Archiv der Kategorie: Allgemein

Montags-Mantra: Lache!

Ich wollte wischen. Und ließ ca. 30 Sekunden den Wischeimer in der Küche stehen, um etwas aus der Kammer zu holen. Die Kleine war dabei. Als ich zurückkam, sah ich dies:

DSC00474

Sie war total glücklich. Und ich …. lachte. Wischen ist total langweilig. Kinder haben viel bessere Ideen!

Wenn das nächste Mal „Sauerei“ angesagt ist, versuche zu lachen und zu sehen, was dein Kind für eine schöne Idee hatte :).

Sears zum TIME-Artikel

Dr. Sears meldet sich zum TIME-Artikel zu Wort auf der Attachment-Parenting-International Seite.

Er schreibt: „AP ist nicht extrem. Es ist der älteste Erziehungsstil der Welt.“

Er erklärkt ausführlich, wie der Aritkel zustande kam – die Autorin war zwei Tage bei ihm und hat wirklich viel recherchiert – und was ihn dennoch stört: Dass niemand fragt, wie AP-Kinder sich entwickeln, wie sie werden. Auch wenn das nicht wissenschaftlich erfasst werden kann. Er schreibt, AP biete Werkzeuge, keine Regeln.

Ein interessanter Kommentar ist direkt darunter: Laurie B kritisiert, dass Sears immer von „Instinkten“ spräche, aber Primaten haben gar keine so starken Instinkte. Stillen z.B. muss man lernen, das erbt man nicht. Ein wichtiger Aspekt, auf den ich z.B, im Artgerecht-Kurs näher eingehe. Das ist nämlich unser Problem -und unsere Stärke. Wir können uns nicht auf Instinkte verlassen, gleichzeitig können wir dadurch aber vieles an unsere Gegebenheiten anpassen, überdenken und bewusst entscheiden – wenn wir infomiert sind.

Topf-Zeit: Windelfrei beim Kleinkind

Bei uns läuft Windelfrei derzeit wirklich gut. Es ist warm in der Wohnung und sie läuft oft unten ohne herum.

Spieltopf

Beim Spielen habe ich jetzt den POTT oft bei ihr zu stehen, was sie freundlicherweise dazu nutzt, sich dann mal kurz draufzusetzen und ihn zu nutzen – manchmal sogar ohne Kommentar. Allerdings heute auch mal wieder MIT Hose. Nun gut. Prinzip verstanden. Wir haben auch noch 1-2 Pfützen am Tag, wenn sie einfach zu beschäftigt ist.

Selbstständig: Wir hatten auch schon einige Male, an denen die Kleine (übrigens jetzt 1 Jahr, 5 Monate) an der Badezimmertür klopft, reinwill, den Topf verlangt – und reinmacht. Groß. Letzens hat sie es kommentarlos gemacht, weil Tür auf und Topf da war. Allerdings hatte sie vorher eine Pfütze im Flur hinterlassen – wir arbeiten also dran! Windelfrei rocks.

Zeichen: Sie greift sich in den Schritt, wenn sie muss. Manchmal sind dann auch schon ein paar Tropfen drin, manchmal alles, manchmal – oft – ist es noch trocken.

Kleidung Sie trägt derzeit zu Hause meist Wolle-Seide-Bodys, ein T-Shirt drüber, eine normale Hose, Socken und Schuhe. Wenn es kalt ist, trägt sie WWW. Wenn es wärmer ist, trägt sie Kabea-Slip oder nix oder Wolle-Seide-kurze Hose. Draußen trägt sie noch einen Wollanzug und drunter eine Bumgenius oder eine WWW. Dabei habe ich immer 1x Wechselsachen, vor allem eine Hose und SOCKEN, die werden nämlich immer mit nass, wenn dann doch mal was passiert.

Die Kabea-Slips halten erstaunlich viel aus. Sie werden zwar nass, aber kürzlich stand sie bei Saturn und sah an sich herunter und ich bekam halben Herzinfarkt (NICHT HIIIIIIER), aber es war nur ein Tropfen, der herauskam, der gute Kabea hatte fast alles gestoppt. Und ließ sich dann einfach ausziehen, in eine Tüte packen und weiter im Text.

Abhalten: Ich halte sie nach dem Schlafen ab und auf ihr Zeichen hin. Und wenn ich denke, dass sie mal muss. Wenn sie nicht muss, ruft sie laut „Neeeeeiiiin!“, das ist nicht immer auch der Fall, aber es hat dann keinen Sinn und ich versuche es später nochmal. Es ist gut, wenn sie etwas zu spielen oder zu anzuschauen hat. Sie macht lieber in Topf oder im Freien, WC ist gerade nicht so angesagt. Sie macht manchmal lieber beim Spiel-Ort, weil sie dort nicht weg will, aber muss. Manchmal geht sie aber auch selbst ins Bad und will dort oder steht sogar vor dem WC, klopft drauf und meckert bis man sie abhält. Wir haben hier also so ziemlich die ganze Palette: Wollen, nicht wollen, zuverlässig ansagen, nix sagen. Was sie immer sagt: Wenn ein Unfall passiert ist, holt sie mich und zeigt ihn. Und dann lächeln, wischen und waschen wir gemeinsam :).

Urlaub

Ihr Lieben,

die Kids und ich sind im Urlaub. Vier Wochen. Am 20. Juni bin ich wieder für euch da. Christina wird euch weiterhin mit den wichtigsten Infos versorgen. Meine eine tankt auf und dann machen wir im Juni hier wild weiter.

Bis dahin – allen alles erdenklich Gute!!

Eure Nicola

Abstillzeit ist kulturell bedingt

Mal kurz und knapp:

News.de hat einen schönen Artikel online gestellt: Langzeitstillen – Keine Sperrstunde für Mamas Brust

Die Stillzeit in Deutschland ist sehr kurz. Besonders wenn man über den Tellerrand in andere Kulturen und in die Menschheitsgeschichte blickt.

Ich wünsche allen schon mal ein schönes langes Wochenende und für die, die arbeiten müssen, eine halbwegs stressfreie Zeit.

TIME: Magazin: Bist du Mutter genug? JA, bist Du.

Bist Du Mutter genug?

Mir geht es wie Annie von PHDinParenting: Ich komme zurück von einem langen Tag, von einem Kurs, einer langen To-Do-Liste vor mir, ein schlafendes Baby neben mir. Und dann schmeißt das TIME-Magazin uns diesen Brocken hin. Über den man nur stolpern kann. Danke Christina, dass Du es gleich ins Blog gehoben hast. Ich hab mir heute Abend noch ein paar Gedanken dazu gemacht. Mich ein bisschen geärgert. Und mich entschieden.

Bist Du Mutter genug?

TIME: Magazin: Bist du Mutter genug? JA, bist Du. weiterlesen

Montags-Mantra: Lass dir helfen!!

Muss ich dazu noch mehr sagen? Lasst euch helfen.

Lasst den Wochenbett-Besuch Suppe mitbringen. Oder Auflauf. Oder beides.
Lasst die Schwiegermutter die Spülmaschine ausräumen, wenn sie zum Kaffee kommt.
Lasst euch die Türen aufhalten, das Rad hochtragen, die Tüten abnehmen.
Lasst euch Kaffee kochen, Tee kochen, überhaupt: Bekochen!!
Lasst euch in den Arm nehmen, heult euch aus.
Lasst fünfe gerade sein, wann immer euch das hilft.

Lasst euch helfen. Ich weiß, dass es schwer ist.

Lernt, einzusehen, dass man dieses oder jenes jetzt natürlich auch noch tun könnte, dass es aber besser ist, Ressourcen zu schonen. Grenzt euch frühzeitig ab. Schafft eure Freiräume – möglichst nicht gegen die Kinder, sondern mit Hilfe von Allomüttern. Allomutter kann jeder sein, der euch hilft: Papa, Oma, Opa, Nachbarin, Haushaltshilfe.

Wir sind eine kooperativ aufziehende Art. Wir sind nicht und waren nie und werden nie dafür gemacht sein, unsere Kinder den größten Teil des Tages alleine zu haben.

Das ist nicht zu schaffen. Und es tut auch niemandem gut. Solange wir nicht artgerecht gehalten sind, müssen wir sehen, dass wir möglichst nah an diesen Zustand der kooperativen Aufzucht herankommen. Ein erster, wichtiger Schritt lautet:

Lass dir helfen. Jetzt.

weitere Mantras:
Atme, esse, lebe, Tanze!, Jedes Kind ist anders, Mach Sitz!, Loslassen, Weiterratmen,
Jeden Tag a bissle, Wasch Dich!, Habe ein Fertigessen, Tue es jetzt!, Dannistdashaltso.de, Routine ehren, Schau nicht auf den Baum!, Reffe! Jetzt!, Prioritäten-Liste, Erst das Wichtige…, Kind, Du bist nicht schuld, , Nichts ist weicher und stärker als Wasser, Diskutiere nicht mit einem müden Kind, Diskutiere nicht mit einem hungrigen Kind.)

Wildnis-Camp mit Windelfrei-Kind – Elementare Erfahrungen

Wir waren für eine Woche bei Dirk Schröder in der Wildnisschule Chiemgau zum Camp „Wilde Familie“ eingeladen. Fast wären wir nicht hingefahren: Die Kleine krank, die Wetteraussichten bei Regen, nächtlichen 4 Grad, insgesamt trübe. Plötzlich schien mir der Aufwand, zwei Kleine Kinder plus Zeltequipment von Berlin nach Bad Aibling zu bringen schier unüberwindbar.

Gemacht haben wir es dann doch. Und es war die bisher beste Entscheidung dieses Jahres.

Salat

Dirk hat den perfekten Platz für seine Wildnisschule. Das Camp am Jenbach liegt an dem reißenen, aber nicht sehr tiefen Jenbach. Das bedeutet: Wasser, aber nicht zu viele Mücken! Auf der anderen Seite wird es begrenzt von einem herrlichen Bergwald. Für die Berliner: Wir reden hier nicht von Sand mit Fichtenmonokultur so wie rund um Berlin. Wir reden hier von WALD. Von moosbewachsenen Steinen, Unterholz so dicht, dass man ein Kleinkind darin verstecken kann, Blumen, Giersch, Bärlauch mehr als eine Horde hungriger Familien essen kann und soviele Stöcker, dass Holzsammeln ein Kinderspiel ist (und auch war).

Glutbrennen Glutbrennerei

Natürlich bietet Dirk seinen Besuchern die Klassiker: Glutbrennen, Feuermachen, Bogenschnitzen, Bogenschießen, Wildkräutersammeln. Das alleine ist schon großartig. Einige wurden im Kontakt mit den natürlichen Materialien direkt kreativ:
Herz Weltkugel

Aber da ist noch mehr. Ich kann es nur schwer in Worte fassen. Ich las seine Website und fand das alles spannend, aber a bisserl esoterisch. So ging es auch den Freunden, denen ich die Seite weiterleitete. Jetzt, da ich da war, ist mir klarer, warum das so ist: Weil man erleben muss, was er macht und Worte da schnell in Schubladen landen. Ich versuche es mal:

Dirk und sein großartiges Team von Wildnispädagogen katapultierten uns innerhalb von 48 Stunden von der Youtube-Kindheit ins Clanleben. Besonders die Kinder schienen mir willig, freudig und unglaublich schnell umzuschalten. Sie bildeten eine wilde Kindergruppe, schwiegen erstaunlich lange und diszipiliniert beim Morgen- und Abendkreis, pochten auf Einhaltung der Rede-Stab-Regeln, machten Feuer (ja, auch die Vierjährigen!), aßen hungrig ihr Mittag, schliefen -meist-fest.

Mittagessen

Ich will kein Hehl daraus machen, dass es eine Herausforderung ist, bei Aprilwetter mit zwei so kleinen Kindern zu zelten. Wir hatten von fünf Tagen drei Regentage, was die Grundbedürfnislogistik der Kinder nicht unerheblich erschwerte, allein wegen der vielen Klamottenschichten. Es war grundsätzlich mental entspannend und körperlich anstrengend – was ja oft nah beieinander liegt. (Detail am Rande: Ich habe alles gegessen, was im Angebot war und innert der 5 Tage drei (!) Kilo abgenommen.)

Mein Tag war geprägt durch viel Herumlaufen, Herumtragen, Anziehen, Ausziehen, Abhalten, Trösten, Füttern und immer wieder Stillen meiner kleinen Durchfallpatientin. Gleichzeitig fing der „Clan“ uns auf: Wir durften unser Zelt beim großen Tipi aufstellen, wir bekamen homöopathische Kügelchen geschenkt, immer war jemand da, der mal kurz die Kleine hielt, wenn der Große mich gerade brauchte.

Bogenschießen

Mein Großer lernte Bogenschießen, Feuermachen, aber vor allem ging er völlig auf in dieser Runde von entspannten Erwachsenen, im natürlichen Rhythmus des Camps, den Trommeln, Liedern, Feuerstellen. Viele Dinge, die zu Hause schwierige Themen sind, lösten sich dort einfach auf. Besonders an den beiden Sonnentagen war es der Himmel auf bayerischer Erde. Wahnsinn. Ich bin so dankbar und froh, dass ich durch dieses Schlüsselloch schauen durfte, wie sich Leben anfühlen kann!

Wer keinen Platz im Artgerecht-Camp mehr erobern konnte, dem kann ich Dirks Sommercamp empfehlen. Es sind noch wenige Plätze frei und ich kann nur von ganzem Herzen sagen: Wer sich im Artgerecht-Camp wohlfühlt, der wird bei Dirk gut aufgehoben sein.

Ansonsten machen wir nächstes Jahr wieder Camps und mehr Camps und überhaupt – artgerecht rocks, es wächst, es ist unaufhaltsam, wer weiß, vielleicht schaffen wir es doch bald, auch artgerechtes Wohnen und Leben zu etablieren!