situation: Frau in Elternzeit, Mann geht arbeiten, Familienkonzept attachment parenting. Setzen wir zudem voraus, dass der Vater sein Kind über alles liebt, dass er seine Frau in allen Belangen unterstützt (Langzeitstillen, windelfrei, tragen, Familienbett…), dass er seiner Frau den Rücken freihält, um die Erfüllung dieser Belange zu ermöglichen, setzen wir voraus, dass er das Familieneinkommen verdient, damit seine Attachment-parenting-Familie leben kann. Was wir sehen, ist ein Vater, wie wir, die Frauen mit den Windelfrei-Kindern, ihn uns wünschen, ein Vater unserer Zeit, der gerne Vater ist, wahrscheinlich sogar gerne noch mehr Vater wäre, der aber, weil er eben arbeiten geht und das Kind von seiner Frau gestillt wird, nicht so zum Zuge kommt, wie er es gerne hätte.

Unser Vater kommt abends nach einem Arbeitstag, der häufig genug länger als die tariflich vereinbarten acht Stunden dauert, nach Hause, die Hütte brennt, sprich ein, zwei oder mehr Kinder nörgeln, maulen oder weinen – weil abends alle durchhängen – der Vater übrigens auch. Die Mutter drückt ihm dankbar den Nachwuchs in die Hand mit den Worten: „Puh, ich brauch grad mal ’ne Pause!“ Auch das versteht unser liebender und mitfühlender Vater, und er verschafft seiner Frau eine Verschnaufpause. Er hat den schreienden Säugling auf dem Arm, aber Vaterfreuden können nur bedingt aufkommen, denn eigentlich will das Baby nur die Brust, die er nicht hat. Er versucht kleine Spielchen, trägt das Baby in der Manduca, aber das täuscht alles nicht darüber hinweg, dass hier eigentlich nur die Mutter helfen kann. Das Baby ist müde und kann nur an der Brust einschlafen (ist ja ein „attached child“), und die hat er nicht.

Gerade in einer Familie, in der feeding on demand praktiziert wird, hat es der Vater häufig schwer, Nähe zu seinem Kind aufzubauen. Das geht nur, wenn der Nachwuchs ausgeschlafen und gut drauf ist. Unser Vater aber hat Verständnis, nutzt die Intervalle, die sein Kind ihm gibt, nur wenn das Kind alle zehn bis 30 Minuten seinem natürlichen Saugbedürfnis nachgehen will, dann bleibt die enge Mutter-Kind-Bindung nicht aus. Ob der Mann will oder nicht, so bleibt er doch oft außen vor.

Ich glaube manchmal, wir wollen die Eier legende Wollmilchsau: Unser Partner soll uns den Rücken freihalten, uns unterstützen, das Einkommen hereinfahren, damit wir Frauen uns ganz den kindlichen Bedürfnisse des ersten Jahres widmen können. Außerdem soll er ein moderner Vater sein, der nicht nur seine Pflichten ernst nimmt, sondern auch noch liebevoll ist – und obendrein Feuerwehr spielt, wenn der Laden droht, in die Luft zu fliegen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass auch der Mann zunehmend in eine Doppelrolle aus Job und Familie gerät.

Die Frauen dagegen, ganz sicher die, die sich für attachment parenting entschieden haben, steigen dagegen aus dem Job aus und in die Familie ein. All ihre Kraft widmen sie dem Kokon Mutter-Kind. Klar ist das auch wahnsinnig oft wahnsinnig anstrengend, aber es ist eben auch ganz besonders erfüllend, unter anderem auch körperlich. Klar soll der Mann Verständnis haben für die hormonellen und emotionalen Veränderungen bei der Frau, aber haben wir Frauen auch ausreichend Verständnis für den (körperlichen) Frust des Mannes? Haben wir ausreichend Verständnis für die Traurigkeit eines liebenden und liebevollen Papas, der mit ansehen muss, wie sein Kind sich nur von der Mama trösten lässt, sich nur von der Mama ins Bett bringen lässt, weil es nur an der Brust einschläft – weil es dort einschlafen darf? Und schließlich, wünschen wir uns nicht Partner, die es schaffen, über ihre Gefühle zu sprechen, uns ihre Ängste, Sorgen und Wünsche zu vermitteln?

Für mich folgt daraus: Ich kann verstehen, wenn ein Vater wie Philippe Zweifel, der sich aufgrund der engen Mutter-Kind-Bindung 14 Monate lang als Ansprechpartner zweiter Klasse empfunden hat, nun das Abgestilltsein seines Kindes als Befreiungsschlag empfindet, hat er doch nun endlich die Chance, der Vater zu werden, der er immer schon sein wollte.