Archiv der Kategorie: Allgemein

Montags-Mantra: Mache alle 15 Minuten einen Fehler ;)

„Normale Menschen machen alle 15 Minuten einen Fehler“

Letztens hat mir jemand erzählt, dass Lufthansa-Piloten bei der Ausbildung angeblich lernen, dass normale Menschen alle 15 Minuten einen Fehler machen. Ist jemand von der Lufthansa hier? Ich konnte es nicht verifizieren, aber das spielt auch keine Rolle: Ich habe festgestellt, dass ich seit diesem Tag viel nachsichtiger mit mir und den Kindern und der ganzen Welt bin. Alle 15 Minuten!

Ich merke nicht, wann das Baby mal muss.
Ich bringe den Kleinen schon wieder zu spät ins Bett, so dass er überdreht ist.
Ich gehe selbst zu spät ins Bett, weil ich noch im Netz rumsurfe und bin morgens wie gerädert.
Ich esse Crap.
Ich vergesse das Leergut, obwohl ich zum Bio-Laden fahre.
Ich lasse schon wieder die Hose in der Reinigung, weil ich den Schnipsel nicht dabei habe.

die Liste ließe sich beliebig verlängern. Wer hat sich nicht schon darüber geärgert, dass er oder sie manchmal so wahnsinnig unkonzentriert, umperfekt und ineffektiv ist?

Seit ich weiß, dass alle 15 Minuten ein Fehler ganz „normal“ ist, bin ich viel entspannter! Ich denke mir: Hey, Menschen sind so. Menschen sind keine Computer. Du kannst nicht immer alles perfekt machen.

Und dann: Lächeln, Wischen, Waschen! :).

Sprich: Einfach weitermachen, sich nicht mit Ärger oder Selbstbeschuldigung aufhalten, sich nicht mit Perfektionismus tyrannisieren, sondern guten Mutes drauf vertrauen, dass es völlig ausreichend ist, wenn wir unser Bestes geben. Dann lernen wir nämlich so etwas wie Fehlerfreundlichkeit, eine Voraussetzung für ein glückliches Leben (mehr Details dazu in meinem Mut-Buch beim Beltz-Verlag).

🙂

Einen schönen, mutigen, fehlerfreundlichen Wochenanfang wünsche ich euch!

Eure Nicola

Willkomen zurück, lieber Jesper!

Lieber Jesper,

2 Jahre – genau auf den Tag – nach Deinem letzten Auftritt im Babylon Berlin-Mitte fiel mir gestern die neue GEO Wissen in die Hände. Ich freute mich sehr, darin ein 5 Seiten starkes Interview mit einem aktuellen Foto von Dir zu finden.
Klar, Du schienst nie wirklich weg zu sein, konnte man Dich doch regelmäßig auf derStandard.at lesen. Aber ich denke, keiner von uns kann nur erahnen, welche körperlichen und psychischen Grenzerfahrungen Du in den letzten 2 Jahren durchleben musstest. Desto großartiger finde ich, dass Du Deinen persönlichen Weg gehst und Dich nicht trotz der Mühseligkeiten des Alltags aufgegeben hast. Sehr dankbar bin ich auch darüber, dass Deine Krankheit Deinen Kopf verschont hat und Du Deine Kompetenz, Impulse für Eltern bei der Beziehungsgestaltung zu ihren Kindern zu setzen, behalten hast. Denn seien es Deine Bücher oder auch Deine Auftritte in Berlin, sie haben mich maßgeblich beeinflusst und werden es sicherlich weiterhin tun.
Bei Dir findet man keine „7 Schritte zum perfekten Elternsein“, dafür aber Anregungen und Denkanstöße zur Selbstreflektion der eigenen Werte und des Handelns. Dein Hauptaugemerk liegt in der zwischenmenschlichen Beziehung und das im kleinsten Kreise, der Familie. Du weißt um die entscheidende Kleinkindzeit. Auch ist es Dir wichtig, hier eine klare und gleichwürdige Sprache zu haben.

Jesper Juul in GEO WISSEN
„Nutze deine Intelligenz, Neugier und Empathie, um dein Kind in den ersten drei Jahren seines Lebens kennenzulernen. Verbringe so viel Zeit wie möglich mit ihm; wir sollten die Erziehung nicht schon mit sechs oder zwölf Monaten Institutionen überlassen, etwa den Erzieherinnen im Hort. Wenn du nicht weiterweißt, frag dein Kind um Hilfe und Inspiration – kommuniziert miteinander! Achte auf die Botschaften deines Kindes, nicht nur auf das, was es sagt, und nimm das ernst. Gewinne Klarheit über dich selbst und versuche, du selbst zu sein, denn das hilft nicht nur in der Beziehung zum Kind, sondern in allen Beziehungen.“
– Jesper Juul

GEO WISSEN Nr. 54 S. 28 „Wie sollten Eltern mit ihren Kindern umgehen?“ 

Dir ist es nicht egal, wie wir miteinander umgehen, weil wir den sicheren Hafen der Familie oder auch einen anderen Ort, an denen wir ebenso bestmögliche Bindungen eingehen können, brauchen. Jeder Mensch – der kleine als auch der große – will gehört und gesehen werden, um selbstsicher und mit Vertrauen in die eigenen Stärken durch die Welt zu gehen. Dabei beachtest Du, dass jede Familie, jedes Elternteil seinen persönlichen Rucksack an Erfahrungen und Wertvorstellungen mit sich trägt. Mitgegeben werden dabei Wünsche und Hoffnungen, die auf die Heranwachsenden projiziert werden. Du schaffst es, dass sich Eltern statt zu Erziehern zu Begleitern entwickeln, die mit ihren Kindern wachsen und lernen.
Ich schätze Deine achtsame Haltung gegenüber jeder Person und Deine Weitsicht über das kleine Rädchen Familie hinaus für unsere Gesellschaft.

Dankeschön dafür, Jesper, und ein herzliches Willkommen zurück in den Mainstreammedien (wie es die GEO ist)!

Montags-Mantra – Verpasst den Bus!

Da heute Dank Zeitumstellung bei einigen auf Facebook schon die Panik ausbrach, holen wir heute mal ein schönes Montags-Mantra wieder hervor, das das hieß: „Verpasst den Bus!“

Losgehen mit Kindern ist in den meisten Familien Stress. Das muss nicht sein! Doch bis alle angezogen, alles gepackt und der Bus erreicht ist, wird gehetzt, geschimpft, geflucht, es wird gebockt, gebrüllt, es fließen Tränen. Das geht auch anders. Ich hab mal ein paar Ideen gesammlt, wie. Kerngedanke: Seid gut vorbereitet. Und im Zweifelsfall, verpasst den Bus.

Grundsätzlich geht das so:

1. Plant mehr Zeit ein für ALLE Wege mit den Kindern
2. Seid den Kindern einen Schritt voraus
3. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr die Kinder hetzt: Ist das nötig?
4. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr es eilig habt: Ist das nötig?
5. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr zum Bus rennt: Ist das nötig?

Warum eilen wir, hetzten wir, rennen wir?

Es gibt m.E. drei Arten von Zwang, der uns zu Eile antreibt:

1. der innere Zwang (Perfektion, Moral, Erziehung, Verabredungen)
2. der äußere Zwang (Busabfahrtzeiten, Zugzeiten, Öffnungszeiten, Kursanfangszeiten)
3. schlechte Vorbereitung

Häufig vermischen wir die die drei zu einer explosiven Stressmixtur.

Beispiel: Familie ist zum Schwimmen gehen verabredet. Um pünktlich zu sein, müssen sie den Bus zum 12:34 kriegen. Beim Rausgehen muss der Große nochmal auf Toilette, dann fällt Papa ein, dass er das Handy vergessen hat, unten will Mama nochmal kurz in den Briefkasten gucken und schwups ist der eingeplante Zeitpuffer weg und alle hetzen zum Bus.

Was kann man konkret dagegen tun?

1. Liste machen

Schreibt die nächsten Male im Bus auf einen Notizblock, was heute die Abreise mal wieder verzögert hat. Macht das jedes Mal. Schaut euch nach1-2 Wochen diese Liste an und macht daraus eine „Vor dem Rausgehen-drandenken-Liste“ daraus. Je nach Alter der Kinder kann das z.B. sein:

– Taschen packen
– Essen einpacken
– Weg/Busverbindungen VORHER raussuchen
– wichtige Telefonnummern aufschreiben/speichern/mitnehmen
– Handy, Geld, Monatskarte, Schlüssel bereitlegen
Baby rechtzeitig nochmal stillen und abhalten
Kleinkind rechtzeitig nochmal füttern, stillen, abhalten (das vermeidet z.B. auch Anzieh-Streiks, viele Kinder lassen sich nicht anziehen, wenn sie hungrig/durstig/Blase voll ist)
großes Kind rechtzeitig dran erinnern, dass es Buch/Spielzeug/Hör-CDs/wasimmereurekindermitnehmenwollen einpackt
– wasimmereucheinfällt…

2. Zwang reduzieren

Seid frühzeitig: plant gegen äußeren Zwang IMMER einen Bus/Bahn früher ein, damit ihr ggf. einen Puffer habt
Seid noch frühzeitiger: wenn ihr Züge oder Flugzeuge erreichen müsst, plant 2-3 Fahrten früher ein (oder 20 Minuten mehr für die Autofahrt)
seid vorbereitet – ein Segler sagte mir mal, dass er immer Angst vor Stürmen hat und sich deshalb perfekt drauf vorbereitet -dann müsse er im Sturm selbst keine Zeit mehr mit Angst verschwenden, weil ja schon alles getan sei….
– geht NIE auf den letzten Drücker ins Schwimmbad/Theater etc. („Kinder, wenn wir jetzt nicht gehen, hat es ZU!!!“)
Beziehunge hat Priorität: seid euch bewusst, dass 45 Minuten „jetzt macht endlich!!“ für eure Beziehung wahrscheinlich schädlicher ist als 10 Minuten zu spät beim Puppentheater anzukommen
bleibt flexibel: Man kann Verabredungen auch anrufen und Bescheid sagen, dass es später wird, wenn wir merken, dass es heute nicht klappt
lasst euch nicht ablenken: Ihr MÜSST jetzt NICHT noch schnell in den Briefkasten oder eure Mails schauen, geht JETZT los
Keine Angst, nicht perfekt zu sein: wenn ihr jetzt das eine oder andere nicht dabei habt (doch noch einen Apfel extra einstecken? Doch noch schnell die Haare der Kinder kämmen? doch noch ein zweites vorlesebuch? Oh Gott, die BADELATSCHEN!!!), dann habt ihr es eben nicht dabei. Seid offen dafür, dass sich eine Lösung finden wird, vielleicht eine überraschende!, bevor ihr nochmal zurückhetzt
Im Zweifelsfall: nehmt den nächsten Bus. Seid halt zu spät. Kommt halt später. Mantra: Dann ist das halt so ;).

Und warum? Ich stell mir immer vor, was Kinder später von ihrer Kindheit erzählen.

„Meine Eltern haben uns immer überall hin gehetzt, das war stets total stressig, ich habe losgehen gehasst….“
oder
„Naja, wir waren nicht immer pünktlich und wir mussten uns oft von anderen die Buddelsachen leihen, aber wir sind immer ganz entspannt, singend und glücklich umhergezogen…“

Es ist eure Entscheidung. Es ist euer Leben. Nehmt euch die Freiheit.

Das Original hier: hier.

Ich wünsche allen einen stressfreien Wochenanfang!

🙂
nic

Windelfrei auf der BabyWelt Messe in Berlin

Nun kommt die BabyWelt Messe endlich wieder nach Berlin.
Vom 7. bis 9. November 2014 können sich werdende Eltern und junge Familien über Wissenwertes und Produkte informieren.

Ich werde mit Frau Tragzeit am Samstag und Sonntag vor Ort sein. In knackigen 30 Minuten werden wir Euch an beiden Tagen jeweils von 11 bis 11:30 Uhr einen kleinen Windelfrei-Vortrag zum Besten geben. Finden könnt Ihr uns dann im Workshop-Raum.

Pipi im Klo, Mexiko!

Was rund um den Globus größtenteils normal ist, nennt man in New York Trend. Babys brauchen keine Windeln, auch wenn es die Werbung suggeriert. Jetzt ist es in Berlin angekommen – die Rückbesinnung auf die natürliche Säuglingspflege.

Keine Familie mit Baby entgeht der Toilettenthematik. Es ist nur die Frage, wann sie sich dem stellt. Heute weiß man, dass die meisten Babys von Geburt an signalisieren, wenn sie mal müssen. Wenn die Eltern den Babys dann liebevoll und achtsam dabei helfen, sich zu erleichtern, behalten sie das Bewusstsein für ihre Ausscheidungen und müssen es nicht zum späteren Zeitpunkt mühsam wieder erlernen. Die natürliche Säuglingspflege (in Kurzform Windelfrei) kann eine tatsächliche Alternative zum Vollzeitwickeln mit Stoff- und Wegwerfwindeln sein.

Im Vortrag gibt es wissenschaftliche Hintergrundinformationen, erste Praxistipps und Raum für Fragen, damit der Einstieg zu Windelfrei gelingt.

Den Vortrag gestalten Monique Reiter (Elternberaterin) und Christina Baris (Ärztin).

ZAPPENDUSTER – Geburtshilfe in Deutschland

zappenduster

Das Sterben ist leiser geworden. Nicht weniger. Lasst das nicht zu!
von Michaela Skott

Ihr Lieben,

wir wissen, dass im wirklichen Leben viele, viele Menschen denken, das Hebammenproblem ist gelöst. Das ist falsch!!!

1. Es betrifft längst nicht nur die Hebammen. Sondern die gesamte Geburtshilfe. Dort wo Kliniken schließen, schließen Geburtshäuser, geben Hebammen ihre Tätigkeit auf. Hebammen, die in größter wirschaftlicher Unsicherheit kalkulieren (müssen) haben keine Kraft oder finanzielle Ressourcen mehr und hören ebenfalls auf. Dadurch werden die weißen Flecken auf der Landkarte der bundesweiten Geburtshilfe immer größer. In vielen ländlichen Gebieten finden sich schon heute keine Angebote mehr.

2. Es gibt KEIN Versicherungsangebot für die Geburtshilfe (GH) nach 2016. KEINES. Das wirkt sich bereits HEUTE aus. Die Hebammen steigen aus, niedergelassene Gynäkologen geben die GH ebenfalls auf. Das ändert sich auch nicht mit den von Hermann Gröhe angekündigten Gesetzesänderungen. Der Versicherungsmarkt in diesem Sektor ist faktisch tot. Ob die kommenden Änderungen zur Wiederbelebung reichen, ist fraglich.

Als Elternprotest arbeiten wir derzeit an einer offiziellen schriftlichen Stellungnahme zu diesem Gesetzesentwurf. Das bindet viele unserer Kapazitäten. Aber wir wollen gehört werden und wir brauchen dafür EUCH!

Verbreitet per Copy-&-Paste und in allen Gesprächen die Nachricht, dass noch lange nichts gelöst ist. Werdet aktiv und holt neue Protestler dazu. WIR alle müssen den Protest von hier nach draußen tragen. Wenn die Welle der Empörung abebbt, wird es bald zappenduster in den Kliniken, Geburtshäusern und Hebammenpraxen landauf und landab. BITTE, BITTE nicht nur abnicken, sondern teilen, teilen, teilen – auch und gerade abseits von Smartphones und PCs! Redet mit euren Abgeordneten, die es vielfach nicht besser wissen, die teilweise selbst glauben, dass das Thema jetzt vom Tisch ist. Weist Freunde und Bekannte auf die Problematik hin. Werdet laut!

Das Sterben ist leiser geworden. Nicht weniger. Lasst das nicht zu!

Am 5. November geben wir unsere Stellungnahme ab. Im Bundestag und öffentlich!

Hebammenprotest: Unterstützen, Abgeordneten schreiben, vernetzen!

Heute erreicht mich ein Nachtrag mit Infos zum Hebammenprotest:

Elterninitiative Hebammenunterstützung

http://www.hebammenunterstuetzung.de/

facebook Gruppe der Hebammenunterstützung
https://www.facebook.com/groups/hebammenunterstuetzung/

Gruppe Abgeordneten-Gespräche, dort bekommen Interessierte komprimierte Infos, können sich mit anderen austauschen, Berichte lesen (Treffen mit MdB, MdL, Bürgermeistern, Stadträten, Kommunalpolitikern, …)

https://www.facebook.com/groups/245958908946371/

Der Elternprotest Düsseldorf und Umgebung hat auch einen blog:

http://elternprotestduesseldorf.wordpress.com/

Vielen Dank an Julia!!

Schaffe eine Standardsituation!

Ich habe mal ein wenig in den Blogeintragsentwürfen gekramt und eine Notiz von mir aus dem letzten Winter gefunden…

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel …

Immer mal wieder hat mein Babysohn (11 Monate) eine Phase, in der er nicht abgehalten werden möchte und ich doch das Gefühl habe, dass er eigentlich dringlich müsste. In solchen Momenten nehme ich ihn ganz einfach für einige Zeit (ca. 5-10 Minuten) in die Trage und beschäftige mich weiter mit Alltagsdingen. Dann biete ich ihm später das Abhalten noch einmal an und er pinkelt ganz entspannt seine große Ladung.

Diese Standardsituation klappt fast genauso gut, wie nach dem Schlafen bei uns.