Alle Beiträge von christinabaris

Entspannt bleiben!

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Das sind Schnocels Antworten:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Ich bin durch eine Freundin dazu gekommen.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
6 Wochen

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
8-10

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
3-5

Nutzt Du auch andere Backups?
nein

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
In den ersten 2 Wochen, sonst nicht.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Nach dem Aufwachen und zwischen durch, wenn ich merke sie muss oder ich das im Gefühl habe.

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufwachen hat es am besten geklappt und nun merke ich deutlich, wenn sie groß muss.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Ich reagiere immer sofort darauf. Aber sie kann auch kurz aushalten, aber mehr als 2 Minuten glaube ich kaum.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Wir hatten ein Asiatöpfchen und nun setze ich mich auf die Toilette und halte sie vor mich.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein:
Etwas weniger wie beim Wickeln, da ich nicht extra wickeln und sauberwischen muss.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Sie war etwas ausgeglichener.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Entspannt bleiben, auch wenn es nicht klappt.

Herzlichen Dank!

!Kung-Frauen und Schwangerschaft – DEUTSCH

So verläuft für die !Kung-Frauen eine Schwangerschaft

… nun reiche ich hier die deutsche Übersetzung nach……

Auszüge aus dem Kapitel 8 „Das erste Kind“:

Die Kung wissen, dass es durch sexuellen Verkehr zur Schwangerschaft kommt, und sie sehen in der Menstruation ein Zeichen, dass keine Empfängnis stattgefunden hat. Sie glauben jedoch, dass es am Ende der Menstrualblutung zur Empfängnis kommt, wenn das Sperma sich mit dem letzten Blut mischt. Von der Dauer der Schwangerschaft haben sie eine etwas genauere Vorstellung: Ein Ehemann, der zum Zeitpunkt der Empfängnis längere Zeit abwesend war, wird vermutlich von seiner Frau Rechenschaft über den Vater des Kindes verlangen.
Kungfrauen berechnen ihre Periode nach den Mondphasen. Wenn der Mondzyklus vorüber geht, ohne dass die erwartete Menstruation einsetzt, rechnen sie mit einer Schwangerschaft. Wenn dazu noch andere Symptome kommen – dunkler Brustwarzenvorhof, unerklärliche Abneigung gegen bestimmtes Essen, wiederholte Übelkeit und Erbrechen, Heißhunger nach Fleisch und ungewöhnliche Empfindlichkeit -, fühlt sich die Frau ihrer Annahme bestärkt, und nach dem zweiten oder dritten Mondzyklus wird die Vermutung zur Gewissheit. Eine Frau spricht nicht offen über ihre Schwangerschaft, bis ein weiterer Mondzyklus vorüber ist, selbst wenn andere schon etwas bemerken. Vielleicht tut sie das, um die geforderte Bescheidenheit angesichts dieses beneidenswerten Ereignisses unter Beweis zu stellen. Das Schweigen bietet der Frau auch einen gewissen psychologischen Schutz im Fall einer überraschenden Fehlgeburt, zu der es wahrscheinlicher in den ersten Monaten der Schwangerschaft kommen kann. […]

Sobald die Schwangerschaft in der Gruppe bekannt wird, bieten die anderen Hilfe an – in dem sie ein älteres Kind tragen, Nahrung beschaffen oder die Frau bei ihren Haushaltspflichten unterstützen. Aber eine Schwangere gilt nicht als schutzbedürftig, und man erwartet nicht, dass sie ihre täglichen Pflichten vernachlässigt. Sie geht weiterhin die üblichen Strecken beim Sammeln, und sie kehrt mit den üblichen Mengen ins Dorf zurück. Wenn sie sich nicht wohl fühlt,  ruht sie sich aus, bis es ihr besser geht. Aber viele Frauen halten ihre normale Arbeitsroutine bis zum Tag der Geburt aufrecht. Man nimmt die Schwangerschaft als etwas Gegebenes hin. Sie ist „eine Arbeit der Frau“.
Aber die Gefühlswallungen gefährden den Gleichmut, den die Frauen während der Schwangerschaft aufrechterhalten wollen. Viele Kungfrauen erleben während der Schwangerschaft extreme Gefühlsschwankungen. Diese Launenhaftigkeit gilt als normal. Man akzeptiert und toleriert sie, aber sie wird nicht unterstützt. […]

Die meisten Kung lieben Kinder, und es ist ihr Ideal, viele zu haben. Aber die Kungfrauen kennen den körperlichen Preis einer Schwangerschaft nur zu gut und ebenso die Arbeit und die Verantwortung, die Kinder bedeuten. […]

Eine Kungfrau hat durschnittlich vier oder fünf Lebendgeburten.

[Nisa erzählt – Das Leben einer Nomadenfrau in Afrika. Shostak M.  Rowohlt Taschenbuch Verlag Neuausgabe 2001; Seite 164-167]

Hausgeburt – ein Lesetipp für Geschwisterkinder

Mein Tochterkind hibbelt schon fast mehr als ich der Geburt des Bauchkindes entgegen. Was für sie schon ganz fest steht – ich will da eher spontan schauen – sie will dabei sein! Also wie bereitet man große Geschwisterkinder auf eine Geburt vor?!

Im Herbst hatte ich Tochterkinds Bücherschrank schon mit Lilli wird Baby-Expertin und Das große Storchenmalbuch mit Hebamme Maja aufgefüllt. Doch so ganz das Richtige waren beide Bücher noch nicht.

Lange bin ich drumherum „geschlichen“ und habe es uns jetzt doch noch bestellt…

Runas Geburt: Meine Schwester kommt zur Welt

Dieses Buch erzählt aus der Kinderperspektive über die Geburt des Gechwisterchens Zuhause.

Klappentext:
Mama bekommt ein Baby. Die vierjährige Lisa erlebt den Tag der Geburt ihrer Schwester als einen ganz besonderen.
Ihre Mutter geht nicht ins Krankenhaus, um das Baby auf die Welt zu bringen, sondern sie bleibt zu Hause. Gemeinsam mit Mama, Papa, der Hebamme Karin, ihrer Tante Lore und ihrem Freund Fabio erlebt Lisa einen schönen Frühlingstag, und ist sogar dabei, als das Baby endlich aus Mamas Bauch herauskommt.
Kinder die nicht dabei sein können, wenn Bruder oder Schwester geboren werden, erleben hier eine Bilderbuch- Geburt mit.

Aus meiner Sicht ist das Buch genau das, was ich in etwa gesucht hatte.

Hier darf ein Kind die Geburt seines Geschwisterchen miterleben und Mäuschen in Begleitung einer vertrauten Person spielen, um gleich danach aktiv in das neue Familienglück einbezogen zu werden. Das Buch beschreibt den gesamten Ablauf einer Geburt – vom ersten Ziehen im Bauch bis zur Abnabelung des Babys. So könnte ich es mir in wenigen Wochen auch vorstellen.

Mein Tochterkind fand das Buch „toll“, aber mit einer kleinen Anmerkung: „Wie spielt die Lisa jetzt mit ihrem Freund Geburt?“ Denn mit dem Satz, dass die Lisa die Geburt nachzuspielen plant, endet leider das Buch zu früh für sie. Sie hätte gerne mehr darüber erfahren. Das Bild auf dem Buchdeckel reichte ihr dafür nicht aus.

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Hier ist neben „unserem Buch“ noch ein Rezensionsexemplar für den Blog angekommen. Dieses möchte ich sehr gerne an Euch Blog-LeserInnen verschenken… Hausgeburt – ein Lesetipp für Geschwisterkinder weiterlesen

Die Winter-Windel(-Schlitz-)hose

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

Ganz begeistert war ich von Jasmins eMail: Sie hat uns ein Foto zum ausgefüllten Fragebogen mitgesendet. Lest und seht selbst!

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
In der Schwangerschaft habe ich per Zufall ein Buch in der Stadtbibliothek entdeckt: „Es geht auch ohne Windeln.“ Ich habe es zum Teil gelesen und dachte ja gut viel Esoterisches, aber auch interessant. Als unser Kind auf die Welt kam, habe ich erstmal keinen Gedanken an diese „total anstrengende“ Methode verwendet. Erst als zwei Wochen später eine gute Freundin ihren Sohn auf die Welt brachte, die von ihrer Hebamme zu Windelfrei sehr motiviert worden war, wollte ich es auch versuchen. Mit eigenen Augen durfte ich sehen, dass es tatsächlich funktioniert und so schön sein kann. Wenn ich kein Beispiel gehabt hätte, und niemanden zum Austauschen, wäre es sehr schwer gewesen, sich ständig an anderen Orten, in der Familie oder in der Stadt durchzusetzen und einfach mein Baby an den „unmöglichsten“ Orten, beim Sitzen im Café oder Restaurant über mein Asia Töpfchen zu halten. Durch die geschickte Kleidung haben viele Passanten oder Gäste gar nichts bemerkt. Den Asia Topf hatte ich immer seitlich mit einem Gummi an meiner Gürtelhosenschlaufe befestigt. Ein Freund hat mir in den runden Rand ein Loch in den Plastiktopf gebohrt, um den Gummi zu befestigen. Mein Mann war voll auf meiner Seite und hat unsere Kleine auch sehr oft abgehalten. Wenn wir gemeinsam unterwegs waren, gab es oft die Arbeitsteilung: ich stille, er hält ab und bringt das Töpfchen weg.
Anfangs habe ich mir oft Gedanken gemacht, ob ich jetzt hier in dieser Situation mein Kind abhalten kann. Aber klar, ich kann! Nur weil es grade nicht schick ist, ist es nicht vornehmer in großer Runde, oder im guten Restaurant in die Hose zu kacken. Natürlich kam es auch zu Pippipfützen in Boutiquen und Geschäften, aber oft haben die Verkäufer nett reagiert, oder irgendeinen Hund verdächtigt. Aufwischen, fertig.
Am schwierigsten fand ich anfangs das Gesellschaftsproblem. Die Meinungen und Blicke von manchen einzustecken, die einen immer wieder verunsichern. Meine Kinderärztin reagierte sehr empört über Windelfrei und meinte, das Kind sei doch wie ein Computer, die ganzen Kabel seien noch gar nicht angeschlossen, das merkt doch gar nix und es kann doch gar nicht funktionieren.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
1 Monat

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
4-5 Windeln

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
keine

Nutzt Du auch andere Backups?
nein

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
nein

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Nach dem Aufwachen. Inzwischen ist sie 28 Monate alt und sagt immer Bescheid.

Wann klappt es am besten?
Wenn sie gesund und ausgeschlafen ist.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Lange, oft können wir noch eine öffentliche Toilette aufsuchen, in der Kita muß sie immer in den 1. Stock hochlaufen.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Hoppop

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Ich denke, viel weniger Arbeit.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Wir haben sie von Anfang an mehr als eigene Person mit eignen Bedürfnissen und Willen wahrgenommen. Kein Objekt, dass nichts kann.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Windelhosen aus Schurwolle für den Anfang im Winter: im Schritt aufschneiden und Druckknöpfe anbringen. Einlage: eine Mullwindel gefaltet. Darüber nur Schlitzhosen.

Winter-Schlitzhose

Jasmin erwartet Anfang Januar ihr zweites Windelfrei-Mädchen. Diesmal möchte sie bereits nach zwei Wochen WWW mit Mullwindeln und Abhalten beginnen. Für den Anfang haben sie den Asia Topf. Sie freut sich schon riesig und ist gespannt, wie es läuft.

Vielen lieben Dank für den Einblick in Euer Windelfrei-Leben! Alles Gute für die Geburt! Oder vielleicht kuschelt Ihr schon zu viert?

Artgerecht Schwanger – wie geht das? – Ein Lesetipp

… von Herbert Renz-Polster.

Nic hat für uns den Autor von „Kinder verstehen“ gefragt, ob er eine Antwort auf „Artgerecht Schwanger – wie geht das?“ weiß. Und das war seine Antwort:

Es gibt viel mehr über die Geburt als über Schwangerschaft, vielleicht auch deshalb, weil die Dimension des subjektiven Erlebens ohne schriftliche Überlieferung nicht wirklich weiterzugeben ist. Wulf Schievenhöfel hat einiges über Schwangerschaft, Geburten und Wochenbett im Kulturvergleich zusammengetragen, aber dadurch sind die wenigsten der Fragen zu beantworten, zumal es sicherlich je nach Lebensbedingungen auch unterschiedliche Schwangerschaftsbedingungen gab (so wie das Leben in Jäger-Sammler-Gruppen auf sehr unterschiedliche Weise angegangen wurde, so dürfte das auch mit der Schwangerschaft gewesen sein).
Interessant ist da vielleicht „Nisa – The life and words of a Kung woman„, von Marjorie Shostak. Denn diese von einer Humanethologin niedergeschriebenen Tonbandaufnahmen einer „steinzeitlich“ lebenden Sammlerin sind vielleicht das zugänglichste Dokument des „inneren Erlebens“ einer Sammlerin überhaupt, zumal von Frau Shostak gut mit den über die Kung bekannten Informationen abgerundet. Das wäre also Kapitel 8 in dem Buch – gibt es antiquarisch für wenige Euro. Wenn man reinkommt (wegen mancher uns fremden Themen, wie etwa das Zurücklassen von Babys nach der Geburt, nicht ganz einfach), ist es echt toll zu lesen! Was sie über die Schwangerschaft schreibt, passt gut zur Kinder- und Lebensfreudigkeit insgesamt die einem da entgegenkommt: Schwangere werden geachtet, aber auch nicht auf einen anderen Stern gehoben – dazu war schwanger sein einfach zu „normal“. Also: einfach mal reinlesen…!

Ein Windelfrei-Erfahrungsbericht aus Berlin

Heute wieder die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie

A. stand uns Frage und Antwort zu ihren Erfahrungen:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Durch Freunde und das Continuum-Concept-Forum.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Fast einen Monat etwa.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Viele. Ich habe Stoffwindeln verwendet und recht bald, wenn sie nass waren, gewechselt.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
Schwierig… Windelfrei klappt bei uns gerade gar nicht. Sie ist 11 Monate alt und möchte nicht abgehalten werden und auch selten aufs Klo oder Töpfchen. Sie beugt sich immer durch. Je nach dem wie wir unterwegs sind, setzen wir Stoffwindeln oder WWW ein. Stoffwindeln sind etwa 8 am Tag. WWW weniger.

Nutzt Du auch andere Backups?
Meist Wollüberhose und Einlagen.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Ja, aber nicht oft.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
Nach dem Aufwachen, andere und zwischendurch.

Wann klappt es am besten?
Zur Zeit gar nicht oder kaum beziehungsweise nur wenn große Ablenkung da ist oder sie frisch ausgeschlafen ist.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Zeichen empfange ich gerade keine. Abbhalten keine 3 min am Tag. Wir waren mal mit etwa 5 Monaten einige Wochen fast ohne Windeln, da habe ich tagsüber alle 20-60 min abgehalten und 3 mal in der Nacht.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Als erstes einen ehemaligen Plastikbecher, den man zum Sahnesteifschlagen verwendet. Dann auch Toilette mit vor das Kind knien und es selber auf die Klobrille setzen oder klassisch unterwegs irgendwohin abhalten.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Genauso viel Arbeit wie beim Wickeln: durch das ständige An- und Ausziehen und ein Baby, das sich fast nie auf den Rücken legen lässt, seit es mobiler ist.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Ja. beim ersten habe ich noch kein Windelfrei gemacht und mit dem zweiten fühle ich mich teilweise verbundener, weil ich viel besser erfassen kann, was es braucht.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Ich bin unsicher, ob Windelfrei (da wir schon seit drei Monaten wenig Erfolg haben) wirklich sinnvoller ist… Es hat Vorteile, aber auch Nachteile. Ich würde es wieder versuchen, aber ich empfinde es als keine Erleichterung zur Zeit. Ich habe aber die Hoffnung, dass es besser wird. Und ich bin mir sicher, dass ich es besser hinbekommen würde, wenn ich nicht selber so weit am Limit meiner Kräfte wäre. Aber nach 10 – fast 11 – Monaten Stillen, Tragen und noch einem Kind ist das so.

Ein großes Dankeschön für Deinen offenen und ehrlichen Bericht! Ich bin mir sicher, Deine Mühe ist und war nicht umsonst.

Wer von den anderen Blog-LeserInnen kennt noch diese schwierige Phase, wenn es auf den ersten Geburtstag zu geht?

Artgerechte Geburt – wie geht das?

Auf die Frage „Artgerecht Schwanger – wie geht das?“ habe ich noch keine Antwort gefunden. Auf der Suche danach bin ich auf einen interessanten Artikel gestoßen:

Wie vor 30.000 Jahren

Geburtsrituale bei Naturvölkern

Den Weg zurück zur „natürlichen Geburt“ bahnten Beobachtungen bei den Naturvölkern.

Kennt Ihr vielleicht informative Links oder Bücher zum Thema Artgerechte Schwangerschaft / Geburt?

Omas Erfahrungen

Donnerstagsserie – Irgendwo zwischen Windelfrei und Wegwerfwindel

Das letzte Adventswochenende habe ich mit meiner kleinen Familie bei meinen Großeltern verbracht. Nebenbei habe ich von meinem Vorhaben, mein Bauchkind ab Geburt abzuhalten, erzählt.

Wie meine Oma so ist, hält sie nicht mit ihren Erfahrungen und Meinungen hinter dem Berg…

Sie selbst hatte all ihre vier Kinder (in den 60er Jahren) schnell trocken. Besonders ihre drei Januarkinder. Ab Mai – Juni trugen diese nur noch Schlüpferchen. Ihr Spätsommerkind brauchte länger, weil das Abhalten im Herbst und Winter aufgrund der Kleidung und der Witterung draußen nicht so einfach ist.
„Rückfälle“ gab es eigentlich nur bei Krankheit und dann dauerte es manchmal bis zu vier Wochen, bis es keine Unfälle mehr gab. Meine Oma hatte damals weder Waschmaschine noch Schleuder. Es war sehr mühselig. Das Windelnwaschen brachte sie öfters an das Ende ihrer Kräfte.
Generell war es ein normales Bild, wenn man sein Baby mal schnell unterwegs am Rinnstein abgehalten hat.

Omas Empfehlung für mich: Das Abhalten erst nach 6 Wochen beginnen, früher ist es für so ein Babyrücken nicht gesund. (Oma!!! ) Dafür soll ich aber in der ersten Zeit das Baby viel nackig unten herum auf einem Handtuch frei strampeln lassen.

Jetzt bin ich neugierig: Was empfehlen Eure Omas?

Der Spiegeltrick

Heute gibt es den zweiten Windelfrei-Erfahrungsbericht einer Blog-Leserin:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Als ich in der Schwangerschaft mit der ersten Tochter irgendwann zum Thema Wegwerfwindeln oder Stoffwindeln im Internet recherchiert habe, habe ich in irgendeinem Forum die Frage gelesen, ob denn jemand schon mal was von Windelfrei gehört hat und das macht. Da bin ich neugierig geworden und habe ganz viel dazu gesurft und gelesen – und mir war klar, dass genau dies unser Weg sein würde, weil eben viel mehr dahinter steckt als nur Windeln sparen. Eben die ganze natürliche Säuglingspflege, Artgerecht und überhaupt die ganze Einstellung und Wahrnehmung des Kindes. Ich habe daraufhin von Anfang an auch die Kleidung dementsprechend ausgesucht, also z.B. keine Strampler und für nachts nur Nachthemden und so weiter.

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Mit der einen Tochter (2 Jahre und 2 Monate alt) habe ich nach 3 Wochen begonnen, nachdem wir aus dem Krankenhaus kamen. Mit der anderen Tochter (5 Monate alt) habe ich gleich nach Geburt angefangen.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
Bei der Großen waren es ca. 8 Wegwerfwindeln.

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit?
Die Große ist schon seit einer Weile trocken. Die Kleine hat nur Stoffwindeln an. Wenn sie einmal reingemacht hat, bekommt sie eine neue Einlage. Manchmal ist sie auch unten ohne Windel und darf auf ein Molton pieseln, wenn ich es nicht mitbekomme oder sie es nicht sagt, dass sie muss.

Nutzt Du auch andere Backups?

Wie oben gesagt, nutze ich nur Stoffwindeln, habe ich bei der Großen nach der Klinik auch gemacht. Bei der Kleinen bin ich schon „mutiger“ und ziehe ihr daheim neben „unten ohne“ recht oft nur eine Unterhose und Hose an, vor allem wenn ich sie in der Manduca habe. Einfach damit sie auch den Unterschied zur Windel spürt.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Bei der Großen nie. Die Kleine ist sehr empfindlich mit dem, was ich esse wegen dem Stillen. Da ist sie ab und an mal rot, außerdem hat sie ab und zu Durchfall, da wird sie auch rot. Aber das hat dann mit der Ausscheidung selber zu tun und nichts mit der Windel bzw. nicht-Windel.

Welche Standardsituationen probierst Du aus?

nach dem Aufwachen ja
beim Stillen ja
nach dem Stillen ja → mit dem Abhalten ist das Stillen bei der Kleinen normal beendet, sie trinkt nur ganz kurz, bei der Großen ging es dann immer weiter
nach dem Spielen ja
andere: Zwischendrin, wenn sie es sagt, dass sie muss – zum Beispiel in der Manduca, da sagt sie es sehr vehement oder wenn sie auf einer Decke liegt, meckert sie auch meistens. Oder wenn ich das Gefühl habe, dass sie mal „müssen könnte“.

Wann klappt es am besten?
Nach dem Aufwachen, beim / nach dem Stillen, unterwegs.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Nach dem Aufwachen muss es schon recht flott gehen, ansonsten kann ich sie mit „Moment“ auch 5-10 Minuten hinhalten, vor allem unterwegs klappt das super. Da ist der Begriff „elimination communication“ genau der Richtige. Wenn sie merkt, dass ich es kapiert habe und mit ihr rede, kann sie gut anhalten. Daheim muss ich allerdings recht bald reagieren.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Für die Kleine habe ich ein Asia-Töpfchen, die Große auch ewig darein gemacht, vielleicht bis sie laufen konnte, seither hat sie ein normales Töpfchen, wo man den Innentopf rausnehmen kann zum Ausleeren. Dieses nehmen wir immer mit ins Bett für nachts, damit ich nicht aufstehen muss.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Auf jeden Fall mehr Arbeit, man muss immer präsent und wach sein – aber es lohnt sich, und die Kinder und ihre Bedürfnisse sind es wert!

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seid ihr Windelfrei macht und was?
Da ich es ja quasi von Anfang an mache, bei beiden, habe ich keinen Vorher-Nachher-Vergleich. Aber ich bin mir sicher, dass ich sehr genau mitbekomme, was mein Kind für ein Bedürfnis hat. Man ist einfach näher dran am Kind.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Ich nehm das Asia-Töpfchen überall mit hin, da hat sie überall die gleiche vertraute Situation zum Pieseln, falls sie nicht abgehalten werden will. Wenn es kalt ist, decke ich sie draußen, während ich sie zwischen meinen Beinen auf dem Töpfchen habe, mit meiner Jacke zu, dann hat sie schön warm. Ein anderer Tipp ist ein kleiner Spiegel am Waschbecken direkt in Wasserhahn-Höhe, damit sich das Baby sieht. Das kommt richtig gut an, das Baby hat Spaß, entspannt sich – und pieselt, auch wenn es grad bissl schwieriger ist oder vielleicht sogar eine Streikphase dran ist.

Großes Dankeschön, liebe Steffi!

Wer mag auch gerne seine Windelfrei-Erfahrung mit uns teilen? Dann bitte hier entlang: Interviewfragebogen – Windelfrei-Erfahrungsbericht