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Artgerecht Schwanger – wie geht das? – Ein Lesetipp

… von Herbert Renz-Polster.

Nic hat für uns den Autor von „Kinder verstehen“ gefragt, ob er eine Antwort auf „Artgerecht Schwanger – wie geht das?“ weiß. Und das war seine Antwort:

Es gibt viel mehr über die Geburt als über Schwangerschaft, vielleicht auch deshalb, weil die Dimension des subjektiven Erlebens ohne schriftliche Überlieferung nicht wirklich weiterzugeben ist. Wulf Schievenhöfel hat einiges über Schwangerschaft, Geburten und Wochenbett im Kulturvergleich zusammengetragen, aber dadurch sind die wenigsten der Fragen zu beantworten, zumal es sicherlich je nach Lebensbedingungen auch unterschiedliche Schwangerschaftsbedingungen gab (so wie das Leben in Jäger-Sammler-Gruppen auf sehr unterschiedliche Weise angegangen wurde, so dürfte das auch mit der Schwangerschaft gewesen sein).
Interessant ist da vielleicht „Nisa – The life and words of a Kung woman„, von Marjorie Shostak. Denn diese von einer Humanethologin niedergeschriebenen Tonbandaufnahmen einer „steinzeitlich“ lebenden Sammlerin sind vielleicht das zugänglichste Dokument des „inneren Erlebens“ einer Sammlerin überhaupt, zumal von Frau Shostak gut mit den über die Kung bekannten Informationen abgerundet. Das wäre also Kapitel 8 in dem Buch – gibt es antiquarisch für wenige Euro. Wenn man reinkommt (wegen mancher uns fremden Themen, wie etwa das Zurücklassen von Babys nach der Geburt, nicht ganz einfach), ist es echt toll zu lesen! Was sie über die Schwangerschaft schreibt, passt gut zur Kinder- und Lebensfreudigkeit insgesamt die einem da entgegenkommt: Schwangere werden geachtet, aber auch nicht auf einen anderen Stern gehoben – dazu war schwanger sein einfach zu „normal“. Also: einfach mal reinlesen…!

Ein Windelfrei-Erfahrungsbericht aus Berlin

Heute wieder die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

A. stand uns Frage und Antwort zu ihren Erfahrungen:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Durch Freunde und das Continuum-Concept-Forum.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Fast einen Monat etwa.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Viele. Ich habe Stoffwindeln verwendet und recht bald, wenn sie nass waren, gewechselt.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
Schwierig… Windelfrei klappt bei uns gerade gar nicht. Sie ist 11 Monate alt und möchte nicht abgehalten werden und auch selten aufs Klo oder Töpfchen. Sie beugt sich immer durch. Je nach dem wie wir unterwegs sind, setzen wir Stoffwindeln oder WWW ein. Stoffwindeln sind etwa 8 am Tag. WWW weniger.

Nutzt Du auch andere Backups?
Meist Wollüberhose und Einlagen.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Ja, aber nicht oft.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Nach dem Aufwachen, andere und zwischendurch.

Wann klappt es am besten?
Zur Zeit gar nicht oder kaum beziehungsweise nur wenn große Ablenkung da ist oder sie frisch ausgeschlafen ist.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Zeichen empfange ich gerade keine. Abbhalten keine 3 min am Tag. Wir waren mal mit etwa 5 Monaten einige Wochen fast ohne Windeln, da habe ich tagsüber alle 20-60 min abgehalten und 3 mal in der Nacht.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Als erstes einen ehemaligen Plastikbecher, den man zum Sahnesteifschlagen verwendet. Dann auch Toilette mit vor das Kind knien und es selber auf die Klobrille setzen oder klassisch unterwegs irgendwohin abhalten.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Genauso viel Arbeit wie beim Wickeln: durch das ständige An- und Ausziehen und ein Baby, das sich fast nie auf den Rücken legen lässt, seit es mobiler ist.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Ja. beim ersten habe ich noch kein Windelfrei gemacht und mit dem zweiten fühle ich mich teilweise verbundener, weil ich viel besser erfassen kann, was es braucht.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Ich bin unsicher, ob Windelfrei (da wir schon seit drei Monaten wenig Erfolg haben) wirklich sinnvoller ist… Es hat Vorteile, aber auch Nachteile. Ich würde es wieder versuchen, aber ich empfinde es als keine Erleichterung zur Zeit. Ich habe aber die Hoffnung, dass es besser wird. Und ich bin mir sicher, dass ich es besser hinbekommen würde, wenn ich nicht selber so weit am Limit meiner Kräfte wäre. Aber nach 10 – fast 11 – Monaten Stillen, Tragen und noch einem Kind ist das so.

Ein großes Dankeschön für Deinen offenen und ehrlichen Bericht! Ich bin mir sicher, Deine Mühe ist und war nicht umsonst.

Wer von den anderen Blog-LeserInnen kennt noch diese schwierige Phase, wenn es auf den ersten Geburtstag zu geht?

Mittwochs-Neujahrs-Mantra: Plane jetzt

Das neue Jahr hat angefangen! Gute Vorsätze? Neue Ziele? Träume, Wünsche, Neuanfang? Jetzt!

Mich fragen immer wieder Leute:
Wie machst Du das, sovieles zu Verwirklichen, soviel zu organisieren? Die Antwort ist einfach: a) ich habe noch nie etwas so gerne gemacht wie das Blog, die Kurse und die Camps; und b) ich plane.

Was immer ihr euch von 2013 wünscht, mein Mantra für den Jahresanfang ist entsprechend: Plane jetzt.

Drei Schritte, damit ihr das, was ihr euch vornehmt und wünscht, auch umsetzen könnt: Mittwochs-Neujahrs-Mantra: Plane jetzt weiterlesen

Artgerechte Geburt – wie geht das?

Auf die Frage „Artgerecht Schwanger – wie geht das?“ habe ich noch keine Antwort gefunden. Auf der Suche danach bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen:

Wie vor 30.000 Jahren

Geburtsrituale bei Naturvölkern

Den Weg zurück zur „natürlichen Geburt“ bahnten Beobachtungen bei den Naturvölkern.

Kennt Ihr vielleicht informative Links oder Bücher zum Thema Artgerechte Schwangerschaft / Geburt?

Omas Erfahrungen

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Das letzte Adventswochenende habe ich mit meiner kleinen Familie bei meinen Großeltern verbracht. Nebenbei habe ich von meinem Vorhaben, mein Bauchkind ab Geburt abzuhalten, erzählt.

Wie meine Oma so ist, hält sie nicht mit ihren Erfahrungen und Meinungen hinter dem Berg…

Sie selbst hatte all ihre vier Kinder (in den 60er Jahren) schnell trocken. Besonders ihre drei Januarkinder. Ab Mai – Juni trugen diese nur noch Schlüpferchen. Ihr Spätsommerkind brauchte länger, weil das Abhalten im Herbst und Winter aufgrund der Kleidung und der Witterung draußen nicht so einfach ist.
„Rückfälle“ gab es eigentlich nur bei Krankheit und dann dauerte es manchmal bis zu vier Wochen, bis es keine Unfälle mehr gab. Meine Oma hatte damals weder Waschmaschine noch Schleuder. Es war sehr mühselig. Das Windelnwaschen brachte sie öfters an das Ende ihrer Kräfte.
Generell war es ein normales Bild, wenn man sein Baby mal schnell unterwegs am Rinnstein abgehalten hat.

Omas Empfehlung für mich: Das Abhalten erst nach 6 Wochen beginnen, früher ist es für so ein Babyrücken nicht gesund. (Oma!!! ) Dafür soll ich aber in der ersten Zeit das Baby viel nackig unten herum auf einem Handtuch frei strampeln lassen.

Jetzt bin ich neugierig: Was empfehlen Eure Omas?

Der Spiegeltrick

Heute gibt es den zweiten Windelfrei-Erfahrungsbericht einer Blog-Leserin:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Als ich in der Schwangerschaft mit der ersten Tochter irgendwann zum Thema Wegwerfwindeln oder Stoffwindeln im Internet recherchiert habe, habe ich in irgendeinem Forum die Frage gelesen, ob denn jemand schon mal was von Windelfrei gehört hat und das macht. Da bin ich neugierig geworden und habe ganz viel dazu gesurft und gelesen – und mir war klar, dass genau dies unser Weg sein würde, weil eben viel mehr dahinter steckt als nur Windeln sparen. Eben die ganze natürliche Säuglingspflege, Artgerecht und überhaupt die ganze Einstellung und Wahrnehmung des Kindes. Ich habe daraufhin von Anfang an auch die Kleidung dementsprechend ausgesucht, also z.B. keine Strampler und für nachts nur Nachthemden und so weiter.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Mit der einen Tochter (2 Jahre und 2 Monate alt) habe ich nach 3 Wochen begonnen, nachdem wir aus dem Krankenhaus kamen. Mit der anderen Tochter (5 Monate alt) habe ich gleich nach Geburt angefangen.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Bei der Großen waren es ca. 8 Wegwerfwindeln.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
Die Große ist schon seit einer Weile trocken. Die Kleine hat nur Stoffwindeln an. Wenn sie einmal reingemacht hat, bekommt sie eine neue Einlage. Manchmal ist sie auch unten ohne Windel und darf auf ein Molton pieseln, wenn ich es nicht mitbekomme oder sie es nicht sagt, dass sie muss.

Nutzt Du auch andere Backups?

Wie oben gesagt, nutze ich nur Stoffwindeln, habe ich bei der Großen nach der Klinik auch gemacht. Bei der Kleinen bin ich schon „mutiger“ und ziehe ihr daheim neben „unten ohne“ recht oft nur eine Unterhose und Hose an, vor allem wenn ich sie in der Manduca habe. Einfach damit sie auch den Unterschied zur Windel spürt.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Bei der Großen nie. Die Kleine ist sehr empfindlich mit dem, was ich esse wegen dem Stillen. Da ist sie ab und an mal rot, außerdem hat sie ab und zu Durchfall, da wird sie auch rot. Aber das hat dann mit der Ausscheidung selber zu tun und nichts mit der Windel bzw. nicht-Windel.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?

nach dem Aufwachen ja
beim Stillen ja
nach dem Stillen ja → mit dem Abhalten ist das Stillen bei der Kleinen normal beendet, sie trinkt nur ganz kurz, bei der Großen ging es dann immer weiter
nach dem Spielen ja
andere: Zwischendrin, wenn sie es sagt, dass sie muss – zum Beispiel in der Manduca, da sagt sie es sehr vehement oder wenn sie auf einer Decke liegt, meckert sie auch meistens. Oder wenn ich das Gefühl habe, dass sie mal „müssen könnte“.

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufwachen, beim / nach dem Stillen, unterwegs.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Nach dem Aufwachen muss es schon recht flott gehen, ansonsten kann ich sie mit „Moment“ auch 5-10 Minuten hinhalten, vor allem unterwegs klappt das super. Da ist der Begriff „elimination communication“ genau der Richtige. Wenn sie merkt, dass ich es kapiert habe und mit ihr rede, kann sie gut anhalten. Daheim muss ich allerdings recht bald reagieren.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Für die Kleine habe ich ein Asia-Töpfchen, die Große auch ewig darein gemacht, vielleicht bis sie laufen konnte, seither hat sie ein normales Töpfchen, wo man den Innentopf rausnehmen kann zum Ausleeren. Dieses nehmen wir immer mit ins Bett für nachts, damit ich nicht aufstehen muss.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Auf jeden Fall mehr Arbeit, man muss immer präsent und wach sein – aber es lohnt sich, und die Kinder und ihre Bedürfnisse sind es wert!

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Da ich es ja quasi von Anfang an mache, bei beiden, habe ich keinen Vorher-Nachher-Vergleich. Aber ich bin mir sicher, dass ich sehr genau mitbekomme, was mein Kind für ein Bedürfnis hat. Man ist einfach näher dran am Kind.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Ich nehm das Asia-Töpfchen überall mit hin, da hat sie überall die gleiche vertraute Situation zum Pieseln, falls sie nicht abgehalten werden will. Wenn es kalt ist, decke ich sie draußen, während ich sie zwischen meinen Beinen auf dem Töpfchen habe, mit meiner Jacke zu, dann hat sie schön warm. Ein anderer Tipp ist ein kleiner Spiegel am Waschbecken direkt in Wasserhahn-Höhe, damit sich das Baby sieht. Das kommt richtig gut an, das Baby hat Spaß, entspannt sich – und pieselt, auch wenn es grad bissl schwieriger ist oder vielleicht sogar eine Streikphase dran ist.

Großes Dankeschön, liebe Steffi!

Wer mag auch gerne seine Windelfrei-Erfahrung mit uns teilen? Dann bitte hier entlang: Interviewfragebogen – Windelfrei-Erfahrungsbericht

Fröhliche Weihnachten

Liebe Blog-LeserInnen,

wir wünschen Euch und Euren Lieben ein besinnliches und schönes Weihnachtsfest.

Pippi LangstrumpfVögelchen

Weihnachtsstern

Weihnachten

Ich sehn‘ mich so nach einem Land
der Ruhe und Geborgenheit
Ich glaub‘, ich hab’s einmal gekannt,
als ich den Sternenhimmel weit
und klar vor meinen Augen sah,
unendlich großes Weltenall.
Und etwas dann mit mir geschah:
Ich ahnte, spürte auf einmal,
daß alles: Sterne, Berg und Tal,
ob ferne Länder, fremdes Volk,
sei es der Mond, sei’s Sonnnenstrahl,
daß Regen, Schnee und jede Wolk,
daß all das in mir drin ich find,
verkleinert, einmalig und schön
Ich muß gar nicht zu jedem hin,
ich spür das Schwingen, spür die Tön‘
ein’s jeden Dinges, nah und fern,
wenn ich mich öffne und werd‘ still
in Ehrfurcht vor dem großen Herrn,
der all dies schuf und halten will.
Ich glaube, daß war der Moment,
den sicher jeder von euch kennt,
in dem der Mensch zur Lieb‘ bereit:
Ich glaub, da ist Weihnachten nicht weit!

Hermann Hesse

Eure Nicola und Christina

Artgerecht Camps 2013 – Anmeldung jetzt möglich

Juchuh –

wir haben gegrübelt, geplant, telefoniert und verhandelt, improvisiert und gerechnet und nu eeendlich: Programm, Zeit und Orte der Artgerecht-Camps 2013 stehen und die Anmeldung ist eröffnet! Die Vormerkeliste hat sie schon erhalten und sich eifrig angemeldet, jetzt also endlich auch auf dem Blog. (Artgerecht-Camp nie gehört? Wasndas? So war es 2012 – hier)

Tipi-Dorf

In Kürze:
Die Camps stehen wieder unter dem Motto: „Es braucht ein Dorf, um ein Kind zu erziehen.“
Sie sind eine Mischung aus gemeinsamem Urlaub (bisschen), Seminaren (bisschen mehr) und Spurensuche (viel 🙂 ). Wir haben dank eurer Rückmeldungen aus 2012 noch mehr Väterthemen aufgenommen und bieten auf auf vielerlei Wunsch in drei Camps Bio-Essen an.

Interessiert? Mehr Infos unten, Anmeldung im pdf!

anmeldung_artgerecht_2013
Vater und SohnKind im Wald Artgerecht Camps 2013 – Anmeldung jetzt möglich weiterlesen

Mein Windelfrei-Schatz

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Eigentlich wollte ich heute über „Wie viel kackert ein Baby?“ bloggen, doch leider bin ich dazu noch nicht zum ausführlichen Recherchieren gekommen.

Deshalb will ich heute einfach nur meine Freude mit Euch teilen…

Zu meiner größten Überraschung zauberte meine Mama am dritten Advent eine Ladung Stoffwindeln hervor, mit denen wir Kinder (drei an der Zahl) gewickelt wurden.

Windelfrei-Schatz

… somit habe ich jetzt ein Sortiment aus 11 Mullwindeln, 6 ca. 40×40 cm kleine und 4 ca. 80×80 cm große dickere Baumwollwindeln mehr, die ich als Backups, Einlagen oder Unterlagen verwenden kann.

Probier’s einfach aus!

Ihr lieben, lieben Blog-Leserinnen! Ihr seid sooo klasse. Es sind schon mehr als eine Handvoll Erfahrungsberichte in meinem eMail-Postfach gelandet. Ich werde nun immer mittwochs einen Eurer Berichte online stellen…

Helga war die Erste, die mir den ausgefüllten Fragebogen zurückschickte… Hier kommt ihr Windelfrei-Erfahrungsbericht:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?

Noch bevor ich mit meiner Tochter schwanger war, hab ich Anfang 2009 in einer österreichischen Tageszeitung einen Bericht über Windelfrei mit einem Interview mit Lini Lindmayer gelesen und war damals schon davon fasziniert. Als ich dann mit meiner Tochter schwanger war (geboren Juni 2010) ist das Thema zwar wieder durch meinen Kopf gespukt, ich hab mich damals aber einfach nicht getraut und sie dann mit Stoffwindeln gewickelt (auch eher ungewöhnlich). Als ich dann mit meinem Sohn schwanger war, hab ich 4 Wochen vor der Geburt mit einer Windelfrei-praktizierenden Mutter gesprochen und wieder drüber nachgedacht. Ich hab mir dann noch schnell das Buch „Windelfrei?! So geht’s“ von Lini Lindmayer gekauft und dann beschlossen, es einfach zu versuchen.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
3 Tage (mein Sohn ist jetzt etwas mehr als 4 Monate alt)  Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)? 7 bis 8, weiß das aber nicht mehr so genau.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
2 an guten Windelfrei-Tagen. Wenn wir viel Auswärts sind oder es nicht so gut klappt, mehr.

Nutzt Du auch andere Backups?
Wenn wir daheim sind, hat er eine gefaltete Mullwindel um, die ich mit dem zugemachten Body „fixiere“ (also sowas wie ein Moko mini), wenn wir unterwegs sind oder in der Nacht, wickle ich mit Mullwindel/PUL-Überhose. WWW verwende ich sehr selten.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Schon zweimal: im Alter von ca. 3 Wochen einige Tage lang und von ca 6. bis 9. Lebenswoche (in dieser Zeit hat er ca. 6 bis 8 Mal am Tag Minimengen gekackt, ll irgendeine Umstellungsgeschichte?) Seitdem nie wieder.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen JA
beim Stillen Manchmal
nach dem Stillen Manchmal
andere: JA, bevor ich ihn ins Tragetuch setze, wenn wir nach Hause kommen und ich ihn aus dem Tragetuch nehme.

Wann klappt es am besten?

Zur Zeit in der Nacht; unter tags, wenn ich daheim bin und wenig nebenbei mache bzw. wenig Stress habe.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?

Ca. 2 min  Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt? Asiatopf oder alten Kunststoffblumentopf in etwa der gleichen Größe.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Je nachdem, wie gut es klappt. Wenn’s gut klappt, eindeutig weniger, Lulu ist schnell entsorgt, großes Geschäft mit zwei Blättern Klopapier weggewischt. An schlechten Tagen mehr. Was mehr „Arbeit“ macht: man muss aufmerksamer sein. Insgesamt würd ich sagen, gleich bis sogar weniger Arbeit.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?

Ich bin einfach aufmerksamer meinem Sohn gegenüber, bzw, weiß, dass raunzen und quengeln auch heissen kann: „Ich muss ganz dringend einmal!“

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Wenn Windelfrei dich anspricht, probier’s einfach aus. Beim ersten Kind ist es sicher einfacher, weil man da seine Aufmerksamkeit nicht teilen muss.

Vielen Dank nochmal an dieser Stelle für Deinen Bericht!


Wer möchte auch gerne seine Windelfrei-Erfahrung mit uns teilen? Dann bitte hier entlang: Interviewfragebogen – Windelfrei-Erfahrungsbericht