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Artgerecht-Treffen – Nachlese II

Nun sind schon wieder einige eher verregnete Sommertage und -wochen seit dem letzten Artgerecht-Quartalstreffen und dem Artgerecht-Treffen im Veganz vergangen hier eine kleine Zusammenfassung:

… ich fange mal mit der letzten Woche, dem Treffen im Veganz an (ist noch frischer in Erinnerung)…

Mein erstes Mal im Veganz. Kartenkauf an der Kasse direkt im Veganz, dann in den Innenhof mitten im Prenzl’berg. 10 Familien (Mamas mit Kind(ern) im Alter von 8 Wochen bis fast 4 Jahre und zwei mitgebrachte Väter) und Juliane.

Juliane leitete sehr herzlich und allen offen zugewandt in Abwesenheit von Nicola die Runde…
Zum „Aufwärmen“ gab sie ein paar Fragen/Infos von Nicola weiter:
1. Wann nächstes Jahr das Camp? Hier war es den meisten egal, da sich noch keiner nach den Schulferien richten muss.
2. Medienaufmerksamkeit – wie seht ihr das? Es fragen mehr und mehr Journalisten an, aber wollen wir das? Wäre jemand von euch zu Interviews bereit? Thematik wurde zu Kenntnis genommen. Es meldete sich erstmal niemand, der sich sofort dafür bereit erklären würde. Es folgte eine kleine Diskussion über die Darstellung von Attachement Parenting in der Öffentlichkeit.
3. Mitarbeit: Das Projekt braucht Helfer, Flyer verteilen, Hebammenkontakte, Texte für die neue Homepage. Wer hat Lust? Die aktuellen artgerecht-Flyer wurden verteilt. Einige nahmen zusätzlich ein paar Flyer für Freunde und Hebammen mit.
4. Abhaltepetition von Rita – was haltet ihr davon? Gehört windelfrei in die Politik? Hier waren wir recht einstimmig der Meinung, dass windelfrei nicht auf die politische Bühne gehört. Sondern windelfrei sollte als Grundwissen seinen Platz in der Säuglingspflege finden. Somit können Eltern für sich und ihr Kind frei entscheiden, ob es zu ihrer Familie passt.
5. Erinnerung an die Windelfrei-Trainer-Ausbildung: ab Herbst.

Wenn sich jemand von Euch Lesern zu den Fragen und Infos von Nicola angesprochen fühlt, dann Mail an sie: nic@nicolaschmidt.de

… danach ging es reihum und jeder stellte sich vor und brachte seinen Gedanken zu artgerecht ein. Themen waren unter anderem:
Stillprobleme, Beenden einer Langzeitstillbeziehung, Campingerlebnisse in kleiner artgerecht-Gemeinschaft, vegane Lebensweise, vegane Kinderbetreuung, Unschooling/Homeschooling, Überforderung der Mutter, Trageladen im Prenzl’berg und natürlich windelfrei.

Während dessen spielten die Laufkinder im Buddelkasten, fuhren mit einem Gefährt durch die Gegend oder schaukelten um die Wette. Die Kleineren weilten in unserer Mitte. Zur Stärkung gab es eine leckere vegane Currysuppe(?) mit Brot und stilles Wasser zum Trinken.

Das war der 3. Juli 2012. So, noch ein Stück weiter in der Erinnerung kramen – Artgerecht-Treffen am 23. Juni 2012…

Puuuh, war das früh (nächstes Mal auf jeden Fall wieder später!!!). Tochterkind musste ich wie zur Kindergartenaufstehzeit wecken. Pünktlich um 9 Uhr waren wir in der Judohalle. Leider noch keiner da. Das hatte ich mir auch fast gedacht. Doch zum Glück trudelten die ersten um 9:45 ein. Nicola brachte Liane Emmersberger mit. Wir plauschten zunächst auf der Judomatte, aber die größeren Kinder zog es nach draußen in den Sonnenschein. Also Umzug mit samt Picknickdecke und Leckereien (auch nicht veganes) nach draußen in den Schatten eines Baumes. Unsere Themen drehten sich quer um windelfrei und artgerecht – insbesondere die Frage „Wie bringt man artgerecht unter die Menschen?“. Verteilung der total druckfrischen artgerecht-Flyer. Gegen 12 Uhr löste sich unser Beisammensein auf. Doch überraschender Weise kamen noch drei Familien mit denen ich noch bis ca. 14:30 auf der Wiese verweilte. Sehr spannend und toll fand ich das Pärchen, welches erst im August Eltern wird (wenn Ihr das hier lest – liebe Grüße an dieser Stelle!) und sich schon vorab über windelfrei und artgerecht informieren. Wäre ich doch damals schon soweit gewesen… Naja, beim nächsten Kind weiß ich’s von Anfang besser und höre gleich auf mein Bauchgefühl. Aber auch Geburtserlebnisse wurden ausgetauscht.

So, das war meine Nachlese.

Nächste Treffen sind geplant:
7.8.2012 12 Uhr im Veganz (monatliches Treffen)
22.9.2012 11 Uhr im Sportforum Hohenschönhausen (Quartalstreffen)

Ich wünsche allen Teilnehmern der artgerecht-Camps 2012, die nächste Woche starten, eine wundervolle Zeit in Buckow und bringt einen riesen Erfahrungsschatz mit nach Hause!!! Ich muss mich leider intensiv hinter die Bücher setzen, Prüfungen rufen…

Kollektive Erziehung

Dazu fragt sich Cathrin Kahlweit in ihrem Artikel „Hör mal Freundchen!“ aus dem Süddeutsche Zeitung Magazin: Als Ausstehender Grenzen setzen. Darf man das?

Bis zur Entstehung der bürgerlichen Familie war ein Kind selten einzig einer Mutter, einem Vater, einer Kindergartentante ausgesetzt, sondern im Zweifel einer Großfamilie oder gleich dem ganzen Dorf. Im 19. und 20. Jahrhundert delegierte, wer es sich leisten konnte, die Erziehung an mehr oder minder gut ausgebildetes Personal.

… Und heute…

Was wäre, wenn das eigene Kind sich schlecht benimmt und von einem Fremden zurechtgewiesen wird? »Kritik an meinen Kindern ist immer auch Kritik an mir. Da dringt jemand in mein Terrain ein und will mir im Zweifel mitteilen, dass ich versagt habe. Denn wenn sich mein Kind schlecht benimmt, bin doch letztlich ich verantwortlich«, sagt Simone, 60, Mutter von zwei erwachsenen Töchtern. Susanne, 45, Mutter eines Sohnes, ergänzt: »Wer meine Kinder zurechtweist, weiß oft gar nicht, warum sie sich so verhalten. Vielleicht sind sie überfordert? Gestresst? Müde?« Und Eva, 48, Mutter einer Tochter, wendet ein: »Wenn meine Mutter meine Kinder erziehen will, gibt sie mir zu verstehen, dass ich eine schlechte Mutter bin. Wenn meine Freunde das tun, dann greifen sie meine Kompetenz an; das verunsichert mich. Und wenn Fremde sich einmischen, im Supermarkt oder auf der Straße, dann bekommen sie es mit mir zu tun: Was bilden die sich ein?« Übereinstimmendes Nicken. Wie die dazugehörigen Väter das sähen, fragt eine in die Runde. Genauso: mein Haus, mein Auto, mein Kind, mein Stolz.

Was meint Ihr? Dürfen sich andere einmischen und ihre Meinung kundtun?

Ich bin gespannt, was Ihr darüber denkt.

Wie verwöhnt man Kinder? – Eine Mail von Herbert Renz-Polster

Heute bekam ich eine Mail von Herbert Renz-Polster, die ich gerne einfach unkommentiert an alle Interessierten weitergeben möchte:

Noch immer schlägt so manche Welle aus den USA sofort bei uns auf. So die Diskussion um „Verwöhnung“, ausgelöst vom Time Magazine.

Der deutsche „Focus“ schiebt gleich einen Artikel hinterher: „An der Nabelschnur durchs Leben gezogen“.

Darin wird der bindungsorientierte Erziehungsstil als „Überbehütung“ beschrieben und vor „militanten Kuschelmamas“ gewarnt, die ihren Kindern den Weg in die Selbstständigkeit versperren.
In der Diskussion treten immer wieder Missverständnisse der kindlichen Entwicklung zutage. Was brauchen Kinder, um mit sich und der Welt klar zu kommen? Wie schaffen sie es, selbstständig zu werden? Ich glaube, dass die Diskussion von einem breiteren Blick profitieren wird und habe deshalb einen Artikel zusammengestellt, der das Reiz-Thema Verwöhnung aus Sicht der evolutionären Verhaltensforschung beleuchtet:

Wie verwöhnt man Kinder?

Sie können den Artikel gerne weiterleiten, auf Ihre Webseite stellen oder sonstwie verwenden.

Herzlicher Gruß, lassen Sie sich von den Sommertagen verwöhnen, Ihr

Herbert Renz-Polster

Mutter Erde

The Earth is our mother


The Earth – Our Mother – is in crisis!
– unter diesem Motto veröffentlicht die World Alliance for Breastfeeding Action (WABA) im Rahmen der vorgestern beendeten UN-Konferenz für nachhaltige Entwicklung 2012 in Rio de Janeiro ein Aktionsposter. Das Ziel ist die künstliche Säuglingsnahrung, welche auch ihren Beitrag zur Umweltschädigung dazu tut, durch die natürliche Alternative Stillen zurückzudrängen, um unserer Erde eine grüne Zukunft zu geben.

Hier die „Gegenüberstellung von Flaschennahrung und Stillen“ des Posters:

Ressourcen-verbrauch Muttermilchersatz Stillen

Energie

Braucht Strom für die industrielle Verarbeitung und Zubereitung

Spart Energie durch Energiesparung und höhere Effizienz

Metall

Blechbüchsen und Dosen aus Metall, Aluminium-Verkleidungen, die auf dem Abfallhaufen landen Keine Metallverpackung – kein Abfall

Kunststoffe Polycarbonat-Kunststoffe für Babyflaschen, die Bisphenol A enthalten und hunderte von Jahren zum Abbau in der Umwelt brauchen Attraktive Behälter – kein Kunststoff-  oder Silikon-Sauger
Kraftstoff / Gas Benzin für den Transport von Rohstoffen und Fertigprodukten

Kein Transport – kommt direkt vom Produzenten zum Verbraucher
Wasser Wird für die industrielle Verarbeitung der Nahrung und für die Bereitstellung von Flaschen benötigt (Waschen, Sterilisieren, Heizen, Kühlen) Kein Wasser, außer einem extra Glas oder zwei für Mama

Holz Wird in vielen Entwicklungs- und ärmeren Ländern zum Sterilisieren, zum Kochen von Wasser und zur Kühlung der vorbereiteten Nahrung benötigt. Nichts erforderlich – eine lästige Pflicht für Frauen weniger.

 

Lies auch hier: OT: Tag der Erde

Sommer, Sonne und Muffins

Ich freue mich auf das Treffen morgen. Das Wetter wird nicht zu warm und nicht zu kalt und keine Regenwolken in der Wettervorhersage.

Daumen drücken, dass der Sportplatz wieder ungenutzt ist, so dass die Kinder wieder riesigen Freilaufraum haben. So würde ich – sofern die Stimmung beim Kind hält – auch länger als 12 Uhr dort bleiben.

Spontanentschlossene sind auch ohne Anmeldung gerne gesehen.

… Und heute werden noch mit Tochterkind ein paar leckere Frucht-Muffins gebacken.

 

Siehe auch hier: Artgerecht-Treffen – Nachlese

Reminder: Artgerecht-Quartalstreffen Nr. 2/2012

23. Juni von 9 bis 12 Uhr. Achtung! Uhrzeit für dieses Treffen wegen einer Veranstaltung vorverlegt.

Toben und Krabbeln oder einfach nur Beisammensitzen und Quatschen auf der Judomatte in der SCB-Vereinsjudohalle im Sportforum Hohenschönhausen (Judohalle in der Herberge neben der Lilli-Hennoch-Halle in Fritz-Lesch-Str. 13053 Berlin) oder bei schönem Wetter draußen vor der Halle. Für ein Picknick auf der Judomatte bringt jeder eine Decke sowie Trinken und Essen für sich und seine Lieben mit.

Sonstiges: 1 EUR pro Person für die Hallennutzung als Spende an den Verein.

Ich freue mich auf alle bekannten, aber auch auf neue Gesichter!

Daumen drücken für schönstes Sommerwetter!

Anmeldung sowie andere Details in der Yahoo-Group (Abonnieren? Mail an: artgerecht-subscribe@yahoogroups.de) oder per Mail an nic@nicolaschmidt.de.

Ein Abend mit Monique Reiter

… von Tragzeit im Rosinchen in Berlin-Karow.
Recht kurzfristig hatte ich diese Veranstaltung ich bei facebook entdeckt und mich auf den Weg gemacht:

… Über Monique Reiter bin ich schon hin und wieder im www gestolpert, wenn meine Surfwelle gerade über Tragen oder Stillberatung lief. So war ich überrascht, dass sie auch Vorträge / Themenabende zum Thema Erziehung und Eltern-Kind-Bindung anbietet.

Mein Herz freute sich, dass sie „Jesper Juuls Theorien“ sehr lebendig und mit vielen bildhaften Beispielen näher brachte.
Wir waren eine schöne Runde. Es wurde viel gelacht und Steffi umsorgte alle Gäste mit leckeren Getränken, Sandwiches, Waffeln und Eis.

Wer es also nicht zu Juul schafft und sich generell viel mehr Praxisbezug und Anregungen für den eigenen Alltag mit seinen Kindern wünscht, der sollte Augen und Ohren nach Monique aus Biesenthal offen halten.

Ebenso ist natürlich auch „Das Rosinchen“ zu empfehlen – ein Eltern-Kind-Café mit leckerer kleiner Speise- und Getränkekarte und einem Spielbereich für die Kinder sowie Stillraum mit Wickelbereich.

Mehr als Babyblues?

Baby-Blues sind auch als Heultage nach der Geburt bekannt. Diese kennen bis zu 70% aller Frauen ab den 2. Tag bis 14. Tag nach der Geburt. Ausgelöst werden sie durch die Geburt in Gang gesetzte rasche hormonelle Umstellung. Es ist keine Behandlung notwendig, außer das liebevolle In-den-Arm-nehmen durch die Liebsten.

Doch was ist, wenn dieser Zustand länger anhält? Und zudem noch Fremdheit dem Kind gegenüber besteht und man glaubt sein Kind nicht zu lieben, sich antriebslos fühlt oder man Zwangsgedanken bekommt, dem Kind etwas anzutun oder jemand anderes könnte das Kind gefährden oder Selbstmordgedanken hinzukommen?

Dann spricht man von Wochenbettdepression…

Betroffen sollen bis zu 20 Prozent der frisch gebackenen Mütter sein.

Zum ersten Mal von diesem „Tabuthema“ hörte ich in einem Uni-Seminar von Frau Prof. Dr. med. Stephanie Krüger im vorletzten Winter. Sie ist deutschlandweit eine der wenigen Ärzte, die eine Spezialsprechstunde für Frauen mit seelischen Erkrankungen anbietet. Ich hätte nie gedacht, dass Depressionen in der Wochenbettzeit ein so häufiges und ernst zu nehmendes Thema ist. Eigentlich sollte jede Frau spätestens wenige Tage nach der Geburt darüber von ihrer Hebamme oder ihrem Frauenarzt informiert werden, dass es dies gibt und wo es Anlaufstellen für Hilfe zu finden sind.

Risikofaktoren sind:

Auswirkungen auf das Baby:

  • weniger Interaktion wie Blickkontakt mit der Mutter
  • körperliche Reaktionen wie Bauchschmerzen und Unruhe
  • weniger eigene Kommunikation durch Laute
  • verlangsamte neuropsychologische Entwicklung im ersten Jahr

Vorbeugend wirkt:

arte widmete im Januar 2011 der Wochenbettdepression einen Themenabend mit dem Spielfilm Das Fremde in mir und dem Dokumentarfilm Traurig nach der Geburt. Leider bin ich erst nach Ablauf der 7 Tage, in welchen arte seine Sendungen online verfügbar stellt, darauf aufmerksam geworden. Und auch heute finde ich leider keine Links zum Schauen im WWW.

Ganz aktuell hat das Magazin ZEIT WISSEN dieses Thema in der neuesten Ausgabe aufgegriffen: Baby-Unglück – Warum manche Mutter nach der Geburt depressiv wird.

Elternparanoia und Naturdefizit

… darüber handelt der bei Spiegel Online zu findende Artikel „Kindererziehung: Ein Recht auf Schrammen“ von Gehirn&Geist-Autorin Verena Ahne.

Sehr lesenswert!

Meine persönliche Take-Home-Message ist der letzte Satz:

Zum Wohl unserer Kinder lasst uns hin und wieder üben, nicht einzugreifen: einmal tief durchatmen, Augen zu – und durch.

Was gar nicht so einfach ist… einfach machen lassen, nicht kommentieren, und oft gar nicht erst beobachten – sie werden sich schon melden, wenn sie unsere Unterstützung brauchen…

Siehe auch:
Frühlingsanfang
Summertime…

Kindersicherheitstag 2012

Heute ist wie jedes Jahr am 10. Juni der nationale Kindersicherheitstag.

Die Kampagne 2012 der Bundesarbeitsgemeinschaft – Mehr Sicherheit für Kinder e. V. lautet:

„Achtung, giftig! Mehr Sicherheit für Kinder“

Kindersicherheit

Ich finde den Tipp „Gesundheitlich unbedenklichere Alternativen [Haushaltschemikalien] wählen“ am besten.

Dennoch sollte jeder Haushalt mit Kindern die eine Giftnotrufnummer in seiner Region kennen.

Für Berlin und Brandenburg sowie für Laien bundesweit gilt diese Telefonnummer:

030 – 19240 (Tag und Nacht)

Telefonische ärztliche Hilfe rund um die Uhr