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Diskussion über Topffit

Die Experten streiten – wir sind dabei!

Zitat:

Die üblichen Verdächtigen argumentieren pro Topffit, hier als AITT abgekürzt:

An international study of 286 children who started toilet training during the first year of life revealed that over 90% showed elimination signals; mean completion ages for daytime dryness and bowel control were lower than 18 months, and no negative side effects were reported.7 Compared with Western toilet training (started around 2 years of age), stool toileting refusal in AITT drops from 22 to 12%.

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windelfrei.nachts.

Wir sind es wieder. Und irgendwie – warum hab ich je aufgehört? Es ist so…einfach, plötzlich. So sinnvoll. Er muss nicht alle 2 Stunden, er muss halt 1x pro Nacht, nämlich um vier Uhr. Und ansonsten abends und morgens, halt nur etwas später abends, nämlich um elf, und etwas früher morgens, nämlich zwischen sechs und sieben. Und dafür sollte ich ihm eine Windel anziehen. Welch ein Unsinn. Hihi – Unsinn, den ich bis vor wenigen Tagen selbst mal wieder gemacht habe. Und den ich vielleicht auch wieder mal mache, wenn ich müde, panisch, unkonzentriert oder einfach nicht in tune bin. Aber derzeit ist nachts windelfrei einfach super. Wir machen es nicht – es passiert. Es ist so. Und er schläft selig und gut damit.

Morgen brechen wir hier in L.A. die Zelte ab, fahren nach Las Vegas, holen dort das Motorhome-Monster (25 Fuss, kleiner hatten sie es nicht mehr) und fahren gen Osten. Erste Station: Lafayette, Laurie Boucke. Ich bin so gespannt! Von den Mails her ist sie unglaublich entspannt, sehr sympathisch und hilfsbereit. Uiuiuiui…wie soll ich bis dahin nur schlafen? Ich bin so aufgeregt…bis bald!!

Windelfrei im "Hippie-Dorf"

Wir sind auf dem Weg nach Topanga! Ein „Hippie-Dorf“ hat uns Sanni versprochen, eine Freundin, die alles über natürliche Geburt wisse, eine Idylle auf Erden, ein Paradies für Kinder. Na – nix wie hin!
Haus
An den grün bewachsenen Hügeln hinter Los Angeles schlängeln sich staubige Straßen entlang, der Himmel leuchtet blau und wir sitzen im Auto und fahren zu Shyla. Und da sind wir – hallo Shyla!

Shyla

Shyla wohnt mit vielen Künstlern zusammen in einer Kommune in den Bergen und zieht dort zwei Kinder groß, arbeitet als Doula und schreibt Artikel über natürliche Geburt für Fachzeitschriften. Das war sehr spannend, weil Shyla wirklich in allem den natürlichen Weg geht. Sie spricht viel über „unassisted childbirth„, also die Geburt ohne Hebamme und nur mit Freunden oder einer Doula; Stillen, Tragen und Windelfrei sind sowieso klar und zudem ernährt sie sich seit einigen Monaten gemäß Raw-Food, eine Rohkost-Bewegung, die es bis auf die Wochenmärkte und in die Restaurant-Szene geschafft hat.

Als wir ankamen, war gerade Arbeitstag und es wurde am Gemeinschftshaus gepinselt, gehämmert und gesägt.

Die Kinder toben draußen herum, Hunde spielen in der Sonne, von außen betrachet die reine Idylle. Das Gemeinschaftshaus beherbergt ein Tonstudio, eine Prinzessin wohnt am Ort und alle Häuser sind kinderfreundlich, künstlerisch, kalifornisch und sehr topanga’isch.

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Wir haben uns mit den Kindern auf den Weg zum nahe gelegenen Bach gemacht und eine Lektion kompetentes Kind bekommen. Die kaum drei Jahre alte „Harmony“ kletterte auf den teilweise scharfkantigen Steinen am Bach entlang, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, aber sehr vorsichtig.

Harmony am Bach

Harmony wurde von ihrer damals 17 Jahre alten Mama im costaricanischen Dschungel geboren und hat ihre ersten 1,5 Jahre auch dort verbracht. Sie ist ein echtes Naturkind und war besonders fasziniert von diesem Kerlchen hier:

Käfer

Die beiden Mädchen hatten Spaß in der großen Hängematte am Community-Haus und der Verkleidungskiste, mein Kleiner entdeckte eine Mundharmonika im Waschhaus und war ebenfalls selig. Wir Großen sprachen über natürliche Geburt, das große Thema in den USA. Außerdem gab es Erdbeeren und Leinsamenkräcker, Snacks à la Raw Food.

SchatzkistePferd

Es war eine gute Erfahrung, dort zu sein. Die Idee, mit anderen gemeinsam auf einem großen Gelände zu wohnen, einmal in der Praxis zu sehen. Mir persönlich geht die Raw-Food-Sache weiter als ich zu gehen bereit wäre – es fühlt sich einfach nicht richtig an. Aber Shyla versuchte uns auch nicht zu überzeugen, sie erklärte einfach, was sie warum machen. Und sie erzählte von ihrem Beratungsansatz als Doula: Sie will die Frauen stärken, damit sie ihre Entscheidung für ihre Geburt treffen können. Damit sie sagen können: So oder so will ich das und hinterher ein gutes Gefühl haben, weil es ihre Entscheidung war.

Dann haben wir noch über meine Vision gesprochen, von meinem Traum…aber dazu morgen. Mein Bauch voller Leinsamenkräcker, meine Vision und ich, wir gehen jetzt erstmal zu meinem windelfreien Prinzen ins Bett und schlaaaafen.

Windelfrei gegen nächtliches Bettnässen

Neunmalklug schrieb ich letztens in mein Buchmanuskript: „Nächtliches Abhalten ist mehr Aufwand als eine Nachtwindel. Viele Babies schlafen jedoch ruhiger, wenn sie sich erleichtern dürfen. In jedem Fall können Sie so nächtlichem Bettnässen im Kleinkindalter vorbeugen.“ Jajaja – mein eigener Sohn war seit 6 Wochen nachts wieder in Windeln. So gut wie Vollzeit. Warum eigentlich?
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Potluck in L.A.

Wir waren heute – windelfrei – auf einem Potluck eingeladen! Über die Yahoo-Group West-LA-Attachment Parenting hatte uns Sanni kontaktiert und spontan in ihr Haus zum Brunch geladen. Sie kreiirt Baby-Carrier, hat auch ein windelfreies Baby. Ihr Grundstück in Marina del Rey hat sich zu einem Treffpunkt von Müttern und allerlei Freunden aus der kreativen Szene entwickelt.

Sanni, Manni, Lumas und Singa
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Perfekte Mütter – genervte Väter?

Sind Windelfrei-Mütter besonders perfektionistisch? Sind wir es alle? Perfekte Mamas – überforderte Väter? Überperfekte Mamas – genervte Väter?

Seien wir mal ehrlich: Wir halten nach Ingrid Bauer ab, wir tragen nach Jean Liedloff, wir kommunizieren nach Emmi Pikler („Ich SEHE, du hast einen BALL“), wir streiten nach Jesper Juul und Gordon, wir ernähren unsere Kinder anthroposophisch („weißer Zucker? NUR über meine Leiche!!“), wir behandeln sie homöopathisch, wir heilen sie osteopathisch und im Zweifelsfall auch mal kinesiologisch.

Und dann kommt Papi und bietet dem 11 Monate alten Sprößling eine Bratwurst mit Senf an, weil doch die Kinderärztin gesagt hat, der könne jetzt alles mitessen. Aaaargh! Da kann man als Perfekt-Mama doch nur explodieren…oder? Perfekte Mütter – genervte Väter? weiterlesen

Los Angeles!

Da sind wir also an unserer nächsten Station: Los Angeles!

Und wir sind wieder bei Teilzeit-Windelfrei angekommen. Warum? Einfach, weil unser neues Zuhause mal wieder ein paar Anpassungen erfordert. Und wie immer brauche ich ein paar Tage, um mich wieder zu einzufinden.

Der Versuch einer windelfreien Nacht ging gleich zwei Mal daneben…so haben wir jetzt wieder windelfreie Morgende, manchmal windelfreien Vormittag am Strand, ansonsten mittags windeln und abends wieder windelfrei und nachts teilzeit-windelfrei (beim einschlafen ist er meistens „leer“, dann ziehe ich sie ihm ab ca. 11 Uhr an, ab ca. 4 Uhr morgens weiß ich, dass er nicht muss bis morgens, da zieh ich sie ihm dann aus).

Windelfrei am Strand – sieht man gleich, oder ;)?

WindellosSpielplatz

Er hat übrigens soviel an, weil’s vom Pazifik her ganz schön reinweht.

Und: Ich habe mich getraut. Ich hab festgestellt, dass wir auf dem Weg hierher bei Americas Attachment-Parenting-Begründer William Sears vorbeigefahren sind und hab ihm eine Mail geschickt – vielleicht empfängt er ja das Windelfrei-Blog zu einem Video-Interview! Und Jean Liedloff ist auch „gleich um die Ecke“, was soviel heißt wie: nur 400 Meilen entfernt…*kribbel* *kribbel* trau ich mich wieder…?

Panta rhei 🙂