Archiv der Kategorie: Allgemein

Montagsmantra: Bauch, brüll‘!

Heute mal ein Montagsmantra mit Zitat von anderswo:

„Intuitiv erfolgreich sind Frauen (EDIT: Menschen), die ihrer Intuition wirklich vertrauen. Der Stimme im Kopf zu folgen, die einredet vernünftig sein zu müssen führt oft zu großen Umwegen. Weibliche Intuition wächst, wenn Frauen (EDIT: Menschen) ihr Gefühlsleben wahrnehmen und achten. Entscheidend ist, dass sie lernen, entsprechend zu handeln und die Verantwortung für die Konsequenzen zu übernehmen.“

Yesso. Meine Bauchstimme hat häufig die wildesten Ideen. Und meine Vernunft sagt regelmäßig: „Ruhe da unten.“ Und dann machen wir grooooße Umwege, um am Ende festzustellen: Bauch hatte doch recht.

Daher heute: Bauchstimme, brüll, auf dass ich/man/frau dich gut höre.

Es gibt einen spannenden Artikel über das Bauchgehirn in einem alten GEO-Heft, der hier als pdf online steht. Fazit: Bauch ist gar nicht so „dumm“, wie man glauben mag. Wenn er gut „trainiert“ ist, fällt er spannende Entscheidungen. Nicht immer perfekt, aber immer beachtenswert.

Dies in Kürze. In noch kürzerer Kürze den Artgerecht-Camp-II-Bericht. Hier nur soviel: Es war großartig. Wahnsinn. Ich würde am liebsten sofort ein drittes machen oder da geblieben sein oder….

hihi, jaja, was die Bauchstimme dazu sagt, das verrate ich erst später ;).

Nachtgruss
eure nic

Artgerecht-Treffen: Vortrag Lotusgeburt

Beim letzten Artgerecht-Treffen hatten wir das Glück, einen spontanen Vortrag zum Thema Lotusgeburt von K., ergänzt von J. und M.. zu bekommen.

Lotusgeburt? Sind das diese Leute, die das Baby nach der Geburt nicht abnabeln? Genau die.

K. erzählte detailliert, wie so etwas abläuft und worauf man achten muss.
Die Lotusgeburt ist wegen der Infektionsgefahr bei Ärzten angeblich nicht beliebt: Wenn die Plazenta nicht am Verwesen gehindert wird, können Keime durch die Nabelschnur zum Neugeborenen gelangen (EDIT: Das war die Angst des Papas, der Arzt ist, aber offenbar trocknet die Nabelschnur so schnell ein, dass da nix passieren kann /EDIT). Andererseits habe ich auch gefunden, dass es die Infektionsgefahr verringert. *seufz*. Mediziner, anyone? Christina?

Bei der Lotusgeburt wird dem entgegengewirkt, indem die Plazenta nach der Geburt erst 12 Stunden gewässert und anschließend gepökelt wird. Wir haben von K. gelernt: Die ersten 12 Stunden gut wässern und dann mit grobem Salz pökeln (nicht mit Meersalz, ist selbst zu feucht). Salz sofort wechseln, wenn es feucht wird (K. sagt: anfangs alle 2 Stunden).

Bei K. hat das einwandfrei funktioniert, der Nabel fiel nach 6 Tagen ab. Bei M. war nach 10 Tagen die Plazenta, die ungewöhnlich groß war, immer noch feucht und sie schnitten durch. Bei J. wurde die Plazenta nur 1x täglich neu gepökelt, fing nach kurzer Zeit an zu riechen und wurde dann auch abgenabelt. K. berichtete, dass ihr Neugeborenes jedes Mal reagierte, wenn man auf die Plazenta neben ihm drückte, auch noch lange nach der Geburt.

Der Hintergrund des Ganzen ist,, dass eine Frau mit Namen Lotus gesehen habe, das die Aura des Kindes unter Stress gerate, wenn abgenabelt wird. Im Netz fand ich dazu dies hier. Fotos dazu gibt es hier. Eine detaillierte Anleitung bei Greenfamily.

Danke an euch drei, spannend, mal live zu hören, wie es bei euch war!

Und es ergeben sich so viele Fragen: Die meisten Säugetiere, von denen ich weiß, beißen die Nabelschnur durch und fressen die Plazenta auf. Frage: Warum ist bei uns eigentlich das Problem, dass die Nabelschnur weiterblutet und abgeklemmt werden muss? Ist das bei anderen Tieren auch so? Wie ist das bei Affen? Wie machen Naturvölker das? Weiß jemand was darüber?

Hebammen – Klicken

Hebammmen-Kampagne, gefunden bei der kraehenmutter. Klick!

Hebammen-Kampagne

5-MINUTEN-INFO: HEBAMMEN
Viele schwangere Frauen in Deutschland schätzen die Unterstützung einer selbst gewählten Hebamme, sowohl vor, während und nach der Geburt. Gleichzeitig müssen aber immer mehr freiberufliche Hebammen den Kernbereich ihres Berufs, die Geburtsbegleitung, aufgeben: Von ihrem niedrigen Einkommen können sie sich die ständig steigenden Beiträge für die erforderliche Berufshaftpflicht schlicht nicht mehr leisten.
Zum 1. Juli hat sich die Situation erneut verschärft: Die Beiträge stiegen für die Haftpflichtversicherung von jährlich 3.700 auf 4.200 Euro. Bei umgerechnet 7,50 Euro netto Stundenlohn fressen sie jetzt schon mehr als ein Fünftel des Jahresverdiensts der Hebammen auf. Gesundheitsminister Bahr könnte per Verordnung die Vergütungen für freiberufliche Hebammen anheben und sie so in ein angemessenes Verhältnis zu den Versicherungsbeiträgen stellen. Doch der FDP-Minister schaut der Entwicklung tatenlos zu. Fordern Sie Gesundheitsminister Bahr auf, endlich zu handeln!

Mehr Infos hier.

Artgerecht-Treffen, Windelfrei-Pausen mit 12 Monaten

E po i tai tai yeeee :), ach, was für ein schönes Artgerecht-Treffen! Es ist so schön, dass ihr immer alle kommt und die vielen Kids dann selig in der Sonne um uns herum spielen, während wir die leckere Suppe vom Veganz schlürfen und spannende Dinge austauschen. Viele neue Gesichter waren da und viele vertraute.

Dieses Mal ging es viel um windelfrei und wie es so steht – für einige war es eine große Erleichterung, zu hören, dass fast alle zwischen 10und 14 Monaten irgendwann mal ein Kind erleben, dass nicht mehr signalisiert und sich auch sonst nicht mehr fürs Abhalten interessiert. Das ist ganz normal, in dieser Zeit sind andere Dinge spannender. Und: Es geht vorbei. Stresst euch nicht, stresst das Kind nicht, nutzt den Sommer, wenn es bei euch jetzt gerade so weit ist und lasst euer Kind wann immer möglich unten ohne sein (ohne Windel lernt sich auch das Laufen viel leichter). Und ansonsten: Stoffwindeln wann immer es geht und WWWs wenn es eben mal nicht geht.

Viele wickeln in dieser Zeit. Und sie berichteten einhellig von dem lustigen Effekt, dass ein 12 – Monatiges windelfrei-Kind Windeln trägt und plötzlich an sich herunterschaut. Es stellt erstaunt, dass es keine Pfütze sieht, obwohl es doch gerade gemacht hat. Kennt ihr das von euren Kindern?

Das ist ein sehr gutes Zeichen, es zeigt euch, dass eure Kinder ihren Körper kennen, dass sie die Zusammenhänge kennen (es drückt, ich lasse los, ich werde nass, es gibt eine Pfütze). Und das verlernen sie auch nicht, wenn sie jetzt mal eine Weile Windeln tragen, weil gerade andere Dinge wichtiger sind.

Habt Geduld, und bietet einfach immer mal wieder das Abhalten in verschiedenen Varianten an (gern genommen: gegen einen Baum, hinter einem Busch, in einen See :), in der Dusche, in der Wanne, auf der Toilette, über einem Topf, alleine auf dem Topf). Kommentiert Pfützen sachlich „Ah, Du hast… gemacht“ und dann: wegwischen oder Hosen waschen und wechseln. Oder eben wickeln. Das geht vorbei!

Ich freu mich aufs nächste Treffen am 04. September im Veganz!

🙂
Nicola

Montags-Mantra: Wenn es stresst, ändere es.

„Alleine mit den Kids, das stresst mich total.“ „Der Job ist einfach sehr stressig.“ „Die Stadt ist halt laut und stressig“ „Diese ständigen Termine und der Zeitdruck, das ist einfach stressig.“ „Ich wollte stillen, aber das wurde total stressig.“ „Ich hab mich in Windelfrei total reingestresst.“

„Stressig“ ist eines der Wörter, die ich in Gesprächen sehr häufig höre. Gerade, wenn ich direkt aus dem Wald komme, dann fällt mir auf, dass wir offenbar in einer Welt leben, die uns häufig unter (negativen) Stress setzt. Das ist nicht verwunderlich – wir sind nicht artgerecht gehalten. Uns stresst das alleine sein, uns stressen zuviele Leute, uns stresst der Zeitdruck, der Gruppendruck, es gibt viele, viele Dinge, die vielen von uns nicht entsprechen. Es gibt auch Leute, die damit gut zurecht kommen, die Städte lieben, Fußgängerzonen und Einkaufszentren entspannend finden – aber häufig ändert sich das, wenn man erstmal mit Kindern unterwegs ist. (Wer sich für Stress genauer interessiert, hier gibt es ein Grundlagenbuch dazu)

Was mich immer wieder wundert: Wir ändern es oft nicht. Wir nehmen das „stressig“ hin, als wäre es gottgegeben. „Es ist halt so.“ Ja, es ist so. Aber es muss nicht so sein. Vieles davon können wir ändern.

Beim letzten Camp hatte ich das Gefühl: Wahrscheinlich ist auch das ändern gar nicht der Punkt. Als Eltern sind wir ja gewohnt, Probleme zu erkennen und Lösungen zu finden. Ich habe den Eindruck, dass es uns oft gar nicht mehr auffällt. Das ist der Punkt, an dem uns der Stress eingefangen hat.

Daher: Wenn es euch stresst, dann betrachtet das doch mal ernsthaft als STOP-Schild. Haltet inne. Fragt euch, was da los ist. Hört in euch hinein. Redet mit anderen darüber. Erlaubt euch, das nicht okay zu finden, dass es stressig ist und das auch zu sagen, mit anderen zu teilen. Fragt euch, ob das so sein muss (meine Mutter pflegt zu sagen: „Wir müssen nur auf Toilette gehen und sterben, sonst nix!“)

Windelfrei darf nicht stressen. Wenn es euch stresst, läuft etwas falsch. Dann hört auf, macht eine Pause.
Windelfrei ist nicht aufwendig (Laurie Boucke, Autorin von TopFit, im Video-Interview dazu hier)

Auch Familienleben darf nicht stressen. Wenn es euch stresst, sprecht mit euren Familienmitgliedern darüber, wenn es keine gibt, sprecht mit Freunden oder Nachbarn – oft gibt es Hilfe, wo man gar keine vermutet hatte.
Möglicherweise wird das erstmal etwas unbequem. Aber es macht eine Tür auf und ermöglichst erstmal Lösungen zu finden. Vielleicht kleine. Vielleicht ungewöhnliche. Vielleicht alberne :).

Wenn es stresst – höre auf dich und ändere es.