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In jeder Phase offen sein für sein Kind!

Die Windelfrei-Erfahrungsberichte-Serie…

Uta konnte sich Windelfrei erst gar nicht vorstellen und praktiziert es mittlerweile schon zum zweiten Mal:

Wie bist Du zu Windelfrei gekommen?
Ich habe schon vor ca. 6 Jahren bei einer Freundin mitbekommen, dass sie es macht; konnte es mir aber nicht vorstellen. Dann haben wir bei unserem Sohn (geboren November 2011) beobachtet, dass er immer dann sein Geschäft erledigt, wenn die Windel ab ist – also haben wir ihn abgehalten. Einfach, um Wäsche zu sparen!

Wie alt war dein Kind, als Du mit Windelfrei angefangen hast?
Da war er ca. 6 Wochen alt. Unsere Tochter, geboren Ende August 2013, haben wir schon mit wenigen Tagen abgehalten.

Wie viele Windeln hast Du vorher pro Tag verbraucht (Durchschnitt)?
viele

Wie viele Windeln verbrauchst Du derzeit und wie alt ist Dein Kind mittlerweile?
genauso viele; aber sie sind meist nur vollgepullert (1 Monat alt).

Nutzt Du auch andere Backups?
Beim Großen mittlerweile „brightbots“; Stoffies haben wir probiert (aio), waren aber nicht so glücklich.

Hattet/habt ihr Probleme mit Wundsein?
Bei der Kleinen etwas; der Große hatte und hat noch keinen roten Po

Welche Standardsituationen probierst Du aus?
nach dem Aufwachen – ja
beim Stillen – nein
nach dem Stillen – ja

Wann klappt es am besten?
Der Große braucht seine Windeln nur im Kindergarten wirklich; schön waren früher die „Männerausflüge“ ins Bad am Morgen. Mittlerweile setzt er sich aufs Töpfchen, dann braucht er mindestens 3 Bücher und läßt sich nicht drängeln!
Abhalten im Freien fand ich früher klasse; aus der Manduca raus war es auch immer ein Erfolg. Bei der Kleinen klappt Abhalten, wenn sie unruhig wird beim Stillen oder danach.

Wie viele Minuten (circa) hast du Zeit, um dein Kind abzuhalten (wenn es z.B. gerade aufgewacht ist oder wenn es Zeichen gibt)?
Der Große kann warten; bei der Kleenen landet es sonst halt in der Windel.

Was benutzt ihr als Töpfchen, wenn ihr eines benutzt?
Für den Großen das normale Töpfchen aus dem Supermarkt. Für die Kleine das Waschbecken.

Wie schätzt Du die Arbeitsbelastung ein?
Wir machen uns nicht mehr Arbeit; freuen uns, wenn was im Becken landet, und bleiben entspannt, wenn nicht.

Hat sich in deiner Kindes-Wahrnehmung etwas verändert, seit ihr Windelfrei macht und was?
Man freut sich halt, wenn man Signale richtig gedeutet hat. Man lernt, dass Babies nicht einfach so meckern, und sucht immer einen Grund fürs Unwohlsein.

Hast Du einen heißen Tipp für Windelfrei-Mütter in der gleichen Situation?
Der Spruch, dass alles nur eine Phase ist, stimmt. Wir haben alles mögliche erlebt: fast komplett windelfreie bis zur totalen Abhalteverweigerung. Man muss halt in jeder Phase offen sein fürs Kind und das Verhalten anpassen.
Beim Kindergarten hätten wir uns mehr Offenheit gewünscht, leider endete die schöne windelfreie Zeit dann abrupt. Mittlerweile geht er dort aber ganz alleine aufs Klo; da sind Gleichaltrige zum Großteil noch weit von entfernt. Es lohnt sich in jedem Fall!

Vielen lieben Dank!

Ich mach dann mal Karriere…

… mit 50 Jahren.

Vor Kurzem gab Familienministerin Kristina Schröder kleinlaut zu, dass sie es bereut 3 Monate nach Geburt ihrer Tochter wieder zurück an ihren Arbeitsplatz gekehrt zu sein.

Gestern las ich online das Interview mit einer Managerin bei TAZ online: Managerin über Frauen und Karriere – „Machen wir uns nichts vor“

Der Pressegrundtenor ist also derzeit: Karriere und Familie – an einer Stelle muss man(n)/frau wohl Abstriche machen.

Aber auch: stürzt man sich in die Arbeit ist man eine Rabenmutter, legt man den Schwerpunkt auf Familie ist man eine gluckende Hausfrau.

Meine Erfahrungen aus diversen Gesprächen bei Treffen und mit Freundinnen ist, FRAU will für ihre Kinder da sein, aber sich auch selbstwirksam und wertgeschätzt fühlen. Nebenbei muss meistens noch die Haushaltskasse im Auge behalten werden. Die jeweilige Traumvariante ist oft nicht möglich.

Das ist bei mir nicht anders. Der Druck vom persönlichen Umfeld ist hin und wieder gefühlt hoch: „Wann fängst Du endlich mit Arbeiten an?“ „Wie lange willst Du noch weiter auf Studentenniveau leben?!“ „Du willst in Teilzeit arbeiten? Wir haben es auch mit Kindern in Vollzeitarbeit geschafft“ „Was?! Facharzt ist erst in 10 Jahren Dein Ziel?“ *bla-blub-bla*

Karriere und Familie

Also wie schafft man den Balanceakt oder auch Spagat zwischen Familie und Karriere?

Wie managt Ihr Familie und Arbeitswelt? Habt Ihr einen Masterplan?
… oder verlegt Ihr den Karrierestart gleich bei einem positiven Schwangerschaftstest nach den 50. Geburtstag?!

EDIT: Hier kommt noch eine kleine Definition, was ich unter Karriere verstehe. Für mich bedeutet Karriere selbstbestimmt einen erfüllenden Job nachzugehen, der hoffentlich angemessen bezahlt wird.

Lies auch hier: Badinter: „Der Konflikt“ – Karriere und AP als Widerspruch

Morgen: Deutschlandpremiere des Filmes ALPHABET in Berlin

Morgen abend kann man Erwin Wagenhofer – Regisseur von We feed the World und Let’s make Money – und Gerald Hüther zur Deutschlandpremiere des Filmes ALPHABET im Kino International um 20 Uhr antreffen.

Dieser Film ist eine gesellschaftskritische Dokumentation über die Lern- und Beziehungskultur in unserer zivilisierten Welt.

Ich werde ihn mir auf jeden Fall anschauen.

Windelfrei auf französisch

Wem die französische Sprache liegt, der interessiert sich vielleicht für diesen Artikel:

La fin des couches [Das Ende der Windeln]

Connaissez-vous l’hygiène naturelle infantile ou «elimination-communication»? Derrière ces mots se cache une notion plus simple: sans couches, les enfants deviennent propres plus vite. Même si cela veut dire ramasser un peu de pipi et de caca. …

[Kennen Sie die natürliche Säuglingspflege oder Ausscheidungskommunikation? Hinter diesen Worten liegt ein einfaches Konzept: ohne Windeln werden Kinder schneller sauber. Selbst wenn es bedeutet, ein wenig Pipi und Kaka aufzusammeln. …]

Eine gute Alternative zum Breigläschen

Ich weiß, die beste Alternative zum Breigläschen ist immer noch das Zubereiten der frischen Zutaten in der eigenen Küche. Doch habe ich nicht jeden Tag dazu Zeit und ehrlich gesagt auch nicht die Lust zum Kochen. 

Ich persönlich bin von Breikost im Glas  – insbesondere Gemüsebreie und ganzen pürierten Gerichten – nicht sehr angetan. Zum einen schmeckte es mir nicht und zum anderen haben wir beim Tochterkind oft viel weggeworfen, weil sie nur kleine Breiportionchen aß.

Im Juli las ich bei trainyabrain zum ersten Mal von einer Tiefkühlkost für Babys:

Babyviduals

Es sprach mich sofort an. Denn wenn ich die Wahl zwischen Essen in der Konserve oder aus der Tiefkühlabteilung habe, so entscheide ich mich immer aufgrund der Herstellungsverfahren und des Geschmackes für letzteres.

So bestellte ich uns Anfang September ein Probierset und hier kommt unser Testbericht:

Es gibt die Vidos, kleine portionierbare „Breikleckse“ und die Vidulis, die vorgegarten Gemüsestückchen. Alles ist ohne Zusätze wie Gewürze und sonstiges erhältlich.

Die Zubereitung einer Breimahlzeit geht richtig flott: Vidos und/oder Vidulis auswählen und kombinieren, Erwärmen im Wasserbad, im Topf auf dem Herd oder in der Mikrowelle. Innerhalb von 3 Minuten habe ich meistens Babysohns Essen fertig. Auch kombiniere ich gerne Selbstgekochtes mit Vidulis; z.B. Stampfkartoffeln heiß vom Herd und dann ein paar Möhrchen, Brokkoli und Erbsen noch gefroren untergemengt, ein, zwei Minuten stehengelassen und fertig ist sein Mittagessen.

Babysohn isst es sehr gern.
… und es schmeckt mir auch, so dass Breireste von mir vertilgt werden und nicht im Müll landen.

Mittlerweile haben wir eine kleine Auswahl daheim.

Babyviduals

Klar ist, die tiefgekühlte Babykost ist auf die Grammmenge gesehen teurer. Doch ist es mir wert, wenn ich dafür hochwertige Produkte erhalte.

Das war eine Mischung aus Kürbisbrei, Möhrchen und Erbsen mit einem halben Teelöffel Rapsöl angereichert.

Was mir an Babyviduals nicht schmeckt, das ist der mitgegebene Ernährungsplan. Dieser sieht vor, dass Muttermilch beziehungsweise Ersatzmilch Stück für Stück aus der Tabelle verschwindet. Auch finde ich den Fahrplan wie bei allen Säuglingsnahrungsproduzenten sehr star und fernab der Realität (auch wenn Eltern sich sehr gerne an handfeste Zahlen und Vorgaben im Babychaos orientieren). Ich bevorzuge lieber den Baby-led-weaning-Ansatz, wie es auch die WHO (Guiding principles for complementary feeding of the breastfed child) und Stillberater empfehlen.

Vielleicht schafft Babyviduals in Nürnberg als einer der ersten den Sprung hin zur Empfehlung für individuelle Beikostwege. Dann wäre Babyviduals den anderen Breiherstellern einen Schritt voraus.

Aktuell gibt es Babyviduals im Großraum Nürnberg und in Berlin via kostenlosen Lieferservice nach Hause. Auch gibt es mittlerweile vereinzelte Läden, die es in ihr TK-Sortiment aufgenommen haben.

Lasst es Euch schmecken!

Zwischen Vollstillen und Familientisch

Heute schreibe ich Euch eine kleine Dokumentation über unseren Beikostweg vom Babysohn…

4 Monate
Er beobachtet uns beim Essen ausgiebig und sitzt am Tisch auf unserem Schoß.

4 1/2 Monate
Er greift uns beim Essen dazwischen und führt sich das ergatterte zum Mund. Erstes Probieren von rohen Obst- und Gemüsespalten. Auch an Trinkgefäßen ist er interessiert. Erstes „Bechern“ (=Trinken aus einem Becher ohne Aufsatz) von Wasser, was auf Anhieb gut funktioniert.

5 Monate
Regelmäßiges Fingerfood in Form von Rohkost.

ab 6 Monate
Fingerfood in jeglicher Form, was sich vom Familientisch anbietet. Wasser zum Essen wird angeboten, je nach unserer Laune in einer Trinklernflasche mit Silikon-Weithalsaufsatz oder in einem Becher.

ab 7 Monate
Er sitzt im Hochstuhl gut gestützt und sicher. Hin und wieder gibt es „Zerdrücktes“ und Breiiges. Er lässt sich sehr gerne füttern und wird stinkig, wenn es nicht schnell genug geht.

ab 8 Monate
Er bekommt Frühstück, Mittag und Abendessen meistens in einer Mischung aus Fingerfood und Brei und dazu Wasser zum Trinken.

Insgesamt habe ich hier einen Vorzeigeesser, was ich vom Tochterkind überhaupt nicht kenne. Bei ihr war ich damals recht strikt und ich habe mit den ersten Essens- und Breiversuchen exakt auf den halben Geburtstag gewartet. Bis zum ersten Geburtstag hat sie uns nie wesentliche Breimengen abgenommen; gerne hat sie aber an Fingerfood herumgeknatscht. In meiner Erinnerung hat sie Essen nicht so vehement eingefordert wie Babysohn.

Doch Sohnemann isst zahnlos alles, was er selbst für gut befindet – festes wie weiches.

Was mir auch auffällt, wie filigran er mittlerweile kleingeschnittendes Fingerfood (in Würfelgröße) zwischen Daumen und Zeigefinger) aufpickt.

Was uns noch fehlt, das sind die eigenen Löffelversuche.

… ansonsten Stillen wir hier weiterhin jede Menge und nach Bedarf – gefühlt kaum weniger als vor der Beikostzeit.

Windelfrei ist nicht anders

Windelfrei(familien) ist(/sind) nicht anders. Dennoch ist Windelfrei nicht die Norm.

Marcus von trainyabrain schrieb vor Kurzem:

Mir fiel auf, dass alle Menschen die bereit sind […] Windelfrei […] anzuwenden, etwas gemeinsam haben: Sie haben den „Mut sich ihres Verstandes zu bedienen”, wie es einst der große Philosoph Imanuel Kant im Zeitalter der Aufklärung forderte, da sie sich nach intensiver Überlegung, für Methoden und Wege entscheiden, die gesellschaftlich (noch <img src=) nicht etabliert sind.

Wie seht Ihr das?

Goldene Herbstgrüße zum Sonntag!