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Bericht von Claudia – Windelfrei mit Säugling, Tag 9

Heute bei Claudia: Wie ein Asia-Töpfchen zu lauten Freudenschreien führen und Hautkontakt weiteres Baby-Equipment überflüssig machen kann. Außerdem in dieser Ausgabe: Stoff-Design in Babygelb-gefleckt und heile Welt am Babypo.

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Uh, what a night…

Mütter gehen in den ersten Lebensmonaten der Kinder nicht mehr weg – kann ich bestätigen. Aber wozu auch? Ich brauch weder SneakPreview noch 210 Dezibel, um nachts Schweißausbrüche, Bauchkribbeln und emotionale Achterbahnfahrten zu erleben.

Ich war müde vorgestern, so müde! Ein paar Abende bis nach elf gearbeitet, keinen Mittagschlaf gemacht, „sleep when the baby sleeps“-Ratschlag total ignoriert, kumulierter Schlafmangel. Ganz im Gegensatz zu meinem kleinen Engel, der bis um zehn abends putzmunter durch die Wohnung getragen werden wollte, noch hier und da etwas in den Mund schob und sich fröhlich glucksend auf den Bauch pusten ließ. Um halb elf hatte ich ihn dann endlich so müde getobt und gekuschelt, dass er selig neben mir liegend einschlief. Ohne Windel. Ich dachte gerade noch: „Ich bin so saumüde, ob ich ihm für heute Nacht eine anziehen… “ und schwups – war ich ebenfalls im Tiefschlaf.

Murphy lachte sich ins hämische Fäustchen und los gings.

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Bericht von Kati – Windelfrei mit Kleinkind, 14 Mon.

Hier Katis Bericht von den ersten Wochen – zum Mut machen, Mut haben und Bewundern! Sie und ihre Tochter haben mit Windelfrei gerade erst angefangen und die Kleine ist bereits 14 Monate alt. In diesem Alter geben die Kinder keine Zeichen mehr bzw. müssen sich erst wieder bewusst werden. Der Anfang war also schwieriger als bei Babies, aber jetzt kommen die ersten Erfolgserlebnisse.

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Nachts trocken?

Ich bin verwirrt.

Oder erfreut?

Na, bevor ich die Pferde scheu mache, hier erstmal nur die Fakten: Seit drei Nächten setze ich ihn zwar zwischen 0:00 und 5:00 beim Stillen aufs Töpfchen. Aber es kommt nix. Gar nix. Gestern Nacht hab ich dann einfach zwischendurch mal im Liegen gestillt, weil ich dachte – hey, wenn nix kommt, können wir auch kuscheln. Und – es kam nix.

Werde das beobachten. Wenn es eine Regelmäßigkeit gäbe „nachts zwischen 0:00 und 5:00 ist er trocken“, das wäre ein klares Plus an Kuschelfaktor!

Sommer-Logistik

Heute hatten wir einen schönen halbtags-windelfrei-Tag: morgens windelfrei daheim, dann mit Windel im Auto, mit Windel zu Besuch bei Oma bis zum Mittagessen im Garten. Anschließend bei der Oma windelfrei, als ein kleiner Spaziergang anstand, hab ich ihn windelfrei in die afrikanische Rückentrage gepackt und dort hat er prima und trocken geschlafen. Als er aufwachte, hielt ich ihn am Wegrand ab und fein.

Zurück bei Oma dann erstmal wieder ohne Windel, aber irgendwann wurde es dafür einfach zu kalt und ich ihm zog Windel und Hose wieder an.

Das lässt mich gleich mit Bangen an den Winter denken. Windelfrei mit ständig halbnacktem Kind ist einfach extrem komfortabel. Oft hat er nur ein Hemdchen an oder offenen Body mit einer kleinen Unterhose. Das ist schnell mal zur Seite geschoben beim Abhalten. Wenn er hingegen eine lange Hose anhat, merke ich schon, dass es nicht mehr so problemlos geht. Wie wird das erst im Winter, wenn er dick eingepackt ist? Es muss einen Weg geben, wie es trotzdem entspannt bleibt. Splitpants haben wir schon…vielleicht ist das die Rettung?

Windelzeiten

Wir benutzen Windeln:

– in den öffentlichen Verkehrsmitteln
– wenn wir einkaufen gehen
– wenn ich einfach zu müde bin
– im Auto
– im Cafe
– bei Arztbesuchen
– wenn ich einfach zu müde bin
– auf dem Ausflugsboot rund um Berlin
– wenn seine Ur-Oma ihn auf dem Arm hat
– wenn ich einfach zu müde bin
– für lange Spaziergänge
– wenn wir Besuch haben
– und manchmal lass ich sie doch weg, obwohl ich einfach zu müde bin
*Kind umzieh* *Handtuch wechsel*

Relativitätstheorie (windelfrei)

Langsam ist es an der Zeit, die Sache mal auf theoretisch fundierten Boden zu stellen. Ich hab da mal was vorbereitet:

Relativität von Raum und Zeit

Vor der Formulierung der Relativitätstheorie (windelfrei) war die Diskussion über Raum („Wir leben nicht im Urwald“), Zeit („Das ist doch viel aufwendiger!“) und Kosmologie („Babies können ihren Schließmuskel nicht kontrollieren“ „Babies brauchen Windeln“) weitgehend von religiös anmutenden Überzeugungen geprägt. In der säkularisierten Säuglingspflege hat die Theorie heute das Potential, auch das Weltbild der Nicht-Windelwissenschaftler („Ähm, was macht ihr denn da immer im Bad?“) nachhaltig zu verändern („ui, dasjaspannend“).

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Argh.

Zur Frage, ob Windeln plötzlich ungesund seien, fand ich gerade dies:

2000 waren Windeln mit dem Algentöter TBT belastet. Jaja, ich habs auch gelesen, die Dokumentations- und Informationsstelle für Umweltfragen der Kinderärzte in Osnabrück (DISU) erklärt seinerzeit dass es sich um eine zwar unerwünschte, aber toxikologisch nicht bedenkliche Belastung handelt.

Schön ist das trotzdem nicht. Aber es kommt die gute Nachricht gleich hinterher:

Das ist längst Geschichte.

Warum eigentlich?

Naja, z.B. weil…

…ich mit Kind im Tragetuch und Tussi-Handtäschchen durch die Stadt laufen kann.

Nur mit Tragetuch und Tussi-Tasche.

Tussitasche

(Inhalt der Tussitasche: 1 Sicherheitswindel, 1 warmes Jäckchen, Portemonnaie, Mobiltelefon, Schlüssel, Kaugummis, Tempos, Lipgloss, 25 Kekskrümel)

Nicht, dass er dann keine Windel trüge. Aber sie wird selten voll und ich riskiere weder das Komplett-Umziehen-Müssen noch brauchen wir die sonst übliche Feuchttücher-Wickelunterlage-etc.-Logistik. Wenn er muss, halte ich ihn ab, wasche ihn an einem Waschbecken oder mache ihn mit einem Tempo sauber und ziehe ihn wieder an. Dazu muss ich ihn nicht mal hinlegen.

Ich kann mir nicht helfen. Es ist einfach so praktisch.