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Artgerecht-Treffen, Windelfrei-Pausen mit 12 Monaten

E po i tai tai yeeee :), ach, was für ein schönes Artgerecht-Treffen! Es ist so schön, dass ihr immer alle kommt und die vielen Kids dann selig in der Sonne um uns herum spielen, während wir die leckere Suppe vom Veganz schlürfen und spannende Dinge austauschen. Viele neue Gesichter waren da und viele vertraute.

Dieses Mal ging es viel um windelfrei und wie es so steht – für einige war es eine große Erleichterung, zu hören, dass fast alle zwischen 10und 14 Monaten irgendwann mal ein Kind erleben, dass nicht mehr signalisiert und sich auch sonst nicht mehr fürs Abhalten interessiert. Das ist ganz normal, in dieser Zeit sind andere Dinge spannender. Und: Es geht vorbei. Stresst euch nicht, stresst das Kind nicht, nutzt den Sommer, wenn es bei euch jetzt gerade so weit ist und lasst euer Kind wann immer möglich unten ohne sein (ohne Windel lernt sich auch das Laufen viel leichter). Und ansonsten: Stoffwindeln wann immer es geht und WWWs wenn es eben mal nicht geht.

Viele wickeln in dieser Zeit. Und sie berichteten einhellig von dem lustigen Effekt, dass ein 12 – Monatiges windelfrei-Kind Windeln trägt und plötzlich an sich herunterschaut. Es stellt erstaunt, dass es keine Pfütze sieht, obwohl es doch gerade gemacht hat. Kennt ihr das von euren Kindern?

Das ist ein sehr gutes Zeichen, es zeigt euch, dass eure Kinder ihren Körper kennen, dass sie die Zusammenhänge kennen (es drückt, ich lasse los, ich werde nass, es gibt eine Pfütze). Und das verlernen sie auch nicht, wenn sie jetzt mal eine Weile Windeln tragen, weil gerade andere Dinge wichtiger sind.

Habt Geduld, und bietet einfach immer mal wieder das Abhalten in verschiedenen Varianten an (gern genommen: gegen einen Baum, hinter einem Busch, in einen See :), in der Dusche, in der Wanne, auf der Toilette, über einem Topf, alleine auf dem Topf). Kommentiert Pfützen sachlich „Ah, Du hast… gemacht“ und dann: wegwischen oder Hosen waschen und wechseln. Oder eben wickeln. Das geht vorbei!

Ich freu mich aufs nächste Treffen am 04. September im Veganz!

🙂
Nicola

Montags-Mantra: Wenn es stresst, ändere es.

„Alleine mit den Kids, das stresst mich total.“ „Der Job ist einfach sehr stressig.“ „Die Stadt ist halt laut und stressig“ „Diese ständigen Termine und der Zeitdruck, das ist einfach stressig.“ „Ich wollte stillen, aber das wurde total stressig.“ „Ich hab mich in Windelfrei total reingestresst.“

„Stressig“ ist eines der Wörter, die ich in Gesprächen sehr häufig höre. Gerade, wenn ich direkt aus dem Wald komme, dann fällt mir auf, dass wir offenbar in einer Welt leben, die uns häufig unter (negativen) Stress setzt. Das ist nicht verwunderlich – wir sind nicht artgerecht gehalten. Uns stresst das alleine sein, uns stressen zuviele Leute, uns stresst der Zeitdruck, der Gruppendruck, es gibt viele, viele Dinge, die vielen von uns nicht entsprechen. Es gibt auch Leute, die damit gut zurecht kommen, die Städte lieben, Fußgängerzonen und Einkaufszentren entspannend finden – aber häufig ändert sich das, wenn man erstmal mit Kindern unterwegs ist. (Wer sich für Stress genauer interessiert, hier gibt es ein Grundlagenbuch dazu)

Was mich immer wieder wundert: Wir ändern es oft nicht. Wir nehmen das „stressig“ hin, als wäre es gottgegeben. „Es ist halt so.“ Ja, es ist so. Aber es muss nicht so sein. Vieles davon können wir ändern.

Beim letzten Camp hatte ich das Gefühl: Wahrscheinlich ist auch das ändern gar nicht der Punkt. Als Eltern sind wir ja gewohnt, Probleme zu erkennen und Lösungen zu finden. Ich habe den Eindruck, dass es uns oft gar nicht mehr auffällt. Das ist der Punkt, an dem uns der Stress eingefangen hat.

Daher: Wenn es euch stresst, dann betrachtet das doch mal ernsthaft als STOP-Schild. Haltet inne. Fragt euch, was da los ist. Hört in euch hinein. Redet mit anderen darüber. Erlaubt euch, das nicht okay zu finden, dass es stressig ist und das auch zu sagen, mit anderen zu teilen. Fragt euch, ob das so sein muss (meine Mutter pflegt zu sagen: „Wir müssen nur auf Toilette gehen und sterben, sonst nix!“)

Windelfrei darf nicht stressen. Wenn es euch stresst, läuft etwas falsch. Dann hört auf, macht eine Pause.
Windelfrei ist nicht aufwendig (Laurie Boucke, Autorin von TopFit, im Video-Interview dazu hier)

Auch Familienleben darf nicht stressen. Wenn es euch stresst, sprecht mit euren Familienmitgliedern darüber, wenn es keine gibt, sprecht mit Freunden oder Nachbarn – oft gibt es Hilfe, wo man gar keine vermutet hatte.
Möglicherweise wird das erstmal etwas unbequem. Aber es macht eine Tür auf und ermöglichst erstmal Lösungen zu finden. Vielleicht kleine. Vielleicht ungewöhnliche. Vielleicht alberne :).

Wenn es stresst – höre auf dich und ändere es.

Windelfrei – so haben wir angefangen

Durch Mails, Facebook und Gespräche höre ich immer wieder heraus, dass der Anfang von Windelfrei das Schwerste ist. In meinen Kursen sitzen häufig Mamas, die um 12:30 Uhr sagen: „Ich bin sehr skeptisch, wie soll das denn gehen?“ und um 14:30 sagen sie „Wow, wenn das SO EINFACH ist, dann fange ich sofort an!“ :).

Aber wie fängt man an? Für Spätstarter habe ich das mal hier zusammengestellt.

Für Neulinge, also Kinder unter 4 Monaten, fängt man ganz einfach an, besonders jetzt im Sommer: Windeln weg. Das Kind – am besten nachmittags, in ein paar ruhigen Stunden beobachten und schauen:

Wie oft macht es? Wie schnell nach schlafen oder stillen?
Welche Signale sehe ich, bevor es macht?

Anschließend habt ihr ein Gefühl dafür, wie das aussieht, bevor euer Kind sich entleert. Und könnt es dann abhalten, wenn ihr glaubt, dass es wieder soweit ist.

Abhalten geht so: Kind in Ruhe ausziehen (sie warten!), es an den Abhalte-Ort bringen (oder den Abhalte-Ort, also eine Schüssel, Topf o.ä. zum Kind), dann das Kind in eine gute Abhalteposition bringen (bei Topffit gucken oder bei Unsicherhiet in meinen nächsten Kurs kommen, da zeige ich anatomisch gute Positionen für Babys verschiedener Altersklassen), dann einen Signallaut machen und los geht’s!

Ein wenig aufpassen muss man, wenn man versucht, auf Signale des Kinder zu reagieren – manche Mütter werden ganz verrückt, weil sie in jeder Regung des Kindes ein Signal sehen (so wie ich, hihi) , es ständig abhalten und dann beide irgendwann genervt sind. Timing ist da schon einfacher – einfach das Kind nach dem Schlafen IMMER abhalten (AUCH und besonders, wenn es im Tuch oder in der Trage aufgewacht ist!), dann habt ihr schonmal 3-6 Fälle am Tag, an denen ihr beide das Abhalten üben, euch motivieren und das Gefühl des Loslassens mit dem Signallaut verbinden könnt. Timing ist auch ideal, um nach einer Pause wieder anzufangen.

Wenn sie dann älter sind, kann man es wieder beim Hingucken merken (Griff in den Schritt, Verziehen in eine bestimmte Ecke, Trippeln, versonnener Blick etc.)

Nachts ist es nochmal einfacher so geht’s. Alle Babys werden unruhig und machen nachts vor allem beim Stillen, nur ganz, ganz wenige machen es im Tiefschlaf. Unsere Nachtlogistik hier im Detail. Nachts geht aber nur, wenn Energie dafür da ist – sonst lasst es besser.

Dann gibt es natürlich viele Sondersituationen – unterwegs, bei Krankheit, Pausen, Streiks, auf Reisen mit 18 Monats-Kind, Reisen mit Baby….dazu findet ihr hier viel im Blog und im Detail erkläre ich das alles dann im nächsten Kurs am 21. August im Veganz (Interessiert? Ihr könnt euch direkt hier anmelden).

Und wenn es euch mal stresst und überhaupt nicht läuft – denkt immer daran: Das macht nix. Denn Attachment Parenting funktioniert nichtund Windelfrei ist kein Super-Mutter-Test.

Montags-Mantra: Mantre deine Passwörter

Heute mal ein Montags-Mantra-Tipp für das Eltern-Unterbewusstsein.
Denn die Frage ist eigentlich nicht, was gute „Mantren“ für uns wären, denn was grundsätzlich förderlich fürs Familienleben ist, das wissen wir ja alle irgendwie, oder? Aber wie kriegen wir das ins Unterbewusstsein? Man kann natürlich Post-its an Spiegel heften, Zettel an Türen oder Parenting-Cards an Ablufthauben. Zusätzlich gibt es aber noch eine sehr wirksame Methode, die ich als Ex-Computersicherheits-Journalistin hier gerne vorstellen will:

Macht euer wichtigstes Mantra zum Passwort.

Das geht ganz einfach. Montags-Mantra: Mantre deine Passwörter weiterlesen

Artgerecht Camp Juli 2012 – Nachlese

Nic mit ManducaSonneSonne!

Uiuiuiiuii, soviele Nachfragen, alle wollen wissen, wie das Camp war…ich eile, ich eile, also…:
Das Camp war….im Kreis auf Decken sitzen und Nüsse essen. In Zelten schlafen. Am Feuer hocken und Schnüre drehen. Kindergeschrei in Mittagshitze. Feuerholz holen im Wald, vom Regen überrascht werden, klatschnass, etwas zerknirscht und beladen den Heimweg antreten, zurück im Camp alles in der Sonne wieder trocknen und ausgelassen scherzen (manche behaupten, ich hätte das herbeigebloggt ;)).

Wald Bastian Nina

Seeds of Empathy

Rudern über den See. Workshops in einer Jurte rund ums Feuer. Gespräche, die plötzlich große Fragen aufwerfen. Gitarrenmusik. Am vierten Tag plötzlich eine grassierende Magen-Darm-Grippe – und genauso plötzlich ein funktionierender Clan, Hilfe, Zusammenhalt, Kraft.

Das Camp dieses Jahr war für mich ein wildes Wechselbad durch viele Gefühle und alle Komfortzonen. Und bevor ich hier viel erzähle, erzählt erstmal ihr:

„Das Beste für mein Kind: Keine Sekunde Langeweile, unendlich viel Neues zu entdecken, immer andere Kinder in der Nähe. Das Beste für mich: Keine Computer, keine Büroluft, keine engen Wände, dafür ganz viel Grün, Vogelstimmen zum Aufwachen, Igelschnaufen zum Einschlafen, Freiheit unterm Zelt- und Sternenhimmel.“ (H. mit Baby)

„Es war eine interessante Zeit mit vielen netten Leuten. Auch wenn ich schnell festgestellt habe, dass mir das Leben im Wald nicht hundertprozentig liegen würde, habe ich einige Erkenntnisse mitgenommen. Schon am Montag haben wir unseren Clan vermisst.“ ( Papa mit Frau und zwei Kids)

„Danke für die Fotos…auch alles ok von mir.. und toll.. ich krieg Heimweh nach Camp…“ (C. mit zwei Kids)

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CampDas Camp hatte alles und dann doch nur wenig mit dem Camp des vergangenen Jahres zu tun. Artgerecht Camp Juli 2012 – Nachlese weiterlesen