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"Wo Gewalt entsteht" – AP als Gewaltprävention

Caroline Fetscher schreibt heute im Tagesspiegel einen Kommentar über den Mord in der Münchner S-Bahn und die Rufe der Politiker nach härteren Strafen. Sie fragt dabei, wo Gewaltprävention ansetzt und antwortet: Bei der Hebamme.

Hier kreuzt sic der Ansatz des Attachment Parentings oder des Steinzeit-Babies mit gesellschaftlichen Anliegen. Wenn wir lernen, unsere Babies zu lesen, auf sie adäquat zu reagieren, wenn kleine Kinder diesen Umgang sehen und nachahmen, dann erschaffen wir auch weniger gewaltbereite Erwachsene. Denn wer sich in den anderen hineinversetzen kann, reagiert seltener mit Gewalt.

Natürliche Säuglingspflege als Gewaltprävention? Vielleicht eine Chance. Denn der Kern des „natürlich“ ist, dass wir die Bedürfnisse unserer Babies nach Nähe, Zuwendung und Körperkontakt achten und befriedigen – und damit positive Grunderfahrungen schaffen. "Wo Gewalt entsteht" – AP als Gewaltprävention weiterlesen →

Windelfrei – Magie

Es ist magisch. Einen Tag nach dem Blogeintrag war alles wieder wie vorher. Windelfrei.

Nochmal für’s Protokoll: Mein Sohn ist jetzt 19 Monate alt. Wir gehen morgens ins Bad, erledigen seine Geschäfte und er trägt jetzt – im Sommer – tagsüber nicht mal ein Backup, sondern einfach nur eine Hose. Ich halte ihn ca. 1x pro Stunde ab und wenn ich das nicht verschwitze dann sind wir den ganzen Tag „trocken“ oder „unfallfrei“. Sind wir das nicht, wechsele ich die Hose und wische eine kleine Pfütze auf. Große Geschäfte passieren nämlich tagsüber eigentlich eher nicht und wenn, dann zuverlässig nach dem Mittagsschlaf oder einer „Ankündigung“.

Vorbei…

…was soll ich sagen? Langsam werde ich abergläubisch. Wenn ich blogge „es läuft nix“, geht es am nächsten Tag wieder. Wenn ich blogge „alles bestens!“ ist es am nächsten Tag vorbei. So auch jetzt. Er trägt seit gestern wieder Windeln. Es geht einfach nicht anders. Er macht morgens nämlich nichts mehr im Bad, dafür aber über den Tag verteilt sein großes Geschäft in kleinen Portionen wo er gerade geht und steht. Hm. Keine Ahnung, wie das kommt. Da wir zudem gerade bei Freunden zu Besuch sind (nein, es hat schon zu Hause angefangen, also nix mit der Fahrt zu tun), können wir hier nicht einfach alles laufenlassen. Also Windeln. Ich liebe Windeln! Sie machen in solchen Situationen einfach alles viel einfacher ;).

Wobei mir gerade etwas auffällt. Bisher ist kein einziges Köddelchen in der Windel gelandet. Er macht immer noch, wenn er gerade zwei Minuten ohne ist oder eben ein bisschen was beim Abhalten. Nur eben nicht mehr wie vorher verläßlich alles morgens und dann nix mehr.

Nu – es bleibt spannend! 18 Monate ist er jetzt alt, also noch mindestens 6 Monate to go bis er „sauber“ ist.

Bleiben Sie bei uns :).

To Signal or not to Signal II

Noch ein Gedanke bezüglich der Signale: Natürlich geht es auch Signalgeräusch, die Kinder erkennen ja an Ort, Gefäß und Position, dass jetzt WC-Zeit ist (man erinnere die Säulen von Topffit: Intuition, Signale, Timing, Position, Ort).

Wir haben für uns jedoch festgestellt, dass es doch eine Gelegenheit gibt, zu der das Signal höchst nützlich ist: Nämlich auf dem Töpfchen. Ich hätte es ihm vielleicht vormachen können…aber es war wirklich super einfach, einfach das „ssss“ zu machen und er wußte sofort, worum es bei dem neuen, blauen „Hocker“ ging ;).

Zwergensprache? So ein Schmarrn!

Also was mich angeht – ich hielt Zwergensprache für so ein neumodisches Zeugs für Prenzlauer-Berg-Muttis, die nix anderes zu tun haben, als ihren Babies schon frühzeitig ordentlich Leistungsdruck zu machen. Hielt? Ja, hielt. Bis mein Sohn mir selbst gezeigt hat, dass neumodisches Zeugs genau das ist, was er total toll findet.

Ich hatte ihm – etwas halbherzig – schon einige Zeit mal ein paar Zeichen vorgemacht und er hatte ebenfalls halbherzig manchmal etwas gemacht, das man als das Zeichen für Stillen (Hand auf und zu) hätte interpretieren können oder auch nicht. Irgendwann hatte ich aufgegeben: Meinen Sohn interessiert das nicht und mich ja eigentlich auch nicht. Neumodisch halt.

Bis ich beim Kind einer Freundin fasziniert sah, wie gut und freudig sich der 16 Monate alte Zwerg mit seinen Händen verständigte. Er zeigte das Flugzeug, das er gehört hatte, kommentierte, wenn ihm ein Geräusch zu laut war und warnte vor Motorrädern, weil die ja „heiß“ sein können. Ich war platt. Mein Kind tat nichts dergleichen, schaute seinem Spielkameraden aber mindestens so fasziniert zu wie ich.

Ich beschloss, einen letzten Versuch zu wagen. Eine Freundin gab mir den entscheidenden Tipp: Zwergensprache? So ein Schmarrn! weiterlesen →

Reaktionen und nasse Hosen

Eine Freundin war gerade zu Besuch und von ihr bekam ich eine schon oft gehörte Reaktion:

Dass das funktioniert!

Viele Leute, die zum ersten Mal davon hören oder es bei uns dann ja auch sehen, sind fasziniert, dass es wirklich „funktioniert“! Dabei „funktioniert“ es ja nicht in dem Sinne, es … fließt eher – mal so mal so!

Denn als ich mit der Freundin sprach, wurde mir auch etwas anderes klar: Ja, ich habe häufig mal ein Kind mit nasser Hose. Erst heute wieder auf dem Spielplatz. Ich hocke da in der Sonne und denke: Muss er mal? Ach, mach ich gleich… und zwei Minuten später ist er nass. Also hingegangen, Hose ausgezogen, Kind umgezogen (vorher nochmal abgehalten), nasse Hose weggepackt.

Eine Frau fragt: „Hat er keine Windel an?“

Ich: „Nein, er ist ein windelfrei-Kind, meistens hat er keine an.“

Sie: „Ah, und dann wechselst Du einfach jedes Mal die Hose?“

Ich muss lachen: „Nein, normalerweise halte ich ihn einfach regelmäßig ab. Nur wenn ich gerade so gemütlich hier rumsitze wie eben und es vergesse oder aufschiebe – dann wechsele ich auch mal die Hose!“

Sie grinst, ich grinse, die Kinder spielen weiter.

Ja, er hat immer mal wieder nasse Hosen. Aber das macht nix. Ich nehme das gerne in Kauf. Denn er hat nie übel riechende volle Hosen. Seit er vier Monate alt ist, sind höchstens eine Handvoll große Geschäfte in Hosen oder Windeln gegangen, zu 99,9% gehen die ins WC – wo sie meiner Meinung nach auch hingehören. Man erinnere sich daran, wie hilflos ich war, als er letztens mal eine volle Windel hatte, ich bin das gar nicht gewöhnt. Und das war es, was ich wollte: Keine stinkenden Windeln wechseln müssen. Nasse Hosen hingegen – die machen mir gar nix.

Ich selbst stelle gerade in den letzten Tagen fest, dass ich schon total betriebsblind bin – es ist für mich so normal, mein Kind nicht zu wickeln und stattdessen abzuhalten, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, wie man das nicht nutzen und sich stattdessen mit vollen Windeln beschäftigen kann.

Süsser Leben

Eine mehr als süße Seite über Attachment Parenting:

http://www.suesserleben.de

Ein Auszug:

Der Ruf der Wildnis

Die Welt des Babys ist so alt wie die Menschheit. In ihr wohnt man in der Steppe, ist umgeben von Feinden, die einen essen wollen, und einem Rudel, das auf einen aufpasst. In ihr ist Bewegung Leben, denn wer nicht weglaufen kann, wird gefressen und wer nicht hinlaufen kann, kann nicht essen. Dass Mama und Papa in einer anderen Welt leben, weiß das Baby nicht. Es weiß nicht, dass Mama und Papa in einem schmucken Steinbauwerk mit beblümtem Steppenersatz davor und einer Nebenhöhle für ein blechernes Fortbewegungsmittel wohnen.

Euer Baby ist KEIN selbstgefälliger Tyrann, der durch gespieltes Weinen seinen Dickkopf durchsetzen will. Es hat ein Bedürfnis (Hunger, Durst, Nähe …), das sofort befriedigt werden muss. Der Ruf der Wildnis duldet keinen Aufschub: Eure Bedürfnisse können warten – ihr seid erwachsen, ihr könnt zurückstecken. Ihr kennt „später“, euer Baby nur „sofort“. Ein Aufschieben der Bedürfnisbefriedigung zerstört nicht nur die Bindung zwischen Euch und dem Baby nachhaltig, sondern der Stress hemmt auch die Gehirnentwicklung.

Ein geradliniger, kompromißloser Ansatz in eine Website gegossen. Und wunderbar erklärt.

Danke, Julia, für den Link!