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Save the Natural Child Project!

Jan Hunt hat einen Aufruf herumgeschickt: Das Natural Child Project steckt in Schwierigkeiten. Sie bittet um Spenden, um die Arbeit fortsetzen zu können.

Mit Fünf Dollar ist man dabei – das sind 3 Euro 90 Cent! Das ist ein Cafe Latte, ein Stück Kuchen, das ist ein Betrag, den man schnell mal auf der Straße für Kaugummis und eine Zeitung ausgibt. Warum also nicht auch für ein weltumspannendes, vielleicht weltveränderndes Projekt? Spenden Sie jetzt!

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Trage-Werbung in NY

Im Whole Foods-Store im Time Warner Center am Columbus Circle in New York.

Ich stehe mit dem schlafenden Kind in der Manduca vor dem Bauch völlig überfordert vor dem Regal mit Babynahrung und suche Reisschleim für meinen kleinen Schonkost-Patienten. Obwohl ich extra im Wörterbuch nach der passenden Vokabel geschaut habe („Rice-Gruel“ meint LEO), haben mich bisher alle Verkäufer nur verwirrt angesehen und mir Instant Oatmeal, eine Art Haferbrei, zu verkaufen versucht. Jetzt stehe ich also hier ganz alleine vor dem großen Regal, in dem alles großartig bio, aber irgendwie nichts Reisschleim ist.

Eine Asiatin kommt hinzu und bietet Hilfe an. Dankbar nehme ich an. Ihr Sohn ist circa neun Monate alt und sitzt im Bugaboo, während wir nun gemeinsam die Regalreihen durchgehen. Aber es ist nichts zu machen. Alles vom Butternuß-Kürbis-Gläschen bis zum Bio-Organic-Rice-Cracker, aber kein Reisschleim. Schließlich geben wir beide auf und ich will gerade weitergehen, als ihr Baby anfängt zu greinen und sie den Kleinen ohne zu Zögern auf den Arm nimmt.
Ich freue mich, lächle und kann mir den Öko-Mama-Kommentar nicht verkneifen:
„Yeah, that’s the best place!“
Sie hingegen schaut schuldbewusst, und erklärt sich sofort:
„Well, I try not to do it too often, I am always scared he might get used to be carried around.“
„But that’s what they’re designed for!“ sage ich, doch sie verzieht nur das Gesicht als wollte sie sagen, jaja, aber der Charakter, der Charakter.

Schade, denke ich, eigentlich nimmt sie ihn instinktiv auf den Arm, glaubt aber gleichzeitig, dass sie damit seiner Erziehung schadet und versucht daher, es „nicht zu oft“ zu tun. Dabei ist es ja das Beste, was sie machen kann. Aber Sätze, die beginnen mit „Es gibt Studien, die belegen…“ sind am Supermarktregal total fehl am Platze. Und wer bin ich denn schon? Eine Fremde im Whole-Foods, mehr nicht.

Aber dann denke ich mir, hey, ich bin doch nicht erst seit gestern (sondern schon seit vorgestern ;)) hier und habe meine Hausaufgaben gemacht. Das heißt: Ich habe bereits einige Blicke in Müttermagazine und Frauenzeitschriften geworfen sowie sämtliche Cover am Newsstand gescannt, und das gibt mir eine Ahnung, worauf es in den USA ankommt. Ich versuche mein Glück:
„And being carried is best for their brains, too“. Jetzt bin ich gespannt. Ist das ein zugkräftiges Argument? Frühförderung ist in den USA wahnsinnig hip und Leistung sehr wichtig.
Und siehe da: Ihr Gesicht hellt sich sofort auf, sie hebt die Augenbrauen, öffnet die Augen, öffnet den Mund und ruft:
„Really? Oh, that’s goood!“ und sie lacht ihren Sohn an und drückt ihn fest an sich, „so carrying is good for him? That’s great! That’s interesting!“
Ich lächle freudig, wir verabschieden uns und sie trägt ihren Kleinen weiter durch den Laden, den Bugaboo mit einer Hand schiebend.

☺ Selbst wenn sie ihn fünf Minuten später wieder hineingesetzt hat, ihr Lächeln und ihr erleichterter, freudiger Blick haben mich so gefreut – she made my day..

Windelfrei in NY

Wir sind in NY!

Columbus CirlceLexington Ave DSC03640

Bilanz bisher: 5 Windeln im Flieger, da Abhalten mit Turbulenzen und Diarrhoe des Kleinen über meine Kräfte ging. Aber dann…wie immer auf Reisen ist der Streik plötzlich vorbei und das „American Standard Elongated“-WC ist wie für Windelfrei-Mütter entworfen! Ich will mich hier nicht über die Details auslassen, aber kann nur empfehlen – wer die Gelegenheit hat, probiere es aus, das ist wirklich bequem.

Im Central Park liegt herrlicher, frischer Schnee, den wir gestern im Sonnenschein genießen durften.

Central ParkSchneeweg NYSchatten der BäumeSchneemann im Central Park

Tragebilanz ist hier übrigens bisher Null, kein einziges Kind in Tragetuch oder Tragehilfe, dafür der offizielle SexInTheCity-Bugaboo-Kinderwagen in jeder Variante.

Boogaboo

Jetzt aber nix wie weiter :)!

Squirrel, fliehend

Born in the USA!

Ein Buch!

Ein Buch soll geboren werden. Rund um Stillen-Tragen-Windelfrei. Und da man zu Hause ja zu nix kommt, werden wir drei Monate in die USA fahren – Mann und Kind an den Strand, meine eine hinter den Computer. Das Blog fährt mit.

Zusätzlich sind wir verabredet mit Meredith Small (Our Babies, Ourselves), Jim McKenna und Laurie Boucke (Topffit!).

Let’s go West.

Alles übers Baby: Babytwist.de

Auf dem Windelfrei-Treffen traf ich Judith Terzi wieder, die mittlerweile eine großartige Website voller Informationen rund um Schlafen, Stillen und Babypflege online gestellt hat: www.babytwist.de.

Babytwist als Gegengewicht zu den vielen gängigen Ratgebern, die auf uns als frischgebackene und arglose Mütter von allen Seiten herniederprasseln: Gutgemeinte Ratschläge von den lieben Bekannten und Verwandten, dumme und verletzende Sprüche von fremden Leuten auf der Straße, ein immer gleichbleibendes Bild von Kindern vermittelnde Bücher und Zeitschriften und die vielen verunsichernden Ermahnungen von sogenannten oder selbsternannten Experten.

Kaum möglich zu sagen, welche Links am spannendesten sind, daher zitiere ich mal, was mich persönlich wirklich umgehauen hat: Der Vergleich von Stillen und Flaschenernährung bei der AFS-Stillen – das ist wie Bio-Essen gegen McDonalds, mir war gar nicht bewußt, dass Flaschennahrung so schlecht an Babies angepasst ist.

Passend zur aktuellen Diskussion verlinkt sie auch die AFS zu Co-Sleeping, ein ausführlicher und lesenswerter Ratgeber.

Heute!

Heute war es soweit: Windelfrei-Party im Milchbart. Wow. Es war einfach toll. So toll, dass ich überhaupt nicht eine Sekunde dazu gekommen bin, Bilder zu machen, um sie hier hochzuladen…daher schreibe ich jetzt einfach, was ich hätte fotografieren wollen:

– das 123-Windelfrei-Logo an der Wand des Milchbart-Cafes, direkt neben der Theke
– der kleine Büchertisch, der bald zusätzlich mit Hirsebrei, von Kindern bemalten Flyern und Croissant-Krümeln übersät war
– im Kreis sitzende Mütter mit in der Mitte um ein Plastiktelefon rangelnden Kindern
– jauchzende Babies auf der Mini-Rutsche
– herumgereichte Splitpants in blau und beige
– mit Schoko-Muffin verschmierte Münder und Kinderhände…

Ich hab einen neuen Flyer entworfen, der als PDF zu haben ist (wenn hier Grafiker oder Texter mitlesen, ich lasse mich sehr, sehr gerne mit guten Tipps überschütten!).

Ergebnis des Treffens: Windelfrei-Treffen sind toll, herzerwärmend, zum Lachen, spannend und sehr lehrreich. Meine Lieblings-Details: Katharina vom Milchbart sagt: „15-20 Mütter? Wir haben aber nicht ausreichend Platz für soviele Kinderwagen…“, aber das ist gar kein Problem, denn es zeigt sich, dass am Ende nur zwei Wagen draußen stehen, weil alle ihre Kinder tragen. Oder Doreen, die plötzlich „Our Babies, Ourselves“ aus der Tasche zieht, der erste Mensch, den ich treffe, er das Buch auch liest! Und wie kam sie drauf? „Das war eine Empfehlung in meiner Amazon-Liste“ – hey, so war es bei mir auch (und es hat mir die Augen für dafür geöffnet, warum es jeder besser weiß). E-Commerce rocks. Oder die zwei Frauen, die nur „ganz kurz!“ vorbeischauen wollten und dann doch ihre Kinder aus den Schneeanzügen pellten, weil sich so spannende Gespräche ergaben.

Am spannendsten fand ich, dass viele Mütter erzählten, dass unsere Großmütter Windelfrei überhaupt nicht spektakulär finden. „Meine Oma hat nur gesagt, klar haben wir das früher auch so gemacht“, so oder ähnlich erzählen es viele Mütter.

Auch großes Interesse gab es an den Mütterteams, zu denen ich morgen noch detaillierter bloggen werde.

Wunderbar, dass ihr alle da wart! Ich werde das vermissen, wenn wir jetzt unterwegs sind!