Das heutige Montags-Mantra verdanke ich den Kloeters-Briefen, die ich derzeit interessiert studiere. Einer der schönen Sätze, die man darin findet, ist der kleine, unscheinbare und doch erstaunlich mächtige Satz:
„Das kann schon mal passieren“
Kind kippt sein Glas um: „Das kann schon mal passieren.“
Kind macht sich (oder das Bett oder den Teppich) nass: „Das kann schon mal passieren.“
Kind macht etwas, das wir im Geiste als nervende Eltern-Arbeitsbeschaffungsmaßnahme wahrnehmen: „Das kann schon mal passieren.“
Was macht diesen Satz aus? Er sagt: Das war nicht okay, was gerade passiert ist. Es sollte nicht passieren. Aber es kann jeden mal passieren, dass er ungeschickt ist, einen Fehler macht oder sich unvernünftig verhält. Und das ist nicht schlimm. Ich hab Dich lieb. Du bist mein Kind. Komm, wir machen das zusammen weg.
Soweit Kloeters.
Ich finde, dass der Satz noch einen weiter gehen kann: „Das kann schon mal passieren.“ – gilt auch für Eltern. Keine Taschentücher dabei? „Das kann schon mal passieren.“
Rechnung nicht rechtzeitig bezahlt und ärgerlich Zinsen aufgelaufen? „Das kann schon mal passieren.“
Nicht zurückgerufen, mail ohne Anhang abgeschickt, keine Äpfel gekauft, nicht mitgekriegt, dass das Baby schon wieder Stillen will? „Ja, auch das, auch das kann schon mal passieren!“
Unsere Kinder sind nicht perfekt. Sie müssen nicht perfekt sein. Aber obacht: Auch Eltern sind nicht perfekt. Und müssen aus meiner Sicht nicht perfekt sein. Das ist okay. Es sollte anders sein und ist ja auch oft anders, aber wir machen nunmal auch Fehler. Wir sind nicht perfekt. Und müssen es nicht sein.


) Dafür soll ich aber in der ersten Zeit das Baby viel nackig unten herum auf einem Handtuch frei strampeln lassen.



