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Windelfrei und MAINSTREAM? Warum nicht?!

Gestern gab es einen Kommentar auf meinen Blogeintrag „Windelfrei goes MAINSTREAM“ mit der Frage, warum es ist toll ist, dass Windelfrei nun in den Medien thematisiert wird.

Hier kommt meine Antwort:

Windelfrei – das Eingehen auf das Ausscheidungsbedürfnis und das Abhalten der Babys im ersten Lebensjahr – ist eigentlich normal, aber leider in unserer Gesellschaft nicht die Norm. Windelfrei soll keine Randerscheinung bleiben. Jede Familie soll wissen, dass es die Alternative Windelfrei zum Vollzeitwickeln mit Wegwerf- oder Stoffwindel bis ins späte Kleinkindalter gibt.

Wir vom Team „Babys ohne Windeln“ arbeiten im Hintergrund hart daran, dass Windelfrei auf der einen Seiten bekannter und auf der anderen Seite mit wissenschaftlichen Fakten untermauert wird. Denn schließlich ist Windelfrei kein Hokuspokus – das wissen selbstverständlich alle Windelfrei-Familien. Aber es gibt die allgemein bekannten medizinisches „Ammenmärchen“, die sich hartnäckig halten, wobei es mittlerweile genügend Untersuchungen auf diesem Gebiet gibt. Es stimmt einfach nicht, dass man auf die verbalen und motorischen Anzeichen des Kindes (Kind sagt an, dass es keine Windel mehr will und kann selbstständig zum Badezimmer/Töpfchen gehen) warten muss, bis man auf das Sauberkeitsbedürfnis der Kinder eingehen darf. Ebenfalls falsch ist das so oft hervorgebrachte Wissen über die Physiologie und Entwicklung der Blasen- und Darmsteuerung. Angeblich wäre das Nervensystem erst um den zweiten Geburtstag herum reif, um die Blase und Darm vernünftig anzusteuern, so dass die Sauberkeitserziehung einen Sinn macht. Das ist veraltet und nicht wissenschaftlich belegt.

Um nicht noch weiter an dieser Stelle auszuufern: Neugeborene merken, wenn es im Bauch „drückt“ und sie mal „müssen“. Das Nicht-Beachten der Signale der Kleinsten und die Verwendung insbesondere von Wegwerfwindeln trainiert ihnen die Toilette am Po zu tragen an. Nicht mehr und nicht weniger. Diese Information gehört in das Mainstream-Wissen. Genauso wie die Sachkenntnis, dass die achtsame Begleitung der Sauberkeitsentwicklung vor dem ersten Geburtstag keine psychischen oder physischen Schäden hervorruft.

Leider können wir die Journalisten aktuell noch so gut mit Studien füttern, wenn die Redaktion auf Sensation aus ist und unsere Thematik nur 2-3 Minuten Sendezeit bekommt – siehe RTL. Doch eine große Breite an Eltern schaut diese Sendungen. Und von diesen Eltern haben bestimmt zu über 90 % noch nie etwas von Windelfrei gehört, so dass es für uns schon ein kleiner Erfolg ist, wenn von 100 RTL-Zuschauern eine(r) anfängt nachzugoogeln, was Windelfrei genau ist und es auch noch ausprobiert. Dann hat sich auch ein überhaupt nicht perfekter Windelfrei-Beitrag in den Mainstream-Medien schon gelohnt.

Windelfrei goes MAINSTREAM!

Diese Woche ist einfach klasse!!! B)

Windelfrei in der ELTERN

4 Seiten widmete die ELTERN in ihrer September-Ausgabe dem Thema Windelfrei.

… und dann noch das!!!

RTL überfiel Julia zu Hause für ein Interview. Herausgekommen ist ein kurzer Windelfrei-Beitrag für die RTL-Sendungen Punkt 6 / 9 / 12.

Wer die Sendungen nicht geschaut hat, kann es hier nachholen: RTL Punkt 6 vom 16.8.2013 (bis Minute 29:12 vorspulen).

EDIT: RTL brachte bei Punkt 12 einen ergiebigeren Windelfrei-Beitrag: Punkt 12 vom 16.8.2013. Mit dabei Windelfrei-Coach Ingrid Schlösser, Nicola beim Bonner Windelfrei-Kurs und Julia Zuhause mit einigen wichtigen Fakten, die zusätzlich eingeblendet wurden.

Jedes Kind hat seinen eigenen Kopf.

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie…

Susanne erzählt uns ihre Windelfrei-Erfahrung:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?

Ich hatte davon vor der Geburt unserer Tochter gehört (wo weiß ich nicht mehr) und fand es interessant. Ich habe mich aber nicht weiter damit beschäftigt. Kurz nach der Geburt fragte ich meine Hebamme. Diese sagte, dass es funktioniert und dass sie Leute kennt, die Windelfrei mit ihren Kindern gemacht haben. Aber meistens nicht noch einmal (egal ob beim 1., 3. oder 5. Kind).
Als unsere Tochter 4,5 Monate alt war, habe ich dann das Buch „TopfFit“ gefunden (bei uns werden nicht gebrauchte Sachen vor die Haustür gelegt und wer will nimmt die sich mit). Das las ich begeistert und probierte es gleich aus. Seitdem lese ich auch regelmäßig den Windelfrei-Blog, der mich meistens sehr motiviert. Danke. 🙂

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
4,5 Monate. Allerdings war es schwierig die richtige Position zu finden. Toilette und Waschbecken haben nicht funktioniert. Da wir auf dem Boden wickelten, kamen wir am Ende zu folgender Position: Wir sitzen auf dem Boden mit angewinkelten Knien, das Baby in unserem Schoß und machen die Beine bisschen breit. Dann untendrunter eine längliche Plastik-Eis-Schachtel. Das hat ganz gut geklappt. Seit dem 8. Monat klappt es auch über der Toilette, wir breitbeinig und sie davor. Topf findet sie blöd und steht gleich wieder auf.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?

Wir wickeln mit Stoffwindeln. So ungefähr 8.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?

Unser Kind ist 13 Monate und wir brauchen so 2 bis 3 Windeln am Tag. Wo sie kleiner war, habe ich die Windeln dann dünner gemacht, statt weniger Windeln zu nehmen.
Ganz windelfrei hat nicht geklappt, da sie bei zu häufigen Abhalteversuchen streikt. Ein direktes Zeichen wenn sie gerade nicht getragen wird, habe ich nie wahrgenommen. Im Tragetuch, beim Stillen und nachts wird sie unruhig, wenn sie muss. Trotzdem pullert sie nicht immer, wenn Sie muss und wir sie abhalten.

Nutzt Du auch andere Backups?
Stoffwindeln. Backups waren mir zu fummelig und unsere Tochter war genervt vom ständigen auswechseln.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?

Seit teilzeit-windelfrei nicht mehr. Vorher sehr selten.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen – ja, klappt super
beim Stillen – generell nicht, manchmal wird sie unruhig, dann machen wir kurz eine Pullerpause
nach dem Stillen – nein
nach dem Spielen – schwierig einzugrenzen
Andere:
vor dem ins Bett gehen: klappt manchmal
vor dem aus dem Haus gehen: klappt manchmal
nach dem Tragen: klappt meistens gut

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufstehen.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Relativ lange 5 – 20 Minuten. Zu schnell dürfen wir nicht sein, dann klappt es nicht.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Zurzeit noch keines, wir haben ein blaues rotho (?) Töpfchen rumstehen.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein: eher mehr Arbeit – eher weniger Arbeit – genauso viel Arbeit wie beim Wickeln?

Sehr schwierig einzuschätzen. Im Winter, wenn sie sehr klein sind, definitiv mehr Arbeit. Dann müssen Sie ja häufig und das an- und ausziehen ist dann schon anstrengend. Meistens haben wir sie dann nur beim Wickeln abgehalten so alle 2 – 3 h oder nackig strampeln lassen auf Handtüchern. Nackig war sie eh viel besser drauf als mit Windel. 😀
Jetzt ist es weniger Arbeit. Das große Geschäft landet meistens im Klo und die paar Windeln waschen sich nebenbei mit. Ab und zu haben wir auch eine Pfütze in der Wohnung, aber die ist auch schnell beseitigt.
Ich finde nur manche Nebeneffekte störend: z.B. Nach dem Aufwachen muss möglichst bald zur Toilette gegangen werden. Einfach noch ein bisschen länger im Bett spielen und kuscheln (wir schlafen alle zusammen) geht nicht so gut. (Meistens steh ich auf, geh mit ihr pullern und dann gehen wir wieder ins Bett. Aber trotzdem nervt es ein bisschen).
Oder unsere Tochter „wollte“ dann auch nachts abgehalten werden, seit dem 8. Monat. Sie wurde unruhig und hat einfach nicht weiter geschlafen: immer Stillen – Pause- Stillen – Pause… Also habe ich es mit Abhalten versucht und zack hat sie weiter geschlafen. Allerdings ist sie manchmal auch nicht begeistert vom nächtlichen Abhalten, dann habe ich sie nebenbei gestillt… Das ist schon irgendwie anstrengend. Aber so sie ist zumindest nachts seit dem 11. Monat trocken, manchmal mit Abhalten, manchmal ohne. Je nachdem, wie viel gestillt wird zwischendurch. 🙂

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?

Ich habe gelernt, dass jedes Kind von Anfang an seinen eigenen Kopf hat. Ich kann nichts erzwingen, auch wenn ich weiß, dass sie muss. Das respektiere ich nun. Und wenn sie was gelernt hat und das an Stellen wiedergibt, die mir eigentlich nicht passen (z.B. nachts), dann unterstütze ich sie und erfreue mich an ihrem Fortschritt.
😀 Ich bin auf jeden Fall gelassener geworden und habe meinen Perfektionismus ein Stück abgelegt.
Außerdem versteht meine Tochter auch schon viele Sachen, auch wenn Sie uns das noch nicht mitteilen kann. Bei einer Autofahrt hat sie angefangen zu pressen, was ein Zeichen für ein großes Geschäft ist. Ich erklärte ihr, wir sind gleich da und ob sie noch 2 Minuten warten kann. Und sie hat gewartet.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Einfach mal ausprobieren und nur in dem Umfang umsetzen, wie man es selber möchte und kann. Oder bis das Kind signalisiert, mir reicht es jetzt. (Auch wenn es nur das Morgenpipi ist.)
Das Kind einer Bekannten ist jetzt 2 Jahre alt und möchte nur noch in die Windeln machen. Wenn Sie nackig ist und muss, fordert Sie dazu auf, ihr eine Windel um zu machen. Das finde ich traurig und schlimm.
Ich finde es wichtig, dass die Ausscheidungen fast von Anfang an ein Thema sind und immer mal wieder gezeigt wird, wo sie eigentlich hin gehören. Allerdings sollten sie nicht das Hauptthema in der Beziehung zwischen Eltern und Kind sein.

Vielen lieben Dank! 😀

Windelfrei-Treffen mit Stoffwindelparty

Am kommenden Donnerstag, dem 15.8. von 10 bis 12 Uhr, ist es wieder soweit…

Wir treffen uns dieses Mal in den schönen Räumlichkeiten von pikapé in der Nähe des U-Bahnhofes Vinetastraße (U2) – Mühlenstraße 42, 13187 Berlin.

Was? Austausch über Erfahrungen und Fragen rund um Windelfrei begleitet von erfahrenen Windelfrei-Coaches.

Kosten: 5 EUR / Erwachsener.

Was noch?
Wasser und Tee für den kleinen Durst vorhanden.

… und Franzi hat uns ‚was feines organisiert:

Scarlett von der Stoffwindelschule wird bei uns sein!! […] Sie kennt sich bestens mit allen Varianten der Stoffwindel aus und wird uns einen kleinen Einblick geben, was es alles gibt, welche Stoffwindeln sich gut als Backup für Windelfrei eignen, worauf ihr achten müsst, und so weiter.

Außerdem haben sich schon mehrere Mütter angekündigt, die Stoffwindeln zum Verkaufen/Tauschen mitbringen wollen, also machen wir eine kleine feine Stoffwindelparty daraus!

Lesetipp: Deutschland sucht den Krippenplatz

Ein Buch fiel mir in die Hände, von dem ich auf dem ersten Blick nicht ganz so angetan war, aber dann sehr positiv überrascht wurde…

Deutschland sucht den Krippenplatz: Mein täglicher Wahnsinn zwischen Kita und Karriere
von Maya Dähne

NDR - Politisches Buch - Deutschland sucht den Krippenplatz

Es ist als Sachbuch gelistet, aber es ist mehr als das: Es ist der persönliche Erfahrungsbericht der Autorin – ergänzt durch Meinungen von anderen Mamas, Papas und Omas, und auch Erzieherinnen. Und doch voll gespickt mit vielen Fakten rund um die Familienpolitik in Deutschland.

Die Journalistin Dähne versucht darin alle Ecken auszuleuchten, die es ringsum die Misere Arbeiten und Kinderbetreuung sowie das Leben mit Kindern in Deutschland gibt. Zudem bringt sie Vergleiche über den Atlantik hinüber zu den U.S.-Amerikanern, wo sie mit ihrer Familie 5 Jahre gelebt hatte.

Mit Humor und flott zu lesendem Schreibstil schildert sie den Lesern die bescheidende Situation, wenn Eltern den Spagat wagen, der Arbeitswelt und ihrer Familie gerecht zu werden. Wer eine universielle Lösung für sich sucht, wie man „zwischen Pampers und Powerpoint“ doch Karriere machen kann, wird enttäuscht sein. Das Buch bietet lediglich interessante Denkanstöße und Perspektivwechsel an: „… Es geht nicht um höher, schneller, weiter, sondern um intelligenter, sinnvoller, nachhaltiger. …“, wenn es um die Betreuung unserer kleinsten Familienmitglieder geht.

Ich finde dieses 171 Seiten starke Taschenbuch sehr empfehlenswert und es bekommt volle 5 Sterne von mir. Ich denke, es sollte auf jeden Nachttisch gehören, dessen Besitzer irgendwie mit jungen Eltern zu tun hat. Denn vielleicht lässt es so manchen Chef, Arbeitskollegen oder kinderlosen Freund mit dem Wissen um die Not der Eltern sanftmütiger werden.

… Überraschenderweise sprach das Cover meinen Mann an, der nun das Buch auch fast durchgelesen hat. Sonst greift er sich nicht so schnell ein Buch von meinem Bücherstapel. In der Tat wird dieses Buch auch für Väter ab der zweiten Hälfte richtig interessant.

Deutsche Welle berichtet über Windelfrei

Die Deutsche Welle hat einen schönen Artikel in Englisch auf ihrer Homepage veröffentlicht:

Diaper-free parenting without poo on the couch

Mit dabei sind unsere Windelfrei-Coaches Freya Donner und Dr. Heinrich Ratz.

Und was ich ganz toll finde, sie haben den unbeteiligten Chefarzt der Universitätsklinik von Bonn Prof. Rainer Ganschow befragt, was er von Windelfrei hält:

„Obwohl ich die Windelfreie oder Teilzeitfreie Erziehung unterstütze, brauchen wir mehr Forschung zur Ausscheidungskommunikation. Die meisten Kinderärtzte sind nicht genügend über diese Methode informiert oder erfahren darin.“

Das tun, was möglich ist.

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie…

Helgas Tochter ist schon ein Schulkind, doch für uns hat sie sich zurück erinnert:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Ich habe zwei Bücher davon von meiner Hebamme bekommen, die meinte, das könnte mich vielleicht interessieren, wenn ich schon mit Stoff wickele.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Ich habe es zwischen ihrer zweiten und dritten Lebenswoche probiert, aber es hat zu meinem Lebensrhythmus nicht gepasst. Wir mussten direkt nach ihrer Geburt eine neue Wohnung suchen und beziehen. In dem Durcheinander habe ich nicht das Gefühl gehabt, ich kriege das auf die Reihe, mich so auf sie und mich und unsere gegenseitige Körper-Intuition einzustellen, dass das klappen kann. Wenn ich Zeit und Ruhe hatte, habe ich sie abgehalten, aber nicht regelmässig und auch nicht mit dem Ziel, windelfrei zu werden, sondern mit dem Gefühl, es ist eine schöne Chance, neben der Ebene des Stillens auch eine andere Körperebene als Beziehungsraum zu haben. „Zeichen“ in dem Sinne habe ich nicht mitbekommen. Ich fand aber, dass sie in einer ganz speziellen Art unruhig wurde, wenn sie musste. Wenn sie Stuhlgang haben musste, hat sie manchmal auch aus der Unruhe heraus geweint. Dann konnte ich sie leicht und erfolgreich abhalten. Aber wie gesagt, ich habe nicht genügend Gelegenheiten gefunden, meine Aufmerksamkeit dem Ausscheiden zu widmen.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Durch das gelegentliche Windelfreie habe ich vielleicht zwei Windeln am Tag weniger gebraucht. Aber wie gesagt, das Windelfreie war nicht mein Ziel, sondern eher der Wunsch, meiner Intuition für mein Kind mehr Raum zum Entwickeln zu geben.
Ich habe selber eine Mutter, die ständig auf mich projizierte, aber nichts von mir mitgekriegt hat. Die körperliche Ebene fand ich da eine gute Chance, mich einzufühlen und eine Verbundenheit zu entwickeln, ohne mir einzubilden, dass alles, was ich will, auch das ist, was meine Tochter will, wie meine Mutter es oftmals gemacht hatte.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
Ich kann mich nicht mehr erinnern, weil meine Tochter inzwischen 8 Jahre alt ist.

Nutzt Du auch andere Backups?
Ich habe fast nur Stoffwindeln benutzt; ganz windelfrei habe ich sie nur zu Hause/oder im Sommer draußen gehabt (wenn wir es denn gemacht haben).

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Gelegentlich, aber das lag an bestimmten Lebensmittelunverträglichkeiten; sie wird auch heute noch gelegentlich von ihrem Urin wund, wenn sie etwas gegessen hat, was sie nicht verträgt (vor allem Bananen).

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Ich habe ausprobiert: nach dem Aufwachen, nach dem Stillen und wenn ich auf die Toilette musste, habe ich sie mitgenommen und danach über dem Waschbecken abgehalten bzw. später mit auf den Topf gesetzt, so dass wir gemeinsam aufs Klo gingen. Das war super.

Wann klappt es am besten?
Abends/nachts nach dem Stillen, beim gemeinsamen Toilettengang

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Ich habe mir immer ca. 5-10 Minuten Zeit nehmen können.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Erst hatten wir eine kleine Plastikschüssel, dann eine größere, dann habe ich sie über der Toilette abgehalten. Mit ca. 1,5 Jahren fand sie das auf einmal total gruselig und mochte dann nur noch auf dem Töpfchen sitzen bzw. über dem Waschbecken abgehalten werden.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein: eher mehr Arbeit – eher weniger Arbeit – genauso viel Arbeit wie beim Wickeln?
Die echte, reine Arbeitsbelastung, wenn man das Gespür entwickelt hat, schätze ich als eher weniger Arbeit ein. Die eigenen Aktivitäten aber so zu strukturieren, dass einfach Zeit und Raum ist, mein mütterliches Gespür für die Ausscheidungszeichen meines Kindes zu entwickeln, das habe ich nicht hingekriegt. In diesem Sinne war es mehr Arbeit. Beim Wickeln habe ich allenfalls einen Zeitrhythmus oder einen Geruch, und dann erledige ich das. Wäsche wäscht sich mit den anderen Sachen, da ist es egal, ob ein paar Windeln dazukommen. Aber meinen Alltag so zu strukturieren, dass ich die Ruhe und Geduld für Windelfrei hinkriege, das war mir damals zu viel Arbeit.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
Auf jeden Fall, dass ich bei allem, was ich von ihr wahrnehme, erstmal hingucke und herauszufinden versuche, was jetzt ihr Bedürfnis ist. Und nicht, meinem Zeitplan folge oder meiner Meinung, was sie jetzt wollen sollte. Diese Grundhaltung hat unsere Beziehung auch in vielen anderen Situationen unterstützt. Also ich hoffe und glaube, dass ich mein Ziel, intuitiver und vertrauensvoller auf meine Tochter zu reagieren, erreicht habe, indem ich es so gemacht habe, wie es halt für mich möglich war.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Immer gucken, was für dich geht. Wenn ich das unbedingt gewollt hätte, aber dann bei jedem Schiefgehen erst auf mich sauer gewesen wäre und dann meine Tochter mit meiner miesen Laune verunsichert hätte, wäre das doof gewesen. Wir waren nie wirklich windelfrei, aber ich habe gelernt, mir für Aufmerksamkeit Raum zu nehmen, anderen Bedürfnissen neben meinen Raum zu geben, und das fand und finde ich super. Und meine Tochter hatte viel Spaß an ihren Stoffwindeln und den gemeinsamen Toilettengängen und ist mit zwei tagsüber trocken gewesen und ab 2,5 auch nachts. Und das ganz entspannt und mit einem Gefühl für sich selbst. Das war auch ein Ergebnis unserer teilwindelfreien Zeit.

Lieben Dank für Deinen Bericht! 😀

Kinder brauchen uns! Auch nachts!

Wir sind von morgens bis abends liebevoll und fürsorglich mit unseren Kleinen, um dann in der Nacht als ablehnende Zombies zu erscheinen?!

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Auch in der Nacht brauchen uns unsere Kinder.

Sibylle Lüpold, eine Stillberater der La Leche Liga aus der Schweiz, hat sich 2010 die Mühe gemacht, bekannte „Kinderexperten“ um eine Stellungsnahme zum Thema Kinderschlaf zu bitten.

Und dabei herausgekommen ist eine wunderbare Broschüre, „in der 20 Experten zu Wort kommen und überzeugende Argumente liefern, weshalb von der Anwendung eines Schlaftrainings, wie zum Beispiel der Ferber-Methode, abzuraten ist“.

Kinder brauchen uns auch nachts

Berliner Artgerecht-Treffen im August

… steht vor der Tür:

Wann? Dienstag, 6. August 2013 von 10:00 bis 12:30 Uhr

Wo? extraVeganz – Schivelbeiner Strasse 34, 10439 Berlin

ACHTUNG VERÄNDERTE KONDITIONEN: Kosten pro Erwachsener 5,00 € OHNE SUPPE

Ihr dürft aber gerne für Euch und Eure Lieben Essen mitbringen oder vor Ort im Veganz/Goodies einen Snack kaufen.

Was? Die offenen Artgerecht-Treffen sind eine tolle Möglichkeit, Gleichgesinnte zu treffen und kennenzulernen. Hier kommen in einer regelmäßigen Runde Eltern zusammen, die an den Artgerecht-Themen interessiert sind. Es geht um alle Fragen rund um Tragen, Stillen, Windelfrei, Familienbett, artgerechte Betreuung und vieles mehr. Außerdem entstehen hier auch immer wieder weitere Projekte rund ums Artgerecht-Projekt, z.B. gemeinsame Ausflüge, Camps und Tagesbetreuung.

Ohne Voranmeldung.

Radio anschalten!

Morgen gibt es bei Bayern 2 in der Sendung „Notizbuch“ (02.08.2013, 10:05 bis 12:00 Uhr) etwas spannendes. 😉

Schnell abhalten! – Windelfreie Babys / Pieseln auf Pfiff? – Sauberkeitserziehung in China / Sauberkeit in der Kinderkrippe; Gespräch mit Edeltraud Prokop, Leiterin einer Städt. Kinderkrippe in München

Ich denke, Einschalten lohnt sich. 😀

Wer diesen Radiosender nicht empfangen kann, hier geht es zum Livestream: Bayern 2