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START Videoserie: Was ist eigentlich Windelfrei/TopfFit?

Heute startet die Video-Serie. Ab heute gibt es jeden Montag ein neues Video zu einer Frage, die Eltern bewegt. Wie oft, wie lange können wir stillen? Wo sollte ein Baby schlafen? Warum sagt uns jeder Experte eigentlich etwas anderes?
Welche Bedürfnisse haben unsere Steinzeit-Babies auch im Internet-Zeitalter – und wie befriedigen wir diese, ohne in eine Höhle zu ziehen?

Wir haben aus den Interviews der USA-Reise die Antworten zusammengefasst und beginnen heute mit Laurie Boucke, die erzählt, wie windelfrei im Internet-Zeitalter funktionieren kann und woher sie eigentlich die Idee mit Windelfrei hat. (We also uploaded an english version of the video here.)

Nächste Woche: Meredith Small zur Frage „Unsere Babies werden alle zu früh geboren – wie hat sich die Natur das eigentlich gedacht?“

Windelfrei – 10 Tage altes Baby

Eine Freundin hat – herzlichen Glückwunsch! – vor 10 Tagen ein gesundes Mädchen zur Welt gebracht. Heute rief sie an: „Wie mache ich das denn jetzt mit Windelfrei? Und wann anfangen?“

Wir diskutierten ein wenig und kamen überein, dass sie dann anfängt, wenn es für beide stressfrei und entspannt ist und sich „richtig anfühlt“. Und wenn es ihnen auch etwas bringt – ruhigeres Stillen zum Beispiel. Denn siehe da, das Problem mit dem heftig an- und abdockenden Baby hatte sie auch schon gehabt und gar nicht dran gedacht, dass das ein „ich muss mal“-Signal ist.

Gerade erreichte mich dann diese Mail:

Wir habens grad beim Stillen mit Töpfchen unterm Popo probiert und es hat direkt geklappt! 🙂
Wie cool!

🙂

Windelfrei beim Kinderarzt

Wir waren letztens wieder beim Kinderarzt bzw. unserer Kinderärztin. Unsere KIA ist wirklich eine tolle Ärztin, die ich sehr schätze. Von windelfrei hatte sie noch nie gehört und ich glaube, sie hielt es für die harmlose Spinnerei von zwei ansonsten netten Strebereltern.

Aber beim unserem jetzigen Besuch sagte sie:
„Hm, eigentlich bräuchte ich jetzt eine Urinprobe, ich gebe ihnen mal so eine Spezial-Windel mit.“
„Können Sie uns nicht ein Becherchen geben?“
„Und dann?“
„Naja, dann macht er da rein und fertig.“
„Wie bitte? Er macht auf Kommando?“ sie lachte und schaute sehr neugierig, „Na, das will ich sehen!“
Sie holte einen Becher, mein Sohn machte fröhlich hinein und sie rief begeistert nach ihrer Sprechstundenhilfe:

„Schau Dir das an! Das hättest Du sehen müssen! Er hat AUF KOMMANDO da hinein gemacht, mit 20 Monaten! Das ist wirklich ein tolles Kind.“

Meistens ist es für eine Windelfrei-Mama ja etwas, was wir jeden Tag sehen: Man macht „psss“ und sie machen. Aber trotzdem hat mich ihre Begeisterung angesteckt – hab den ganzen Weg nach Hause im Kreis gegrinst.

Voll die Intuition, oder was?

Intuition – spätestens seit dem Buch von Ingrid Bauer ist Intuition bei Windelfrei eine heiß diskutiertes Thema. Kann man, muss man als „gute“ Mutter wissen oder spüren, wenn das Kind mal muss? Oder ist das totaler Humbug? Eine Windelfrei-Mama kommentierte die Frage kürzlich in der TopfFit-Mailingliste folgendermaßen:

Bauer schreibt “ am dritten tag (nach der Geburt, Anm. d. R.) setzte bei mir die intuition ein“ also bei mir setzte am dritte tag die milch ein und zwar gewaltig!

Hihi – so ging es mir auch :-D.

Aber wie ist das denn nun mit der ach so tollen Intuition? Manche Windelfrei-Mütter berichten, dass sie wirklich „spüren“, wenn ihr Kind mal muss, andere verlassen sich ausschließlich auf die Uhr. Beides ist völlig okay. Was imho mit der Intuition gemeint ist, ist keine Hexerei und keine Telepathie, sondern schlicht eine Art Gewöhnung aneinander und den Rhythmus des Babies. Monika Penker-Alscher hat in der TopfFit-Liste gerade gepostet, wie sie anderen Müttern die Windelfrei-Intuition erklärt und ich darf das hier wiedergeben:

Ich erkläre jungen Müttern immer gerne, daß die Intuition zum Abhalten
so ist wie beim Füttern oder Stillen.

Man kriegt einfach mit der Zeit ein Gespür dafür wann das Kind Hunger
hat. Das hängt mit der Uhrzeit/Tageszeit zusammen und dann sendet das
Baby ja auch Hungersignale. Mal ist man zu früh dran mit Füttern. Mal
ist man genau richtig. Mal ist man zu spät und das Baby schon richtig
ärgerlich vor Hunger.

Und man gibt halt sein Bestes und füttert das Baby weiterhin und
kommuniziert mit ihm. Aber es kommt keine Mami auf die Idee dem Kind
ständig einen Nahrungsschlauch in den Mund zu stecken, weil sie nicht
genau erahnen kann wann das Baby Hunger hat.
Genauso ist es mit dem Abhalten. Mal ist man zu früh, mal genau
richtig, mal zu spät. Aber deshalb sollte man nicht aufhören zu
kommunizieren über dieses Bedürfnis. Für mich ist die Pampers so
etwas. Ein Ende der Kommunikation über ein Bedürfnis.

Wenn ich so jungen Müttern über Windelfreiheit erzähle, dann nicken
sie, den jede junge Mami hat ein gutes Gespür darin zu wissen, wann
ihr Baby Hunger hat.

So einfach ist es :). Nur nicht stressen lassen…

To Signal or not to Signal II

Noch ein Gedanke bezüglich der Signale: Natürlich geht es auch Signalgeräusch, die Kinder erkennen ja an Ort, Gefäß und Position, dass jetzt WC-Zeit ist (man erinnere die Säulen von Topffit: Intuition, Signale, Timing, Position, Ort).

Wir haben für uns jedoch festgestellt, dass es doch eine Gelegenheit gibt, zu der das Signal höchst nützlich ist: Nämlich auf dem Töpfchen. Ich hätte es ihm vielleicht vormachen können…aber es war wirklich super einfach, einfach das „ssss“ zu machen und er wußte sofort, worum es bei dem neuen, blauen „Hocker“ ging ;).

Wir können das im Schlaf

Immer wieder werde ich gefragt:

Nachts abhalten? Ist das nicht viel zu anstrengend?

Ja, manchmal ist es mir zu anstrengend. Und dann trägt er nachts eine Windel, die er auch mehr oder weniger kommentarlos benutzt. Aber meistens ist es völlig okay. Es ist ja nur noch ein Mal. Bis elf bin ich meistens eh noch wach, halte ihn also ab, bevor ich schlafen gehe. Und dann eben ein Mal nachts so gegen vier. Der Gedanke, dass er – besonders jetzt im Sommer – die ganze Nacht in der Windel verbringt, nur weil er ein einziges Mal macht, der nervt mich. Das erscheint mir so unnötig.

Und nachts zeigt sich auch, dass all das Gerede von Babies-haben-keine-Kontrolle irgendwie unglaubwürdig ist. Ich meine: Er weckt mich, wenn er muss. Er wartet, bis ich ihn ausgezogen habe. Und er wacht dabei nicht auf. Soll mir mal einer erzählen, die können vor 24 Monaten nicht entscheiden, wann sie machen. Mein – sonst eher völlig unwunderkindmäßiges – Kind kann das – sogar im Schlaf.

(Und ich übrigens auch, ich werde kaum wach und schlafe sofort hinterher weiter.)

Reaktionen und nasse Hosen

Eine Freundin war gerade zu Besuch und von ihr bekam ich eine schon oft gehörte Reaktion:

Dass das funktioniert!

Viele Leute, die zum ersten Mal davon hören oder es bei uns dann ja auch sehen, sind fasziniert, dass es wirklich „funktioniert“! Dabei „funktioniert“ es ja nicht in dem Sinne, es … fließt eher – mal so mal so!

Denn als ich mit der Freundin sprach, wurde mir auch etwas anderes klar: Ja, ich habe häufig mal ein Kind mit nasser Hose. Erst heute wieder auf dem Spielplatz. Ich hocke da in der Sonne und denke: Muss er mal? Ach, mach ich gleich… und zwei Minuten später ist er nass. Also hingegangen, Hose ausgezogen, Kind umgezogen (vorher nochmal abgehalten), nasse Hose weggepackt.

Eine Frau fragt: „Hat er keine Windel an?“

Ich: „Nein, er ist ein windelfrei-Kind, meistens hat er keine an.“

Sie: „Ah, und dann wechselst Du einfach jedes Mal die Hose?“

Ich muss lachen: „Nein, normalerweise halte ich ihn einfach regelmäßig ab. Nur wenn ich gerade so gemütlich hier rumsitze wie eben und es vergesse oder aufschiebe – dann wechsele ich auch mal die Hose!“

Sie grinst, ich grinse, die Kinder spielen weiter.

Ja, er hat immer mal wieder nasse Hosen. Aber das macht nix. Ich nehme das gerne in Kauf. Denn er hat nie übel riechende volle Hosen. Seit er vier Monate alt ist, sind höchstens eine Handvoll große Geschäfte in Hosen oder Windeln gegangen, zu 99,9% gehen die ins WC – wo sie meiner Meinung nach auch hingehören. Man erinnere sich daran, wie hilflos ich war, als er letztens mal eine volle Windel hatte, ich bin das gar nicht gewöhnt. Und das war es, was ich wollte: Keine stinkenden Windeln wechseln müssen. Nasse Hosen hingegen – die machen mir gar nix.

Ich selbst stelle gerade in den letzten Tagen fest, dass ich schon total betriebsblind bin – es ist für mich so normal, mein Kind nicht zu wickeln und stattdessen abzuhalten, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, wie man das nicht nutzen und sich stattdessen mit vollen Windeln beschäftigen kann.

Marathonlaufen oder Treppensteigen?

Was macht eine liebevolle Mutter, die sich des Attachment Parenting verschrieben hat, stillt, trägt, Familienbett hat etc. wenn sie von windelfrei hört? In 90% der Fällen denkt sie sich: „Oh Gott, das ist mir zuviel! Das schaffe ich nicht“ und wickelt mit schlechtem Gewissen weiter. Und schon hat sie wieder zugeschlagen: Die Ganz-oder-Gar-nicht-Falle.
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OT: Therapeutische Pancakes

Es gibt Tage, da geht gar nix. Es gibt Tage, da hat das Kind schon vor dem Aufstehen schlechte Laune und bei oder nach dem Abhalten erst recht. Meistens kommt dann auch nichts. Er lässt nicht los, er ist genervt. An solchen Tagen backen wir „therapeutische Pancakes“.

Pancakes

Hier ist das Rezept – für köstliche Pancakes (und in unserem Fall ein entspanntes Kleinkind):

Die Zutaten: Ein schlecht gelauntes, unabgehaltenes Kleinkind, ein Sling, 3 Eier, Milch, Mehl, Butter, Backpulver, Salz, Agavensirup. OT: Therapeutische Pancakes weiterlesen