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Celebrate Geborgenheit – Julia Dibberns Website online!

Sie tat geheimsnisvoll. Und war busy. Seit Wochen kriegt man Julia kaum noch ans Telefon, Mails sind kaum je mehr als zwei Zeilen lang und sie ist immer schrecklich beschäftigt. Aber ich weiß ja, wenn Julia etwas ausbrütet, dann lohnt sich das Warten. Und jetzt ist es soweit!!

Julias neue Website ist online auf www.juliadibbern.de. Wer gleich reinschaut, hat vielleicht Glück und erwischt noch ein kostenloses „Montagscoaching“ (25 Min. kostenloses Coaching von ihr), ihr könnt auch einfach schnell eine Glückskarte ziehen, erfahrt alles über ihre Bücher und – juchuh! – bald gibt es auch Online-Kurse für alle, die nicht zu Workshops kommen können.

Großes Kino, Julia. Life is good.

Montags-Mantra: Druck erzeugt Gegendruck

Druck erzeugt Gegendruck. Bei uns klingt das so:

„Heb das bitte auf!“
„Nein, ich will nicht!“
„Du hast es heruntergeworfen, heb es bitte wieder auf.“
„Nein! Du!“
„Nein, ich kann gerade nicht und ich sehe es auch nicht ein.“
„DOCH! DU!!!“
„Nein, ich…“

So kann das noch zehn Minuten weitergehen. Bis einer – meist der Kleinere von beiden – weint. Wenn dann einer – meist der Größere von beiden – noch etwas vor hat, übermüdet oder ohnehin gestresst ist, kommt es zu Streit. Am Ende hat keiner gewonnen, es liegen meist noch mehr Dinge auf dem Boden und die Stimmung ist im Eimer.

Ich habe ziemlich lange gebraucht, um es zu kapieren. Druck erzeugt – zumindest bei meinem Kind – Gegendruck.

Heißt das, dass ich alles aufhebe, was er herunterschmeißt? Nein. Er hebt es selbst auf. Und das geht so:

„Heb das bitte auf.“
„Nein, ich will nicht.“
„Du hast es heruntergeworfen, heb es bitte auf. Wir treten sonst drauf oder jemand tut sich dran weh oder es geht kaputt. Das ist doof.“
„Nein! Du!“
„….“
„NEIN! DU!!!! JETZT!!!“
„…“

Ich tue einfach – nichts. Und sage einfach – nichts.

Und dann mache ich etwas anderes. Und etwa drei Minuten später hebt er es auf. Einfach so. Bringt es in den Müll oder wo immer es hingehört. Manchmal ohne Kommentar, manchmal sagt er „Siehst Du, jetzt ist es aufgehoben“ und ich sage artig „Danke, ich freue mich“ und gut ist.

Grmpf. Druck erzeugt Gegendruck. Das Tao sagt, dass Nichtstun die Tat des wahren Kriegers ist – sei wie das Wasser. Und das gilt auch für mein Kind.

Wieso habe ich so lange gebraucht, um das zu kapieren? Und es passiert mir immer noch, dass ich genervt bin und will, dass er JETZT macht, was ich will, dass er es JETZT wegräumt, JETZT aufhebt, sich JETZT die Zähne putzen lässt…. Dabei weiß ich, dass ich niemals aggressiv zu einem aggressiven Kind sein soll. Seufz. Ich bin so Mensch…

Aber er übt geduldig mit mir, jeden Tag. Und zeigt mir jedes Mal, dass ich mich auf ihn verlassen kann, wenn ich den Mut habe, mich auf ihn zu verlassen. Daher versuche ich, mir an schweren Wegkreuzungen zu sagen „Druck erzeugt Gegendruck“ und dann einfachmaldieklappehalten tiiiiief durchatmen und waaaarten.

(Danke an meine Mama für dieses Mantra!)

(Was ist das Mama-Mantra? hier

weitere Mantras: Jeden Tag a bissle, Wasch Dich!, Habe ein Fertigessen, Tue es jetzt!, Dannistdashaltso.de, Routine ehren, Schau nicht auf den Baum!, Reffe! Jetzt!, Prioritäten-Liste, Erst das Wichtige…, Kind, Du bist nicht schuld, , Nichts ist weicher und stärker als Wasser, Diskutiere nicht mit einem müden Kind, Diskutiere nicht mit einem hungrigen Kind.)

Rabatt-Aktion beim Abhalteladen

Na, noch Weihnachtsgeld in der Schublade? Kristina macht gerade Rabatt-Aktionen im Abhalteladen! Ich habe dort gerade einen Abhalte-Freundlichen-Wollanzug erstanden (folgt) und kanns nur warm empfehlen.

Die Aktionen derzeit:
bis 15.01.12 Schlupfhemden um 8 % reduziert
vom 16.01.12 bis 29.01.12 Pullis und Shirts um 8 % reduziert
und ab 30.01.12 gibts wieder vergünstigte Babystulpen

Happy Shopping 🙂

nica

Artgerecht-Projekt – Was war, was wird, wo wir uns treffen

Liebe Freunde, Leser und Unterstützer des Windelfrei-Blog und des Artgerecht-Projektes,

euch allen ein fröhliches, liebe-volles, inspirierendes, artgerechtest neues Jahr! Ich hoffe, ihr seid gut hineingekommen und habt Kraft und Energie für eure Pläne und Träume! 🙂

2011 hat sich das Blog zum Zentrum des Artgerecht-Projektes gemausert und erstmals können wir etwas bewegen, könnt ihr mitmachen und 2012 geht es richtig los! Also erst die Pläne für 2012 und dann für die Interessierten die wilden Ereignisse des vergangenen Jahres. Artgerecht-Projekt – Was war, was wird, wo wir uns treffen weiterlesen

Jesus war ’ne Hausgeburt…

…wenn man im Stall von „Haus“ sprechen kann. Und wahrscheinlich mehr oder weniger eine Alleingeburt, zumindest ist nichts von einer Hebamme bekannt und was Joseph genau gemacht hat, kann mir hier keiner sagen. Schöner Comic dazu auf dem Alleingeburtsblog: Vor dem Stall steht ein Krankenhaus-Geburtsteam und stellt fest: „Sie sagen, sie brauchen uns nicht.“

Nice.

Fröhliche Weihnachten allerseits!!

Parenting Card: Gib deinem Kind Zeit, Neues zu lernen

time to learn

„Gibt deinem Kind Zeit, neue Dinge zu lernen.“

Hahaha. Eltern sollen weder vorzeitig in Panik ausbrechen noch krankhafte Verzögerungen übersehen. Wie macht man das, liebe Jan?

Unsere Kleine aß nicht. Der Große drehte sich nicht. Manch anderes Kind spricht nicht. Jedenfalls nicht dann, wenn es die Entwicklungstabellen vorschreiben. Für Eltern sind solche Situationen häufig mit Stress verbunden.

In der AP-Szene ist es ziemlich verpönt, sich Sorgen zu machen. „Lasst den Kindern ihre Zeit“, flötet es aus aller Munde. Wir rühmen uns, nicht an leistungsorientierten Gesprächen a la „meine dreht sich aber schon seit drei Tagen!!“ teilzunehmen.

Ich stehe voll hinter dieser Haltung. Und mahne doch zur Vorsicht.

Das Kind von Bekannten aß plötzlich keinen Brei mehr und hörte auf, sich zu drehen. Der Kinderarzt riet, mit mehr „Nachdruck“ zu füttern und motorisch etwas mehr herauszufordern. Die kluge Mutter holte sich eine zweite Meinung. Es kam heraus, dass das Kind an einer seltenen, schweren Krankheit litt.

Ein anderes Kind aß viel zu wenig und wuchs kaum. Damals hatte ich von Kindern keine Ahnung und sah hilflos zu, wie die Eltern in großer Sorge von Arzt zu Arzt liefen und schließlich ohne Ergebnis einfach resignierten mit der Aussage, dass das Kind wohl einfach wenig Appetit hätte. Mit dem, was ich heute weiß, hätte ich zumindest erzählen können, dass auch eine Bindungsstörung zu Essverweigerung führen kann.

Eine Blog-Leserin schrieb mich vor Monaten an, weil ihr 15 Monate altes Kind immer noch voll stillte. Ich antwortete vorsichtig und riet zu professioneller Hilfe – mit einer Gedeihstörung ist nicht zu spaßen. Es stellt sich heraus, dass das Kind seinen Zungenstreckreflex nicht abgelegt hatte, was offenbar schon durch eine starke Erkältung mit viel Schleim im Rachen ausgelöst werden kann. Der Reflex ließ sich logopädisch behandeln und schwups fing das Kind an zu essen.

Warten kann gefährlich sein. Oder wichtig.
Hier: 11 Monate lang so gut wie kein Interesse an Essen. Doch seit die Vorderzähne durchgebrochen sind, vertilgt sie schier unfaßbare Mengen an fester Nahrung… Der Große dreht sich spät, läuft spät – und ist jetzt im Kindergarten bekannt als extrem sicherer Kletterer, spielt souverän mit seinem Skateboard, ist motorisch kaum zu stoppen. Ein anderes Kind spricht ewig nicht – und haut dann von einem Tag auf den anderen ganze Sätze raus.

Der Grat ist schmal. Balanciert. Hört auf eure Intuition (es ist euer Kind, niemand kennt es so gut wie ihr), haltet Augen und Ohren offen, geratet auf keinen Fall in Panik. Informiert euch. Gebt eure Selbstverantwortung nicht am Anmeldetresen des Kinderarztes ab.

Gebt eurem Kind immer Zeit, neue Dinge zu lernen…

So macht Kochen mit Kindern Spass – heute: Brokkoli-Auflauf

Brokkoli-Auflauf zum Abendessen – schnell und lecker. Setzt die Kids nicht vor den Fernseher, nehmt sie mit in die Küche! Es macht Spass und hat mehrere Vorteile:

a) der Große kocht mit – und ist nicht außer Sichtweite (denn ist er außer Sichtweiter, macht er so kreative Sachen, wie sich mit dem klebrigen Rest des Läusesilikonzeugs zu übergießen – „ich dachte, das wäre Shampoo…?!“)

b) der Große isst mit – sein Schlachtruf ist ja derzeit: „Ich esse kein Gemüse!!!“, aber wenn er selbst gekocht hat, isst er auch Dinge, die er sonst verschmäht.

c) die Kleine schläft hinterher wie ein Bär (also: nach dem Essen), weil es einfach sooo spannend ist

d) Kochen ist wie Ergotherapie – die Kinder lernen unglaublich viel dabei.

Wer schon länger mitliest, kennt ja die „Therapeutischen Pancakes“ für unabgehaltene, schlecht gelaunte Kleinkinder.

Heute also Brokkoli-Auflauf. Man braucht: 250 gr. Nudeln, 1x Sowas-ess-ich-nicht-Brokkoli, Butter, viel Sahne, 1 Ei, 1 Mozzarella, etwas Gemüsebrühe, Überback-Käse (Gouda/Emmentaler), Kerzen, eine Prise Geduld, ca. fünf Wischlappen und ein bis zwei heiß geliebte Kinder.
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Parenting Card: Sei ein Beispiel – oder manchmal besser nicht

Be an Example

„Sei deinem Kind ein Beispiel“

Die Parenting Card dieser Woche erinnert mich daran, dass es laut Karl Valentin „keinen Sinn hat, Kinder zu erziehen, weil sie uns ohnehin alles nachmachen“.

Und es ist die richtige Card, um uns selbst immer und immer wieder, an die eigene Nase zu fassen:

Warum fährst Du deine Schwester schroff an? Warum schmeißt du die Sachen einfach so hin? Wieso willst Du bitte kurz vor dem Essen noch Schokolade??

Die schlechte Nachricht: Sie machen es, weil wir es tun. Weil wir manchmal die Kinder schroff angehen, weil wir auch mal nach Hause kommen und erschöpft alles fallen lassen, weil ich beim Kochen schnell was zwischen meine Zähne schiebe vor Hunger. Deshalb.

Weil sie nachmachen, was wir auch machen. Weil sie nachmachen, was ich mache. Weil sie nachmachen, was sie sehen/hören/fühlen.

Die gute Nachricht: Natürlich machen sie unsere „schlechten“ Eigenschaften und Angewohnheiten nach (Nutella…). Aber auch die guten!! Warum streichelt er seine Schwester liebevoll, wenn sie sich wehgetan hat, warum verschenkt er in Handtücher eingepackte Spielsachen, warum fragt er höflich „Kannst du mir bitte…“, warum hängt er immer, immer seine Jacke an den Haken? Weil ich’s auch mache.

Yeah.

Weitermachen. Die Veränderung leben, die man sehen will. Noch ne gute Nachricht: Es ist nicht alles verloren. Er hat aufgehört, seine Schwester blöd anzumachen als ich aus dem schlimmsten Schlafentzugstief raus war – und meinerseits nicht mehr so oft unwirsch wurde. Sie lernen schnell. Sie erholen sich mit uns von schweren Tagen.

Merke: Kinder sind großartig. Alles andere sind und bleiben: Benutzerfehler. Allen ein schönes WE!!

Babys: Laufen mit 9 Monaten?

Immer wieder höre und lese ich, dass Babys „in Afrika“ viel früher laufen als in Europa oder den USA. Aber wo genau? Und wie kommt das? Bisher konnte mir niemand etwas dazu sagen. Jetzt habe ich endlich eine Spur.

In meinem neuen Buch „Hunter-Gatherer Childhoods“ gibt es einen Aufsatz von Akira Tadara über Mutter-Kind-Verhalten bei den !Xun (einer Untergruppe der !Kung San).

Sie berichtet dabei von den Ju/’hoan und einer speziellen Gymnastik, die sie mit den Babys machen: Sie halten sie schon wenige Wochen nach der Geburt mehrmals täglich unter den Armen auf dem Schoß und lassen sie dort stehen oder auf und ab springen. Es soll die Babys beruhigen und erfreuen. Tadara schreibt, dass durch dieses „Training“ der Schreit-Reflex nicht verschwindet und die Kinder früher laufen lernen.

Bei uns heißt es immer, der Reflex würde mit ca. 3 Monaten einfach komplett verschwinden. Das stimmt offenbar nicht. Wenn man die Kinder „trainiert“, bleibt der Reflex erhalten. Die Forscher gehen davon aus, dass das Tragen und Trainieren der Kinder zu einer früheren Neuromotorischen Entwicklung führt (sie zitiert hierfür Konnor 1976). Möglicherweise ist das deshalb so wichtig, so mutmaßt Tadara, weil Kinder eines nomadischen Volkes eben getragen werden müssen und daher früher laufen lernen sollen (Seite 290).

Die Ju/’hoan selbst gehen davon aus, dass ein Kind nicht von sich aus Krabbeln, Sitzen und Laufen lernt, sondern dass man dafür etwas tun muss. Sonst bleiben die Knochen „weich“, so sagen sie. Bei uns ist es genau umgekehrt: Man soll die Kinder nicht zu früh hinstellen, weil die weichen Knochen das noch nicht schaffen, habe ich oft gehört. Bei uns heißt es außerdem, man könne die motorische Entwicklung nicht beschleunigen. Kann man offenbar doch. Die Kinder sind nicht einfach so schneller, sondern es liegt am Training, resümiert auch diese Studie aus Kenya.

Das Schlagwort ist offensichtlich „‘African Infant Precocity“ – die „Frühreife afrikanischer Babys“. Wenn man danach sucht, findet man reichlich Artikel und Studien. (Den hier fand ich spannend, weil er mal „von innen“ beschreibt, warum diese Frühreife offenbar mit zwei Jahren stagniert und dann westliche Kinder überholen.) Wer sich ausführlich damit beschäftigen will, ein ausführlicher, spannender Artikel steht hier.

Mein Eindruck insgesamt: Klingt ein bisschen wie die Debatte ums Sauberwerden. Westeuropa sagt: Geht von alleine – und dann dauert das Sauberwerden eben länger. Und Afrika sagt: Muss man früh trainieren – und dann geht’s mit dem Trockensein eben schneller.

Hm. Ist es beim Laufen genau so?