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Nein, Tragetücher sind nicht gefährlich

Seufz. Es gibt von meinen besten Freunden, den Kinderärzten im Netz, eine Warnung in Bezug auf Babyslings – leider in der Überschrift m.E. völlig irreführend übersetzt als „Tragetücher“ und später als „Tragetücher im Taschenstil“.

In der originalen Pressemitteilung ist aber von „SLINGS“ die Rede, was absolut NICHTS mit unseren deutschen Babytragetüchern zu tun hat. Das sind einfach Stoffbahnen, die das Kind meist auf der Hüfte sitzen lassen, ein Tragestil, der in Deutschland ausdrücklich erst empfohlen wird, sobald das Kind den Kopf selbst halten kann, was dann auch das Risiko ausschaltet. Tragetaschen mögen in der Tat gefährlich sein, daher ist natürlich ein „richtiges“ Tragetuch zu empfehlen. Aber genau vor denen wird ja in der Überschrift gewarnt. Nein, Tragetücher sind nicht gefährlich weiterlesen

Test: Manduca Gürteltasche (Note: Sehr gut)

Nutzer der Manduca schielen schon länger rüber zu den Ergo-Baby-Carrier-Nutzern – der Ergo hat nämlich diese schöne, praktische Tasche mit dem Reißverschluss, während die Manduca-Tasche aus zwei Gründen eigentlich nicht zu benutzen ist: Erstens drückt alles, was man dort hineintut, direkt auf das Kind und zweitens fällt alles heraus, sobald man die Manduca herunterklappt.

Statt die Ergo-Tasche einfach zu kopieren, hat der Hersteller der Manduca, die Wickelkinder GmbH, jetzt eine eigene Lösung entwickelt: Die Manduca Gürteltasche. Sie wird mit einem Klettumschlaggurt direkt am breiten gepolsterten Gurt der Babytrage befestigt

Manduca Gürteltasche Test: Manduca Gürteltasche (Note: Sehr gut) weiterlesen

Konferenz: Frühe Störungen

Vorige Woche war ich in München auf der Konferenz zu „Frühen Störungen der Entwicklung“ an der LMU in München.

International renommierte Forscher und Ärzte diskutieren, wie frühe Störungen entstehen und welche Möglichkeiten der Prävention und der Psychotherapie bestehen.

Was dabei für mich herausgekommen ist: Die Wissenschaft unterstützt „Natural Parenting“, also dass wir auf die Bedürfnisse unserer Säuglinge nach Bindung, Nähe und Sicherheit eingehen – und zwar immer und sofort. Linda Palmer hat das in unserem Interview und in ihrem Buch bereits festgehalten und geschrieben, aber es war gut, es noch einmal selbst festzustellen.

Manduca im Dauer-Test

Es waren ideale Bedingungen: Als 99,9% Tragemama habe ich unsere Manduca einem gnadenlosen Dauer-Test unterzogen. Ich hab es heute mal überschlagen: 14 Monate, 29.270 Flugmeilen, etwa 2500 Stunden, drei Klimazonen (Tropen, Wüste, Mitteleuropäisch) – unsere Manduca hat ganz schön was mitgemacht. Ich habe wohl mehrere hundert Mal die Schnallen geöffnet und geschlossen, sie herunter und hinaufgenommen, auf ihr gesessen, auf ihr gewickelt, sie in Koffer und Rucksäcke geknautscht, in Zügen über der Klima-Anlage frieren, sie an Stränden in der Sonne braten lassen. Das hat Spuren hinterlassen…
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"Wo Gewalt entsteht" – AP als Gewaltprävention

Caroline Fetscher schreibt heute im Tagesspiegel einen Kommentar über den Mord in der Münchner S-Bahn und die Rufe der Politiker nach härteren Strafen. Sie fragt dabei, wo Gewaltprävention ansetzt und antwortet: Bei der Hebamme.

Hier kreuzt sic der Ansatz des Attachment Parentings oder des Steinzeit-Babies mit gesellschaftlichen Anliegen. Wenn wir lernen, unsere Babies zu lesen, auf sie adäquat zu reagieren, wenn kleine Kinder diesen Umgang sehen und nachahmen, dann erschaffen wir auch weniger gewaltbereite Erwachsene. Denn wer sich in den anderen hineinversetzen kann, reagiert seltener mit Gewalt.

Natürliche Säuglingspflege als Gewaltprävention? Vielleicht eine Chance. Denn der Kern des „natürlich“ ist, dass wir die Bedürfnisse unserer Babies nach Nähe, Zuwendung und Körperkontakt achten und befriedigen – und damit positive Grunderfahrungen schaffen. "Wo Gewalt entsteht" – AP als Gewaltprävention weiterlesen

Stiftung Warentest: Kinderwagen sind giftig

Wie Focus.de berichtet, sind laut Stiftung Warentest in 10 von 14 getesteten Kinderwagen zuviele Schadstoffe.

Zitat auf der Website der Stiftung Warentest:

Die 14 getesteten Kinderwagen sind teuer. Kosten: zwischen 249 und 910 Euro. Ihr Geld wert sind sie meist nicht. Keiner ist gut. Keiner ist schadstofffrei. Keiner ist wirklich kindgerecht.

Kein einziger ist kindgerecht – wie auch: Babies sind nicht darauf eingerichtet, in Kisten auf Rädern herumgefahren zu werden. Es ist Gift für die Hüftgelenke, Gift für den Rücken, es ist Gift für die Entwicklung.

Studien zeigen, dass getragene Kinder häufiger gestillt werden, sich schneller beruhigen, besser schlafen, weniger Stress haben und körperlich gesünder sind. Mehr noch: Die Gefahr, dass die Kinder in sozial schwachen oder stark unter Druck stehenden Familien vernachlässigt werden, ist bei getragenen Kindern signifikant geringer als bei nicht getragenen Kindern.

Und eines ist sicher: Im Tragetuch oder der Tragehilfe sind sie weder Phthalat-Weichmachern noch polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen ausgesetzt.

Let’s make a difference. Carry your baby. Answer their cries.

Mein Buchtipp zum Thema: Eva Kirkilionis, Ein Baby will getragen sein: Alles über geeignete Tragehilfen und die Vorteile des Tragens

Webtipp: NeueKinder.de

Neuekinder.de

Die Website von Tobi und Kate gibt einen Überblick über Stillen, Tragen, Windelfrei und Körperkontakt.

Was ich an der Seite besonders mag: Sie gaukelt keine fertigen Rezepte vor, sondern motiviert Eltern, in sich hineinzuhören und auf ihre Kinder zu hören. So wie Kate es von sich selbst erzählt:

Ich lernte daraus,
noch mehr in mich hineinzufühlen,
wenn mich jemand nicht nur in Bezug auf mein Kind
von etwas zu überzeugen versuchte.

Lesenswert!

Was Sie schon immer über Babies wissen wollten…

…was Ihnen aber kaum jemand sagen wird.

Daher also hier: Schnuller, Windeln, Kinderwägen, alles ganz normal. Sind ja alle groß geworden. Oder? Wenn man sich mal umschaut, muss ich feststellen: Ja, aber mit ganz schön heftigen Konsequenzen. Und es geht auch anders. Was Sie schon immer über Babies wissen wollten… weiterlesen