Archiv der Kategorie: Allgemein

Einladung zum Quartalstreffen: diesen Samstag 11-14 Uhr, Berlin

Liebe Runde,

für alle Berliner: Samstag ist das Artgerecht-Quartalstreffen in der Judohalle bzw, bei dem herrlichen Sonnenschein bei der Judohalle draußen:

Quartalstreffen Nr. 1/2012 naht…

Wann: 24. März (Beginn der Sommerzeit) von 11 Uhr bis 14 Uhr.

Was: Toben und Krabbeln oder einfach nur Beisammensitzen und Quatschen auf der Judomatte/ draußen

Wo: SCB-Vereinsjudohalle im Sportforum Hohenschönhausen (Judohalle in
der Herberge neben der Lilli-Hennoch-Halle in Fritz-Lesch-Str. 13053
Berlin).

Sonstiges: 1 EUR pro Person für die Hallennutzung als Spende an den
Verein.

Was noch: Picknick auf der Judomatte. Jeder bringt eine Decke sowie
Trinken und Essen für sich und seine Lieben mit.

Interessierte und Freunde und alle sind herzlich eingeladen :).

Falls uns wer nicht findet, ihr erreicht mich unter 0179 695 72 88. Es freut sich und rührt schon im Nudelsalat,

eure
🙂
nica

Parenting Card: Versuchs mal mit Flüstern

Whispering

„Versuch es mit Flüstern, wenn deine Worte nicht gehört werden“

Flüstern??? Bitte komm jetzt! Bitte lass uns jetzt gehen! Lass das bitte! – Das soll funktionieren?

Nein, es „funktioniert“ nicht, denn wie ich schonmal ausführlich ausgeführt habe, Attachment Parenting funktioniert nicht. Aber es ist eine Möglichkeit, die ihr versuchen könnt. Flüstern und Warten können sehr effektiv sein. Nicht drohendes Flüstern und genervtes Warten. Sondern freundliches Flüstern und entspanntes Warten.

Kind will sich nicht anziehen?
Bitte, wir müssen gleich los, ich schaffe es jetzt nicht, euch beide fertig zu machen…“ und dann rausgehen, etwas ganz anderes machen und der Versuchung widerstehen, doch noch mal zu kontrollieren, ob sich das Kind auch wirklich anzieht. In 80% der Fälle klappt das bei uns. Erst ist es lange still und dann plötzlich steht er stolz und angezogen vor uns. Grinst. Ich grinse. Alles gut.

Aber da ist noch mehr. Flüstern ist nach meiner Erfahrung häufig einfach eine Frage der Fairness und Höflichkeit. Ich bin z.B.  immer wieder in der Situation, dass ich dem Großen etwas sagen möchte, das ihn vor anderen aber bloßstellen würde.

Beispiel heute: Seine Spielplatzfreundin sucht einen Eisplastiklöffel. Ich weiß, dass er ihn in der Hosentasche hat. Er hat sie offensichtlich nicht gefragt. Was mache ich jetzt? Viel zu oft höre ich in solchen Situationen: „KINDNAME, du hast doch den Löffel, gib den jetzt SOFORT heraus! KINDNAME! Sonst hol ich ihn aus deiner Tasche! Los! Hör auf zu Heulen, ich habe gesagt…“ etc.

Solche Dinge laut zu sagen, stellt das Kind vor anderen bloß. Das ist superpeinlich. Das tut weh. Das verletzt die Beziehung.

Also habe ich geflüstert, so dass es keiner hören konnte: „Du, ich glaube, du hast den Löffel in der Tasche, oder?“ Er überlegt. Schaut mich an. Ich lächle und wühle weiter im Sand. Schaue ihn nochmal an. Lege den Kopf schief. Er nickt. Ich hatte ihn nicht bloßgestellt und er hat es sofort gemerkt und schwups waren wir nicht Gegner, sondern Komplizen, er war ehrlich, weil er wußte, ich bin bei ihm. Ich flüsterte: „Okay, das ist jetzt doof, weil sie weint und ihn wiederhaben will. Ich kann dir auch so einen besorgen, die gibt es an jeder Eisdiele. Ist das okay?“ Er überlegt einen Moment. Und nickt dann. „Okay, wenn keiner guckt, leg ihn hier in den Sand und ich geb ihn ihr wieder.“ Und so haben wir es gemacht. Er hat den Löffel in einem unbeobachteten Moment in den Sand gelegt, ich habe ihn genommen und „guck mal, hier ist er gerufen“ und der Mama seiner Freundin in die Hand gedrückt. Sie hat etwas erstaunt geschaut, aber das Mädchen hörte auf zu weinen, alles war gut. Mein Sohn war nicht sauer, dass er seinen Schatz rausrücken musste, wir haben auf dem Weg nach Hause noch Ersatz besorgt. Kein Thema.

Flüstern. Ich hab mal wieder lange gebraucht, bis ich es kapiert hatte. Ich übe jeden Tag. Manchmal bin ich auch richtig laut. Aber jedesmal, wenn ich im richtigen Moment flüstere, hat es erstaunliche, ungeahnte, meist schöne Effekte. Es ist keine „Geheimwaffe“, um elterlichen Willen durchzusetzen. Aber für mich ist es einer von vielen schönen Wegen, gemeinsam ans Ziel zu kommen.

Euch allen ein schönes Wochenende!

Windelfrei mit 14 Monaten – Zickzack zum Ziel

Wir sind auf der Zielgeraden – manchmal. Manchmal sind wir auch eher verzweifelt. Oder himmelhochjauchzend. Manchmal sagt der Vater: „Wieso ziehst Du ihr eigentlich keine Windel an???“ und manchmal erzähle ich stolz: „Sie geht ganz alleine! Und sagt Bescheid!!“

Folgende Situationen hatten wir ALLE in den vergangenen Wochen. Windelfrei mit 14 Monaten – Zickzack zum Ziel weiterlesen

Welt-Down-Syndrom-Tag 2012

Heute ist der internationale Welt-Down-Syndrom-Tag. Ein Grund mehr zu den Menschen mit dem besonderen Handicap in unserer Gesellschaft zu schauen.

Welt-Down-Syndrom-Tag 2012

Ein bindungs- und bedürfnisorientierter Umgang mit Kinder mit Down-Syndrom ist genauso wichtig wie für alle anderen Kinder auch. Ich denke zu diesem Bindungs-/Bedürfnispaket zählt: Stillen, Tragen, Elimination Communication (Ausscheidungskommunikation, welche man für windelfrei nutzen kann), Familienbett sowie eine gleichwürdige Eltern-Kind-Beziehung.

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Stokke 3 in 1 Babytrage – Fehlkonstruktion?

Stokke hat einen neuen Baby-Carrier auf den Markt gebracht, „MyCarrier“. Soweit, so gut.

Wie ich das sehe, fördert er nicht die korrekte Spreiz-Anhock-Haltung bei den ganz Kleinen. Es heißt zwar: „Bei Babys stützt die innovative einstellbare Sitzhaltung Hosenboden, Schenkel und Becken – die natürliche „Happy Hips“-Position (auch „Anhock-Spreizhaltung“ genannt)“, aber auf den Videos sieht es nicht danach aus. Auch auf den Bildern zum Design sind die Knie nicht oberhalb der Hüften. Hab ich was übersehen?

Außerdem wir explizit das nach-vorne-tragen erwähnt und mit ganz kleinen Babys gezeigt. Der Hüftgurt sieht nicht sehr unterstützend aus, er heißt auch „Taillengurt“, was ja total sinnlos ist, weil das Gewicht doch von der Eltern-Hüfte getragen werden soll wie beim Treckking-Rucksack, oder?. Seitlich tragen ist offenbar nicht möglich.

Hm. Auf halbem Weg zwischen Baby-Björn und Manduca stehen geblieben? Wie seht ihr das?

OT: Lebensmittel für alle?

Taste the Waste

Ein Film von Valentin Thurn.

Thurn und seine Mitstreiter regen an sich Gedanken über die heutige Überflussgesellschaft zu machen, um dann zu einem verantwortlichen Konsum zu finden.

Ein aktueller ARD-Tagesschau-Beitrag vom 13. März 2012 (ab Minute 4:50): Deutsche werfen jährlich um die 82 Kilogramm Lebensmittel weg.

Im krassen Gegensatz dazu die Hungersnöte in dieser Welt.

Siehe auch OT: Wefeeback – Kinder werden satt und OT: Die Geschichte der Dinge.

 

Evolutionäre Fußabdrücke – Kooperation als Chance

Ganz aktuell schreibt Charles Leadbeater für The Guardian in No, we are not selfish – co-operation is at the heart of our existence über die evolutionären Fußabdrücke in unserer Gesellschaft und die Chancen, die daraus entstehen. Super spannend!

Meine persönlichen Lieblingsstellen:

We breed babies that develop slowly and need a lot of care. According to Sarah Blaffer Hrdy, professor of anthropology at the University of California, mothers in hunter-gatherer tribes needed help, especially from older women, to cope with child-rearing and to supplement the food brought back by hunters. The babies most likely to survive would have been good at eliciting support, showing pro-social tendencies and emotions.

Wir brauchten FRÜHER „unser Dorf um Kinder groß zu ziehen“. Dann ist es HEUTE doch sicher nicht anders. Warum sollte sich eine Mutter mit ihren Kindern alleine im Alltag durchschlagen müssen?

Großfamilien, Mütterteams, Wahlfamilien/-gemeinschaftenhere we go.

Samuel Bowles and Herbert Gintis, the world’s leading researchers into reciprocity, led teams to study co-operation among 16 of the last hunter-gatherer societies in the world and found that the closer we get to a state of nature the more co-operative we become.

Faszinierend! Um so ursprünglicher wir leben, desto kooperativer werden wir. Wie schaffen wir das in unserer zivilisierten und hochtechnisierten Welt? Artgerechte Ideen? Immer (hier) her damit!

New forms of co-operation will be needed at every level of our lives, from the global challenges of financial instability, climate change and resource depletion, to the growing recognition that most of what matters most to us – love, care, friendship, respect, trust – come from relationships.

Back to the roots… GEMEINSAM statt einsam!