Archiv der Kategorie: Allgemein

Reisen mit Kleinkind: Indien

Namaste! Wir sind in Indien!

PleaseFastenSeatbelt

Es ist großartig. Es ist anders. Es ist windelfrei. Es ist der helle Wahnsinn. Es ist Hindi-Kultur und Business, Hektik und Meditation, heilige Gesänge und ohrenbetäubender Lärm.
GANESH
Aber was soll ich erzählen – das haben andere schon vor mir getan und besser, als ich es je könnte. Daher hier in den nächsten Wochen die praktischen, die profanen, die windelfreien Dinge des Lebens.
Mein persönliches Highlight bisher: Minimalisten-Gepäck. Nur sechs Windeln. Nur drei Rucksäcke.

Gepaeck

Alles für Vater, Mutter und Kind für zweieinhalb Monate.

Was auf dem Bild allerdings fehlt, ist die groooooße Pickinick-Tüte, in der ich für die lange Anreise (21h) ungefähr drei Tonnen Essen dabei hatte, in der grooooßen Angst, wir könnten verhungern. Sind wir nicht, aber wir haben auch fast alles aufgegessen.

Übrig sind nur die luftdicht schließenden Tupperdosen mit einigen, heiligen Bio-Gummibärchen, die getreu der von mir begründeten Gummibärchen-Pädagogik schon in so mancher Notsituation unsere Rettung waren: „Schau mal, wir MÜSSEN jetzt diesem Bagger Bye-Bye sagen, sonst verpassen wir den Flieger. Ich weiß, ein grooooßer Bagger, aber wir müssen jetzt… Kind, bitte! Nicht weinen, och Maus, wir MÜSSEN….hey – willst Du ein Gummibärchen? Ja? Super! Papa hat sie im Rucksack, er ist schon da hinten… komm, wir flitzen da mal schnell hin….“ Und zack! Anschlußflug tränenlos erreicht :).

Algen zu Baggern

Unsere Delphine im Bad haben eine gesamte Windelfrei-Kleinkindzeit mitgemacht. Und sie haben uns gute Dienste geleistet. Sie haben das Baby fasziniert, das ältere Baby animiert und das Kleinkind dann endgültig zu phantasievollen Höhenflügen angeregt. „Fisch“ ist eines der ersten und wichtigsten Wörter (wobei Delphine keine Fische sind, ich weiß, aber so kompliziert wollte ich es nicht machen). Und in letzter Zeit hat er sogar noch ganz andere Dinge entdeckt.

Die Algen im Wasser der Lagune sind nämlich Bagger! Und ich muss sagen, das mit dem Bagger, das ist wirklich einsichtig:

Bagger  oder Alge?

Hubschrauber haben wir auch auf dem Bild und jeeede Menge Flugzeuge – einfach jede Alge, die kleiner ist als der Bagger ;). Man muss nur ein paar Monate lang täglich merhmals draufschauen, dann entdeckt man die tollsten Dinge.

Delphine

Wir sind dann mal…sauber.

Wo zieht man die Linie, dass ein Kind jetzt „sauber“ ist und wo nicht? Unfälle passieren ja noch eine ganze Weile. Aber ich habe jetzt für mich die Schwelle definiert und wir haben sie definitiv überschritten. Und zwar an dem Tag, als mein Sohn mitten in einem mittelschweren Wutanfall wegen einer Packung TicTac plötzlich innehielt und verkündetet: „Mama! Pipi!“, sich abhalten ließ und erst danach weiterwütete ;).

Wir sind dann mal sauber. Einfach so. Er sagt Bescheid, wenn er muss. Der letzte Schritt war mal wieder einfach Vertrauen in ihn. Nachdem er tagelang immer verkündet hatte, wenn es bereits passiert war, habe ich ihm einfach erklärt, dass es für uns leichter wäre, wenn er es mir sagt, bevor er sich nass macht. Und zack – er tat es. Und damit sagt er jetzt Bescheid, bevor er loslegt und wartet, bis wir soweit sind. Allerdings wartet er nicht besonders lange. Um genau zu sein, sprinte ich noch immer ganz schön fix zu ihm, denn wenn ich ein paar Augenblicke zu lang warte, gehts schon los. Aber auch das ist sicher nur eine Frage der Übung!

Damit sind wir in unserem Umkreis definitiv unter den ersten Kindern, die sauber sind. Ich hatte das nie angestrebt, um hier keinen falschen Eindruck zu erwecken. Ich erwähne es, um zu sagen, dass das NICHT selbstverständlich ist, auch nicht bei Windelfrei-Kindern. Wir haben einige Windelfrei-Kinder um uns herum, die noch nicht im Traum daran denken, irgendjemanden vorzuwarnen. Allerdings ging es bei uns immer schon überdurchschnittlich gut.

Und ich bin sehr, sehr froh darüber. Wir haben uns nie Stress mit Vollzeitwindelfrei gemacht. Wir haben Windeln benutzt, wenn es praktischer war. Wir hatten Abhaltestreiks und haben sie respektiert. Und doch hat sich alles einfach so ergeben. Und ich habe keine 10 vollen (ich meine richtig vollen) Windeln wechseln müssen. Wir haben vielleicht 12, maximal 15 Pakete Windeln verbraucht. Was für ein Geschenk!

Mein Dank geht an Claudia, die mich auf die Idee überhaupt erst gebracht hat, an Julia Dibbern, die es in ihrem Buch „Geborgene Babies“ so toll beschreibt, an die TopfFit-Yahoo-Group, die uns immer unterstützt hat und an Laurie Boucke, die mit Rat und Tat und Interview an unserer Seite stand.

🙂

Und jetzt? Und jetzt geht es hier weiter mit Attachment Parenting, mit meinem neuen Buch, das bald herauskommt und mit noch vielen Projekten, die in meinem Kopf in den letzten Monaten gereift sind.

Bleibt bei uns!

Bericht: Pinkelstreik vorbei – nach 1 Jahr!

Hurra!!!

Mein Sohn, jetzt 1,5 Jahre alt, lässt sich endlich wieder abhalten. Der so genannte „Pinkelstreik“ ist bei Windelfrei-Kindern ein häufig beobachtetes Phänomen, das meist auftritt, wenn sie mobil werden oder große Veränderungen anstanden.

Bei meinem Sohn war es so, dass er sich ab dem Alter von einer Woche sofort abhalten lies (davor war ich einfach zu fertig von den Nachwehen, um es regelmäßig zu versuchen). Wir haben das ein halbes Jahr sehr gut hingekriegt, mit kleinen Pannen, die aber nicht der Rede wert waren. Nachts habe ich immer Windeln angezogen, weil er sich zwar nachts abhalten lies, ich dann aber zu wach wurde und dann meist nicht mehr gut einschlafen konnte, und später lies er sich auch glaub ich nicht mehr so richtig abhalten, wollte selbst weiter schlafen.

Mit 6 Monaten fing er an, mobil zu werden: krabbelte und dann folgte im zwei-Wochen-Takt immer eine Veränderung auf die nächste. Die Zähne kamen einer nach dem anderen, er hatte mit 10 Monaten auch schon alle, er krabbelte, stand, lief, hüpfte, fing an zu sprechen… in den Entwicklungsschritten kam keine Ruhe rein, und seit er die ersten Krabbelschritte machte, lies er sich partout nicht mehr abhalten. So erklärte ich mir jedenfalls immer seinen Streik: anderes ist eben wichtiger.

Er pinkelte zunächst einfach im Sitzen auf dem Boden, später im Stehen, was wir dann immer aufwischten. Ich hatte immer das Gefühl, er kann es noch, aber will einfach nicht. Ich habe es anfangs öfter probiert, dann nur noch monatlich, dann noch seltener. Wir erkannten auch noch, wann er musste, aber er wollte weder abgehalten werden noch hatte er die Geduld, auf einem Töpfchen zu sitzen. Nach unserem Versuch pinkelte er dann einfach etwas später auf dem Boden…

Normalerweise sind Pinkelstreiks nur einige Wochen lang und dann geht es wieder. Bei uns war es nicht so. Ich hatte schon fast aufgegeben, benutzte ein bisschen öfter Windeln, wollte aber nicht komplett auf Windeln umsteigen, sondern lieber aufwischen, weil ich eben dachte, dass er so wenigstens das Gewahrsein für seinen Körper behält. Er merkte ja, dass er pinkelte, was bei meinem beiden größeren Kindern nicht so war: Sie waren eher überrascht-erschrocken, dass da was rauskam. Sie waren die Windeln einfach sehr gewöhnt.

Mit 9 Monaten hatte ich ein Erlebnis, dass mich einfach weiter vertrauen lies: Er war krank und hatte Fieber, er war so schlapp, dass er sich kaum rührte und nur im Bett lag. Ich hab ihn an diesem Tag 4 Mal abgehalten, und da er so schlapp war, lies er sich auch abhalten und alles klappte haargenau so, wie es ein mal gewesen war. Als er nach einem Tag wieder fit war, wollte er wieder nicht – schade. Aber ich kam zu dem Schluss, dass es wirklich am Mobilsein lag: An dem Tag konnte er sich ja eh nicht bewegen, dann war das Abhalten auch nicht schlimm. Ansonsten war Sichbewegen eben wichtiger.

Und so ging das dann einfach weiter. Einige Erlebnisse ab und an zeigten uns, dass er definitiv die Kontrolle darüber hatte, aber das Thema einfach nicht seine Priorität war:

* wenn wir ihn auf die Toilette (mit Einsatz) setzten, machte er manchmal rein
* er sagte uns bis er etwa 1 Jahr und 2-3 Monate alt war, dass und wo er Pipi gemacht hatte.
* wenn man ihm sagte (z.B. im Stehen), dass er Pipi machen soll, sah man, dass er eine entsprechende Bewegung machte, es also quasi versuchte

Und: normalerweise machte er nie auf Matratzen, Teppich oder auf dem Schoß – bis er etwa 1 Jahr und 2-3 Monate alt war. Dann hörte das leider auf, und ich wurde vermehrt auf dem Schoß angepinkelt (er ist meistens nackt oder nur halb angezogen zu Hause). Da bin ich immer hochgeschreckt. Ich konnte ihn dann mittendrin stoppen, zur Toilette tragen und dort machte er willentlich den Rest. Das sieht man, weil er sich auf Toilette nicht soooo entspannen kann, dass alles auf einmal kommt (wie früher beim Abhalten), ich kann aber sagen: „Mach noch mal Pipi“, dann macht er eine entsprechende Bewegung (man sieht es am Bauch und am Penis, und manchmal kommt ein kleiner Entspannungs-Pups mit ;)) und eben auch Pipi. Das wiederholt sich einige Male, bis die Blase entleert ist. Er freut sich dann auch. Ich mich auch. Ich habe mich manchmal so geärgert, dass ich ihn so angemotzt hab, dass er „NICHT AUF DEM SCHOSS!!!“ pinkeln soll, dass wir nun häufiger Windeln benutzt haben (lieber das statt anschreien! Das war ja nun wirklich nicht Sinn der Sache).

Das ging so jetzt etwa 3-4 Monate, Pinkeln auf dem Boden, aufwischen, manchmal Windeln tragen und nachts sowieso. Täglich mal nackt sein, da besteht er sowieso drauf. Mein mittlerer Sohn machte neulich in die Badewanne Pipi, weil die Toilette besetzt war. Dann wollte der Kleine auch: ich hab ihn abgehalten, und das fand er zum ersten Mal OK, anstatt sich zu drehen und zu wenden, sich mit Schwung in Richtung Boden zu werfen.

Seitdem (ca. 3 Tage) halte ich ihn immer öfter ab, und es klappt wie früher – nur dass wir jetzt auch „mach noch mal Pipi“ sagen, damit auch alles raus kommt. Pipi direkt nach dem Aufstehen ist so sicher wie immer, da kommt viel (und meist ohne „nochmal“). Und ansonsten nach Gefühl. Manchmal geht’s auf den Boden.

Hurra! Es hat sich gelohnt zu warten. Es ist (manchmal) nicht vieeel einfacher als mit Windeln. Es ist auch nicht vieeeel schwerer als mit Windeln. Es ist einfach anders, und das Schöne ist einfach zu wissen und zu sehen, dass Kinder in dem Alter sehr wohl Kontrolle über ihre Blase haben – das hat für mich auch was mit Würde zu tun, vor allem später, wenn sie sich ganz bewusst gegen Windeln wehren – sind ja auch super unbequem. Dass er die Kontrolle die ganze Zeit hatte, daran habe ich ab und zu gezweifelt, aber eben doch immer wieder beobachtet, dass es der Fall war. Jetzt hat es sich wieder bestätigt, zuerst durch die Schoßgeschichte und jetzt durch die Wiederaufnahme. Hurrah!!!

Der vielleicht längste Pinkelstreik aller Zeiten ist also überstanden? Wer weiß, vielleicht ändert es sich noch. Macht dann natürlich auch nichts 🙂

Stillkaries – Mythen, Fakten, Prophylaxe

Unser Kind hat eine dunkle Stelle an einem Backenzahn – und sofort machte ich mir sorgen. „Stillkaries“ ist ein Begriff, der mir schon manchmal in dem einen oder anderen Forum begegnet ist. Argh. Da dachte ich, stillen sei so toll -und praktisch isses ja auch – und jetzt kriegt das Kind Karies davon? Jaul. Ich hatte ein schlechtes Gewissen und fing an zu bangen, dass wir jetzt im Schnellverfahren abstillen müssen, weil das Kind davon Karies bekommt.

Dank der Rabeneltern bin ich jetzt wieder beruhigter. Denise Both, IBCLC (professionelle Stillberaterin) und Rabenexpertin, zitiert Quellen, die uns Stillmamas von den Gewissensbissen ein wenig befreien können. Stillkaries – Mythen, Fakten, Prophylaxe weiterlesen

Haiti: UNICEF nimmt Stellung zu Milchpulver-Spenden

Angesichts des Erdbebens auf Haiti begann eine Diskussion in der amerikanischen Blogosphere, ob man Milchpulver spenden (lassen) sollte oder nicht. Aufrufe auf Twitter starteten die Debatte (ausführlicher Artikel dazu hier).
Unicef hat jetzt verlauten lassen: Bitte nicht! Es wird alles versucht, um stillende Mütter zu unterstützen, damit sie weiterstillen können. Haiti: UNICEF nimmt Stellung zu Milchpulver-Spenden weiterlesen

Maria schläft

„An alle Nutzer/Leser des Blog von Maria:

Am gestrigen Mittwoch, 20.1. ist Maria ganz ruhig eingeschlafen. Sie hatte bis zuletzt gekämpft und mußte sich dann ins Unvermeidliche fügen. Auch dies hat sie voller Bewunderung getragen. Wir werden versuchen, noch einen Haupteintrag auf der Seite einzustellen und mehr zum Schluß des Blog berichten.
Danke an alle, die Maria mitgetragen und gestützt haben.

Frank (Ehemann) und Siegfried (Bruder)

P.S. Wer Kontakt aufnehmen möchte findet die e-mail-adresse unter www.cph-nuernberg.de von Siegfried Grillmeyer“

;|