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Montags-Mantra: Achte auf die Fehler-Effekte.

Robert Sutton, Professor an der Universität von Stanford, hat nach langem Forschen eine Liste erstellt, was einen guten Chef ausmacht. Es gibt einen Punkt darin, der mich berührt hat, als ich ihn las. Weil ich das Gefühl hatte, es trifft auch auf Familien zu:

One of the best tests of my leadership — and my organization — is „what happens after people make a mistake?“

Das ist auch in Familien eine interessante Situation. Was passiert, wenn unser Partner, wenn unsere Kinder einen Fehler machen? Wie reagieren wir?

Es ist interssant, mal darauf zu achten. Und zu überlegen, ob wir ein guter „Chef“ sind. Wir sind die Stärkeren, daran ändert auch unerzogen nichts. Aber sind wir auch gute Stärkere? Wie gehen wir damit um?

Anmeldebogen Artgerecht-Camp zum Herunterladen

Liebe Runde,

so, ich habs jetzt endlich. Hier ist der – von Susanne lesbar gemachte danke – Anmeldebogen. Da steht hoffentlich alles, alles drin, was ihr wissen wollt. Wenn noch Fragen offen sind, mailt mich an.

Ich geh jetzt mal schlafen *gäähn*. Die letzte Nacht war übrigens trockene-Windel-Nacht mit 2x abhalten, großes Kino. Aber das hat auch nur geklappt, weil ich fast die ganze Zeit wach war und an der Anmeldung gebastelt hab… Nur bedingt dauerfähig, das Modell ;).

Ich freu mich auf euch und überhaupt – das Leben ist schön!

artgerecht rocks
Eure nicAnmeldung_ArtgerechtCamp2012

Artgerecht Camps 2012 – Anmeldung ab jetzt möglich

Liebe Leser,

dies ist das Posting zum Artgerecht-Camp 2012. Ich lasse es jetzt mal eine Weile als „Post-it“ oben am Blog, damit Interessierte nicht jedes Mal suchen müssen. Das „eigentliche Blog“ beginnt direkt darunter. Die Infos und der Anmeldebogen zum Camp sind hier:
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Parenting Card zum Freitag: Schaffe einen schönen Moment…

Die heutige Card ohne Bild (wo isses? ich finde es gerade nicht und die Kamera ist futsch…), aber der Text lautet:

Create a cherished moment today

Wenn die Kids krank sind, nehme ich mir jeden Morgen vor, mein Kind mindestens ein Mal an diesem Tag zum Lachen zu bringen. Als der Große seine große Eifersuchtsphase hatte – und wenn er sie wieder mal hat – dann nehme ich mir vor, ein Mal am Tag einen richtig innigen nur-Du-und-Mama-Moment zu schaffen. Und wenn ich selbst nicht gut gelaunt bin, dann gönne ich es mir: Einen Moment am Tag, der nur mir gehört und den ich bewußt und in vollen Zügen genieße…

Oft erinnere ich mich dann daran,
wie es mir als Kind ging. Ich erinnere mich an ganz kleine Momente, die meine Mama für uns geschaffen hatte. Es konnte so etwas nebensächliches sein wie Plätzchen backen oder gemeinsam darüber lachen, dass der Löwe im Zoo aus dem Käfig rauspinkelt (jaja, Kinderhumor ;)) oder gemeinsam morgens im Bett liegen und im Lexikon schmökern.

Es klingt wie ein Tropfen auf den heißen Stein, aber steter Tropfen und so…

Und deshalb fahren wir jetzt raus und versuchen, trotz Wolken und unruhiger Nacht einen schönen Moment nach dem anderen zu schaffen. Yeah :).

Windelfrei mit dem zweiten Kind

Wie windelfrei’t es sich eigentlich mit zwei Kindern? Ist man beim zweiten Kind entspannter, gewitzter, genervter? Und überhaupt: Wie oft habe ich gehört: „Beim zweiten Kind machst Du so einen Quatsch nicht mehr, da hast du dann gar nicht mehr die Zeit!“ und ich dachte: Aber zum Wickeln hab ich Zeit?

Fakt ist: Wir machen es wieder. Und ja, es ist anders mit zwei Kindern.

1. Routine ist entspannend :). Ich bin viel entspannter und routinierter oh Wunder. Während ich beim ersten Kind noch ständig bei Laurie Boucke in „Topffit“ geblättert habe, ruft mein Hirn jetzt vieles von alleine ab: „Ah, eine Streikphase, das kenne ich, ah, Rhythmusänderung, das kenne ich etc.“ Ich sehe die Zeichen besser, auch wenn sie sich ändern. Sie signalisiert eigentlich gar nicht mehr außer in der Manduca (da will sie panisch raus) oder nachts (sie nuckelt und nuckelt und dockt nicht ab).

Ich weiß meistens, wann sie muss: Nach dem Schlafen, großes Geschäft nach dem Vormittags- oder Nachmittagsschlaf oder (wenn sie’s bis dahin nicht gemacht hat) nach dem Mittagessen. Ich sehe sogar, dass sie gerade oder gleich macht, wenn sie eine Windel anhat. Irgendwie gehört es jetzt wirklich zur Wahrnehmung dazu, wie ihr Hunger und ihre Müdigkeit. Trotzdem verpasse ich viel, denn…

2. Ich halte seltener ab. Ich habe definitiv nicht soviel Zeit. Das heißt zwar nicht, dass ich Zeit fürs Vollzeitwickeln hätte, aber ich bin weniger aufmerksam als beim ersten Kind. Ist halt noch ein zweites da. Daher haben wir – gefühlt -mehr nasse Hosen, mehr Unfälle. Gleichzeitig habe ich so gut wie nie ein Kind, dass ich vergebens abhalte, weil ich nicht mehr wie früher ständig schaue, ob doch was kommt. Das hat auch Vorteile, denke ich, sie ist bisher so gut wie nicht genervt.

3. Der Rhythmus ist anders. Beim ersten habe ich an Teilzeit-Windelfrei-Tagen vor allem nachmittags windelfrei gemacht, weil sie nachmittags seltener müssen. Jetzt ist es eher so, dass ich die Kleine vormittags auf jeden Fall windelfrei lasse, nämlich wenn der Große in der Kita ist. Am nachmittag sind wir häufig unterwegs und ich hab dann zwei Kinder, da trägt sie meistens eine Windel oder Backups.

4. Die Ökobilanz scheint uns miserabel. Ich dachte ja am Anfang von windelfrei, dass wir damit wirklich sehr viel umweltfreundlicher sein werden. Bei uns ist das derzeit eher nicht der Fall. Der Große ist zwar schon seit zwei Jahren trocken, aber derzeit waschen wir ca. 1x pro Woche die Bettwäsche, weil doch von einem der beiden was naß geworden ist. Das fühlt sich nicht mehr so wahnsinnig toll öko an. Ich hab’s nicht ausgerechnet, ob es die gesparten Windeln wieder wett macht. Aber ich frage mich das dennoch manchmal…andererseits sind es am Ende wahrscheinlich ca. 2000-2500 Windeln, die wir nicht benutzt haben, das ist schon ne Menge…

5. Wir brauchen mehr Windeln. Eine Windelpackung pro Monat? Davon kann ich derzeit nur träumen. Wir, brauchen derzeit oft 1 Packung für ca. 7 bis 10 Tage, als es im Herbst noch so warm war hielt sie auch mal 3 Wochen. Ich halte nachts z.B. zwar ab, aber sie trägt trotzdem meistens Windel, weil ich einfach oft so müde bin (und in den Backups schwitzt sie wie verrückt, in der Windeln nicht *grübel*). Und tagsüber gibt es soviele Situationen, in denen ich wirklich keine nasse Hose brauchen kann. Doof das. Aber isso.

6. Ich habe mehr Hilfe. Da alle in der Familie und um uns herum jetzt ebenfalls schon windelfrei-Erfahrung haben, halten Papa, Oma und enge Freunde die Kleine viel mehr ab als sie das beim Großen gemacht haben. Das ist toll.

7. Wir sind immer noch mit kleinem Gepäck unterwegs, im Alltag und auf Reisen. Es ist immer noch wahnsinnig praktisch. Ich habe bis heute keine „Wickeltasche“, keine Wundseincremes, keine Unterlagen etc. Nie vermisst. Nie gebraucht.

Insgesamt machen wir es einfach. Ich mache mir mir keinen Kopf drum, wir halten sie halt einfach ab, sobald sie aufwacht und wann immer wir denken, sie muss mal. Wir lächeln, wischen und waschen, wenn wir es verpassen. Wir wickeln, wenn wir keine Aufmerksamkeit für sie haben.

Ich habe ich das Gefühl, dass sich windelfrei so anfühlen könnte, wenn man einfach damit aufwächst, dass man Babys nunmal abhält, wenn sie müssen. Das ist schön. Es fühlt sich sehr entspannt und natürlich an. Und es ist eigenartig, dann all die Babys zu sehen, die nie jemand abhält, die alles in ihre Windel machen. Wenn man es mal raus hat, ist es so einfach. Und ich könnte mir vorstellen, wenn wir es beieinander sehen würden und aus der Familie so kennen, dann würde sich keinen Mensch einen Kopf drum machen, ob und wie und warum.

Wir würden unsere Babys einfach abhalten. Punkt. Eines Tages wird es wieder so sein. Bis dahin – artgerecht-Projekt!

Montags-Mantra: "Erst denken, dann reagieren"

Gestern sah ich eine Mutter im Supermarkt mit einem schreienden, etwa dreijährigen Mädchen. Die Kleine brüllte und tobte, hüpfte und schrie. Die Mutter – kaufte ein. Ganz ruhig. Hin und wieder streichelte sie der Kleinen über den Kopf, sagte ruhig etwas zu ihr. An der Kasse standen sie hinter mir und ich bekam mit, dass die Kleine in den Wagen wollte. Nicht in den Kindersitz, sondern IN den Einkaufwagen. Der war aber schon voll und die Mama wiederholte das immer wieder, ruhig und freundlich: „Ich setze Dich gerne in den Sitz, magst Du? Nein? Hm, der Wagen ist leider voll.“

Ich war ziemlich beeindruckt. Und dann ging mir auf, dass ich genauso ruhig bin. Wenn ich meine Grenzen wahre. Heißt bei mir: Wenn ich frühzeitig entscheide und sage, was ich will, wie weit ich mitgehe und wo nicht mehr. Und mir das vorher überlege, bevor ich es meinem Kind sage. Erst denken, dann reagieren.
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Parenting Card: Finde den Humor

Find the Humor

Alle lachen, wenn Reinhard Mey singt: „Dies ist die Zeit wo ich an meinen Schreibtisch kann/ die Kleine malt mein Bein mit einem Filzstift an/und erledigt während eines kurzen Telefonats/ Durch Zerreißen die gesamte Post des Vormonats/ (…) Die Kleine pinkelt auf den Teppich die bringt mich ins Grab/ Vorher hol ich noch den Mittleren von der Schule ab/ Dann gibt’s Mittag und nen Streit, wer‘s erste Fischstäbchen kriegt/ Bis die Tränen fließen und es auf der Erde liegt die Kleine nießt mich an/ Und hat den Mund voll dabei/ Aller guten Dinge sind drei…“

Aber wenn es tatsächlich passiert – lachen wir dann auch noch? Wir sollten! Unbedingt!! Lachen baut Stresshormone ab, das wissen Menschen seit Urzeiten, wir haben es sogar wissenschaftlich nachgewiesen. Das gilt immer, nicht nur am Weltlachtag. Und lachen kann man lernen. Beim Lach-Yoga machen die Teilnehmer absurde Grimassen, um kindliche Unbeschwertheit zu fördern. Grimassen? Kinder? Richtig: Dazu brauchen wir keinen Kurs! Das können wir täglch mit unseren Kids machen. Kinder finden Grimassen super. Humor in stressigen Situationen wirkt Wunder.

Das Großartige an Kindern ist, dass sie sich über Kleinigkeiten vor Lachen ausschütten können. Absurde Ideen, unerwartete Wendungen, sanftes Kitzeln, maßlose Übertreibungen, – es braucht keinen Pointenschreiber, um kleine Kinder zum Lachen zu bringen.

Glas umgekippt? „Da kann ja ein Elefant drin baden!“ Bus verpasst? „Ha, komm, wir krabbeln hinterher, den kriegen wir locker!“ „Ich hau dich“-Anfall? „Echt? Oh! *Grimasse* ein Löwe! Er will mich beißen! *Grimasse* Fang mich!“

Aber vorsicht: Mein Sohn zumindest merkt sofort, wenn ich ihn einfach nur nicht ernst nehme. Und das findet er nicht witzig. Es muss auf Augenhöhe und echt sein. Veräppeln gilt nicht.

(Und wenn euch grad gar nicht nach Lachen zumute ist, empfehle ich den Lach-Yoga-Spruch: „Tu so als ob, bis es echt wird.“ Bei mir klingt das so: „Nein, ich will nicht, mir ist grad nicht nach Lachen, nein, hihihi, ach, manno, lass mich, ich will nicht lachen, das ist nicht witzig, ich *kicher* nee, wirklich, na gut, soo etwa *künstlichlach* *echtlach* du bist wirklich anstrengend *lach* okay, jetzt hast du mich, aber …na warte…*kitzelattacke* … *lachausbruch*“)

Windpocken im Windelbereich – was tun?

Windpocken kennen keine Gnade. Sie sind überall. Auch im Windelbereich. Wir hatten hier ein paar Strategien, um den Kindern zu helfen, die ich mal mitblogge.

Die Kleine hatte eine ganze Wagenladung Pocken im Windelbereich. Schleimhäute und so. Bäh. Ich hätte um NICHTS in der Welt diesem Kind eine Windel anziehen mögen. Wie machen das Wickel-Eltern? Die Dinger fangen doch bei Hitze erst richtig an zu blühen?

Wir haben es so gemacht:

Pocken im Windelbereich: den Windelbereich immer mal wieder sanft abwaschen und mit Weledas Wecesin-Pulver einstäuben. „Das hilft??“ fragte der Kindspapa zweifelnd, aber es half. Die Stellen entzündeten sich nicht oder beruhigten sich schnell wieder.

Schmerz beim Wasserlassen: Als ich das Gefühl hatte, dass das kleine Geschäft ihr weh tut, haben wir es unterm Wasserstrahl des Wasserhahnes erledigt, so dass gleich Wasser mitlief (was nur geht, wenn man das Baby abhalten kann, wieder 1000 Dank für Windelfrei…). Als Backup hatte sie nur eine locker eingelegte Stoffwindel, gehalten vom locker zugeknöpften Wolle-Seide-Body oder einer eher eng sitzenden Hose. War die Windel nass, sofort wechseln, Intimbereich kurz abwaschen, neu einstäuben.

Kratzen: Kratzen zu verbieten war total aussichtlos. Wir haben also die juckenden Stellen gepudert und gekühlt (Kühl-Akku in Waschlappen eingewickelt). Ich hatte dem Großen (4 Jahre alt) eingeschärft, dass er nur neben den Windpocken kratzen dürfe, nicht darauf. Das hat super funktioniert. So konnte er sein Kratz-Bedürfnis befriedigen ohne die Pusteln aufzureißen. Für die Kleine (11 Monate) war der Juckreiz offenbar noch zu unspezifisch, sie hat sich nur am Kopf ein paar Mal gekratzt. Ich habe sie mehrmals in eine lauwarme Badewanne gesetzt, wenn es ihr allzu schlecht zu gehen schien, und es machte immer den Eindruck, dass ihr das half – ob das Wasser, die leichte Abkühlung oder der Spass, das kann ich natürlich nicht sagen.

Schmerzen/Weinen: Die Kleine hat Rhus Tox-Kügelchen und an drei oder vier Tagen nachts eine Paracetamol bekommen, halbiert, damit sie schlafen kann.

Die üblicherweise verschriebene Zink-Salbe haben wir nicht besorgt. Eine befreundete Kinderärztin sagte zu der Salbe: „Ich halte das für Kosmetik, ich glaube nicht, dass das hilft, das ist nur ein gutes Gewissen der Eltern.“ Hm. Keine Ahnung, wir haben es nicht versucht, aber es war bei uns auch einfach nicht so schlimm und das Puder hat wirklich gut geholfen. Sonst hätte ich es sicher auch ausprobiert.

Und ihr? Noch Windpocken-Tipps? Ich erinnere mich, dass es „bei mir“ damals auch Zink-Bäder gab, hat das mal jemand probiert?