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Montags-Mantra: Lass dir helfen!!

Muss ich dazu noch mehr sagen? Lasst euch helfen.

Lasst den Wochenbett-Besuch Suppe mitbringen. Oder Auflauf. Oder beides.
Lasst die Schwiegermutter die Spülmaschine ausräumen, wenn sie zum Kaffee kommt.
Lasst euch die Türen aufhalten, das Rad hochtragen, die Tüten abnehmen.
Lasst euch Kaffee kochen, Tee kochen, überhaupt: Bekochen!!
Lasst euch in den Arm nehmen, heult euch aus.
Lasst fünfe gerade sein, wann immer euch das hilft.

Lasst euch helfen. Ich weiß, dass es schwer ist.

Lernt, einzusehen, dass man dieses oder jenes jetzt natürlich auch noch tun könnte, dass es aber besser ist, Ressourcen zu schonen. Grenzt euch frühzeitig ab. Schafft eure Freiräume – möglichst nicht gegen die Kinder, sondern mit Hilfe von Allomüttern. Allomutter kann jeder sein, der euch hilft: Papa, Oma, Opa, Nachbarin, Haushaltshilfe.

Wir sind eine kooperativ aufziehende Art. Wir sind nicht und waren nie und werden nie dafür gemacht sein, unsere Kinder den größten Teil des Tages alleine zu haben.

Das ist nicht zu schaffen. Und es tut auch niemandem gut. Solange wir nicht artgerecht gehalten sind, müssen wir sehen, dass wir möglichst nah an diesen Zustand der kooperativen Aufzucht herankommen. Ein erster, wichtiger Schritt lautet:

Lass dir helfen. Jetzt.

weitere Mantras:
Atme, esse, lebe, Tanze!, Jedes Kind ist anders, Mach Sitz!, Loslassen, Weiterratmen,
Jeden Tag a bissle, Wasch Dich!, Habe ein Fertigessen, Tue es jetzt!, Dannistdashaltso.de, Routine ehren, Schau nicht auf den Baum!, Reffe! Jetzt!, Prioritäten-Liste, Erst das Wichtige…, Kind, Du bist nicht schuld, , Nichts ist weicher und stärker als Wasser, Diskutiere nicht mit einem müden Kind, Diskutiere nicht mit einem hungrigen Kind.)

Wildnis-Camp mit Windelfrei-Kind – Elementare Erfahrungen

Wir waren für eine Woche bei Dirk Schröder in der Wildnisschule Chiemgau zum Camp „Wilde Familie“ eingeladen. Fast wären wir nicht hingefahren: Die Kleine krank, die Wetteraussichten bei Regen, nächtlichen 4 Grad, insgesamt trübe. Plötzlich schien mir der Aufwand, zwei Kleine Kinder plus Zeltequipment von Berlin nach Bad Aibling zu bringen schier unüberwindbar.

Gemacht haben wir es dann doch. Und es war die bisher beste Entscheidung dieses Jahres.

Salat

Dirk hat den perfekten Platz für seine Wildnisschule. Das Camp am Jenbach liegt an dem reißenen, aber nicht sehr tiefen Jenbach. Das bedeutet: Wasser, aber nicht zu viele Mücken! Auf der anderen Seite wird es begrenzt von einem herrlichen Bergwald. Für die Berliner: Wir reden hier nicht von Sand mit Fichtenmonokultur so wie rund um Berlin. Wir reden hier von WALD. Von moosbewachsenen Steinen, Unterholz so dicht, dass man ein Kleinkind darin verstecken kann, Blumen, Giersch, Bärlauch mehr als eine Horde hungriger Familien essen kann und soviele Stöcker, dass Holzsammeln ein Kinderspiel ist (und auch war).

Glutbrennen Glutbrennerei

Natürlich bietet Dirk seinen Besuchern die Klassiker: Glutbrennen, Feuermachen, Bogenschnitzen, Bogenschießen, Wildkräutersammeln. Das alleine ist schon großartig. Einige wurden im Kontakt mit den natürlichen Materialien direkt kreativ:
Herz Weltkugel

Aber da ist noch mehr. Ich kann es nur schwer in Worte fassen. Ich las seine Website und fand das alles spannend, aber a bisserl esoterisch. So ging es auch den Freunden, denen ich die Seite weiterleitete. Jetzt, da ich da war, ist mir klarer, warum das so ist: Weil man erleben muss, was er macht und Worte da schnell in Schubladen landen. Ich versuche es mal:

Dirk und sein großartiges Team von Wildnispädagogen katapultierten uns innerhalb von 48 Stunden von der Youtube-Kindheit ins Clanleben. Besonders die Kinder schienen mir willig, freudig und unglaublich schnell umzuschalten. Sie bildeten eine wilde Kindergruppe, schwiegen erstaunlich lange und diszipiliniert beim Morgen- und Abendkreis, pochten auf Einhaltung der Rede-Stab-Regeln, machten Feuer (ja, auch die Vierjährigen!), aßen hungrig ihr Mittag, schliefen -meist-fest.

Mittagessen

Ich will kein Hehl daraus machen, dass es eine Herausforderung ist, bei Aprilwetter mit zwei so kleinen Kindern zu zelten. Wir hatten von fünf Tagen drei Regentage, was die Grundbedürfnislogistik der Kinder nicht unerheblich erschwerte, allein wegen der vielen Klamottenschichten. Es war grundsätzlich mental entspannend und körperlich anstrengend – was ja oft nah beieinander liegt. (Detail am Rande: Ich habe alles gegessen, was im Angebot war und innert der 5 Tage drei (!) Kilo abgenommen.)

Mein Tag war geprägt durch viel Herumlaufen, Herumtragen, Anziehen, Ausziehen, Abhalten, Trösten, Füttern und immer wieder Stillen meiner kleinen Durchfallpatientin. Gleichzeitig fing der „Clan“ uns auf: Wir durften unser Zelt beim großen Tipi aufstellen, wir bekamen homöopathische Kügelchen geschenkt, immer war jemand da, der mal kurz die Kleine hielt, wenn der Große mich gerade brauchte.

Bogenschießen

Mein Großer lernte Bogenschießen, Feuermachen, aber vor allem ging er völlig auf in dieser Runde von entspannten Erwachsenen, im natürlichen Rhythmus des Camps, den Trommeln, Liedern, Feuerstellen. Viele Dinge, die zu Hause schwierige Themen sind, lösten sich dort einfach auf. Besonders an den beiden Sonnentagen war es der Himmel auf bayerischer Erde. Wahnsinn. Ich bin so dankbar und froh, dass ich durch dieses Schlüsselloch schauen durfte, wie sich Leben anfühlen kann!

Wer keinen Platz im Artgerecht-Camp mehr erobern konnte, dem kann ich Dirks Sommercamp empfehlen. Es sind noch wenige Plätze frei und ich kann nur von ganzem Herzen sagen: Wer sich im Artgerecht-Camp wohlfühlt, der wird bei Dirk gut aufgehoben sein.

Ansonsten machen wir nächstes Jahr wieder Camps und mehr Camps und überhaupt – artgerecht rocks, es wächst, es ist unaufhaltsam, wer weiß, vielleicht schaffen wir es doch bald, auch artgerechtes Wohnen und Leben zu etablieren!

Windelfrei beim kranken Kind

Windelfrei ist bei manchen Krankheiten ein Segen- und bei anderen eine Riesensauerei. Erstaunlicherweise genau andersrum, als ich gedacht hatte.

Windelfrei bei Durchfall

Unsere Kleine hatte gerade eine Woche lang Durchfall. Sie war ansonsten fit, hatte kein Fieber, war nicht erschöpft, keinerlei sonstige Krankheitszeichen außer totaler Essensverweigerung, Dauerstillen und eben wässriges Zeug. In solchen Fällen ist bei uns windelfrei ein Segen. Denn Durchfall macht schnell wund. Aber er kündigt sich offensichtlich auch so heftig an, dass meine Kleine (16 Monate alt), so gut wie jedes Mal hektisch zu mir gerannt kam und abgehalten werden wollte. Als ich dachte, sie sei fertig, machte sie energisch unser Babyzeichen für „nochmal“ (Finger einer Hand in die andere Handfläche picken).

Ich wartete und sie hatte natürlich Recht. Ab da fragte ich immer, ob sie schon fertig sei und wenn sie den Kopf schüttelte und „nochmal“ zeigte, wartete ich. So haben wir diese Tage ohne größere Sauerei und vor allem ohne Wundsein hinter uns gebracht.

Windelfrei bei Husten

Windelfrei bei Husten hingegen finde ich nicht lustig. Wenn sie nachts ohne Windel ist und einen Hustenanfall bekommt, will sie 1. nicht abgehalten werden und weint und 2. kann sie offenbar oft nicht anhalten, vielleicht weil der Druck auf den Beckenboden zu groß ist. Ergebnis: Spontan nasses Bett. Ein hustendes Kleinkind in einen frischen Schlafsack zu packen ist auch kein Vergnügen. Also haben wir für Hustennächte windelfrei eingestellt, sie trägt Windel. Wenn es sich anbietet, halte ich sie ab, wenn nicht dann nicht. Und siehe: Häufig hat sie morgens eine trockene Windel. Ich kann mir das nicht erklären, denn wenn sie ohne ist, pullert sie beim Husten meist einfach los *Kopfkratz*.

Windelfrei bei Fieber

Bei Fieber ist Windelfrei für mich das Allerbeste. Es hat mehrere Vorteile:

1. Das Kind heizt sich in der Windel nicht weiter auf (fasst mal einem fiebernden Kind in die WWW, da kocht’s).
2. Ihr merkt durch das Abhalten und das untenrum nackte Kind besser, ob euer Kind zu Bewußtsein kommt, ob es zunehmend weniger Urin ausscheidet, ob er auffällig riecht oder ob die Haut auffällige Veränderungen zeigt – alles mögliche Anzeichen einer Blutvergiftung., dann sofort ab in die Klinik,
3. zum Fiebermessen müsst ihr nicht so viel am Kind herumwurschteln, so gehts schneller und einfacher.

Windelfrei bei Blasenentzündung

Wir hatten das noch nicht, aber viele Blasenentzündungen beim Kleinkind werden nach meinen Informationen durch Windeln erst hervorgerufen. Andererseits denke ich mir oft, dass die wattierte Isolierschicht der Windel oder die Stoffschicht der Stoffwindel auch den kleinen Po warm hält, wenn sie auf dem kalten Boden sitzt. Auf jeden Fall: Wenn es passiert ist, ist das feucht-warme Mikroklima der Wegwerfwindel absolut schädlich. Windel weg, Stoff dran, abhalten.

Morgen, Donnerstag 3.5. Treffen im Veganz und Kurs

Liebe Runde,

morgen ist wieder von 12-14:30 Treffen offenes Artgerecht-Treffen im Veganz!

Und durch einen schönen „Fehler“ im Buchungssystem desselben gibt es auch einen spontanen Artgerecht-Crashkurs Baby bis eben noch nix wußte, aber es gibt schon Anmeldungen – also findet er statt!

Wie? Ganz einfach: Der Kurs findet drinnen statt, das Treffen wieder im Veganz-Hof bei den Spielsachen. Alles fein.

Ich freu mich auf euch alle morgen!

Herzlich,
Eure nic

Tipp fürs Zahnen: Nuckel-Eis

Zahnen ist für viele Mutter-Kind-Paare ein anstrengende, unangenehme Zeit. Viele Babys fangen plötzlich an, auf die Brust zu beißen. Sie nuckeln ständig, sind unleidig, wehleidig, schlecht gelaunt, essen nichts mehr, stillen die ganze Nacht. Es gibt eine Menge Dinge, die helfen: Gebt eurem Beiß-Stiller etwas, worauf er oder sie kauen kann, wenn sie beim Stillen beißen (ein Stück Holz, eine Veilchenwurzel). Gebt Osanit oder andere Kügelchen. Gebt euch Zeit.

Wir haben noch eine Idee, die uns viel geholfen hat: Kälte. Aber wie kriegt man etwas kaltes in einen Babymund? Wenn das Baby es mag, dann kann man z.B. diese tollen Kautschuckschnuller einfrieren. Schnuller - eiskalt

Meine Kinder haben ja nie geschnullert, aber auf den kühlen Rändern dieser eingefrorenen Schnuller haben beide begeistert herumgekaut.

Waschtag!

Kinder helfen gerne bei alltäglichen Verrichtungen. Eine Mutter, die vor dem Rechner sitzt, ist total langweilig. Aber eine Mutter, mit der man im Bad herumplanschen kann, während sie die Tragehilfe wäscht, die ist spannend!

Die Manduca lässt sich prima mit handwarmem Wasser, einer Nagelbürste und Flüssigwaschmittel waschen. Hartnäckige Flecken löst Gallseife. Einweichen und dann kräftig bürsten. Wird wie neu.

Manduca-Waschen

Montags-Mantra: Atme, Esse, Lebe

Ihr Lieben. Es ist Montag. Vielleicht ist es ein doofer Montag. Vielleicht ein unausgeschlafener. Aber hey: Wir haben saubere Luft zum Atmen. Wir haben alle genug zu essen. Wir haben ein Dach über dem Kopf.

Schaut euch um: Egal, wie schlecht es uns geht, es geht uns wahnsinnig gut. Wir haben Zugang zu Bildung, zum Internet, wir können uns frei bewegen, wir haben gute Chancen, unserer Träume zu verwirklichen.

Let’s go for it! Let’s make a difference.

Parenting Card: Kinder machen Fehler

Children make mistakes

Kinder machen Fehler – wie jeder andere auch. Aber ich habe oft den Eindruck, dass ihre Fehler besonders scharf geahndet werden. Vielleicht, weil immer noch die Idee herumschwebt, man müsse ihnen den Hobbes’schen Wolf austreiben? *seufz*.

Kinder machen Fehler. Und das ist nicht schlimmer als wenn wir sie machen. Wer würde einen Nachbarn, der zu Besuch ist und ein Glas umwirft, vor versammelter Mannschaft ausschimpfen oder gar bloßstellen?

Beim nächsten „Fehler“ eures Kindes, darf ich auf Robert Sutton verweisen, der „Good Boss, Bad Boss“ geschrieben hat. Er sagt: „Der beste Test, ob ihr ein guter Boss (in unserem Sinne: Erwachsener) seid, besteht darin, was ihr macht, wenn jemand einen Fehler macht.“

Er hat einen schönen, langen Artikel dazu geschrieben, der „Forgive and Remember“ heißt und in dem es darum geht, dass wir aus Fehlern vor allem Lernen sollten. Passieren tun sie – uns und den Kindern – nämlich sowieso :).