Alle Beiträge von nicolaschmidt

Montags-Mantra: "Pflüge dein Feld!"

Manche Dinge muss man einfach TUN.

In den USA habe ich mal eine Postkarte gekauft mit dem Text: Du kannst ein Feld nicht pflügen, indem du es im Geiste hin und herwälzt („You cannot plough a field by turning it over in your mind.“).

Manchmal stehen wir vor Aufgaben und grübeln und grübeln und grübeln und wollen es PERFEKT machen – und machen es dann gar nicht.

Ich hab mir zur Regel gemacht: Perfekt ist nicht nötig. Denn: Mit 20 Prozent meiner Arbeit erreiche ich 80 der Effekte. . Die restlichen 20 Prozent zu erreichen, muss ich unverhältnismäßig viel tun! Dahinter steht das Pareto-Prinzip: Mit 20 % des Aufwandes erreichen wir 80% der Effekte (schön erklärt und auch kritisiert hier)

Beispiele:

– Besuch kommt! Schnell aufräumen und Saugen – 80% Effekt. Man kann noch wischen und staubwischen, dann ist es perfekt, aber das sieht doch eh keiner ;).

– 6-Monats-Baby regelmäßig nach Essen und Schlafen abhalten – 80% der Windeln trocken. Jetzt kann man noch versuchen, zwischendrin ständig abzuhalten, um ALLE Windeln trocken zu halten, aber was für ein Aufwand!

Für mich führt 80/20 zu dem Mut, vieles einfach mal zu tun, um dann zu sehen: Hey, es MUSS nicht alles perfekt sein und vielleicht ist das in dem einen oder anderen Fall sogar erstaunlich gut. Also höre ich auf zu grübeln und tue es einfach.

Und so fängt sich auch windelfrei viel einfacher an: einfach mal versuchen. Einfach mal machen. Und dann weitersehen. Es muss nicht perfekt sein. Es muss nicht 100% windelfrei sein. Un-Perfekt ist völlig ausreichend :)!.

Gelernt habe ichs mal wieder von meinem Sohn, der mich vor einiger Zeit rief und sagte:
– Mama, schau mal, eine Ente!
– Eine Ente? Wo?
– Hier!

80 Prozent. Ich war platt. Völlig ausreichend!

ENTE

Rezension: Ben&Bella Learning English

Wir haben der Early Learning Group das Set „Reisen“ aus der Reihe Ben& Bella zum Testen bekommen. Ben&Bella ist ein Englisch-Lernprogramm für Kinder unter sieben Jahren. Es folgt der Immersionsmethode. Kinder lernen eine Fremdsprache dabei ähnlich wie die Muttersprache einfach durch hören, wiederholen, fragen.

Das Set kommt mit einer DVD mit Zeichentrickfilmen, Filmen mit „echten“ Schauspielern und von Kindern getanzten Liedern zum Thema. Außerdem mit einem Vorlesebuch, einem Begleitheft für Eltern und einem Stickerbook.

Ben und Bella Set

Wir haben uns gemäß der Anleitung zuerst mit dem Vorlesebuch beschäftigt, dann einige der DVD-Filme gesehen und anschließend das Stickerbook verwendet.

Ben und Bella gucken

Das Ergebnis gleich vorweg: Meine Kinder können jetzt „suitcase“, „bus“, „airplane“ und einige andere Englische Wörter sagen und verstehen. Die Idee, Kindern eine Sprache ohne Druck und Grammatik-Pauken beizubringen, finde ich nach wie vor sehr schön und artgerecht.

Wenn ich aber mittlerweile Buch heraushole, ruft mein Großer sofort: „Nicht das! Das ist total langweilig!“

Was ist passiert? Wir haben das Set in einer Phase bekommen, in der der Große sehr am Englisch-Lernen interessiert war (und sie dauert im Prinzip auch noch an). Wir haben also abends ein paar Mal das Buch gelesen. Auf Englisch las ich vor und die Kinder zeigten mir auf den Bildern, wo sie die Dinge finden, von denen im Text die Rede ist.

Dabei stellten sich für uns schnell zwei Dinge heraus:

a) die Idee, Vokabeln herauszugreifen und mit Bildern zu unterlegen (unten auf jeder Seite) funktioniert bei meinen Kids sehr gut. Sie verknüpfen Bild und Wort und lernen das Wort schnell.
Ben und Bella

b) eine Story braucht einen Spannungsboden. Die Geschichte von Ben& Bellas Reise jedoch hat keinen solchen – es gibt keine Hindernisse, keine Widersacher, keine Bösewichter. Es wird schlicht und einfach erzählt, wie Ben&Bella mit dem Bus zum Zug fahren und mit dem Zug zum Flughafen und dann losfliegen.

Der Geschichte fehlt es an einer Storyline Der Bus ist nicht verspätet, im Zug verlieren sie nicht ihre Fahrkarte, das Flugzeug ist nicht kaputt – es passiert einfach nichts. Das führt dazu, dass das Interesse meiner Kinder schnell abflaute. Das war schade, denn sonst muss ich jedes Buch mindestens ein Dutzend Mal vorlesen, bevor sie gesättigt sind.

Die Bilder im Buch machen mir zudem den Eindruck, als seien sie aus dem Zeichentrickfilm übernommen. Und das macht sie irgendwie… auch langweiliger. Auf zwei Seiten zwei Bilder zu haben, die sich praktisch nicht unterscheiden, ist für meine Kinder nicht lange spannend.

Ben und BellaBen und Bella

Ich dachte anfangs, dass das Vokabular zu komplex sein könnte, aber dies war definitiv nicht der Fall.

Die Filme sind nett, aber auch hier fehlt ein wenig der Spannungsbogen, die Zeichentrickfilme sind vorwiegend deskriptive Sequenzen. Allein in den Filmen mit echten Schauspielern – von denen einer zufällig ein Freund von mir ist 🙂 – finden sich Hürden, die überwunden werden müssen und Humor, den die Kinder teilen.

Insgesamt hat das alles dazu geführt, dass die Kids am Ende nur noch die Filme sehen wollten und das Buch schon nach 5 Mal Lesen nicht mehr interessant genug war. Viel Spannender fanden sie die Deckelinnenseiten – da sind nämlich Vokabeln und Bilder noch einmal aufgeführt und wir haben uns ein lustiges Suchspiel dazu ausgedacht, das wir dann auch oft gespielt haben.

Ben und Bella Buch

Die Lieder auf der DVD habe ich kurz versucht, mit den Kindern nachzumachen, aber da hat evtl. einfach mein Unterhaltungstalent nicht gereicht, sie waren jedenfalls nicht zu begeistern. Als ich versuchte, beim Stickerbook auch nochmal Englisch einfließen zu lassen, wurde ich schon genervt zurechtgewiesen. Der Zauber war verflogen. Ich fand das sehr schade, da ich den Ansatz und die Idee an sich toll finde und auch die Bücher grundsätzlich prima gemacht sind.

Da wir eher bücherlastig sind, würde ich dennoch kein zweites Set bestellen. Für meine Kinder funktionieren stattdessen besser „echte“ Englische Kinderbücher mit einfachen Vokabeln (z.B. die Maisy-Reihe oder Todd Parrs Bücher), die eine kleine Geschichte erzählen oder Klappen haben, zu denen ich mir eine spannende Geschichte ausdenken kann.

SAMSTAG; Kleidermarkt im Hug and Grow

Shopping! Am Samstag verwandelt sich das Hug and Grow für einen Tag in einen wunderschön sortierten Second-Hand-Laden:

Samstag
11:00 bis 15:00

Unser Frühlings-Secondhandladen für einen Tag. Jede Menge tolle Baby- und Kinderkleidung bis Gr. 140, Umstands- und Stillmode, Spielzeug, Bücher und Zubehör von der Baywindel bis zum Laufrad.

Ab 14 Uhr gibts gleich die Stoffwindelberatung dazu!

Von uns sind auch ein paar Sachen dabei – der Erlös geht ans Artgerecht Projekt!

Happy Shopping!

Frauentag: Neuer Film über natürliche Geburt

Am 8. März ist in Berlin Europa-Premiere von The Face of Birth, ein weiterer Dokumentarfilm mit Interviews und Hintergründen dazu, warum Frauen ein Recht auf eine natürliche, interventionsfreie Geburt haben und dass das in vielen Fällen sicherer ist als eine Krankenhausgeburt.

Im Trailer geht es viel um England und Australien, wo Hausgeburten einen anderen Stellenwert haben als bei uns. Klingt spannend, ein weiterer Schritt nach Birth as we know it und Business of Being Born.

Termin:

8. März in der „Alten Schmiede“ in der Spittastraße 40 in 10317 Berlin-Lichtenberg

Beginn – 19:00 (Einlass – 18:30)
Eintritt frei (Spenden willkommen).

Der Film dauert 87 min. Nach dem Film gibt es „Raum zum Nachsinnen, Ausklingen lassen, gemütlichen Verweilen und sich Austauschen bei Tee und Kerzenschein. Auch werden an diesem Abend Menschen anwesend sein, die rund um die Geburt arbeiten und gerne über ihre Arbeit informieren.“

schreibt Nicky, Danke für den Hinweis!

Wer hingehen will – hinterlasst einen Kommentar, vielleicht bildet sich eine Gruppe :)!

SAMSTAG: 2.3.: Windelfrei Kurs im ZWERG NASE in Berlin

Während Julia und ich die Coach-Ausbildung in Hamburg machen, gibt es noch einen Windelfrei-Kurs in Berlin bei der wunderbaren, zertifizierten Franziska Karagür:

Windelfrei Kurs am 2. März von 11-14 Uhr.
Spielcafé Zwergnase in Prenzlauer Berg (http://www.zwergnase-berlin.de/fenster.htm)

Telefon: (030) 48 62 41 55

Mehr Infos aufm Blog

http://einfach-klein.tumblr.com/

oder direkt anmelden bei

einfachklein@gmx.de

🙂
Nic

Montags-Mantra: "Mach es einfach."

Es regnet. Es ist kalt. Es schneit. Es ist Chaos. – was immer es ist, das uns gerade stresst, oft lassen wir uns davon die gesamte Energie entziehen. Wir haben auf nichts mehr Lust. Wir sind nicht mehr kreativ. Wir denken vielleicht noch: „Ach ja, man könnte bei so einem Wetter mal in die Sauna gehen…mal einen Schneemann bauen… mal mit dem Kakao ins Bett liegen….“ aber wir tun es nicht und dann geht es uns nooooch schlechter.

In solchen Momenten hilft es mir, mir einen inneren Ruck zu geben und zu sagen: „Mach es einfach.“
Du willst mit Kakao ins Bett? Nimm die Kinder mit!
Du willst in die Sauna? Ruf alle Freunde durch und finde jemanden, der mit ins Erlebnisbad geht!
Dir ist kalt? Die Kinder müssen trotzdem raus? Warum nicht mal im Schnee zur Grillstelle im Park gehen und ein Feuer anzünden?
Es regnet? Baut Schiffe! Lasst sie in den Pfützen fahren!!

Die meisten dieser Dinge kosten nicht einen Cent und bringen eine Menge Spass – und vor allem bringen sie uns in Bewegung und dann gehts meist gleich besser.

Wir haben auch solche Situationen, in denen ich leer, ausgelaugt und müde bin und das Wetter (oder die Welt oder das Leben im Allgemeinen) mir einfach „den Rest“ gibt. Es hilft mir, mir einen Ruck zu geben. Mich zu fragen: Was hätte ich jetzt gerne? Und es dann – vielleicht abgewandelt und an das Leben mit zwei Kindern angepasst – auch zu machen.

Wir sind im Urlaub und der Große will einen Legoflughafen. Also haben wir aus Pappschachteln einfach einen gebaut.

Flughafen

(treue Leser erinnern sich an „Basteln statt Youtube„.)

Wir haben seit Tagen Regen und sind nölig. Plötzlich stellen wir fest, dass unsere Strasse abschüssig ist und Schiffe dort hervorragend im Regen fahren können!

Heute war auch so ein Tag: Es ist kalt. Es schneit. Wir frieren. Es ist irgendwie ungemütlich. Warum nicht einfach mal morgens ein Feuer anmachen? Gesagt, getan:

Feuerfrühstück

Es war ein nettes Frühstück zu Dritt auf dem Boden vor dem Feuer, sehr artgerecht, fast so schön wie im Camp

🙂
In diesem Sinne, was immer euch heute fehlt oder gut tun würde – macht es doch einfach mal.

Montags-Mantra: "Es war eine Phase…"

Das häufigste Mantra bei Müttern um mich herum ist wohl „Es ist nur eine Phase…“. Ich habe dieses Mantra erweitert und empfehle zusätzlich regelmäßige Dosen von: „Es war mal eine Phase…!“

„Es war“? Ja, es war.

Denn viele Verhaltensweisen unserer Kinder (Klammern, Dauerstillen, Einnässen, Schüchternheit, Schlafstörungen, Ungeduld…) machen uns auch deshalb große Sorgen, weil wir fürchten, das könnte jetzt für immer so bleiben.

Wenn der Vierjährige jedes Kind nach fünf Minuten mit seinem Lego-Auto schlägt, was lässt das für seine Zukunft befürchten? Wenn die Fünfjährige immer noch niemandem die Hand geben will und sich hinter Mama vor Fremden versteckt, hört das je auf?

Die Antwort ist: Ja, es hört auf. Es hört oft nicht von alleine auf, aber es hört auf, wenn wir uns darum kümmern. Und mit ausreichend Zuwendung, achtsamem Verhalten und richtiger Reaktion ist so ziemlich allem beizukommen, das sieht man immer wieder.

Wenn eine Mutter mir daher erzählt, dass ihr Kind mit HIER ALTER EINSETZEN leider und schrecklicherweise immer noch HIER VERHALTEN EINSETZEN und dass sie sich nicht mehr ein noch aus weiß, kaum noch schläft und große Sorgen macht, dann empfehle ich einen kurzen

Perspektivwechsel:

Stelle Dir vor, wie du in ein paar Jahren jemandem erzählst: „Jaja, als er/ sie zwei/drei/vier/fünf war, da dachten wir, das geht nie vorbei mit dem XXXX, aber natürlich ging es vorbei, wir brauchten vor allem Geduld!“

Lasst mich nochmal deutlich machen: Ich glaube NICHT, dass alle Probleme mit der Zeit von selbst verschwinden. Mitnichten! Wir müssen sie wahrnehmen, wir müssen uns kümmern, wir müssen uns schlau machen, wie müssen gegebenfalls handeln.

Aber wir müssen mitnichten gleich in Panik ausbrechen, wenn wir den Knopf nicht sofort finden oder wenn uns klar wird, dass wir Fehler gemacht haben. Wir machen alle Fehler. Und wir können sie auch wieder korrigieren.

Es gibt kaum etwas, das liebende, kluge, informierte Eltern nicht auch wieder ausbügeln könnten. Ich erlebe eher, dass Eltern viel zu schnell denken, dass sie jetzt „fürs Leben“ was „verbockt“ haben und ihr Kind da nie wieder rauswächst, wenn sie mal einen Fehler gemacht haben. Aber so ist es nicht. Irgendwann werdet ihr sagen:

„Jaja, es war mal diese Phase, da hatten wir dieses Problem und wir haben echt lange gebracht, um herauszufinden, wie wir damit richtig umgehen und als wir es wussten, brauchten wir nochmal ziemlich lange Geduld, bis es wieder gut war, aber jetzt ist es schon lange vorbei und fast vergessen….“

in diesem Sinne allen einen schönen Wochenanfang!