… Das haben Euch Nicola und Julia Dibbern in einem 3:30 min-Video zusammengefasst. Seht selbst:
… Das haben Euch Nicola und Julia Dibbern in einem 3:30 min-Video zusammengefasst. Seht selbst:
Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel
… da bin ich mal wieder mit unseren Erfahrungen… 
Heute habe ich mich auf den Weg zum Windelfrei-Treffen von Franzi gemacht (heute im Eltern-Kind-Café Zuckerschnute – übrigens sehr zu empfehlen für Krabbelkinder: Fußbodenheizung!).
Wow tut das gut, macht das Spaß! 9 Mamas und ein Papa und 9 1/2 Kinder von Baby inside bis 2 Jahre alt, von Windelfrei-Interessierte über Neulinge und alte Hasen in einem Raum!!!
Ein reger Austausch und freundliche Gesichter. Fragen über „Wie fange ich an?“ bis „Wie halte ich draußen ab?“ wurden geklärt und Unsicherheiten wie „Ich nutze gerade Wegwerfwindeln und verpasse oft ein Pipi – geht’s nur mir so?“ versucht zu nehmen.
Und immer wieder hier und da ein Kopfnicken: „Ja, so denke ich auch / das habe ich mich auch schon gefragt / das kenne ich…“
Ich kann nur jedem empfehlen: Sucht Euch Kontakte, vernetzt Euch! Facebook, Foren oder Sonstiges. Traut Euch andere wegen einem Treffen anzuschreiben. Und trefft Euch!!!
Nächstes Treffen mit Franzi: Erster Donnerstag im Mai. Genaueres bloggt sie auf Einfach klein.
Ein wenig Off Topic: Nicola und Julia versuchen schon an einer Lösung zu basteln, wie wir uns in einem geschützten Raum besser vernetzen können. Vielleicht kann einer von Euch hier weiterhelfen? Wer kennt sich mit diversen Google-Maps-Funktionen für Webseiten aus und kann seine Hilfe anbieten?
Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie…
Claudia erzählt uns von ihrem späten Windelfrei-Einstieg:
Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
In der Schwangerschaft hatte ich schon etwas von dieser Möglichkeit gehört, war aber zu unsicher, um meine Skepsis abzulegen und es einfach auszuprobieren; In meinem Freundeskreis gab es auch niemanden, der das so praktizierte. Wir haben uns dann für das Wickeln mit Strickwindeln entschieden, unterwegs auf Reisen haben wir WWWs benutzt. Mit der Zeit und der zunehmenden Beweglichkeit unserer Tochter stieg dann alsbald bei ihr der Unwille, auf dem Rücken still zu liegen und damit auf beiden Seiten der Frust beim Wickeln. Da habe ich mir gedacht, dass das doch auch anders gehen müsste. Habe dann angefangen, mich im Netz zu informieren und bin auf den Windelfrei-Blog gestoßen und auf das Buch von Ingrid Bauer (Es geht auch ohne Windeln) Beides hat mir den entscheidenden Schub gegeben, die Windelfreiheit auszuprobieren, was mich umgehend vom Mehrwert der Einstellung, die dahinter steckt, überzeugt hat! Ich war richtig froh über meine Entdeckung, die sich mir da auftat und unsere Tochter hat es ganz neugierig angenommen und sich alsbald begeistert mit aufs Klo setzen lassen.
Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Unsere Tochter war etwa 11 Monate alt. Wir haben ihr davor auch schon immer wieder gezeigt und gesagt, wann wir aufs Klo gehen und was wir da machen. Wir haben sie oft dahin mitgenommen oder die Tür aufgelassen, dass sie es mitbekommen konnte. Sie hat dadurch vermutlich doch recht schnell verstanden, wie das so zusammen hängt mit dem Auf-dem-Klo-sitzen und den Ausscheidungen. Mit dem Kaka-Ansagen ging es recht bald sehr zuverlässig, das Pipi-Ansagen schwankt sehr, oft sagt sie es erst an, wenn es gerade passiert oder das Werk schon vollbracht ist. Sie hat es auch recht bald verstanden, das Pipi eine Weile anzuhalten. Das Abhalten lief Nachts eine Weile ganz gut, irgendwann hat sie sich aber durchgebogen, weil sie das kurze Aufwachen aus dem Schlaf nicht mehr haben mochte. Seitdem lasse ich sie mit Backup schlafen und wechsle die Einlage, sobald sie nass geworden ist, was meist kurz nach dem Stillen passiert. In Phasen der Neuerungen (wie das Laufen oder das Zahnen), die ihre Aufmerksamkeit, Konzentration und Nerven stark beanspruchen, steht das Zeichen geben dann klar hintenan und setzt auch gerne mal ganz aus oder sämtliche Erfahrungswerte werden auf den Kopf gestellt, was die zeitlichen Rhythmen angeht. Wenn sie krank ist, verhält es sich meist ähnlich.
Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Zwischen 7 und 9
Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
18 Monate An guten Tagen sind es max. zwei Windeln, ansonsten bis zu 6. Zuhause wickeln wir nicht mehr, wir lassen unsere Tochter oft unten ohne laufen oder legen eine Mullwindel zusammengefaltet wie eine Einlage in die Wollüberhose, neuerdings nutzen wir auch sehr gern kalifornische WIndeleinlagen, da sie sich so einfach handhaben lassen.
Nutzt Du auch andere Backups?
Eine Wollüberhose mit Einlage, an sehr kalten Tagen oder wenn sie krank oder angeschlagen ist.
Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Nein, nur wenn über das Stillen ihre Ausscheidungen eine aggressive Note bekommen und das Kacka doch mal ins Backup geht und dadurch Hautkontakt einsteht. Als wir noch gewickelt haben, gab es zuweilen Rötungen vor allem bei den WWWs, da wurde sie schneller auch mal schwitzig.
Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen – Ja, fast ausnahmslos
beim Stillen – Nein, das passiert nur nachts, dass während des Stillens zuweilen ein Pipi kommt (hier passierts zumeist kurz darauf).
nach dem Stillen – Je nach dem.
nach dem Spielen – Je nach dem.
andere: Wenn ich das Gefühl habe, sie müsste mal wieder, was etwa alle volle Stunde vorkommt, wenn sie nicht inmitten einer Beschäftigung steckt und mein Vorschlag bejaht wird. Manchmal sage ich auch an, wann ich aufs Klo muss und frage sie, ob sie auch mal muss. Für gewöhnlich auch, wenn wir nach Hause kommen und ich sie aus dem Ergo Carrier herausnehme. Vor dem Zu-Bett-gehen gehört seit kurzem auch zu unseren Ritualen.
Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufstehen, hier am besten morgens, ist zu einem unserer liebsten Rituale geworden, bei dem wir gemütlich Bilderbuch schauen oder den Inhalt der Schublade des Badcontainers erkunden, herausnehmen und wieder einsortieren.
Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
5 bis 10 Minuten, kommt auf die Länge der vorangegangenen Schlaf- bzw. Trockenphase an.
Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Im Bad haben wir ein einfaches Plastetöpfchen herumstehen, dass sie sich langsam aneignet (sie übt seit längerem das Draufsetzen und Aufstehen). Ansonsten sitzen wir gemeinsam auf dem Klo (ich hinter ihr, quasi als lebender Sitzverkleinerer, da meine Beine ihr Halt geben und wir so zusammen Bilder-Bücher schauen können)
Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
An guten Tagen weit weniger Arbeit. An Tagen, wo sie keine Zeichen gibt/streikt und/oder ich unaufmerksam oder schnell abgelenkt bin wegen blöder Stimmung oder irgendeinem Stress, kann es mal etwas mehr Arbeit sein, die dem Aufwand beim Wickeln gleich kommt. Abgesehen von dieser zuweilen höheren Quantität hat diese „Arbeit“ aber immer eine ganz andere Qualität, die ich nicht als die Belastung empfinde, die mir und uns das Wickeln war.
Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
Ja, einiges! Ihre Bedürfnisse so umfassend zu erfahren und immer besser einschätzen zu können, ist neben dem Stillen und Tragen zu einer essentiellen Erfahrung geworden, die uns beide sehr verbindet und mir so ein emphatisches Verhalten in einer Beiläufigkeit lehrt, ohne dass ich mir diese Einstellung intellektuell „auf den Schirm holen“ müsste. Es ist eine große Bereicherung, die ich rückblickend gern schon viel früher gemacht hätte, also am liebsten vom ersten Tag an. In Kombination mit dem Tragen und Stillen macht mich die WIndelfreiheit wissender, gelassener, geduldiger und verständnisvoller im Umgang mit meiner Tochter, ihren Bedürfnissen, deren Zusammenspiel und all den damit einherkommenden Veränderlichkeiten.
Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Gelassen bleiben und weitermachen, wenn’s manchmal wie verhext scheint und wochenlang nichts mehr so klappt, wie es in anderen Momenten schon mal war. Aufmerksam sein und neue Wege finden.
Generell möchte ich allen Mut machen, die erst wie ich recht spät auf die Windelfreiheit stossen, es auszuprobieren, egal wie lange das Kind nun schon an Windeln gewöhnt war. Ich war überrascht, wie unsere Tochter es angenommen hat. Einer Freundin ging es nicht so, die etwa zeitgleich die Windelfreiheit mit ihrer gleichaltrigen Tochter ausprobiert hatte: Die Kleine hatte lange Angst, auf dem Klo zu sitzen und hat das Abhalten voll abgelehnt, hat aber von sich aus recht bald einen Signallaut kultiviert, den sie von sich gibt, wenn sie Pipi macht. Und freundet sich mittlerweile langsam mit dem Töpfchen an.
Vielen lieben Dank Claudia! 
Fünf kleine Osterhasen freuen sich aufs Fest.
Einer läuft zum Eiermarkt die Kinder woll’n ihr Nest.
Vier kleine Osterhasen malen Ei um Ei.
Einer malt sich selber an owei owei owei.
Drei kleine Osterhasen pinseln um die Wett‘.
Einer hat genug davon und legt sich in sein Bett.
Zwei kleine Osterhasen möchten gerne Klee.
Einer läuft zum Kleefeld hin und lässt sich nicht mehr sehn.
Ein kleiner Osterhase, vielleicht der liebe hier,
der ist gewiss für mich bestimmt, ist unterwegs zu mir.
(Verfasser unbekannt)
P.S.: Morgen findet wieder von 11-13 Uhr das Artgerecht-Treffen im Veganz statt. Ich freu mich drauf! 
Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie…
Katharina R lässt uns auch an ihren Windelfrei-Erfahrungen teilhaben:
Wie bist Du zu windelfrei gekommen?
In einem Forum für Natürliche Empfängnisregelung erzählte eine windelfrei-Mama davon. Das hat mich sofort interessiert und ich hab angefangen, im Netz zu lesen. Als ich dann auf den windelfrei-Blog stieß, hab ich diesen systematisch von Anfang bis Ende durchgelesen. Das war und ist meine wichtigste Informationsquelle zum Thema.
Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Seit er ca. 2 Wochen alt ist haben wir seine Ausscheidungen (sofern wir sie mitbekommen haben) mit dem Schlüssellaut begleitet. Mit ca. 3 1/2 Wochen haben wir ihn erstmals abgehalten. Inzwischen ist er 7 Monate alt.
Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Viele. Vielleicht 15? Vielleicht auch mehr. Wir haben immer sofort gewickelt, wenn wir mitbekommen haben, dass er was gemacht hat.
Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
Je nach Tagesform: an guten Tagen verbrauchen wir ca. 7-10 Einlagen, an schlechten mehr als 20. Zum Glück alles waschbar. Wegwerfwindeln benutzen wir nur noch, wenn wir so lange außer Haus unterwegs sind, dass auch einmal Backup wechseln nicht reicht.
Nutzt Du auch andere Backups?
Tagsüber benutzen wir mehrlagig genähte Stoffeinlagen (Form und Größe ähnlich einer Damenbinde) mit Frotteeoberfläche. Die fassen (falls wir arg unaufmerksam sind) bis zu zweimal Pipi (falls er mal so ins Spiel vertieft ist, dass er nach dem ersten Pipi noch nicht meckert), machen aber nur wenig Wäschevolumen. Nachts und außer Haus nehmen wir eine gefaltete Mullwindel.
Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Nö. Ich hab von Anfang an alles gegessen, worauf ich Appetit hatte. Inklusive Erdbeeren, Südfrüchte, Chili etc. Das äußerste an Wundheit ist mal eine leichte Rötung. Dann kommt ein bisschen Stadelmann-Gesichtscreme drauf und beim nächsten Wickeln ist alles wieder gut.
Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen – Inzwischen immer. Das klappt auch mit Abstand am zuverlässigsten.
beim Stillen – Hab ich ganz am Anfang probiert, aber auf Anraten der Hebamme gleich wieder gelassen. Er musste dabei den Kopf so verdrehen, um mit dem Po im Töpfchen an die Brust zu kommen. Da war es mir dann wichtiger, dass er in Ruhe essen kann, als dass er gleichzeitig in den Topf machen kann.
nach dem Stillen – Praktisch immer. Klappt oft. Die größte Herausforderung dabei: den richtigen Zeitabstand zum Stillen zu erwischen.
nach dem Spielen – Momentan vor allem noch BEIM Spielen. Ansonsten ginge es mit Sicherheit in die Hose.
Andere: Bevor wir das Haus verlassen. Klappt häufiger als ich erwartet hatte. Und ansonsten: Timing. Klappt mal perfekt und mal gar nicht.
Wann klappt es am besten?
Nachts. Ab den späteren Abendstunden bis in den Vormittag hinein gelingt es uns mittlerweile an fünf von sieben Tagen, ihn 10-14 Stunden am Stück trocken zu halten oder höchstens ein einzelnes nächtliches Mini-Pipi zu verpassen. Und eben direkt nach dem Schlafen auch tagsüber.
Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Sehr unterschiedlich. Wenn er Zeichen gibt, haben wir schon bis zu 10 Minuten Zeit gehabt. Aber derzeit gibt er nur selten Zeichen. Nach dem Aufwachen hatten wir schon bis zu 3 Minuten Zeit. Aber in der Regel sehen wir zu, dass wir ihn beim Erwachen direkt schnappen und zum Wickeltisch tragen.
Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Anfangs hatten wir eine hohe Rührschüssel. Das hat sich gar nicht bewährt. (Ich dachte, das sei dem Asia-Töpfchen am ähnlichsten, ist aber zu wackelig.) Dann hatten wir eine flache Plasteschüssel (ca. 7 cm hoch, Durchmesser ca. 20 cm) für einen Euro von Kaufland, die hat sich sehr bewährt. Seit er da rausgewachsen ist, nehmen wir ein ganz gewöhnliches Töpfchen. Allerdings benutzen wir es verkehrt herum: die höhere Rückenlehne verhindert, dass das Gespritze in alle Richtungen geht. Wenn er bald selbst sitzen kann, werden wir es dann richtig herum benutzen. Außer Haus nehmen wir in der Regel das Waschbecken. (Selbst bei längeren Wegen zwischen Auszieh-Platz und Waschbecken hatten wir da auch noch nie einen Unfall.)
Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Im Vergleich mit konventionellem Wickeln ist es sicher mehr Arbeit. Aber wir haben ihn ja von Anfang an deutlich häufiger als üblich gewickelt. Von daher ist für uns die Arbeitsbelastung deutlich geringer als vor Beginn des Abhaltens. Ich wasche inzwischen nur noch alle paar Tage Windeln (anfangs war es fast täglich). Seit ein paar Wochen geht außerdem praktisch jedes große Geschäft ins Töpfchen. Und das ist die eigentliche Arbeitsentlastung. Keine Kackewindeln mehr, kein kackeverschmiertes Kind mehr, keine kackeverschmierten Klamotten mehr. Einfach kurz Po abwischen, Töpfchen ausleeren und fertig. Und ein anderer Aspekt, der nicht zu unterschätzen ist: wenn er quengelt oder meckert, dann weiß ich fast immer, was der Grund ist. Wenn ich all sein Ich-muss-mal-Quengeln ohne das Wissen um windelfrei hätte, dann würde ich vermutlich ganz schön viele Nerven lassen. So oft am Tag ein anscheinend grundlos unleidliches Kind. Da finde ich mehrmals stündlich Wickeln und am Wickeltisch mit meinem Baby schäkern und rumalbern die entspanntere Variante. 
Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Ja. Ich nehme ihn als viel selbständiger und „erwachsener“ wahr, als ich das jemals einem Baby zugetraut hätte. Und ich genieße es sehr, dass wir einander oft so gut verstehen. Sein glückliches Lächeln, wenn ich verstanden hab, dass er mal aufs Klo muss und er sich erleichtern konnte, das ist nicht mit Gold aufzuwiegen. Neuerdings zieht er in solchen Situationen beim Anziehen auf dem Wickeltisch mein Gesicht zu sich runter und gibt mir Küsschen auf beide Wangen. Da quillt mein Mutterherz über vor Rührung. 
Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Bei uns hat es sich nachts bewährt, abwechselnd für den Kleinen zuständig zu sein. Meistens kümmert sich mein Mann im ersten Teil der Nacht und ich mich im zweiten Teil. So haben wir beide eine Phase, in der wir entspannt schlafen können und weder aufs Kind achten noch aufstehen müssen. Mein Mann reicht ihn mir nach dem Abhalten zum Stillen an die Brust. Und umgekehrt gibt er dem Baby seinen kleinen Finger zum nuckeln, wenn ich nach dem Abhalten selbst noch kurz auf Toilette muss, bevor ich ihn wieder stillen kann. Aber das geht beides auch im Halbschlaf. So können wir beide deutlich erholsamer schlafen, als wir anfangs dachten (und weshalb wir nächtliches Abhalten anfangs für zu strapaziös gehalten hatten).
Dankeschön! 
Wir haben noch so einige Monate Zeit, bis sich mein Sohn sich für etwas anderes als Mamas Milch interessiert. Doch dieses Gedicht ist mir wieder in den Sinn gekommen:
Bitte nicht füttern!
Liebe Mama, hör mir zu,
Bitte lass mich doch in Ruh
Mit dem Löffelchen voll Brei,
Denn sonst gibt es nur Geschrei.
Schau, ich bin noch nicht so weit,
Und du hast noch so viel Zeit,
Mich noch lange voll zu stillen
Und musst nicht mein Bäuchlein füllen
Mit dem Brei zerdrückter Möhren,
Sondern lieber auf MICH hören,
Denn dein Baby ist sehr schlau
Und ich sage dir genau,
Was ich brauche, wie und wann:
Bitte fang nicht zu früh an!
Lass mich mit dem Essen spielen,
Mit den Fingern darin wühlen,
Halte mich auf deinem Schoß,
Dann vertrau mir und lass los!
Brauchst nicht andre Leute fragen,
Denn sie werden dir nur sagen,
Dass du endlich füttern musst,
Und das endet oft im Frust.
Musst auch nicht zum Laden laufen
Und die teuren Gläschen kaufen
Auch nicht extra für mich kochen,
Denn ich hab dir nicht versprochen,
Dass ich es auch essen kann:
Bitte fang nicht zu früh an!
Wenn du willst, dass ich was esse
Und es nicht im Spiel vergesse,
Stell mir was zum knabbern hin,
Lass mich, bis ich hungrig bin.
Schütte mir nichts auf den Teller,
Denn so geht es auch nicht schneller,
Deine Milch ist, was ich will,
Stille mich und ich bin still.
Sag es auch den anderen Müttern,
Keine braucht ihr Kind zu füttern!
Höre, was dein Baby sagt,
Und erspar mir, was mich plagt,
Denn ich bin ja noch so klein:
Bitte lass das Füttern sein!
Ich weiß nicht mehr, wie ich auf diese Zeilen vor 4 Jahren gestoßen bin. Aber es hat mir sehr meinen Rücken gestärkt, als mein Tochterkind eher zögerlich vor dem ersten Geburtstag andere Dinge als Muttermilch zu sich nahm, während andere Kinder schon ganze Gläschen verschlangen.
Wer trotzdem wissen mag, was man seinem Kind neben dem Stillen anbieten kann, dem kann ich dieses Buch empfehlen: Babyernährung gesund & richtig: B(r)eikost und Fingerfood nach dem 6. Lebensmonat von Gabi Eugster
Losgehen mit Kindern ist in den meisten Familien Stress. Das muss nicht sein! Doch bis alle angezogen, alles gepackt und der Bus erreicht ist, wird gehetzt, geschimpft, geflucht, es wird gebockt, gebrüllt, es fließen Tränen. Das geht auch anders. Ich hab mal ein paar Ideen gesammlt, wie. Kerngedanke: Seid gut vorbereitet. Und im Zweifelsfall, verpasst den Bus.
Grundsätzlich geht das so:
1. Plant mehr Zeit ein für ALLE Wege mit den Kindern
2. Seid den Kindern einen Schritt voraus
3. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr die Kinder hetzt: Ist das nötig?
4. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr es eilig habt: Ist das nötig?
5. Fragt euch jedes Mal, wenn ihr zum Bus rennt: Ist das nötig?
Warum eilen wir, hetzten wir, rennen wir?
Es gibt m.E. drei Arten von Zwang, der uns zu Eile antreibt:
1. der innere Zwang (Perfektion, Moral, Erziehung, Verabredungen)
2. der äußere Zwang (Busabfahrtzeiten, Zugzeiten, Öffnungszeiten, Kursanfangszeiten)
3. schlechte Vorbereitung
Häufig vermischen wir die die drei zu einer explosiven Stressmixtur.
Beispiel: Familie ist zum Schwimmen gehen verabredet. Um pünktlich zu sein, müssen sie den Bus zum 12:34 kriegen. Beim Rausgehen muss der Große nochmal auf Toilette, dann fällt Papa ein, dass er das Handy vergessen hat, unten will Mama nochmal kurz in den Briefkasten gucken und schwups ist der eingeplante Zeitpuffer weg und alle hetzen zum Bus.
Was kann man konkret dagegen tun?
1. Liste machen
Schreibt die nächsten Male im Bus auf einen Notizblock, was heute die Abreise mal wieder verzögert hat. Macht das jedes Mal. Schaut euch nach1-2 Wochen diese Liste an und macht daraus eine „Vor dem Rausgehen-drandenken-Liste“ daraus. Je nach Alter der Kinder kann das z.B. sein:
– Taschen packen
– Essen einpacken
– Weg/Busverbindungen VORHER raussuchen
– wichtige Telefonnummern aufschreiben/speichern/mitnehmen
– Handy, Geld, Monatskarte, Schlüssel bereitlegen
– Baby rechtzeitig nochmal stillen und abhalten
– Kleinkind rechtzeitig nochmal füttern, stillen, abhalten (das vermeidet z.B. auch Anzieh-Streiks, viele Kinder lassen sich nicht anziehen, wenn sie hungrig/durstig/Blase voll ist)
– großes Kind rechtzeitig dran erinnern, dass es Buch/Spielzeug/Hör-CDs/wasimmereurekindermitnehmenwollen einpackt
– wasimmereucheinfällt…
2. Zwang reduzieren
– Seid frühzeitig: plant gegen äußeren Zwang IMMER einen Bus/Bahn früher ein, damit ihr ggf. einen Puffer habt
– Seid noch frühzeitiger: wenn ihr Züge oder Flugzeuge erreichen müsst, plant 2-3 Fahrten früher ein (oder 20 Minuten mehr für die Autofahrt)
– seid vorbereitet – ein Segler sagte mir mal, dass er immer Angst vor Stürmen hat und sich deshalb perfekt drauf vorbereitet -dann müsse er im Sturm selbst keine Zeit mehr mit Angst verschwenden, weil ja schon alles getan sei….
– geht NIE auf den letzten Drücker ins Schwimmbad/Theater etc. („Kinder, wenn wir jetzt nicht gehen, hat es ZU!!!“)
– Beziehunge hat Priorität: seid euch bewusst, dass 45 Minuten „jetzt macht endlich!!“ für eure Beziehung wahrscheinlich schädlicher ist als 10 Minuten zu spät beim Puppentheater anzukommen
– bleibt flexibel: Man kann Verabredungen auch anrufen und Bescheid sagen, dass es später wird, wenn wir merken, dass es heute nicht klappt
– lasst euch nicht ablenken: Ihr MÜSST jetzt NICHT noch schnell in den Briefkasten oder eure Mails schauen, geht JETZT los
– Keine Angst, nicht perfekt zu sein: wenn ihr jetzt das eine oder andere nicht dabei habt (doch noch einen Apfel extra einstecken? Doch noch schnell die Haare der Kinder kämmen? doch noch ein zweites vorlesebuch? Oh Gott, die BADELATSCHEN!!!), dann habt ihr es eben nicht dabei. Seid offen dafür, dass sich eine Lösung finden wird, vielleicht eine überraschende!, bevor ihr nochmal zurückhetzt
– Im Zweifelsfall: nehmt den nächsten Bus. Seid halt zu spät. Kommt halt später. Mantra: Dann ist das halt so ;).
Und warum? Ich stell mir immer vor, was Kinder später von ihrer Kindheit erzählen.
„Meine Eltern haben uns immer überall hin gehetzt, das war stets total stressig, ich habe losgehen gehasst….“
oder
„Naja, wir waren nicht immer pünktlich und wir mussten uns oft von anderen die Buddelsachen leihen, aber wir sind immer ganz entspannt, singend und glücklich umhergezogen…“
Es ist eure Entscheidung. Es ist euer Leben. Nehmt euch die Freiheit.
🙂
Einen schönen, stressfreien Wochenanfang wünsche ich euch!
Heute ist wieder der internationale Welt-Down-Syndrom-Tag.
Wie man auch mit einem Kind mit Handicap bedürfnis- und bindungsorientiert umgehen kann, habe ich im vergangenen Jahr hier zusammengetragen.